Harmonix Music VR – Test zur Harmonix Minispielsammlung

Dass zum Start von PlayStation VR eine Menge experimenteller Titel erscheinen würden, war so ziemlich jedem Besitzer der neuen Sony VR-Brille klar. Mit Harmonix Music VR erreicht das „Experiment“ seinen Höhepunkt. Das Musikspiel soll euch in kreativen Minigames einen interessanten Einblick in die VR-Welt geben. Doch ob das auch so klappt wie vom Rock Band Entwickler vorgesehen? Im Test zu Harmonix VR klären wir das auf.

 

Vier Spiele für 15 €? Das ist doch ein Schnapper, oder?

Harmonix Music VR ist am besten mit einer Art Rhythmusspiel gleichzusetzen, wobei der Titel wie eingangs erwähnt auch reichlich experimentell ist. Harmonix gibt euch mit dem Spiel gemeinsam einen Soundtrack aus 17 Songs. Die einzelnen Tracks stammen aus den Spielen Amplitude und A City sleeps, sowie einem eigenen Album, welches von M-Cue Harmonix selbst produziert wurde. Zusätzlich dazu gib es die Möglichkeit, eigene Titel über einen USB-Stick zu importieren. Die Frage ist, ob diese Möglichkeit überhaupt genutzt wird. Mit den Musiktiteln habt ihr dann in mehr oder weniger interaktiven Spielen die Möglichkeit, das Spielgeschehen zum Rhythmus zu beeinflussen. Wer jetzt an grandiose Rythmusspiele wie Audiosurf, wo ihr ein kleines Raumschiff im Rhythmus eurer eigenen Musik über eine Rennstrecke gejagt habt, oder das ebenfalls grandiose Thumper, welches auch für PlayStation VR erschienen ist, denkt, der hat weit gefehlt. Denn die Spiele gehen von gar keiner Interaktion mit der Spielwelt über zu ein wenig Interaktion. Aber fangen wir vorne an.

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In The Trip sitzt ihr in einem im Takt der Musik wabernden Kaleidoskop

 

The Trip

The Trip ist der am wenigsten interaktive Titel dieser „Collection“. Wobei „am wenigsten interaktive Titel für die PlayStation VR-Brille. Das Spiel empfiehlt euch, euch hinzusetzen, denn der „Trip“ ist eine Art psychedelische Reise durch ein Kaleidoskop. Stellt euch das Ganze vor wie die Visualisierung des Windows Media Players. Mit diesem wird die Musik im Takt mit einem Kaleidoskop versehen. The Trip von Harmonix Music VR ist dabei etwas hübscher, spannender, aber im Grunde genommen gibt es keinen Unterschied zum kostenlosen Visualisierer des Media Players. Ihr sitzt nur da und schaut euch die verschiedenen Muster an. Das mag beim ersten Mal und vor allem für Spieler, die noch nie die VR-Brille aufhatten, eine interessante Erfahrung sein. Für Spieler, die schon mehrere VR-Titel besitzen und sich in interaktive Erfahrungen wie VR Worlds oder EVE: Valkrie begeben haben, ist nach spätestens einem Durchgang Schluss.

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The Beach versetzt euch an einen Strand, an dem sich die Umwelt dem Takt der Musik anpasst.

 

The Beach

Ein wenig interaktiver geht es mit The Beach weiter. Auch hier ist das „ein wenig“ wörtlich zu nehmen, denn von echter Interaktivität ist auch hier nicht wirklich etwas zu sehen. Im Spielmodus The Beach steht ihr an einem Strand, wie der Name schon vermuten lässt. Auch hier spielt wieder wahlweise eure eigene Musik im Hintergrund, oder aber der Soundtrack des Spiels. An diesem Strand könnt ihr euch zwischen den vom Spiel vorgegebenen Punkten bewegen, durch Druck auf die Tasten des Move oder des DualShock Controllers. Am Strand verteilt sind mehrere kleine Objekte, die ihr triggern könnt, indem ihr sie anschaut. So verändert sich zum Beispiel die Sonne bei genauem Ansehen und pulsiert im Takt der Musik. Weitere kleinere Punkte verstecken sich an diesem Strand, besonders viel zu entdecken gibt es hier nicht.

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The Dance ist da schon etwas interaktiver. Ihr bestimmt den Tanz der verschiedenen Monster im Saal

 

The Dance

The Dance ist das erste interaktive Spiel dieser Sammlung, ist aber auch kein wirkliches Spiel. In The Dance befindet ihr euch auf einer Tanzveranstaltung, auf der mehrere verrückte Monster tanzen. Diese bewegen sich jedoch nicht von sich aus im Takt der Musik, stattdessen müsst ihr den Charakter an bestimmten Punkten ziehen und bewegen, um einen Tanz zu erstellen. Dabei ist eure Kreativität gefragt, denn den Möglichkeiten der Tänzer sind keine Grenzen gesetzt. Jede Bewegung wird übrigens sofort von den Tänzern ausgeführt, in einer wiederkehrenden Schleife von etwa zehn bis fünfzehn Sekunden, danach beginnt der Charakter von vorne. So könnt ihr also zunächst den Hüftschwung einbauen und den Charakter im Anschluss mit den Armen wedeln lassen. Ebenso lassen sich die Bewegungen ständig abändern. Ein Stück Kuchen gibt euch dabei übrigens die Möglichkeit, das Geschehen einerseits vom DJ-Pult aus zu beobachten. Dort habt ihr dann auch die Möglichkeit zu scratchen, verschiedene Objekte auf den Charakter abzuschießen oder aber eine Sirene abzuspielen. All diese Taten haben aber keinen Einfluss auf die tanzenden Charaktere. Anders sieht das aus, wenn ihr noch ein Stück Kuchen esst, dann habt ihr die Möglichkeit die Charaktere im Raum zu verschieben, mehr noch als in der normalen Ansicht. Ein weiterer Bissen schickt euch wieder in die Ursprungsansicht.

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The Easel ist eure virtuelle Staffelei, wie der Name schon vermuten lässt.

 

The Easel

Der vermutlich kreativste Part des Spiels ist The Easel. Ihr werdet ihr in einem kreativen leeren Raum gesteckt, der euch mit Hilfe eurer Move Controller frei malen lässt. Der eine Move Controller fungiert dabei als Farbpalette, der andere als euer Zeichenstift. Ihr könnt eure kompletten Kreationen frei nach oben, nach unten oder aber auch hinter euch verschieben, falls es euch zu voll wird. All das tut ihr im Takt der Musik. Mit Hilfe von Spezialtools habt ihr die Möglichkeit, Wörter und bestimmte Formen direkt im Umfeld zu erzeugen. Für genaue Zeichnungen sind die Tools zu ungenau, was nicht an den Move Controllern liegt, die durch Licht und Gyrosensor schon eine genaue Abtastung möglich machen, die Umsetzung in Harmonix VR ist allerdings nicht genau genug.

 

Fazit:

Harmonix Music VR fühlt sich an wie eine grundlegende Tech-Demo. Ihr bekommt vier verschiedene VR-Erfahrungen, die alle zwischen keinem kreativen Spielraum und etwas kreativem Freiraum schwanken. The Easel hätte, wenn besser umgesetzt, das Potenzial gehabt, ein eigenständiges Spiel zu sein, allerdings fragt man sich, ob da ein Preis von 15 Euro gerechtfertigt ist. Bei einem Preis von unter fünf Euro hätte sich hier vermutlich keiner beschwert, aber so bleiben ein mittelmäßiges Zeichenspiel, zwei VR-Videos, von denen eins ein wenig Abwechslung durch Standpunktwechsel bietet und ein letztes VR-Spiel, welches besser auf ein Smartphone oder Tablet für um die 70 Cent gepasst hätte. So bleibt am Ende des Tages ein mittelmäßiger bis schlechter Eindruck von Harmonix Music VR. Gerade vom Schöpfer der Rock Band Titel hätte man an dieser Stelle deutlich mehr erwartet. Schade, dass es nicht so gekommen ist.

 

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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