Hard West 2

Test zur Fortsetzung des Rundenstrategie-Hits im Wilden Westen

Hard West 2 im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

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Releasedatum: 04. August 2022

Genre: RPG, Action-Adventure

USK: keine Freigabe

Publisher: Good Shepherd Entertainment

Plattformen: PC

Nachdem bereits der erste Teil von Fans als “XCOM im Wilden Westen” bezeichnet wurde, meldet sich das Team von Good Shepherd Entertainment nach 7 Jahren mit dem Nachfolger Hard West 2 zurück. Erneut verschlägt es die Protagonisten in den Wilden Westen, wo jedoch nichts so ist, wie es zunächst erscheint. Auch dieses Mal stellt sich die Bande nicht nur den üblichen Revolverhelden, sondern auch dunklen, übernatürlichen Mächten. Doch hält der zweite Teil auch allerhand Neuheiten für seine Spieler bereit, die das Spielerlebnis spannender, umfangreicher und abwechslungsreicher gestalten. Welche das sind, wie diese umgesetzt wurden und ob sie funktionieren, erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Überfall auf den Geisterzug

Als Gin Cater, ein berüchtigter Bandit und Bandenführer, interessiert uns in erster Linie nur eins: Schnelles Geld und am besten viel davon. Gemeinsam mit unserer Bande planen wir den größten Coup unserer Karriere, den Überfall auf den legendären Geisterzug. Dieser soll voll mit Schätzen und wenig bewacht sein, einfaches Spiel also. Jedoch schnell müssen wir feststellen, dass der Zug nicht umsonst den Namen “Geisterzug” trägt und der Kampf ums Überleben beginnt. Doch gerade als wir uns des Sieges sicher sind, steht uns ein Gegner gegenüber, mit dem wir nicht gerechnet hatten. In einem letzten Akt der Verzweiflung wollten wir dem Teufel ein Schnippchen schlagen, doch dieser spielt immer mit gezinkten Karten. Haarscharf kommen wir mit dem Leben davon, doch die eigentliche Jagd beginnt erst, denn der Teufel selbst hat uns etwas gestohlen, was wir dringend benötigen – unsere Seele.

Hard West 2

Die Jagd nach dem Teufel und den verlorenen Seelen beginnt.

 

Von Hexenwerk, Untoten und Schnee im Juni

Der zweite Teil der Hard West-Reihe fügt dem bewährten Spielprinzip eine übernatürliche Komponente hinzu. Sowohl die Gegner als auch die spielbaren Charaktere haben besondere Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie unter Umständen sehr gefährlich machen. Die übernatürliche Komponente wurde organisch in das “Wild West”-Setting eingefügt und an Folklore und Aberglauben der ursprünglich dort ansässigen Ureinwohner angelehnt. Auch die Spezialfähigkeiten der Charaktere und Gegner haben sich an diesen Überlieferungen orientiert. Die Spezialfähigkeiten integrieren sich gut in den Spielablauf und tragen zum Spielfluss bei. Zudem fügen diese Aktionen erheblichen Schaden zu. Allerdings sind alle Spezialfähigkeiten mit einer Abklingzeit belegt, sodass sie nicht beliebig oft eingesetzt werden können. Mit den Spezialfähigkeiten der Gegner verhält es sich ähnlich, weshalb wir besonders vorsichtig sein müssen, sobald Gegner mit übernatürlichen Fähigkeiten in einem Kampf involviert sind.

Hard West 2

Hexen, Nekromanten und andere verfügen über dunkle Mächte und sorgen für einen verschneiten Wilden Westen.

 

Risikobereitschaft wird in Hard West 2 belohnt

Solltet ihr in taktischen Rollenspielen auf Zurückhaltung setzen und versuchen, in Vorsicht den möglichst sichersten Weg zu wählen, habt ihr in Hard West 2 schlechte Karten. Jeder eurer Charaktere hat pro Runde 3 Aktionspunkte, die ihr sinnvoll einsetzen müsst, um alle Gegner zu erledigen und euer Ziel zu erreichen. Da ihr nie mehr als 4 Teammitglieder in einem Kampf zur Verfügung habt, die Gegner allerdings weitaus zahlreicher sind, müsst ihr die Aktionspunkte möglichst vorteilhaft einsetzen. Doch Risikobereitschaft wird belohnt. Für jeden Kill erhält der gespielte Charakter das sogenannte “Bravado”, wodurch ihm wieder alle Aktionspunkte zur Verfügung stehen. So kann er noch in derselben Runde erneut eingesetzt werden. Bravado könnt ihr unendlich oft erhalten, weshalb eine riskante Spielweise durchaus lohnend für euch sein kann. Durch viele Bravados lässt sich eine Runde sehr weit in die Länge ziehen und ihr bekommt die Möglichkeit, euren Nachteil der Unterzahl strategisch auszugleichen.

Wie man es aus taktischen Rollenspielen kennt, verbraucht jede Bewegung eures Charakters eine unterschiedliche Anzahl an Aktionspunkten. Wie viele Punkte die Bewegung eines Charakters benötigt, hängt von der Länge des Weges ab. Dafür werden praktischerweise die Bewegungsfelder für die eingesetzten Punkte angezeigt. Schusswaffen benötigen meist mehr als nur einen eurer Punkte, wodurch ihr gegebenenfalls vor die Wahl gestellt werdet, ob euer Charakter schießen oder sich in Sicherheit bringen soll. Wie viele Punkte der Schuss einer Waffe kostet, könnt ihr auch im Vorfeld im Ausrüstungsmenü überprüfen und nach Belieben die Waffe wechseln.

Um euch die Entscheidung “Kampf oder Flucht” zu erleichtern, wird euch bei jedem Gegner eine Trefferquote angezeigt. Diese sollte eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit treffen, mit der ihr den anvisierten Gegner erwischt. Leider sind diese Trefferquoten nicht richten ausgelotet. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 75 %, sollte es im Normalfall nicht wahrscheinlicher sein, dass ihr nicht trefft, doch stellte sich das beim Spielen von Hard West 2 bedauerlicherweise als solches heraus. Selbst bei einer Quote von 100 % kann es passieren, dass ihr das Ziel verfehlt. Auch das sollte nicht passieren, da es euch die Möglichkeit nimmt, fundierte Entscheidungen zu treffen.

 

Eine starke Bande ist das A und O

Zwischen den einzelnen Kämpfen erkundet ihr zusammen mit eurer Bande die Umgebung des verschneiten Wilden Westens. Dabei findet ihr immer wieder interessante Orte und optionale Nebenquests. Währenddessen richten eure Begleiter ab und an das Wort an euch, um eine eurer Entscheidungen zu beeinflussen oder eine Bitte zu äußern. Dabei kommt es vor, dass eure Begleiter verschiedener Meinung sind und ihr Partei ergreifen müsst. Dabei steigt die Loyalität des Begleiters, für den ihr euch entschieden habt. Zwar für Rollenspiele üblich, ist die Entscheidung besonders anfangs noch sehr schwierig zu treffen, da ihr noch keinerlei Bezug zu den einzelnen Charakteren erfahren habt. Doch je loyaler sie werden, desto höher steigen ihre Werte.

Die Dialoge sind ansprechend geschrieben und liegen hauptsächlich in Textform vor. Einige sind allerdings auch vertont, wobei besonders zu erwähnen ist, wie talentiert die englischen Synchronsprecher sind. Die verschiedenen Stimmen wurden ausgezeichnet besetzt und die Sprecher leisten exzellente Arbeit, was es sehr schade macht, dass nur so wenige Teile der Dialoge eingesprochen wurden. Noch dazu kommt, dass die vertonten Zeilen recht willkürlich liegen. Es lässt sich kein Schema erkennen, wonach man benennen kann, was vertont wurde und was nicht. Beispielsweise wurde in einem Dialog nur jede x-te Zeile eingesprochen, diese sind aber weder immer vom gleichen Charakter gesprochen noch ist eine andere Regelmäßigkeit erkennbar. Das führt dazu, dass es schwerfällt, während längerer Dialoge konzentriert zu bleiben, da die konfuse Vertonung sehr verwirrend auf den Spieler wirkt.

Hard West 2

In den meist textbasierten Dialogen werdet ihr häufig vor schwierige Entscheidungen gestellt.

 

Herausforderndes Spiel mit kleinen Schwächen

Wie der Titel es schon andeutet, ist Hard West 2 kein Zuckerschlecken. Die Kämpfe sind knackig und anspruchsvoll und da ihr jeden Kampf mit einer hohen Unterzahl beginnt, ist taktisches Geschick gefragt. Wenn ihr euch aber der Herausforderung stellt, bekommt ihr ein spannendes und flüssiges Spielerlebnis. Insbesondere die Videosequenzen sind ein großes Highlight. Diese sind nicht nur sehr gut vertont, sondern auch in einem einzigartigen, charmanten Grafikstil gehalten. Einzig und allein die unausgewogene Trefferquote sorgt über kurz oder lang für einige Frustration. Auch die Kombination des klassischen “Wild West”-Settings mit übernatürlichen Elementen funktioniert hervorragend und bringt frische Luft in das Genre. Wenn ihr also auf der Suche nach einem “Wild West”-Erlebnis der etwas anderen Art seid, könnte Hard West 2 die richtige Wahl für euch sein.

 

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  • Hard West 2
    Fazit zu Hard West 2

    Besonders die aufwändige Charaktereinführung, der großartige Grafikstil der Videosequenzen und die gute Synchronisation haben mich von Anfang an gefesselt. Auch das Gameplay war leicht zugänglich und durch das Bravado-System sehr motivierend. Ausschließlich die unausgewogene Trefferquote hat den Spielspaß etwas gemindert, da fundierte taktische Entscheidungen dadurch sehr schwierig wurden.

    Vivien Ziermann, Redakteurin

Positiv:

Detaillierte Videoeinführung für jeden spielbaren Charakter
Charmant gezeichnete Videosequenzen, vertont von sehr talentierten Synchronsprechern
Sehr motivierendes Gameplay durch Einführung des Bravado-Systems

Negativ:

Wahrscheinlichkeiten der Trefferquoten sind nicht ausgewogen
Voicelines scheinbar zufällig und nur sporadisch eingesprochen

Ab in die Sammlung?

Klare Empfehlung für alle, die nach einer taktischen Herausforderung suchen, an der sie sich die Zähne ausbeißen können. Kombiniert mit der guten englischen Synchronisation und dem einzigartigen Grafikstil bekommt man ein großartiges Spielerlebnis.

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Vivien Ziermann
Geschrieben von Vivien Ziermann
Redakteurin im Bereich: Games, Movies

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