Grim Fandango Remastered – Review zu Mannys Comeback!

Siebzehn Jahre ist es her, dass Tim Schafer das beliebte Adventure um einen untoten Vertreter entwickelte. Auf der letztjährigen Playstation Experience in Las Vegas kündigten Sony und Tim Schafers Double Fine an, dass man einige der Rätsel Klassiker zurückbringen wolle. Neben Day of the Tentacle, welches später erscheinen soll, stand auch Grim Fandango auf der Liste. Nun ist es soweit und Fans können die Geschichte um Manuel “Manny” Calavera erneut erleben. Ob die Remastered Version heute wieder begeistern kann erfahrt ihr im Test.

 

Die Welt ist voller Vertreter

Ihr übernehmt die Rolle von Manuel Calavera, auch “Manny” genannt. Und als ob die Tatsache, dass ihr tot seid, noch nicht schlimm genug ist müsst ihr auch noch arbeiten, bevor ihr die ewige Ruhe genießen dürft. Euer Arbeitgeber ist das DOD (Department of Death) und eure Aufgabe ist es kürzlich Verstorbene aufzutreiben und ihnen ein Premium Reise Paket ins Reich der ewigen Ruhe, aufzuschwatzen. Je besser jemand im Leben war, umso besser das Angebot, das ihr ihm verkaufen könnt. Das einzige Problem an der Sache ist, dass Manny ein miserabler Verkäufer ist. Sein Kollege Domino Hurley scheint da schon mehr Erfolg zu haben. Doch mit ein wenig Geschick schafft es Manny tatsächlich eine “Kundin” an Land zu ziehen. Mercedes Colomar, auch Meche genannt, war ihr gesamtes Leben lang mehr als anständig. Dennoch gibt es etwas sehr Merkwürdiges an ihr. Als Manny versucht herauszufinden für welchen Luxuslevel sich Meche für ihre Reise qualifiziert hat erwartet ihn eine große Überraschung. Meche hat sich nicht mal für die niedrigste Stufe qualifiziert. Irgendwie scheint ihr Express Ticket im Nirgendwo verschwunden zu sein. Nun ist es also an euch herauszufinden was hier vorgeht. So begebt ihr euch auf eine vierjährige Reise durch die korrupte Welt der Toten.

Manny ist zurück in seinem Büro samt neuer Lichteffekt.

Manny ist zurück in seinem Büro, samt neuem Lichteffekt.

 

Old School

Lucas Arts Adventures haben eine der größten Fangemeinde in der Gameswelt. Die Rückkehr von Grim Fandango ist also wohl mit extrem viel Vorfreude, seitens der Fangemeinde, erwartet worden. Zur Beruhigung aller Fans kann man sagen, dass die Remastered Version nichts vom alten Charme eingebüßt hat. Die alten Tugenden die typisch waren für Lucas Arts wie Humor, knackige Rätsel und manchmal Lösungen auf die man nur kam wenn man dachte wie ein ein verrücktes Genie, wurden bewahrt. Auch in Sachen Technik hat man einige Dinge erhalten um auch altgediente Retrofans einen Nostalgie-Rausch zu bescheren. Noch immer steuert ihr Manny mit den bekannten Tank Controls (oder auch moderneren, figurbezogenen Controls) durch das Spiel und untersucht einfach alles, was euch vor die knöcherne Nase kommt. Wer erwartet, dass man hier ein modernes Adventure vor sich hat, in dem alle wichtigen Items blinken, um auf sich aufmerksam zu machen, wird enttäuscht. Um hier vorwärts zu kommen, müsst ihr alles Selbst untersuchen und ich meine wirklich alles. Dialoge mit anderen Charakteren solltet ihr immer mit allen verschiedenen Optionen ausprobieren, um an verschiedene Gegenstände heranzukommen. Gefundene Gegenstände landen in den Taschen eures Sakkos. Wollt ihr ein Item verwenden, müsst ihr euch mit links oder rechts durch den gesamten Inhalt scrollen. Jedes Rätsel im Spiel erfordert dabei einiges an querdenkerischem Vorgehen, denn es gibt hier keinerlei Hilfen. Oftmals passiert es dadurch, dass ihr Stunden damit verbringt ein Problem zu lösen, nur um dann durch Zufall festzustellen, das ihr die ganze Zeit einen Gegenstand übersehen habt, ohne den eine Lösung unmöglich ist. Gerade bei jüngeren Spielern die diese Spiele erst jetzt zum ersten Mal spielen kann das schnell zu frustrierenden Situationen führen. Hier hätte Double Fine vielleicht eine optionale Hilfefunktion einbauen können.  In Sachen Humor hat das Spiel in den vergangenen siebzehn Jahren aber nicht nachgelassen. Die Wortspiele funktionieren noch immer, was insbesondere für die englische Sprachfassung gilt. Neben der Tatsache, dass man viele Dinge, die das Spiel in der Vergangenheit zu einem Fanliebling gemacht haben, gibt es allerdings einige Sachen, die man hätte überarbeiten können. Hier wäre zum Beispiel das Inventar zu erwähnen. Das Scrollen durch alle gesammelten Gegenstände kann vor allem später im Spiel extrem nervig werden. Hier hätte man sich, bei Double Fine, die Zeit nehmen sollen, um eine etwas modernere Methode zu implementieren. Es ist nichts einzuwenden gegen Retro Games, aber wenn man die Möglichkeit hat, etwa zu verbessern sollte man diese Gelegenheit auch nutzen.

Hier der Vorher-Nachher Vergleich der beiden Grafikversionen.

Hier der Vorher-Nachher Vergleich der beiden Grafikversionen.

 

High Retro Definition

In seiner Remastered Fassung macht Grim Fandango eine ausgezeichnete Figur. Alle Grafiken wurden in High Definition überarbeitet, was insbesondere dem Grafikstil, der irgendwo zwischen Nightmare Before Christmas und den mexikanischen Totenfestfiguren liegt, entgegen kommt. In Sachen Klang: Man hat den kompletten Soundtrack zwar neu abgemischt, jedoch ist dies nur für Leute erkennbar die bereits das Original gespielt haben. Keine dieser Änderungen ist signifikant, da es am zeitlosen Charme und den originellen Charakteren nichts ändert. Die wirklich spürbaren Veränderungen sind die, welche die Darstellung betreffen. Das Spiel lässt euch die Wahl, ob ihr mit Originalgrafik oder HD Grafiken spielen wollt. Ebenso könnt ihr das Seitenverhältnis anpassen und so in 16:9 oder 4:3 Verhältnis spielen. Für alle Nostalgiker ist der Weg also frei Manny’s Abenteuer in der Version zu spielen und somit vielleicht in alten Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Jedoch muss man sagen, dass gerade die beiden Ansichten enttäuschen. In 16:9 wirkt das Bild sehr gestreckt, während im 4:3 Modus hässliche, schwarze Balken links und rechts eingeblendet werden. Hier hätte man deutlich mehr herausholen können.

 

 

Fazit:

Grim Fandango ist, damals wie heute, ein erstklassiges Adventure. Auch die lange Zeit seit der ersten Veröffentlichung konnten daran nichts ändern. So sehr ich mich im Vorfeld auf die Remastered Version gefreut habe und so gut sie spielerisch auch sein mag, bin ich dennoch etwas enttäuscht. Hier hätte Double Fine so viel mehr leisten können. Super Spiel mit mäßiger Überarbeitung.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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