Gravity Rush 2 – Test zu Kats neuem Schwebeabenteuer

Gravity Rush war einer der ersten großen Titel für die Playstation Vita und nutzte deren Möglichkeiten um Kat umherfliegen zu lassen. Der Titel schaffte es schnell eine große Fangemeinde anzusammeln, was nicht zuletzt an Kat und ihrer Persönlichkeit selbst lag. Als der zweite Teil angekündigt wurde, war die Fangemeinde gespalten darüber, dass der einstige Exklusivtitel nicht für Sonys Handheld erscheinen würde. Nun ist das fertige Spiel hier und wir haben es einem ausführlichen Test unterzogen. Ob Teil 2 dem Ersten davonschwebt, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Story aus der 08/15 Abteilung

Nach den Ereignissen des ersten Teils werden Kat, Syd, Dusty und Raven durch einen Gravitationssturm getrennt und in einen anderen Teil der Welt geschleudert. Kat und Syd landen dabei bei den Banga. Die Banga sind ein Volk von Bergarbeitern, die Gravitationskristalle abbauen, um deren Schiffe und die schwebende Siedlung in der Luft zu halten. Die Gemeinschaft hat dabei eine Regel, jeder muss seinen Teil beitragen oder er wird rausgeworfen. Also helfen Kat und Syd bei den Abbauarbeiten und sichern sich so einen Platz in der Gemeinschaft. Eines Tages jedoch tauchen plötzlich wieder Nevi auf und auch Kats treuer Freund Dusty ist wieder da. Wiedervereint mit Dusty und damit auch mit ihren Kräften schlägt Kat die Nevi in die Flucht. Von da an wird sie zu einem noch wichtigeren Mitglied bei den Bangas. Von hier an entfaltet die Story leider keine besonders interessante Wendung. Im Grunde geht alles zurück auf das Prinzip “die Reichen beuten die Armen aus”. Die Reichen leben dabei auf den höher gelegenen Inseln, während die Armen auf die niedrigen Inseln verbannt wurden. Die Truppen der Regierung versuchen, den Rest der Bevölkerung sogar mit militärischen Mitteln unter Kontrolle zu halten. Man hätte aus diesem Plot durchaus etwas Spannendes machen können, leider verkommt der grundlegende Plot. Es reicht hier maximal zu einer groben Rahmenhandlung für die Missionen. Die Charaktere sorgen jedoch für genug Spaß und Unterhaltung, sodass man wenigstens dadurch immer weiterspielen möchte.

Gravity Rush 2

Die Comic ähnlichen Sequenzen sehen wieder hervorragend aus.

 

Schwebevergnügen mit neuen Tricks

Am Gameplay hat sich im Bereich der Kämpfe nicht viel getan, jedoch hat man Kat einige neue Tricks beigebracht. Wie im Vorgänger bedient ihr euch am Boden kraftvoller Kick und Slides im Kampf gegen Soldaten oder Nevi. Greift ihr aus der Luft an, stehen euch wieder Gravity Kicks zur Verfügung. Investiert ihr genug Kristalle, schaltet ihr zudem wie gewohnt weitere Fähigkeiten und Statusverbesserungen für Kat frei. Die Itemökonomie ist ebenfalls unverändert geblieben. Grüne Kristalle füllen eure Lebensenergie, blaue regenerieren die Gravitationsenergie und lila Kristalle sind zum Aufleveln. Was sich jedoch geändert hat, ist die Stasis Fähigkeit. Wer den ersten Teil gespielt hat, wird sich noch daran erinnern, dass man mit dem Stasisfeld Objekte und Personen zum Schweben bringen und mit sich nehmen konnte. Hier geht man diesmal einen Schritt weiter. Die Stasisaktion ist so ziemlich der effektivste Move im gesamten Spiel und wesentlich effektiver im Kampf als Gravity Kicks. Mit der Kreistaste hebt ihr Objekte an, wie viele gleichzeitig hängt vom Upgradelevel ab. Habt ihr die Objekte eingesammelt, könnt ihr diese dann auch eure Gegner schleudern und verfehlt so extrem selten euer Ziel, was vor allem viele Bosskämpfe extrem erleichtert. Zudem gibt es mit Jupiter und Lunar zwei neue Stile. Jupiter macht euch leichter und schneller. Lunar hingegen erhöht die Schwerkraft und lässt Kat härtere Attacken austeilen. Und wo wir gerade beim Verfehlen sind. Wann immer möglich, solltet ihr davon absehen Kicks in der Luft zu benutzen. Die Kicks gehen extrem oft daneben, was sie gerade in Kämpfen gegen mehrere Gegner fast nutzlos macht. Verantwortlich dafür sind zwei Faktoren, die man leicht hätte beseitigen können. Erstens gibt es wieder keine echte Lock-on Funktion. Ist ein Gegner angepeilt gibt es eine Art Soft-Lock-on, was leider nicht verhindert, dass ihr an eurem Ziel vorbeirauscht. Auf der anderen Seite hatte ich in vielen Fällen den Eindruck, dass die Kamera einen persönlichen Hass gegen mich gepflegt hat und mir nie einen geeigneten Überblick gewähren wollte. Dadurch bin ich entgegen des eigentlichen Gameplays eher am Boden geblieben und habe die Stasis Fähigkeit genutzt. Gerade in den vereinzelten Stealth Missionen hat mich diese Kombination an Mängeln einige Nerven gekostet. Immer wieder bin ich irgendjemandem direkt vor die Nase geflogen, weil die Kamera der Meinung war, dass ich gerade nicht sehen muss, wo ich hinfliege. Da kann man von Glück reden, dass die KI der Gegner oft auch nicht die beste ist. Wer sich mit etwas spaßigerem Ablenken will, kann sich an den Schatzsuchen beteiligen. Per Foto können Spieler die Positionen von Schatztruhen teilen und damit andere auf deren Spur bringen. Dazu gibt es noch Ghost-Rennen gegen die Zeiten von anderen Spielern.

Gravity Rush 2

Die Welt hat diesmal einen farbenfroheren Anstrich bekommen.

 

Farbenfrohe Aussichten

Das Debüt von Gravity Rush auf der Vita kam noch recht eintönig daher. Diesmal hat man die Farbpalette deutlich weiter gefasst. Nach dem Prolog erforscht ihr die neuen Bereiche der Welt und hier überzeugt die Optik durch die farbliche Vielfalt und eine belebtere Welt. Die Effekte, die eure Gravitationsfähigkeiten begleiten, sind ebenfalls deutlich spektakulärer als zuvor in Szene gesetzt und sind immer wieder hübsch anzuschauen. Das Markenzeichen von Gravity Rush waren aber die Sequenzen, die in Form von Comicbuch ähnlichen Szenen erzählt wurden. Diese sind auch hier wieder am Start und überzeugen mit einem lebhaften Zeichenstil. Die meist orchestrale Musikuntermalung weiß dabei jede Situation, ob ernst oder heiter, passend mit einer Atmosphäre zu füllen. Sowohl optisch als auch akustisch lässt der aktuelle Teil kaum zu wünschen übrig.

Positiv:

Die größere und offenere Welt gibt mehr Raum für Erkundungen
Die neuen Gravitationsstile sorgen für willkommene Abwechslung
Die Schatzsuchen sind ein extrem spaßiger Zeitvertreib abseits der Missionen
Die Stasis Fähigkeit wurde grundlegend verbessert und erleichtert das Spiel sehr stark

Negativ:

Die Story ist recht einfallslos und hat nicht viel zu bieten
Die Kamera hasst euch. Nein ernsthaft sie hasst euch und will, dass ihr das wisst.
Stealth Missionen sind extrem nervig dank der Kamera und fehlender Lock-on Funktion
Nebenmissionen sind meist banal und bieten wenig Mehrwert
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58912″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Marco Schmandt, Redakteur”]

“Gravity Rush 2 setzt gekonnt die Story um Kat fort, lässt trotz vieler Verbesserungen doch etwas zu wünschen übrig. Die Kraft der PS4 hat den Entwicklern zwar die Möglichkeit gegeben, die technische Seite des Spiels aufzupolieren, dabei scheint die Story aber auf der Strecke geblieben zu sein. Die Geschichte um die von der Regierung geplagte Bevölkerung und den Freiheitskampf ist an sich schon recht flach, wird aber leider auch noch sehr flach erzählt. Selbst die Nebenmissionen – so unterhaltsam diese auch sein mögen – können darüber nicht hinwegtäuschen. Damit will ich aber nicht sagen, dass ich keinen Spaß mit Kats neuem Abenteuer hatte. Die größere Welt lädt zu langen Erkundungstouren ein und die beiden neuen Gravitationsstile bilden eine interessante Abwechslung. Die neue, viel buntere Optik passt deutlich besser als die noch recht eintönig braune Welt des Vorgängers. Mit Kat und Dusty wieder durch die Lüfte zu Sausen macht einfach Spaß und die heitere Grundstimmung lässt einen den Controller nicht mehr weglegen. Einzig die hin und wieder vorkommenden Stealth Missionen, haben bei mir für so manche Frustmomente gesorgt. Obwohl ich immer noch etwas traurig bin, dass Gravity Rush 2 nicht auf der Vita ist, bin ich vom Ergebnis begeistert.”

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Solltet ihr mit Kat abheben?

Trotz einiger kleiner Schwächen ist ein Gravity Rush 2 ein Muss für Fans und Interessierte. Solltet ihr auf der Suche nach einem spaßigen Action-Adventure sein, könnt ihr mit Kats neuem Abenteuer nichts falsch machen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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