God of War 3: Remastered – Review zu Kratos aufpoliertem PS4 Auftritt

Mit God of War hat Sony Santa Monica eine der erfolgreichsten Action Game Reihen der letzten Jahre geschaffen. Über mehrere Sony Konsolen hinweg haben wir in Kratos Sandalen allerhand Sagengestalten zu Kleinholz verarbeitet und Göttern gezeigt, dass mächtig nicht automatisch unsterblich bedeutet. Mit dem dritten Teil endete die Hauptstory auf der PS3 und alle die damals noch keine Playstation besaßen, erhalten zumindest jetzt die Möglichkeit Kratos drittes Abenteuer in der Remaster zu erleben. Wie sich die aufpolierte Version schlägt, erfahrt ihr jetzt in unserer Review.

 

Von Rache getrieben

Da die Story von God of War 3 sofort in die Action startet und dem Neuling kaum Einblick in die vorherigen Geschehnisse gibt, hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung: Kratos, der junge spartanische Feldherr, war einst im Begriff eine Schlacht gegen ein barbarisches Volk zu verlieren. Der Niederlage nahe, bot Kratos dem Kriegsgott Ares sein Leben und seine ewigen Dienste im Tausch gegen den Sieg über den Feind an. Ares ließ sich nicht lange bitten und gab ihm die Chaosklingen, auf ewig verschmolzen mit Kratos Armen, um seine Feinde zu vernichten. Nach dieser Schlacht durchquerte Kratos im Namen von Ares ganz Griechenland und vernichtete alles und jeden auf seinem Weg. Doch Ares war dies nicht genug und so brachte er Kratos Frau und Tochter in ein Dorf, welches durch ihn zerstört werden sollte. Im Rausch tötete er seine eigene Familie. Kaum als es getan war, erkannte er, wen er da vor sich hatte und sein Rachedurst war geweckt. Als Fluch musste er von dort an die weiße Asche seiner toten Familie auf der Haut tragen und wurde so zum Geist Spartas. In den folgenden Jahren verrichtete er Dienste für die anderen Götter, in der Hoffnung sie würden ihn von den Albträumen erlösen. Athene bat Kratos, Ares davon abzuhalten Athen zu zerstören und mithilfe der Büchse der Pandora sollte er die Macht haben, dies zu schaffen. In einem finalen Kampf besiegte Kratos seinen ehemaligen Herren und nahm zumindest an ihm Rache. Doch Erlösung erhielt er nicht. Stattdessen nahm er den Platz als Gott des Krieges ein. Ausgestattet mit dieser Macht und noch immer geplagt von Schuld, sorgte er nur noch für mehr Zerstörung. Damit nicht ganz Hellas in Flammen aufgeht, beschließen die Götter kurzerhand Kratos wieder seiner Macht zu berauben. Ohne die Macht eines Gottes ist es dann ein Leichtes für Zeus sich endgültig dem wütenden Spartaner zu entledigen. Den waren Grund dafür kennt Kratos zu dieser Zeit allerdings noch nicht. In den Tiefen des Hades gefangen findet er die Titanin Gaia, die ihm die Hilfe der Titanen anbietet, denn diese haben selbst noch eine Rechnung mit den Göttern offen. Und so stürmt Kratos mit den Titanen den Olymp.

 

Die Charaktermodelle sind detaillierter als zuvor.

Die Charaktermodelle sind detaillierter als zuvor.

 

Genau hier setzt die Handlung von God of War 3 ein. Während ihr auf Gaia mit den anderen Titanen den heiligen Berg stürmt, werfen sich euch die Götter des Olymps entgegen. Dabei macht Gaia eine handfeste Begegnung mit Poseidon, was ihn sofort auf eurer Liste an die erste Stelle versetzt. Nachdem ihr ihm, nach eurem epischen Kampf seine Sterblichkeit bewiesen habt, setzt ihr eure Reise fort, um eure Rache zu bekommen. Dabei besucht ihr erneut die Tiefen des Hades und genau dort setzt ihr mit Kratos euren Rachefeldzug fort. Einer nach dem Anderen fällt euch dann auf dem Weg zu Zeus zum Opfer. Euch erwartet also ein episches Abenteuer und jede Menge Action.

 

Keiner der Götter ist vor euch sicher.

Keiner der Götter ist vor euch sicher.

 

Zerstörung auf Knopfdruck

An den bewährten Mechaniken hat sich nicht viel geändert im Vergleich zum Original. Mit Quadrat und Viereck schwingt ihr eure Klingen, mit Kreis könnt ihr Gegner greifen und dann auf verschiedene Arten zum Mus verarbeiten. Mit R2 beschwört ihr eure gerade ausgewählte Magieattacke. Und natürlich findet ihr auch noch einige Nebenwaffen und Magiefähigkeiten während eures Abenteuers. Ansonsten streift ihr auf die bekannte Art und Weise durch die Welt. Ihr klettert, springt, fliegt oder schwimmt durch die weitläufigen Areale. Dabei zeigt sich auch wieder die größte Stärke der Reihe, nämlich das Gefühl für Dimensionen. Wenn sich während einer Kletterpassage die Kamera löst und von euch weg bewegt, um euch zu zeigen, wie gigantisch die Umgebung ist, wirkt Kratos dann häufig wie eine Ameise. Diese Momente sind jedes Mal wieder beeindruckend. In den nicht minder beeindruckend inszenierten Bosskämpfen wechseln sich die Nahkämpfe immer wieder mit Quick Time Events ab. Welche Taste oder Stickbewegung von euch gefordert ist, signalisieren Einblendungen an den Rändern des Bildschirms. Ein Minuspunkt daran ist, dass euch dadurch häufig die toll inszenierte Action entgeht, wenn ihr auf die Kommandos achtet. Einer der im Spiel entdeckbaren Gegenstände ermöglicht euch später jedoch, dass ihr diese Moves automatisch absolviert, sodass ihr euch mehr auf die eigentliche Darstellung konzentrieren könnt.

Die Kämpfe sind spektakulär inszeniert.

Die Kämpfe sind spektakulär inszeniert.

 

Das Remastering liegt im Detail

Wie ich bereits vorher beschrieben habe, sollte man keinen zu großen Unterschied zwischen der PS3 Version und der Remaster erwarten. Seinerzeit sah bereits die PS3 Version hervorragend aus und das Gleiche gilt auch für die Remaster. Wer das Original vorher gespielt hatte, wird auf den ersten Blick kaum etwas merken. Die Verbesserungen liegen eher im Detail und an der Technik im Hintergrund. Vegetation und alle Effekte, wie Rauch oder Feuer, sehen wesentlich detaillierter aus als zuvor. Gerade Gaia ist ein gutes Beispiel dafür, denn die Pflanzen auf ihrem Körper könnt ihr hier bis auf das kleinste Blatt erkennen. Die Texturen hat man ebenfalls überarbeitet und dankbarer Weise nicht einfach nur auf 1080p aufgebläht. Und auch am Beleuchtungsmodell wurde geschraubt, sodass sich Licht und Schatten nun noch viel realistischer verhalten als zuvor. Im Hintergrund haben die Entwickler dann noch die Framerate etwas nach oben geschraubt. Leider bekommt man keine dauerhaften 60 Frames geboten, aber zumindest bleiben die Frames die meiste Zeit nahe der 60. Das Spiel wurde insgesamt wirklich gut überholt, auch wenn der optische Unterschied nicht sehr groß ausfällt. Die orchestrale Musik und die Sounds sind unverändert wuchtig und episch geblieben und untermalen das gesamte Setting perfekt.

Bereits Hades Unterwelt ist ein beeindruckender Anblick.

Bereits Hades Unterwelt ist ein beeindruckender Anblick.

 

Fazit:

God of War 3 setzte seiner Zeit Maßstäbe für das Action Genre. Mit der Remaster kann man jetzt nochmals Kratos drittes Abenteuer in überarbeiteter Form erleben. Eine höhere Framerate und detailliertere Effekte sind zwar sichtbar und durchaus willkommen, jedoch sollte man keinen enormen Sprung erwarten. Die Verfeinerungen sind dabei vor allem im eigentlichen Gameplay sichtbar und weniger in den Videosequenzen – aber das war in der God of War Reihe ja schon immer so. Die Tatsache, dass der Unterschied zwischen der PS3 und der PS4 Version so gering sind, liegt hier allerdings nicht an mangelnder Arbeit der Entwickler, sondern viel mehr an der Qualität des Originals. Wer also noch mal Zeus gegenübertreten will oder den Titel während der PS3 Ära verpasst hat, der kann hier ohne Bedenken zugreifen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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