Goat Simulator: The Bundle – Test zum Ziegen-Dreierlei auf PS4

Bereits Mitte März gab es ein Wiedersehen mit der virtuellen Ziege. Damals kam der Goat Simulator im Bundle erst mal nur für die Xbox One in den Handel. Ein gutes halbes Jahr später findet sie nun endlich ihren Weg auf die PS4. Was als Aprilscherz 2014 begann, entwickelte sich mittlerweile zu einem Phänomen. Da es zu fast jedem Beruf oder Hobby einen Simulator gibt, haben sich Coffee Stain Studios Ähnliches gedacht. Warum nicht einen Simulator über eine Ziege auf den Markt bringen? Wird doch sowieso gekauft wie “Sau”. Wir haben uns das Ziegengewitter noch einmal genauer angeschaut und verraten euch, ob sich der Kauf auch wirklich lohnt.

 

Ziegen auf der Box

Anders als auf der Xbox One steht in der PlayStation 4-Version ein Hauptmenü zur Verfügung, indem man sich für einen Spielmodi entscheiden kann. Wie es bei der digitalen Version aussieht, konnten wir leider nicht testen. Immerhin haben die Entwickler sich für ein Menü entschieden, so ist es auch auf die Schnelle möglich zwischen den verschiedenen Inhalten zu wechseln, ohne das Spiel zu beenden und neu zu starten. So gehört es sich für eine Collection / ein Bundle. Wie dem auch sei, auf der Disc sind neben dem Hauptspiel auch die beiden Erweiterungen Goat-MMO-Simulator und GoatZ enthalten. Die beiden letzteren Inhalte sind dabei noch die mit der meisten Abwechslung. Doch fangen wir von vorne an. Wir schlüpfen in die Haut einer Ziege und laufen mit ihr durch eines von zwei unterschiedlichen Schauplätzen. Neben Goatville haben wir auch die Wahl nach Goat City Bay zu wechseln. Beide Ortschaften bieten verschiedene Attraktionen, die sich allerdings schnell an zwei Händen abzählen lassen. Zudem sind die Grenzen schnell erreicht. Im Grunde nimmt sich das Spiel gar nicht ernst. Das fängt an bei der Gravitation, welche mehr als unrealistisch ist, und hört bei den Mutationen für unsere Ziege auf. Vor Beginn können wir uns für einen Ortsteil und den Mutationen entscheiden. Letztere können aber auch über das Menü aktiviert oder deaktiviert werden. Neben Blut für unsere Ziege gibt es auch einen Doppelsprung, eine blaue Strähne, einen Raketenrucksack oder auch ein Muskelpaket. Alle Inhalte werden nach und nach freigespielt, indem wir bestimmte Herausforderungen erfolgreich meistern. Darunter zählen verschiedene Kombos möglichst hoch, aber auch als Beispiel einen langen Handstand oder einen Mauerlauf lange aufrechtzuerhalten. Auch verrückte Ziele wie etwa von einem Auto rammen lassen oder zum Mond fliegen stehen an der Tagesordnung. Schließlich wird die Gravitation nicht allzu ernst genommen. NPCs können mit einem Tritt durch die ganze Map getreten werden oder die Ziege selbst springt auf einem Trampolin höher als der Mount Everest und macht dabei einen auf Tony Hawk und Shaun White in der Luft. Eine Story mit Kampagne gibt es, wie man es von Simulatoren meist gewohnt ist, leider nicht.

Auf PlayStation 4 gibt es im Hauptmenü die Auswahl der einzelnen Spielmodi.

Auf PlayStation 4 gibt es im Hauptmenü die Auswahl der einzelnen Spielmodi.

 

Wenig Innovation mit viel Unlogik

Die zwei Ortschaften bieten neben den Trampolinen auch noch ein paar Häuser zum Begehen und verschiedene Interaktionen mit den NPCs. So fährt beispielsweise ein Auto immer dieselbe Strecke auf einem Maisfeld, nur damit wir möglichst gut getroffen werden und dann durch die Luft fliegen. In den Häusern findet meist eine Party statt, so wie im Haus von Coffee Stain Studios. Hier gilt es, möglichst viel Chaos anzurichten und die Party zu sprengen. Neben den, wenig innovativen Herausforderungen, gibt es auch noch ein paar sammelbare Minitrophäen, die überall herumstehen. Die recht einfachen Achievements halten den Spielspaß zwar etwas höher, allerdings ist der Goat Simulator kein Titel, den man nun wochenlang ausgiebig zocken wird. Die Spielereien mit der Ziege und der im Spiel enthaltenen Gravitation sind mal ganz nett anzusehen, mehr braucht man davon aber nicht. Auch die Jagd nach dem höchsten Kombozähler hält nicht lange an. Allerdings möchte das Spiel auch nichts Großes werden. Das skurrile Gameplay und die gewollten Fehler / Bugs sind eindeutige Indizien dafür. Spätestens nach dem dritten Absturz in ein Grafikloch oder beim Hängenbleiben in der Wand wird dies schnell klar. Denn in Videospielen werden solche Inhalte nicht gerne gesehen, hier gehört es zum einfachen Spielinhalt einfach dazu. Speicherpunkte gibt es leider nicht, weshalb Einstellungen und Kombos nach jedem Spielstart neu eingestellt werden müssen.

Achtung Zombie-Ziegen sind unterwegs!!!

Achtung Zombie-Ziegen sind unterwegs!!!

 

Die Erweiterungen: Goat-MMO-Simulator und GoatZ

Immerhin sieht das bei den beiden Erweiterungen etwas besser aus. Der MMO-Simulator bietet uns einige Quests inklusive Erfahrungspunkte mit Levelaufstiege. Dazu wurde das Setting ins Mittelalter gepackt, was optisch sogar ziemlich gut aussieht. Man hat schon das Gefühl, dass man sich in einem richtigen Rollenspiel befindet, inklusive verschiedener Charakterklassen und Ausrichtungen dieser – natürlich immer mit einem leichtem Hauch Satire. Selbst die NPCs haben Energieleisten über ihren Köpfen erhalten, wenn das mal kein hochwertiger Fortschritt ist. Inhaltlich wiederholen sich die Aufgaben zwar leicht, bieten allerdings einen höheren Reiz an Tiefe als noch das Hauptspiel. Gruselig wird es dann allerdings bei GoatZ, der zweiten Erweiterung. Wie der Name vermuten lässt, geht es hier um Zombie-Ziegen, die untoter nicht sein können. Ganz nach dem Stil von Day Z oder World War Z ist die Apokalypse ausgebrochen. Wir als untote Ziege mittendrin im Getümmel. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, zu überleben. Dies geschieht, wie bereits in anderen Survival-Games, auf die gleiche Art und Weise: Essen und überlebenswichtige Dinge suchen. Dabei dürfen wir uns natürlich von der Plage nicht unterkriegen lassen. Die Details und der Stil sehen dabei ordentlich aus und bereiten uns einen guten Eindruck über die Apokalypse. In puncto Grafik braucht man allerdings nicht zu viel erwarten. Der generelle Stil ist zwar ganz witzig gehalten, dient den Ziegen allerdings nur als Schauplatz für das Gameplay.Aber auch hier gehören Bugs und aufploppende Gegenstände und Objekte zum Inventar.

Die MMO-Erweiterung sieht wie ein vollwertiges Rollenspiel aus.

Die MMO-Erweiterung sieht wie ein vollwertiges Rollenspiel aus.

 

Fazit:

Auch auf der PlayStation 4 hat die Ziege dieselben Probleme, wie schon auf der Xbox One. Für wenig Geld kann man hier allerdings auch nur geringen Inhalt erwarten. Mal ne Runde zwischendurch oder vielleicht mit Kumpels als Trinkspiel, a la wer erzielt den höchsten Highscore?, dann ist aber Schluss. Leider bieten die beiden Erweiterungen keinen erhöhten Mehrwert. Ein paar abwechslungsreiche Inhalte, ein paar Quests und einen anderen Grafikstil bringen leider nur bedingten Erfolg. Wer gerne mal als Ziege unterwegs sein wollte, der kann dies nun nachholen. Allen anderen raten wir eher dazu, das Abenteuer einfach im Regal stehen zu lassen oder auf einen Sale zu warten.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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