Genshin Impact – Test zum Free-to-Play Breath of the Wild-Klon

Genshin Impact im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

The Legend of Zelda: Breath of the Wild [Nintendo Switch]
  • Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Genre: Aktion
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Version: Standard
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Releasedatum: 28. September 2020

Genre: Open World RPG

USK:  keine Angabe

Publisher: miHoYo

Plattformen: PC, Playstation 4

Als erste Trailer zu miHoYos neuem Spiel Genshin Impact durch das Internet geisterten, waren die meisten Leute sich einig: Das ist ein The Legend of Zelda: Breath of the Wild-Klon mit Animefiguren. Jetzt ist das Spiel da und man kann diesen Vorwurf genauestens untersuchen. Eben dies haben wir getan und verraten euch in diesem Test, ob es sich hier wirklich nur um einen Abklatsch von Links Abenteuer handelt und wie groß der Einfluss der Mikrotransaktionen in diesem Free to Play-Titel ist.

 

The Legend of Genshin Impact: Breath of the Waifus

Bevor man über irgendwelche Aspekte von Genshin Impact spricht, muss man sich immer wieder einen Fakt ins Gedächtnis rufen: Das Spiel ist komplett kostenlos. Sicher, es gibt sogenannte Gacha-Elemente, die Geld kosten, irgendwie muss sich das Projekt ja finanzieren, aber dazu kommen wir später. Erst einmal wollen wir natürlich die Plagiatsvorwürfe gegenüber Breath of the Wild überprüfen. Und an dieser Stelle hilft es nicht, die Augen zu verschließen: Bei großen Teilen des Spiels hat man sich definitiv von Nintendos Open World-Abenteuer inspirieren lassen. Viele Teile der Spielwelt mit ihrem hohen Gras und schroffen Klippen erinnern stark an Hyrule und wir erkunden diese Welt kletternd, rennend und mit einem Gleiter fliegend. Wir finden kleine Posten mit Moblin-ähnlichen Kreaturen und erkunden größere und kleinere Dungeons. Außerdem können wir allerlei Zutaten einsammeln und diese an einem Feuer zu einer leckeren Mahlzeit zubereiten. Breath of the Wild hat sicher nicht das Patent auf diese Gameplayelemente, die Ähnlichkeiten lassen sich aber nicht von der Hand weisen. Blickt man ein wenig tiefer in das Gameplay von Genshin Impact, dann werden die Unterschiede klar deutlich. Da wäre erst einmal die Story, die niemanden vom Hocker reißen sollte, aber dennoch einige nette Momente zu bieten hat. Abseits dessen handelt es sich um eine typische JRPG-Fantasy-Erzählung inklusive seltsamen Dialogen und mit Paimon einem der nervigsten Sidekicks aller Zeiten (was genau genommen auch an Zelda erinnert, jedoch an einen älteren Titel, ihr wisst genau was ich meine). Vielmehr zeigt sich, was anderes mit der Welt veranstaltet wird, während wir sie erkunden. Sicher, in Breath of the Wild gibt es auch einiges zu tun, das meiste artet aber in der Suche nach Korok-Samen aus. Genshin Impact dreht den Regler diesbezüglich noch einmal richtig auf.

Genshin Impact

Das Fliegen mit dem Gleiter kommt euch relativ schnell sehr vertraut vor.

 

Muss nur mal kurz die Welt retten

Ohne dauernd einen Vergleich zu Breath of the Wild oder anderen Zelda-Spielen ziehen zu wollen, diese Situation kennen wir auch zu genüge aus Links Abenteuern: Wir haben die Aufgabe, die Welt zu retten, setzen unsere Reise fort und werden immer wieder von kleinen Aufgaben, Rätseln und Entdeckungen abseits des Weges abgelenkt. Genshin Impact ist ein Meister in diesem Aspekt, denn es gibt so unglaublich viel zu tun in der Welt Teyvat, in der ihr euch bewegt. Ihr führt verlorene Seelen zu ihrem Ruheort, sammelt leuchtende Objekte an abgelegenen Orten ein, schwebt durch eine Reihe von Windringen, löst Elementarrätsel, absolviert Kampfchallenges, findet versteckte Truhen, besiegt Roboter und Riesenwölfe und noch viel, viel mehr. Die Welt quillt nur so über von Aktivitäten und es fällt leicht, stundenlang in dieser Welt zu versinken. Nach einer Weile können die Aktivitäten jedoch etwas repetitiv werden, aber das ist so die Gefahr dieser Open World-Titel, die ihre Welt mit Aufgaben vollstopfen. Am deutlichsten werden die Unterschiede zu Breath of the Wild vor allem beim Kampfsystem. Zunächst einmal reist ihr nicht alleine durch die riesige Welt, sondern ihr habt immer eine Party von bis zu vier Animemädels und -jungs. Diese haben alle unterschiedliche Fähigkeiten und sind auch einem von sieben Elementen zugeordnet. Im Kampf lassen sich die Effekte unterschiedliche Elemente zudem miteinander kombinieren. Zündet ihr also erst einen Gegner mit Feuerkräften an, könnt ihr das Feuer mit Windattacken noch verstärken. Und mit Wasserangriffen durchnässte Gegner sind natürlich anfälliger gegen Elektroattacken. Jedes Element hat somit eine andere Wechselwirkung bei Angriffen mit anderen Partymitgliedern, die ihr im Kampf fließend wechseln könnt. So sind interessante Kombos möglich, jedoch muss man nicht zu groß nachdenken, denn die Kämpfe sind recht einfach. Erfahrungsberichte sagen zwar, dass besonders im Endgame die Schlachten herausfordernder werden sollen, zum normalen Durchspielen reicht jedoch ein durchschnittlicher Kampfskill.

Genshin Impact

Während der Kämpfe sind viele Kombinationen möglich.

 

Zahlen und Statistiken in Hülle und Fülle

Richtig komplex wird Genshin Impact mit seinen Rollenspielelementen. Sicher, eure Truppe levelt durch Kämpfe ein wenig auf, richtig leveln könnt ihr aber nur mit sammelbaren Büchern. Dazu gibt es eine Abenteuerstufe, die durch das Erkunden der Spielwelt ansteigt und nötig ist, um bestimmte Ereignisse freizuschalten und seltene Items aus der Abenteurergilde freizuschalten. Die sind vor allem zum Aufwerten eurer Items notwendig. Waffen und Artefakte lassen sich nämlich auch leveln, indem ihr ältere Waffen und Gegenstände verwendet. Dann könnt ihr sie noch verfeinern, wenn ihr ein weiteres Exemplar der exakt gleichen Waffe besitzt. Auf höheren Leveln braucht ihr dann die eben erwähnten seltenen Items. Außerdem gibt es noch einen Weltrang, Freundschaftslevel, passive Skills eurer Partymitglieder, die eben erwähnten Artefakte, die auch noch Auswirkungen auf eure Charakterwerte haben und symbiotische Nebeneffekte, wenn ihr mehrere Charaktere mit bestimmten Elementen in eurer Gruppe habt. Na, seid ihr schon verwirrt? Kein Wunder, das Ganze wirkt manchmal etwas überladen und kann schon überfordernd sein, wenn man sich nicht mit der Komplexität eines JRPGs auskennt. Insofern muss man sich da schon wirklich reinfuchsen, wenn man seine Gruppen effektiv skillen möchte. Motivierend ist das alles jedoch allemal, denn für jede noch so kleine Nebenaufgabe gibt es Belohnungen, die irgendetwas mit dem Skillsystem, seien es Waffen oder Charaktere, zu tun haben. Noch nicht erwähnt haben wir allerdings einen Aspekt des Spiels, der in diese Skillangelegenheit auch noch mit reinspielt und sehr umstritten ist.

Genshin Impact

Das Gacha-System gehört zwar zum Spiel, ist aber wirklich nicht erforderlich.

 

Gacha – Fluch oder Segen?

Genshin Impact ist ein Free to Play-Spiel. Diese Tatsache alleine mag schon viele Spieler abschrecken, denn solche Titel schrecken selten davor zurück, den Spieler quasi zu zwingen, Geld in diverse Microtransactions zu investieren. Dies ist hier jedoch anders, das Spiel gibt euch genug Möglichkeiten, Charaktere für eure Truppe zu erhalten. Zudem ist es kein Multiplayerspiel, bei dem man sich durch das Ausgeben von Geld einen Vorteil verschaffen könnte. Doch irgendwie muss das Geld ja reinkommen und somit setzt man hier auf ein Gacha-System. Gachapons sind beliebte Automaten in Japan, wo man kleine Kapseln mit Spielfiguren bekommen kann, natürlich komplett zufällig. In Genshin Impact heißt dieses Element Gebete und um diese Gebete auszuführen, braucht man ein Item namens Verwobenes Schicksal oder Vorbestimmtes Schicksal. Diese Items könnt ihr mit einer Ingamewährung namens Urgestein erworben werden. Dieses könnt ihr im Spiel ergrinden oder gegen Echtgeld kaufen. Naja, mit dem Geld kauft ihr eine weitere Ingamewährung namens Schöpfungskristalle, die gegen das Urgestein eingetauscht werden, die ihr wiederum für die Schicksale eintauscht. Mit diesem System kann schon mal schnell untergehen, wie viel Geld man jetzt ausgeben muss, um für seinen Lieblingscharakter zu würfeln. Hier kommt die etwas fragwürdige Lootbox-Mechanik ins Spiel. Wenn ihr einen wirklich seltenen Charakter wollt, dann habt ihr eine 0,6 % Chance, einen 5 Sterne-Charakter zu ziehen. Alle 90 Ziehungen ist euch einer garantiert, ihr wisst aber natürlich nicht, welcher. Und so kann man schon eine ganze Menge Geld verballern, bis man erste Erfolge verzeichnet. Besonders knifflig wird es, wenn man das Sternbild eines Charakters aufleveln will. Hier braucht man nämlich weitere Exemplare dieser Figur, also heißt es weiter Gebete kaufen. Etwas unübersichtlich und nicht klar erklärt ist dieses System zwar schon, aber es macht nichts, was euch aufgezwungen wird. Wie gesagt, wenn ihr nicht gerade auf der Suche nach einem bestimmten Charakter seid, müsst ihr keinen Cent für dieses Spiel ausgeben. Klar, einen Charakter zu 100 % aufzuleveln heißt, seine Figur insgesamt sechsmal zu ziehen und da stehen die Chancen eher schlecht, dass euch das ohne Zahlungen gelingt, Selbst mit Geldkäufen ist die Chance minimal, notwendig zum Durchspielen von Genshin Impact ist das allerdings nicht.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild [Nintendo Switch]
  • Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Genre: Aktion
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Version: Standard
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

 

Positiv:

Das Spiel ist komplett kostenlos durchspielbar
Eine riesige, prall gefüllte Spielwelt zum Erkunden
Interessantes Kampfsystem mit verschiedenen Elementarkombinationen
Wunderhübsche Anime-Optik

Negativ:

Gacha ist und bleibt Gacha mit all seinen Macken
Es könnten etwas repetitiv werden, besonders gegen Ende hin
Viele Zahlen und Statistiken sind etwas unübersichtlich und können überfordern
  • Genshin Impact
    “Genshin Impact ist ein toller Mix aus Open World RPG und JRPG und das völlig kostenlos. Dies alleine sollte reichen, dass man sich das Spiel zumindest mal anschauen könnte, kostet ja schließlich nix. Man kann zu den Plagiatsvorwürfen stehen, wie man will, aber ich sage da: Besser gut kopiert als schlecht neu gemacht. Die Unterschiede sind deutlich, die Kämpfe machen eine Menge Spaß und die Erkundung der Welt ist eine wahre Freude. Sicher ist vielen das Gacha-System ein Dorn im Auge und ich bin auch nicht der größte Fan davon, aber dieser Aspekt des Spiels kann bedenkenlos ignorieren. Man kann dem Entwickler miHoYo schließlich auch keinen Vorwurf machen, dass sie an ihrem Spiel etwas verdienen wollen, wenn sie es euch schon schenken. Zudem sollen eine Menge Updates wie neue Spielwelten, Stories und Charaktere hinzugefügt werden.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Jeder, der auch nur im Geringsten etwas mit Rollenspielen jeglicher Art anfangen kann, sollte einen Blick auf dieses Spiel werfen, ausprobieren kostet ja nix. Anime- und Breath of the Wild-Fans gleichermaßen werden zu 100 % zufrieden gestellt. Passt aber auf, wenn ihr suchtanfällig auf Gacha-Systeme und Lootboxen seid.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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