Freedom Wars – Der AAA-Hoffnungstitel von Sony im Test

Sony gibt der Vita-Gemeinde endlich neues Triple-A Futter. Freedom Wars hat bereits im Vorfeld viel Aufmerksamkeit bei Gamern verursacht, da es bekanntes Gameplay á la Monster Hunter mit einigen kreativen Zusätzen bieten soll. In Japan feierte es sogar bereits große Erfolge und ist eines der erfolgreichsten PS Vita Games überhaupt. Ob Sony mit diesem Titel wirklich ein großartiges Spiel zu bieten hat, verrate ich euch jetzt in meiner Review.

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Das Spiel glänzt mit tollem Charakterdesign.

 

Du bist ein Sünder

Wir befinden uns in ferner Zukunft im Jahr 102014 und die Menschheit hat so gut wie alle Ressourcen des Planeten verbraucht. Um die wenigen verbliebenen Ressourcen wird daher erbittert gekämpft. Die Welt ist dabei in Großstadtbezirke, sogenannte Panoptiken, unterteilt. In diesen leben die Sünder, Inhaftierte, welche ihre Strafe abarbeiten müssen. Doch etwas ist anders in dieser Welt. Denn hier ist auch ein Mensch nur Material und ein potenzieller Konsument wertvoller Ressourcen. Das ist Grund genug euch eines Verbrechens gegen die Allgemeinheit strafbar zu machen. Eure Strafe fällt dementsprechend aus: 1 Million Jahre. Nein, das ist kein Schreibfehler. Die einzige Möglichkeit diese Strafe abzubauen ist, Missionen anzunehmen, Menschen zu retten oder Rohstoffe zu sammeln und der Gemeinschaft zu spenden. So könnt ihr eurem Panoptikum zu Wohlstand verhelfen. In den Kampfeinsätzen stellt ihr euch den Sündern der anderen Panoptiken und versucht diese auszuschalten, sowie diese um wertvolle Rohstoffe zu erleichtern. Oft müsst ihr allerdings Unschuldige aus den Klauen sogenannter Entführer befreien. Entführer sind haushohe Roboter, die umherlaufende Menschen gefangen nehmen. Es gilt also, die Entführer zu besiegen, um die Gefangenen aus deren Inneren zu befreien und sie anschließen mit Transportkapseln in Sicherheit zu bringen. Ihr beginnt das Spiel mit einem Helden mit Namen eurer Wahl, der durch den Angriff eines Entführers sein Gedächtnis verloren hat. Als ihr erwacht, findet ihr euch in einer Dimension zwischen Leben und Tod wieder und werdet von Aries M begrüßt. Aries ist eine mysteriöse junge Dame. Sie erzählt euch, dass ein großes Ereignis bevorsteht und dass ihr eine Veränderung einleiten werdet. Kaum in der Realität zurück, müsst ihr euch den ersten Feinden stellen. Habt ihr diese beseitigt, erwartet euch jedoch nicht die Art von Belohnung, die ihr euch vorgestellt habt. Da euer Panoptikum viel in eure Ausbildung investiert hat, stellt euer Gedächtnisverlust eine strafbare Handlung dar. Die Konsequenz ist 1 Million Jahre Gefängnisstrafe, sowie Entzug aller Rechte. So seid ihr in der untersten Schicht der Gesellschaft gelandet. Euch bleibt daher nichts anderes übrig, als euch wieder in der Hierarchie eures Panoptikums hochzuarbeiten. Dabei lernt ihr viele Begleiter kennen und macht euch gemeinsam daran, eurem Dasein zu entkommen.

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Uwe ist nur einer von vielen Charakteren auf die ihr während des Spiels trefft.

 

Leicht zu lernen, schwer zu meistern.

Freedom Wars als komplexes Action Hunting RPG zu bezeichnen, wäre wohl eine kleine Untertreibung. Hier wird in allen Bereichen so viel geboten, dass man schon eine Weile braucht, um alles vollständig zu verstehen. Auch wenn euer Charakter keine Rechte haben mag, euch gewährt man umso mehr. Zu Beginn könnt ihr euren Charakter völlig frei erstellen und obwohl ihr dabei auf die zu dieser Zeit freigeschalteten Optionen beschränkt seid, ist die Fülle an Kombinationsmöglichkeiten sehr groß. Das Gleiche könnt ihr dann nochmals wiederholen, wenn es darum geht, euren Begleiter zu erstellen. Kleidung, Körperform und Größe, Haut- und Haarfarbe, um nur einige wenige Dinge zu nennen, die frei angepasst werden können. Ähnliche Freiheit habt ihr bei den Waffen. Ihr habt einerseits die Möglichkeit, mit euren erspielten Berechtigungspunkten beim Händler Waffen zu kaufen, könnt allerdings auch selbst neue herstellen. Um dies zu tun, benötigt ihr jedoch eine Waffenfabrik und Rohstoffe, die ihr hauptsächlich während der Missionen finden könnt. In eurem Menü steht euch eine begrenzte Anzahl an Grundstücken zur Verfügung. Hier könnt ihr Waffenfabriken bauen und dort neue Waffen in Auftrag geben oder Upgrades von vorhandenen Waffen. Weitere Gebäude, die ihr bauen könnt, sind die Munitionsfabrik und die Erste-Hilfe-Station. Die produzieren für euch die entsprechenden Ressourcen, welche ihr entweder selbst verwenden oder eurem Panoptikum spenden könnt. Jeder Auftrag kostet allerdings Zeit, diese lässt sich aber reduzieren. Die Menschen, die ihr aus den Fängen der Entführer retten müsst, sind klassische Bürger, deren spezielle Fähigkeiten sie davor bewahren im System der Sünder zu enden. Manche der Geretteten helfen euch während der regulären Story mit ihren Fähigkeiten. Andere hingegen stehen euch wie Ressourcen zur Verfügung, so kann ein Waffenspezialist die Herstellungszeit einer Waffe erheblich verkürzen. Das generelle Spielsystem orientiert sich dabei stark an Spielen wie Mister Hunter oder Soul Sacrifice. Ihr könnt zwischen den Standard-Missionen und Spezialaufträgen, die ihr gelegentlich erhaltet, wählen. Die Aufträge haben sowohl ein Zeit- als auch ein Scheitern-Limit. Während die Zeit zumindest in den Missionen am Anfang kaum ein Problem darstellt, kann euch die Begrenzung an fehlgeschlagenen Versuchen manchmal Probleme bereiten. Ist euer Kontingent an Versuchen für einen Auftrag verbraucht, so wird man euch mangelnde Einsatzbereitschaft unterstellen und eure Strafe verlängern. Euer primäres Missionsziel ist es also, die roboterhaften Entführer auseinander zunehmen und die gefangenen Bürger zu retten. Das wichtigste Hilfsmittel dabei ist der Dorn.

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Außerhalb von Missionen findet die meiste Interaktion zwischen euch und den anderen Sündern statt.

 

Der Dorn funktioniert im Prinzip wie Batman’s Enterhaken. Ihr könnt mit ihm sowohl schnell das Level durchqueren, als auch eure Gegner angreifen. Mit R1 feuert ihr den Dorn ab und habt danach mehrere Optionen zur Auswahl. Ihr könnt euch beispielsweise an die Wand hängen und von dort aus Feinde ins Visier nehmen. Habt ihr hingegen einen Entführer anvisiert, könnt ihr je nach Körperpartie und Zustand den Gegner fesseln, zu euch herunter ziehen oder euch auf ihn katapultieren, um ihn dann mit Nahkampfangriffen einzudecken. Neben dieser offensiven Variante des Dorns gibt es aber noch eine Heilvariante und eine Defensivversion. Eure Teammitglieder heilt ihr mit dem Heildorn, indem ihr diesen auf sie abfeuert. Die defensive Version des Dorns hingegen erzeugt eine Dornenhecke, hinter der eure Partner Schutz finden. Die große Besonderheit ist jedoch das Berechtigungssystem. Wie bereits Eingangs erwähnt, werden euch zu Beginn alle Rechte entzogen. Das bedeutet, ihr dürft nicht rennen und euch nicht hinlegen. Kurz gesagt; ihr habt gerade mal das Recht zu atmen. Durch bestandene Aufträge habt ihr nicht nur die Möglichkeit, im CODE Rang aufzusteigen, was einem Aufstieg in der Gesellschaft gleichkommt und neue Berechtigungen freischalten, sondern ihr verdient auch Berechtigungspunkte. Mit diesen könnt ihr entsprechend eures CODE-Rangs Rechte zurückkaufen. Die Rechte können dabei mehr Bewegungsfreiheit für euch bedeuten, oder mehr Freiheit bei der individuellen Anpassung eures Charakters bringen. Zu Beginn könnt ihr euch zum Beispiel das Recht, euch hinlegen zu dürfen erkaufen, oder auch mehr als fünf Sekunden außerhalb von Missionen rennen zu dürfen. Dieses System ist durch das gesamte Spiel hinweg Garant für jede Menge humoristische Situationen. Kommt ihr in einem Auftrag mal nicht weiter, könnt ihr euch einfach ein paar Freunde schnappen und die Mission zusammen im Multiplayer angehen. Besonders ist, dass, wenn ihr eine schwere Mission durch die Hilfe echter Spieler im Multiplayer besteht, ihr einen Freipass erhaltet der diese Mission für den Story Mode als bestanden markiert. Es bleibt also euch überlassen ob ihr alleine, oder mit Freunden und Spielern rund um die Welt das Abenteuer erleben wollt. Positiv zu bemerken ist, dass die Online Erfahrung zu jeder Zeit während der Testphase stabil lief.

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Was es mit dieser jungen Dame auf sich hat müsst ihr selbst ergründen.

 

Ein echter Augenschmaus

Oft wird behauptet, dass Spiele für die Vita keine gute Grafik hätten. Alle, die diese Meinung vertreten, sollten einen Blick auf Freedom Wars werfen. Sonys Entwicklern ist es gelungen einen grandiosen Anime-Look zu kreieren, der vor allem in Bewegung klasse aussieht. Das Design der Charaktere ist ebenso sehr gut gelungen, mit einem Mix aus japanischer Popkultur und Science-Fiction-Anleihen. Hier wirken sowohl Charakter, als auch das Weltdesign wie aus einem Guss. Das gesamte Spiel wird getragen von einem recht rockigen Soundtrack, der sehr gut die Aktion der Missionen unterstreicht. Die Sprachausgabe war für mich jedoch das Highlight. Denn diese wurde vollständig in japanischer Sprache belassen, was sehr gut zum Stil und der Atmosphäre des Spiels passt. Das gesamte Spiel verfügt jedoch über vollständig ins Deutsche übersetzte Untertitel, die sogar einen großen Teil des Humors bewahren.

Die Charakterdesigns können sich echt sehen lassen.

Die Charakterdesigns können sich echt sehen lassen.

 

Fazit:

Sony hat mit Freedom Wars bewiesen, dass auf dem Handheld AAA-Games möglich sind. Freedom Wars bedient sich bekannter Mechaniken und fügt neue Elemente hinzu. Das Endergebnis ist eines der besten Action Hunting RPGs auf dem Markt. Es bleibt die Hoffnung, dass man mehr solche Erfahrungen in Zukunft wieder auf der Vita finden wird. Für alle Vita-Besitzer ist Freedom Wars auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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