Firewatch – Test zum Feuerwehr Indie Hit

Seit der Ankündigung hat sich Firewatch zu einem der heiß erwarteten Spiele des Jahres gemausert. Schaut man sich die vielen Most Wanted Listen für dieses Jahr, dann wird man Firewatch auf vielen von diesen finden. Nun Anfang Februar erscheint das Indie Spiel vom Entwickler Campo Santo für Playstation 4 und PC. Für uns die perfekte Gelegenheit uns das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen. In unserem Test zu Firewatch erfahrt ihr nun, ob das Spiel die hohen Erwartungen einhält.

 

Willkommen in Wyoming

Das Leben von Hauptcharakter Henry ist nicht ganz so verlaufen, wie er es sich erwünscht hätte. Denn nachdem er die Liebe seines Lebens gefunden und sie geheiratet hat, zerstört ein Schicksalsschlag dieses perfekte Glück. Denn nach einigen Jahren erkrankt seine Frau an Alzheimer und stellt damit das Leben der beiden vollkommen auf den Kopf. Damit sie die beste Versorgung erhält, schickt Henry sie in ein betreutes Wohnheim. Mit dieser Entscheidung sind allerdings ihre Freunde und Verwandten nicht ganz einverstanden. Wodurch er sich mit diesen verstreitet. Eines Tages sieht Henry ein Stellenangebot für einen Sommerjob als Feuerwache in einem Nationalpark in Wyoming und nimmt diesen an. Abseits von all seinen persönlichen Problemen und dem alltäglichen Stress verbringt er einige Wochen in seinem Ausblicksstützpunkt. Seine Aufgaben als Feuerwache sind Ausschau halten nach Waldbränden und das Brände im Wald aktiv vermeiden. Dabei hilft ihm seine Vorgesetzte Delilah die ebenfalls in dem Park, an einem anderen Stützpunkt, stationiert ist. Über ein mobiles Radio kommunizieren beide täglich miteinander. Bereits am ersten Tag treten kleinere Probleme im Park auf. Denn kleinere Feuerwerksexplosionen zieren den Horizont von Henry’s Bereich. Schnell muss sich Henry auf die Suche nach dem Ursprung aufmachen und einen Waldbrand zu verhindern. An dem Ursprung des Feuerwerks angekommen, muss er feststellen, dass zwei Teenager sich ein Lagerfeuer errichtet haben und es sich mit Bier gemütlich gemacht haben. Zunächst fehlt allerdings jede Spur von den Teenagern. Henry nimmt daraufhin die Suche nach eben jenen auf. Schnell findet er eine Spur von Kleidungstücken wie T-Shirt, Hosen und Unterwäsche, die zu einem See führen. Schnell stellt er fest, dass die beiden Mädels eine gemütliche Runde im See schwimmen. Wie es sich für einen ordentlichen Waldhüter gehört, bekommen die beiden eine passende Ermahnung und ihre restlichen Feuerwerke konfisziert er auch gleich. Auf dem Heimweg zurück zu seinem Stützpunkt, nimmt Henry ein Umweg durch einen Canyon. Kurz bevor er bei seinem Heim angekommen ist, sieht er eine mysteriöse Person, die ihn mit einer Taschenlampe blendet und darauf so schnell verschwindet, wie sie aufgetaucht ist. Auch Delilah weiß nicht, wer dieser Fremder sein könnte, da Henry eigentlich der Einzigste im Park sein sollte. Zurück in seinem vorläufigen Heim angekommen stellt Henry fest, dass bei ihm eingebrochen und alles verwüstet wurde. Wer hat das getan? Der Fremde, die Teenager oder doch jemand komplett anderes? Diese und viele anderen Fragen werden in der rund fünf bis sechs langen Kampagne beantwortet. Ein Großteil der Geschichte wird über die zahlreichen Dialoge zwischen Henry und Delilah erzählt. Und diese Gespräche gehören zu den besten die man aktuell in einem Videospiel zu hören bekommt. Bei beiden Charakteren bekommt man im Laufe des Spiels nur die Stimmen zu hören. Doch das reicht vollkommen aus, denn allein durch die Gespräche bekommt man ein sympathisches Bild von beiden. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr von den Charakteren und beide wachsen einem dadurch immer mehr ans Herz.

Im Stützpunkt hält Henry Ausschau nach Waldbränden.

Im Stützpunkt hält Henry Ausschau nach Waldbränden.

 

Die Geschichte steht im Vordergrund

Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt auf der Story des Spiels. Das macht sich vor allem im Gameplay bemerkbar. Henry steuert man hierbei in First-Person Perspektive. Daher bewegt man ihn mit dem linken Stick und seine Sicht mit dem rechten. Zudem kann er auf Knopfdruck sprinten und die Karte des Parks aus seiner Tasche holen und betrachten. Dies ist besonders wichtig, da dies die einzige Möglichkeit ist sich im Spiel zu orientieren und zu dem Gebiet zu kommen, zu dem man will. Ein weiteres wichtiges Feature im Spiel ist das Radio. Da das Radio die einzige Möglichkeit ist, sich mit Deliliah zu verständigen, kommt das Radio auch dementsprechend häufig vor. Bei den Gesprächen hat man stets unterschiedliche Antwortmöglichkeiten, wodurch die Dialoge immer etwas anders verlaufen können. Zusätzlich kann man per Knopfdruck Seile an bestimmten Steinen befestigen und daran dann herunter oder wieder hinaufklettern. Aktuell ist VR ein großes Thema. Dafür bietet sich Firewatch gerade zu an. Allerdings ist es bisher noch nicht möglich, das Spiel mittels Oculus Rift zu spielen. Es ist aber nicht auszuschließen, das es später mittels Update mit der Rift oder Playstation VR möglich sein wird.

Bei einem Brand muss schnell gehandelt werden.

Bei einem Brand muss schnell gehandelt werden.

 

Hübsche Spielwelt

Aus technischer Sicht überzeugt das Spiel ebenfalls. Die offenen und frei begehbaren Wälder Wyomings sehen traumhaft schön aus. Die Entwickler verwendeten für das Spiel ein gewissen Artstyle, wodurch das Spiel zwar realistisch aber leicht comicartig wirkt. So besitzen die Bäume, Wiesen, Büsche etc. alle intensive Farbtöne was den Comiclook und die Atmosphäre unterstreicht. Wenn man eine halbe Stunde lang durch die Wälder und Berge Wyomings streift, wirkt alles melancholisch und vergänglich. Dieses Gefühl unterstreicht die wundervolle Musik auch bestens. Diese kommt allerdings ganz selten und nur an besonderen Stellen vor. Wodurch diese Stellen einem dann auch besonders in Erinnerung bleiben. In den langen Spaziergängen durch die Wälder fällt einem allerdings die leblose Spielwelt auf. Im ganzen Spiel trifft man auf keinerlei Tiere wie Rehe, Hirsche, Bären oder Vögel. Dies trübt ein wenig die ansonsten gelungene Atmosphäre. In unserer getesteten Fassung gab es nur eine englische Sprachausgabe und Texte. Daher sollte man schon fortgeschrittene Englischkenntnisse besitzen, wenn man Firewatch spielt. Da einem sonst die gelungenen Dialoge, die einen großen Anteil des Spielspaßes von Firewatch ausmachen, entgehen. Allerdings hat Entwickler Campo Santo bereits angekündigt, die Spiele in Deutschland entsprechend zu lokalisieren.

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Die Wälder von Wyoming laden zum Erkunden ein.

 

Fazit:

Es braucht nicht immer eine bombastisch inszenierte Kampagne um eine gelungene Geschichte zu kreieren. Dessen waren sich auch die Entwickler von Campo Santo bewusst. Denn die Entwickler haben dies bereits bei hochkarätigen Projekten wie The Walking Dead und Tales of Monkey Island mehrmals bewiesen. Auch Firewatch braucht sich vor diesen Projekten nicht zu verstecken. Denn die spannende und melancholische Geschichte punktet mit seinen sympathischen Charakteren und den gelungenen Dialogen. Gerade die Dialoge überzeugen auf ganzer Linie und gehören mit zu den besten, welche man in einem Videospiel bewundern kann. Wer schon Gefallen an Walking Simulationen wie The Vanshing of Ethan Carter oder Everbodys gone to the Rapture gefunden hat oder ein sympathisches ruhiges Spiel mit gut geschriebenen Dialogen sucht, macht mit diesem Spiel nichts falsch.

85

Good
  • Grandiose Dialoge
  • Spannende Story
  • Sympathische und interessante Charaktere
Bad
  • Nur englische Texte und Sprachausgabe
  • Kleinere Pop Ups
85
Kevin Kreisel
Written by
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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