Fire Emblem: Warriors – Test zum Hack’n’Slay Spiel im Fire Emblem-Universum

Normalerweise ist die Fire Emblem-Reihe für seine taktischen rundenbasierten Kämpfe bekannt geworden. Doch nun ereilte dem Franchise das gleiche Schicksal wie auch schon dem The Legend of Zelda Universum und so kam eine Kooperation mit der Dynasty Warriors-Reihe aus dem Hause Koei Tecmo zusammen. In Fire Emblem: Warriors geht es demnach nicht mehr so ruhig zu wie noch in den mobilen Ablegern, vielmehr müsst ihr euch hier durch Gegnermassen kloppen, um bestimmte Ziele zu erfüllen. In wieweit die Universen zusammenpassen und ob uns diese Fusion gefällt, erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Das tragische Schicksal der blonden Zwillinge

In Fire Emblem: Warriors treffen zwar auch viele Charaktere aus altbekannten Spielen zusammen, allerdings wurden extra für den Switch-Titel zwei neue Hauptfiguren eingeführt. Das Zwillingspärchen Rowan und Lianna wird in Zukunft das Königreich Aytolis regieren. Doch dunkle Mächte trachten nach dem Königreich und so liegt es an euch, den Chaosdrachen mit dem legendären Flammenschild zu stoppen. Dabei könnt ihr die Geschichte in diversen Kapiteln mit einstellbarem Schwierigkeitsgrad erleben. Doch die eigentliche Story wird nicht in den Schlachten erzählt, sondern in wunderschön animierten Zwischensequenzen, die das Geschehen vorantreiben. Zwischendurch erwarten euch zudem voll vertonte Dialoge, allerdings dürft ihr hier auf kein Meisterwerk des Geschichtenerzählens hoffen. Denn Twists im Plot sind schon im frühen Stadium vorhersehbar und die Kämpfe bestehen meistens nur aus dem Zusammentreffen unterschiedlicher Charaktere aus dem Fire Emblem Universum, die sich aus unterschiedlichen Gründen gegenseitig auf die Mütze hauen wollen. Irgendwie hat uns da besonders im Mittelteil der Geschichte der rote Faden gefehlt. Doch obwohl die Story etwas flach daherkommt, sind besonders die unterschiedlichen Charaktere in Szene gesetzt. Jeder Fire Emblem Krieger, der im Spiel auftaucht, bekommt seinen besonderen Auftritt und kann danach in den Schlachten gespielt werden. Dabei kommt ihr auf über 20 spielbare Charaktere, bei denen die Qual der Wahl schwerfällt. Doch leider wurde der Fokus besonders auf die aktuelleren Teile der Reihe gesetzt. Denn während aus Fire Emblem: Fates fast alle wichtigen Charaktere auftauchen und Fire Emblem: Awakening ebenfalls stark vertreten ist, schauen ältere Teile des Franchises in die Röhre. Hier hätte man eine ausgewogene Wahl an Charakteren treffen können, damit auch eingefleischte Fans der Reihe ihre Lieblinge spielen können.

Anna taucht ab und an mit ihrem Plötzlichda-Laden auf.

 

Auf in die Schlacht

Das Grundprinzip von Fire Emblem: Warriors wurde aus Hyrule Warriors übernommen. Mit Y führt ihr einen leichten Angriff aus, während ihr in Kombination mit X diverse Kombos entfesseln könnt. Mit B weicht ihr gegnerischen Attacken aus und mit A löst ihr bei gefüllter Spezialanzeige einen starken Spezialangriff aus. Die Steuerung klappt auf dem Schlachtfeld wunderbar und der Charakter führt seine Angriffe so geschmeidig aus, dass man sich wie Butter durch die Gegnermassen bewegt. Doch die vielen Horden beinhalten nicht nur kleine Gegner, sondern werden meist von größeren Anführern begleitet, bei denen man sich eher die Zähne ausbeißt. Diese lassen, nachdem sie besiegt wurden, wertvolle Materialien fallen, mit denen ihr eure Charaktere aufwerten könnt. Während einer Mission verfolgt ihr ein bestimmtes Hauptziel, doch immer wieder ploppen diverse Nebenquests auf, die ihr ebenfalls für eine bessere Belohnung absolvieren könnt. Dabei solltet ihr allerdings die Bedingungen für eine Niederlage im Blick haben, denn sterben eure Charaktere oder nimmt der Gegner eure Hauptbasis ein, ist die Schlacht vorbei. Eine Karte, die in der Ecke des Bildschirms angezeigt wird, soll dabei für Übersicht sorgen. Gegner sind entweder in rot oder gelb dargestellt, während eure Verbündeten in blau oder grün dargestellt sind. Allerdings verliert man auf der Minimap schnell den Überblick und muss oft ins Hauptmenü wechseln, da die Karte oft meist viel zu klein ist, um darauf zu erkennen, wo sich gerade starke Gegner aufhalten oder welche Festung als Nächstes eingenommen werden soll. Gerade im Split-Screen Modus mit einem zweiten Spieler wird die Karte so klein, dass man auf dieser nichts mehr erkennt. Ein weiteres Manko ist, dass Gegner oft langsam laden und es eine Zeit dauert, bis sie vor einem auftauchen. So ist es mir das eine oder andere Mal passiert, dass ich an wichtigen Gegnern vorbeigerannt bin, weil ich nicht bemerkt habe, dass diese nachgeladen haben. Zudem werden Informationen über den Status der Schlacht in der Mitte angezeigt. Leider werden diese in der Hitze des Gefechts oft überlesen. Zudem sind sie oft verzögert, sodass sie gar nicht mehr den aktuellen Stand beinhalten. Ist Charakter XY in Gefahr, so braucht das Spiel seine Zeit, um realisieren, dass dieser schon von mir gerettet wurde. Auch Kommandanten in Festungen, die ich besiegt habe, werden erst viele Augenblicke später angezeigt. Um da die Übersicht zu behalten, empfiehlt es sich, oft in den Pause-Modus zu wechseln, bei dem ihr eine große Darstellung des Schlachtfeldes ansehen könnt und eure Gegner genau lokalisieren könnt. Dabei könnt ihr auch Charaktere befehligen und in bestimmte Gebiete vorstoßen lassen.

Gerade im Splitscreen ist die Karte oft zu klein.

 

Viele Parallelen zu den Fire Emblem-Spielen

Doch im Gegensatz zu Hyrule Warriors hat Fire Emblem: Warriors seinen ganz persönlichen Touch bekommen. Das markanteste Merkmal der Fire Emblem-Reihe ist das Waffendreieck. Durch dieses haben bestimmte Waffen einen Vorteil gegenüber anderen Waffentypen, was euch im Spiel mit Pfeilen nach oben oder nach unten über Gegnern symbolisiert wird. Die einzelnen Waffengattungen wurden ebenfalls aus dem Spiel übernommen, sodass ihr Axtkämpfer nur mit Äxten und Heiler nur mit Stäben ausstatten könnt. Die Waffen sind zudem noch durch die Anzahl der Sterne, den Rang und die Fähigkeit (z.B. Gut gegen gepanzerte Einheiten) kategorisiert. Erweckt ihr in einer Schlacht mit R euren Charakter, wird dieser nicht nur stärker, sondern Nachteile im Waffendreieck werden zudem aufgehoben. Des Weiteren könnt ihr Charaktere in Schlachten miteinander kombinieren. Kämpfen diese Seite an Seite, steigt ihr Beziehungsstatus und ihr erhaltet besondere Items zum Steigern der Fähigkeiten der Charaktere. Denn im Fibelmarkt könnt ihr gewonnene Materialien und Items gegen eine stärkere Verteidigung, mehr Kombos, besondere Fähigkeiten und vieles mehr eintauschen. Eure Charaktere können zudem im Level aufsteigen und erhöhen somit ihre Statuswerte. Allerdings gibt es während der Schlacht oft Anzeigefehler beim Lvl Up und die Anzeige stört den Spielfluss immens, sodass wir diese Funktion in den Optionen ausgestellt haben. In den Schlachten könnt ihr zudem Meistersiegel erhalten. Fans aus der Fire Emblem-Reihe dürften diese bekannt vorkommen, denn mit den Siegeln könnt ihr die Klasse eures Charakters wechseln. In Fire Emblem: Warriors stehen leider nicht mehrere Klassen zur Auswahl, euer Charakter wird automatisch in eine höhere Klasse gehoben. Allerdings steigen dann seine Statuswerte immens an, sodass ihr in späteren Schlachten einen deutlichen Vorteil haben solltet. Der Boost ist allerdings erst ab einem Level von 15 möglich, welches ist aber schnell erreicht, auch ohne Geld in Training zu investieren. Die Skultullas aus Hyrule Warriors wurden durch Annas Plötzlichda-Laden ersetzt, welcher meist erscheint, wenn ihr 1000 Gegner auf dem Schlachtfeld geplättet habt. Erreicht ihr den Laden, erhaltet ihr ein Stück aus einem Bild, Annas Andenken genannt. Diese fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen und sind ein nettes Gimmick, um noch mehr Zeit in einer Schlacht zu verbringen als nötig.

 

Positiv:

Viele spielbare Charaktere aus unterschiedlichen Fire Emblem-Teilen
Wunderschön animierte Zwischensequenzen und voll vertonte Dialoge
Viele Elemente aus den Hauptteilen der Reihe übernommen
Lokal mit einem Freund spielbar

Negativ:

Flache Story, die mehr Mittel zum Zweck ist
Gelegentliche Framerate Drops und nachladende Gegner
Karte unübersichtlich und viel zu klein
  • Fire Emblem: Warriors – Test zum Hack’n’Slay Spiel im Fire Emblem-Universum
    “Fire Emblem:Warriors bietet taktische Kämpfe, die vor allem mit einem Freund auf der Couch eine Menge Spaß bereiten. Allerdings verliert man gerade im Split-Screen oft die Übersicht, sodass der Pause-Modus zur absoluten Pflicht wird. Auch die Bildrate ist oft nicht stabil, doch die wunderschönen Cutszenen gleich dies wieder aus. Wer allerdings eine packende Story mit unerwarteten Wendungen in der Geschichte erwartet, dürfte hier enttäuscht werden. Doch Freunde der Fire Emblem-Reihe kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, da das Spiel viele Elemente aus den Hauptteilen der Reihe beinhaltet und viele aktuelle Charaktere gespielt werden können, die sich zudem alle unterschiedlich spielen lassen durch die diversen Fähigkeiten und Waffen. Wer also Bock hat, Gegner sinnlos zu plätten, sollte hier voll und ganz auf seine Kosten kommen.”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Ab in die Sammlung?

Fans der Fire Emblem-Reihe können hier beruhigt zugreifen, allerdings dürfen sie keine so packende Geschichte erwarten, wie es in den Teilen der Hauptreihe der Fall ist.

Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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