Fire Emblem: Three Houses – Test zum Spagat zwischen Lehrer und Schlachtenführer

Fire Emblem: Three Houses

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Fire Emblem: Three Houses - [Nintendo Switch]
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Genre: Abenteuer, Rollenspiel
  • Version: Standard
  • Herausgeber: Nintendo

Releasedatum: 26. Juli 2019

Genre: RPG, Strategie

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Nintendo

Plattformen: Nintendo Switch

Die Fire-Emblem-Reihe kann auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken. Der mittlerweile 16. Teil der Reihe ist zugleich der erste auf Nintendos Hybridkonsole und schlägt nicht nur hierbei neue Wege ein. Denn in Fire Emblem: Three Houses liegt der Fokus nicht wie bislang auf dem Austragen von Schlachten, sondern auf dem Management eurer euch zur freien Verfügung stehenden Zeit. Ob Taktik-Fanatiker mit diesem Bruch zurechtkommen? Das erfahrt ihr ihm folgenden Test!

 

Drei Königreiche vereinen sich

Natürlich ist wie in jedem bisherigen Teil die Story eines der Kernelemente eines jeden Fire Emblem. In Fire Emblem: Three Houses begebt ihr euch auf den Kontinent Fódlan, welches aus drei rivalisierenden Nationen besteht. Im Norden findet sich das Heilige Königreich Faerghus, im Osten die Allianz von Leicester und im restlichen Teil des Kontinents erstreckt sich das Adrestianische Kaiserreich. Am Dreiländereck findet sich auf neutralem Gebiet das Kloster Garreg Mach, das sich in fester Hand der Kirche von Seiros befindet. Das Kloster bildet mit der hauseigenen Militärakademie tapfere Streiter aus, die ebenso wie die drei Nationen in drei Häuser eingeteilt ist, in denen Studenten der passenden Nationen untergebracht werden. Die Schwarzen Adler von Adrestia werden von Edelgard angeführt, die Blauen Löwen aus Faerghus haben Dimitri als Anführer und der charmante Claude führt die Goldenen Hirsche aus Leicester an. Nach einigen Erlebnissen nehmen wir als Protagonist Byleth den Posten eines Professors in ebenjenem Kloster an und müssen und zu Beginn der Geschichte entscheiden, welches der drei Häuser wir anführen möchten. Dies ist die wichtigste Entscheidung des Spiels und beeinflusst unter anderem die weitere Handlung und die zur Verfügung stehenden Schüler, die wir in die Kämpfe schicken können. Somit ist es lohnenswert, alle drei Häuser einmal gespielt zu haben, womit wir auf einen Brocken an Spielzeit von etwa 120 Stunden kommen. Ein Mammutspiel, das seinesgleichen sucht.

Mein Herz schlägt für Edelgard.

 

Einen Tee, Mylady?

Der Ablauf des Spiels lässt sich anhand eines Kalenders ablesen. Zu jedem Start in eine neue Woche setzt ihr die Unterrichtsziele für eure Studenten fest und unterrichtet diese. Die Ziele bestimmten dabei, welche Waffenfähigkeiten eure Studenten erlernen und zu welchen Kampfklassen sie sich entwickeln können. Dies kennt man bereits aus vielen vorherigen Teilen der Fire-Emblem-Reihe, so sind die einzelnen Ränge von E bis S aufsteigend geordnet. Ein Examen zum Pegasusritter kann beispielsweise nur bestanden werden, wenn sich die Lanzen- und Flugfähigkeit eines Studenten mindestens auf dem Rang C befindet. Es ist nicht in Stein gemeißelt, welcher Charakter, welche Klasse erlernen soll, denn notfalls können auch andere interessante Fähigkeiten geschult werden, um einen Dieb beispielsweise zum Priester umzuschulen. Wie gut die Schüler ihre Fähigkeiten verstärken, hängt von deren Motivation ab. Denn am Wochenende einer jeden Woche obliegt es an euch, ob ihr einzelne Schüler unterrichtet, euch in einen Kampf begebt oder das Kloster erkundet. Entscheidet ihr euch für Letzteres, könnt ihr mit ausgewählten Studenten kochen, singen oder diese beschenken, um deren Motivation im kommenden Unterricht zu steigern. An Geburtstagen könnt ihr sogar Geschenke verteilen oder eine gemütliche Teestunde halten.

Als strenger Lehrer müssen die Studenten ordentlich pauken.

 

Organisation ist alles

Was für eine Option ihr am Ende einer Woche wählt, obliegt ganz bei euch, doch die Entscheidung will gut überdacht sein. Das Zeitmanagementsystem könnte vielen bereits aus Spielen wie Persona bekannt vorkommen und eben wie in jenem Spiel ist es euch möglich via Online-Funktion einzusehen, was andere Spieler an bestimmten Wochentagen so getrieben haben. Die Erkundung des Klosters bietet beispielsweise nicht nur die Gelegenheit, eure Studenten zu motivieren, ihr könnt auch gärtnern, angeln oder Nebenquests erledigen, um an seltene Items zu gelangen. Auf dem Markt könnt ihr euch mit neuen Waffen eindecken oder alte unbrauchbare Items verkaufen. Ab und zu bleibt euch aber keine Wahl, was für eine Option ihr wählt. Denn zu Beginn eines Monats warten neue Quests im Kloster, die der Start einer Questreihe für die Hauptstory sind oder die euch näherbringen, in genau einem Monat eine räuberische Bande vertrieben zu haben, wofür ihr euch zum Ende einer Woche für den Kampf entscheiden müsst. Das Zeitmanagement ist für die Fire-Emblem-Reihe eine erfrischende Neuerung und sollte ebenfalls die Taktikfüchse ansprechen, die sich für die Schlachten interessieren, da hier ebenso Geschick und Feingefühl für die richtigen Optionen gefragt ist.

Jeder Charakter entwickelt mit der Zeit seine eigene Klasse.

 

Alles beim Alten

Der Kampf auf dem Schlachtfeld hat sich nicht großartig verändert. Die Karte ist in Kästchen eingeteilt, je nach Klasse eures Studenten könnt ihr euch eine begrenzte Anzahl an Kästchen fortbewegen. Zuerst zieht ihr mit euren Studenten, dann zieht der Gegner. Kommt ihr einem Gegner zu nahe, so beginnt ein Kampf. Einige Klassen haben Vorteile gegenüber anderen, so vernichten Bogenschützen beispielsweise einen Pegasusritter innerhalb kürzester Zeit. Bogenschützen und Magier können zudem aus einer entfernteren Distanz aus angreifen, um nicht mit Schwert, Axt oder Lanze getroffen zu werden. Wessen Lebenspunkte zuerst auf 0 sinken, der verabschiedet sich aus dem Spiel. Wenn ihr zu Beginn von Fire Emblem: Three Houses den klassischen Modus ausgewählt haben, dann verabschieden sich eure Studenten nach ihrem Ableben sogar für immer. So sollte jeder Zug gut bedacht sein, um sich ja keinen Fehltritt zu leisten. Ach, aber wie gut, dass wir in uns ein merkwürdiges Mädchen tragen, dass die Zeit zurückdrehen kann! Richtig gehört! In Fire Emblem: Three Houses ist es euch nämlich möglich, einige Runden in der Zeit zurückzuspringen, um dumme Fehler auszumerzen. Ein ebenfalls neues Feature sind zudem die Bataillone, die jedem eurer Studenten zugewiesen werden können. Manche rushen über eure Feinde hinweg, während andere nette Boni wie mehr Bewegungsfreiheit auf dem Brett bieten. Das Terrain ist ebenfalls entscheidend über Sieg oder Niederlage, denn in Wäldern sinkt beispielsweise die gegnerische Trefferquote, während auf Lavafeldern die LP allmählich sinken. Die Auswahl und das Design der Karten sind wie gewohnt sehr abwechslungsreich und hält viele Überraschungen offen. Ein Kritikpunkt ist allerdings, dass sich die Karten der Nebenmissionen ständig wiederholen. Nach der dritten Quest auf der immer gleichen Karte, wird es allmählich öde, seine Studenten in den Kampf zu schicken. Da bleibe ich doch lieber bei einer Tasse Tee.

Die blauen Felder zeigen eure möglichen Bewegungen an.

 

Der Sprung auf den Fernseher

Die wohl größte Neuerung von Fire Emblem: Three Houses ist jedoch der Sprung aus der Hand auf den Bildschirm. Denn bisher konnte man die Schlachten nur auf einem kleinen Bildschirm des Game Boys oder Ähnlichem genießen. Nun könnt ihr die Switch wie gewohnt in die Docking Station stecken und eure Studenten in voller Montur genießen. Im Handheldmodus spielt sich Fire Emblem: Three Houses wie gewohnt. Doch mit dem Sprung auf den Fernseher wirkt das Spiel direkt anders. Die Kämpfe in den Schlachten wirken cineastischer und die Dialoge nicht mehr so belanglos wie auf der Switch an sich. Doch die wohl größte Umstellung liegt in der Steuerung. Ich habe im TV-Modus mit dem Pro-Controller gespielt und muss sagen, dass das eine starke Umgewöhnung ist im Vergleich zum Joy-Con. Mit dem Joystick lässt sich das Spielgeschehen fast gar nicht steuern, da der Stick zu schwammige Eingaben macht. Mit dem Steuerkreuz sieht es da schon besser aus, doch an die neue Haltung der Hände musste ich mich erst gewöhnen. Am Ende des Tages zog ich hier doch den Handheldmodus vor, auch wenn dieser nur kleine Schriften bei den Dialogen bietet. Eine Schriftgröße mehr hätte hier definitiv nicht geschadet.

Fire Emblem: Three Houses - [Nintendo Switch]
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Genre: Abenteuer, Rollenspiel
  • Version: Standard
  • Herausgeber: Nintendo

 

Positiv:

Immense Spielzeit durch die drei verschiedenen Häuser
Unterschiedliche Charaktere mit eigenen Stärken und Schwächen
Zeitmanagement-System bringt neue Frische in die traditionsbewusste Reihe
Geniale Geschichte mit diversen unvorhersehbaren Twists
Neue Features peppen die Schlachten auf

Negativ:

Steuerung mit Pro-Controller gewöhnungsbedürftig
Texte im Handheldmodus zu klein
  • Fire Emblem: Three Houses – Test zum Spagat zwischen Lehrer und Schlachtenführer
    “Fire Emblem: Three Houses bringt einen gewaltigen Bruch in die Reihe. Aus taktischen Gefechten wird ein Managen aus Teestunden, Unterrichtsstunden und Kämpfen. Doch dieses neue Feature schadet der Reihe überhaupt nicht und verbindet sich sogar ganz gut mit der großen Hauptgeschichte. Wie gewohnt kommt eine immens hohe Spielzeit hinzu, der Wiederspielwert ist durch die drei verschiedenen Durchläufe definitiv gegeben. Wer bislang einen großen Bogen um die Fire-Emblem-Reihe gemacht hat, aber Spiele wie Persona genossen hat, der sollte einen Blick auf Fire Emblem: Three Houses werfen. Alle Fans der Reihe können, ohne zu zögern, beruhigt zugreifen.”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Auf in die Schlacht?

Alte Veteranen sowie Neulinge sollten sich Fire Emblem: Three Houses nicht entgehen lassen.

Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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