Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered – Test zum fantastischen Spinoff

Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 27. August 2020

Genre: Action, RPG

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Square Enix

Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation 4, iOS, Android

Wer an Final Fantasy denkt, der denkt vor allem an eines – ein traditionelles, klassiches Rollenspiel, in welchem diverse Beschwörungen im Kampf zur Unterstützung herbeieilen, ausgeklügelte Skilltrees verschiedener Charaktere ausprobiert werden wollen und eine große, böse Bedrohung den Weltfrieden stört. Ganz anders ist dabei das Action-Rollenspiel Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered, denn wie schon in unserem Special beschrieben, kann das Spinoff kaum Gemeinsamkeiten mit dem großen Bruder aufweisen. Doch wie uns die Remastered-Version im Endeffekt gefallen hat, das verraten wir euch im folgenden Test.

 

Eine Bedrohung gibt es dennoch

Gut, zugegeben, auch in Crystal Chronicles ist die Welt vom Untergang bedroht und das vielleicht eher als in anderen Teilen der Reihe. Als Kristallkarawane, eine Gruppe von maximal vier Abenteurern, seid ihr ständig auf der Suche nach dem Tau der Myrrhe. Dabei handelt es sich um eine seltene und wertvolle Flüssigkeit, die die Kristalle in den Dörfern reinigen und vor dem tödlichen Miasma bewahren. Bleibt eine Gruppe auf ihrer Suche erfolglos, so sind ganze Areale dem Unheil ausgeliefert.

Auch ihr müsst euch auf in die Welt machen, um euer selbst zu benennendes Dorf zu beschützen. Die Reise ist dabei in unterschiedliche Kapitel aufgeteilt, die als Jahre bezeichnet werden. Am Jahresende wird ein großes Fest im Dorf gefeiert, falls ihr es schafft euren Kelch mit dem seltenen Myrrhetau zu füllen. Der Ablauf ist dabei immer der gleiche: Ihr bewegt euch auf der Weltkarte, seht an Kreuzungen verschiedene Events, erkundet Dungeons, besiegt das Boss-Monster und füllt zur Belohnung randvoll euren Kelch. Im neuen Jahr stehen euch dann mehr Dungeons zur Verfügung, in denen ihr mehr und mehr Tau sammeln könnt. Der Kelch schützt aber nicht nur euer Dorf, sondern auch eure Figur in den einzelnen Dungeons – bleibt ihr im Kreis des Kelchs, so kann euch das Miasma rundherum nichts anhaben.

Die Texturen sind nicht besonders schön, aber erfüllen ihren Zweck.

 

Die Qual der Wahl

Jeder Spieler hat dabei seinen ganz eigenen Charakter, mit dem er losziehen kann. Insgesamt habt ihr die Auswahl zwischen vier verschiedenen Stämmen und dem männlichen bzw. weiblichen Geschlecht. Von diesen gibt es jeweils immer vier vorgefertigte Aussehen, die sich nur kosmetisch unterscheiden. Weniger kosmetisch ist hingegen die Wahl des Stammes. Als Clavat tragt ihr Schwert und Schild im Kampf und habt von Natur aus ausgewogene Statuswerte mit Tendenz zur Verteidigungskraft und Magie. Liltys hingegen sind die geborenen Kämpfer, die mit Lanze und Handschuhen in die Schlacht ziehen. Sie zeichnen sich durch ihre hohen Angriffs- und Verteidigungswerte aus. Als skurrile Wesen erweitern die Yukes die Stämme, die ihren Hammer nicht nur schwingen, sondern mit ihm durch den hohen Magiewert viel Zauberschaden ausrichten können. Mein Lieblingsstamm ist der der Selkies, die mit ihrer Keule den Gegnern eins über die Rübe ziehen. Sie sind besonders flink und agil. Zum Schluss dürft ihr eure Figur benennen und mit ihr losziehen.

Etwas weniger agil gestaltet sich allerdings das Kampfsystem von Crystal Chronicles. Ihr habt die Wahl zwischen einem Angriff, einem aufgeladenem Fokusangriff, Verteidigung und Magie. Mit den Schultertasten müsst ihr euch durch die verschiedenen Befehle und Zauber klicken, um im richtigen Moment die gewählte Aktion zu vollführen. Zauber müsst ihr allerdings in jedem Level erneut sammeln, diese könnt ihr nach dem Verlassen nicht behalten. Besonders die Zauber und der Fokusangriff brauchen einige Sekunden, bis ein kleiner Kreis erscheint, den ihr in Richtung Gegner bewegen müsst. Oft seid ihr so langsam mit dem Kreis, dass der Gegner gar nicht mehr an der Stelle steht, an der ihr euren Angriff gesetzt habt. Dies ist unter anderem beim Kombinieren von Zaubern äußerst nervig, da hier ein flotter Timer einsetzt, sobald ihr einen Zauber oder eine Fähigkeit mit weiteren kombinieren könntet. Auch der Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung dauert oft viel zu lange, sodass meist nur die Hau-Drauf-Taktik bleibt. Selbst mit den normalen Angriffen seid ihr manchmal so langsam, dass der Gegner euch davonrennt. Hier hätte ein etwas flinkeres, agiles Kampfsystem geholfen. Ich meine, wofür spiele ich denn einen Selkie?

Na, welche Rasse darf es sein?

 

Die Belohnung für eure Mühen

Die Dungeons sind zwar ziemlich schlauchig gestaltet, warten aber mit einigen Überraschungen auf. Überall gibt es Truhen mit seltenen Gegenständen oder versteckte Mogry-Höhlen, bei denen ihr Stempel sammeln könnt. Vom Design her sind die meisten Dungeons eher schlicht gehalten, thematisch haben sie aber durch ihre Einheitlichkeit einen hohen Wiedererkennungswert. Habt ihr euch durch die Monster geschlagen und gelangt an das Ende eines Dungeons, so könnt ihr nach dem Besiegen des Boss-Mobs zwischen mehreren Artefakten wählen, die dauerhaft eure Statuswerte erhöhen und so ziemlich das Einzige sind, was ihr aus dem Dungeon mitnehmen dürft.

Einige wirken sich auf Grundwerte wie Angriffsstärke, Verteidigung und Magie aus. Andere erhöhen die Zahl der Befehlsplätze oder die Anzahl der Herzen eines Charakters. Jeder Spieler ist nacheinander dran und sucht sich aus einer vorgefertigten Auswahl ein Artefakt seiner Wahl aus. Die Reihenfolge der Spieler wird durch den Erfolg vom Erledigen individueller Bonusaufgaben ausgemacht. Diese können beispielsweise Voraussetzungen wie „Gegenstände aufsammeln” oder „Gegner mit Zaubern besiegen“ sein.

Die Kämpfe laufen eher gemächlich ab.

 

Alles neu macht… die Remastered Version

In der ursprünglichen Game Boy Version war es noch möglich, über Linkkabel und eigene Game Boys im lokalen Multiplayer zu spielen. Dies gehört der Vergangenheit an, es ist nur noch möglich, online mit euren Freunden zu spielen. Allerdings gibt es hier einen fetten Pluspunkt, und der heißt Cross-Play zwischen allen Versionen des Spiels. Das heißt ihr könnt mit Switch-, PlayStation-4-, iOS- und Android-Nutzern gleichzeitig spielen! Nun ja, wenn der Online-Modus denn einwandfrei funktionieren würde… Oft hatte ich während meiner Spieleinheiten keinen Mitspieler gefunden oder konnte erst gar nicht in die Suche gehen, weil der Online-Modus „nicht verfügbar“ gewesen ist. Eine Minute später hingegen (Wahnsinn heißt, das gleiche mehrmals zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, oder wie war das noch gleich…?) ging der Online-Modus plötzlich wieder, obwohl sich nichts an meinem Online-Status verändert hatte.

Ein weiteres Problem stellte die Lite Edition dar, die es kostenlos für alle Systeme gibt. Mit dieser könnt ihr zwar nur einen Teil der Gelände der Hauptgeschichte spielen, sollte der Host allerdings im Besitz der Vollversion sein, so könnt ihr bis zu 13 Gelände absolvieren. In der Theorie. In der Praxis hingegen konnte mir in einer Lobby, die ich für Lite-Freunde von mir erstellt hatte, niemand beitreten. In der öffentlichen Suche hingegen wurde ich nach einigem Suchen schnell gefunden und meine Mitspieler konnten beitreten. Ihr solltet zudem beachten, dass nur der Spielfortschritt des Hosts gespeichert wird, ihr behaltet einzig und allein euer ausgewähltes Artefakt. Natürlich kann man auch alleine in die Schlacht ziehen, aber dafür sind die Dungeons einfach nicht gemacht. Bei Bossen müssen beispielsweise kleine Minigegner in Schach gehalten werden, was alleine nur sehr schwer machbar ist. Nach dem Hauptspiel erwarten den Spieler dann schwere Gelände, die es in der ursprünglichen Version nicht gab.

Nicht faulenzen, weiter machen!

 

Myrrhe sammelt sich nicht von alleine

Ebenfalls neu ist der Imitieren-Modus, mit dem ihr das Aussehen der Charaktere zu solchen von NPCs ändern könnt. Um diese Funktion zu verwenden, benötigt ihr Mem-Kristalle des entsprechenden Charakters, die man durch das Sammeln von Stempeln in Mogry-Häusern erhält. Doch nicht nur die Augen, auch die Ohren kriegen einige Neuerungen verpasst. Die NPCs warten nun mit einer vollständigen Sprachausgabe auf, zudem erwarten Spieler neue Aufnahmen der Songs „Sound of the Wind“ und „Starry Moonlit Night“ sowie Donna Burke und Yae als englische bzw. japanische Erzählerinnen. Des Weiteren gibt es neue Musik von Kumi Tanioka – dem Komponisten des Originalspiels.

Dadurch, dass der lokale Spielmodus ausfällt, wurde ein Quick Chat im Spiel integriert. Dort können Spieler miteinander kommunizieren. Allerdings hat es immer viel zu lange gedauert, bis ich mal den Satz raussuchen konnte, den ich in der passenden Situation verwenden wollte. Ich war also selbst für den „Quick“ Chat zu langsam und zack – war ich außerhalb des Kreises und konnte meinen Mitmenschen keine Nachrichten mitteilen. Schade. Darüber kann aber die neue Minimap in der oberen rechten Ecke des Bildschirms hinwegtrösten, denn die verwinkelten Dungeons ließen sich so noch schneller und leichter bewältigen als in der Ursprungsversion.

Positiv:

Die Remastered-Version hat seinen ursprünglichen Charme behalten
Viele Dungeons mit Bossgegnern, die ihre ganz eigene Taktik aufweisen
Cross-Play-Funktion bringt Spieler aller Plattformen zusammen
Viele Artefakte, Ausrüstungsgegenstände und sammelbare Items zum Ausstatten
Lite-Version erlaubt das kostenlose Zusammenspielen mit Besitzern der Vollversion

Negativ:

Die Online-Funktion lief nicht immer ganz reibungsfrei
Die Online-Funktion hat eine Ländersperre, sodass Europäer bspw. nicht mit Asiaten zusammen spielen können
Das träge Kampfsystem könnte durch schnellere Aktionen aufgepeppt werden
Kein wirklicher Spannungsbogen innerhalb der Geschichte
Kein Erlernen von neuen, stärkeren Fähigkeiten möglich
  • Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered – Test zum fantastischen Spinoff
    “Final Fantasy Crystal Chronicles ist mit der Zeit gegangen und hat wunderbare Features wie eine Cross-Play- oder die Lite-Version eingeführt. Allerdings könnte der immer gleiche Ablauf für viele Spieler schnell dröge und langweilig werden, da es keinen wirklichen Spannungsbogen innerhalb der Geschichte gibt. Ihr solltet euch bei diesem Spiel wirklich intensiv vorher damit beschäftigen, ob ihr es euch holen wollt oder nicht, da es doch sehr sehr speziell ist in allen Belangen. Aber hey – dafür gibt es ja die kostenlose Lite-Version! Alle Interessenten können also beruhigt einen Blick wagen und überlegen, sich die Vollversion des Spiels zuzulegen. Für mich hat der Titel wieder zahlreiche Erinnerungen aus der Kindheit rausgekramt, die ich nicht mehr missen möchte.”
    Jasmin Beverungen, Redakteurin

Ab in die Sammlung?

Testet es einfach. Ich meine, die ersten neun Dungeons sind kostenlos, also wieso nicht?

Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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