Fairy Fencer F Advent Dark Force – Test zum überarbeiteten PS3-JRPG

Compile Heart haben sich Fairy Fencer F vorgenommen und einer Überarbeitung unterzogen. Im Kern handelt es sich bei Advent Dark Force noch immer um das bekannte Fairy Fencer F aus dem Jahre 2014 für PS3. Das Kampfsystem wurde etwas überholt und etwas mehr Inhalt hinzugefügt. Ob die Änderungen es wert sind die PS4 Version einzuwerfen, verrate ich euch jetzt in meinem Test.

 

Ich bin müde und hab hunger

Mit der Überschrift habe ich im Grunde schon 90 % der Story zusammengefasst. Im Fokus steht Fang, der wahrscheinlich faulste Mensch in der Fairy Fencer Welt kennt eigentlich nur zwei Dinge. Schlafen und Essen bestimmen sein Leben und mehr möchte er auch nicht. Als er eines Tages halb verhungert (er hat wahrscheinlich ganze zwei Minuten nichts gegessen) in einer Stadt ankommt versucht er etwas Essbares zu besorgen. Ohne Geld ist das aber schwer und die Lage scheint aussichtslos. Ein Bewohner der Stadt weißt ihn auf ein Schwert hin, das in einem Stein steckt. Wer es herausziehen kann, dem soll das Schwert einen Wunsch gewähren. Einen lebenslangen Vorrat an Essen vor Augen zieht Fang, dass Schwert aus dem Stein. Puff. Plötzlich steht die kleine Fairy Eryn auf. Sie eröffnet Fang, dass er von diesem Moment ein Fencer ist. Ein Kämpfer, der mit Fairys verschmelzen und deren Kräfte nutzen kann. Er soll Eryn dabei helfen die restlichen über die Welt verstreuten Fairys zu finden, um eine alte Göttin wiederzubeleben. Fang will aber lieber wieder schlafen gehen und etwas zu Essen hat er ja auch nicht bekommen. Daher ist seine Motivation gleich null, als es heißt, er soll die Welt erkunden. Von da an verfolgt ihr die Reise der beiden und Fangs Suche nach einem Bett und einem Festmahl. Die zusätzlichen Inhalte, die man der Story spendiert hat, sind leider den Aufwand nicht wirklich wert. Vielmehr walzt man die sehr vorhersehbare Geschichte nur noch länger aus ohne diese dabei in einer Form, zu bereichern. Compile Heart dachten sich anscheinend mehr Figuren und ein Vielfaches an Dialogen, sind gleichbedeutend mit mehr Spielspaß. Aber die Formel geht hier einfach nicht auf. Ich hatte in einigen Fällen sogar den Eindruck, Dialoge mehrfach zu erleben nur eben mit anderen Charakteren. Insgesamt konnte mich der Zusatzinhalt bei der Story nicht überzeugen.

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Fang hat keine Lust auf jegliche Form von Anstrengung.

 

Uninspirierter Grind

Wer das Original auf der PS3 gespielt hat, erinnert sich sicherlich noch daran, was für ein nerviges Grindfest der Titel war. Die meiste Zeit war man damit beschäftigt aufzuleveln und Charaktere regelmäßig auszutauschen um gleichmäßig zu leveln. Leider hat Compile Heart hier nicht zu einer Verbesserung beigetragen. Man erspart euch jetzt zwar das Auswechseln der Partymitglieder, indem man euch alle sechs gleichzeitig in den Kampf führen lässt, allerdings macht das die Sache nur noch schlimmer. An den ursprünglichen Kampfoptionen hat sich nichts geändert. Angriff, Verteidigen, Items und Magie stehen euch zur Verfügung. Fencers haben natürlich auch noch das Fairize Kommando, um mit ihren Fairys zu verschmelzen. Damit eure sechs Leute nicht wie Butter durch die Feinde gehen, hat man alle Gegner auf Steroide gesetzt. Diese halten deutlich mehr aus und gerade ab der Hälfte des Spiels teilen sie auch extrem viel Schaden aus. Dabei bekommt vor allem euer Heiler eine Menge zu tun und Items zur Wiederbelebung solltet ihr immer auf Vorrat haben. Selbst die Fairize Fähigkeit, die euch mit Fairys verschmelzen lässt und euch zu einem Superkrieger macht, hilft bei vielen Gegnern nicht viel. Und da sind auch schon beim eigentlichen Hauptelement des Gameplays. Um zu bestehen, müsst ihr grinden, was das Zeug hält. Im Normalfall reicht es in vielen RPGs, wenn man zusätzlich zur Hauptstory die Sidequests erfüllt. Auf die Art sollte man wenig Probleme haben, das Ende zu sehen. Bei Fairy Fencer ist das leider nicht der Fall. Selbst wenn ihr die Hauptmissionen spielt und die jeweiligen Nebenmissionen reicht das noch lange nicht aus. Ich selbst habe nichts gegen Spiele, die es voraussetzen, das man etwas zusätzlich leveln muss. In diesem Fall ist es aber für mich deutlich übertrieben. In einem Fall hatte ich Probleme mit meinen stärksten Attacken an normalen Gegnern vorbeizukommen. Daher habe ich mir etwa zwei Stunden Zeit genommen, um meine Party etwas zu stärken. Danach bin ich zuversichtlich an den Punkt zurückgegangen, an dem ich zuvor gescheitert bin, nur, um sofort wieder auf die Mütze zu bekommen. Zwei Stunden intensives Grinden sollte einen spürbaren Unterschied bringen.

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Die Fusion mit euren Fairys macht euch zu Superkriegern.

 

Optik nach Schema F

Das bestimmte Entwickler und/oder Publisher bekannt sind für einen bestimmten Look ihrer Spiele, ist weder neu noch an sich schlecht. Bei Idea Factory Spielen wirkt es inzwischen aber einfach ideenlos. Die Dungeons sind allesamt recht triste einfarbige Räume ohne irgendwelche Details. Egal wo ihr hinkommt, sehen die Feinde extrem generisch aus und besitzen keinerlei Identität. Die gelegentlichen Sequenzen werden durch die Charaktere und einer darunter befindlichen Textbox erzählt und ab und zu gibt es mal ein toll gezeichnetes Szenenbild zu sehen. Beeindrucken kann man damit definitiv nicht. Leider gilt das auch für die Musik, die noch immer keinen Eindruck hinterlassen kann.

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Das ihr jetzt alle sechs Partymitglieder in den Kampf führen könnt, ist nicht wirklich eine Hilfe.

 

Fazit:

Fairy Fencer F Advent Dark Force ist so ziemlich das Sinnbild für ein durchschnittliches Spiel. Kein Element des Gameplays fühlt sich besonders an und der einzige Lichtblick im Spiel sind die Hauptcharaktere. Allerdings färbt Fangs lustlose Art schon nach einer Weile auf euch ab. Dafür gibt es zwei Gründe. Zuerst ist da das Kampfsystem, das unspektakulärer kaum sein könnte. In den meisten Fällen lohnt es sich nicht mal, mit neuen Fähigkeiten zu experimentieren. Ihr sucht euch einfach die raus, die am stärksten sind und mehr nicht. Der zweite Punkt trifft einen etwa ab der Hälfte des Spiels. Ab da verbringt ihr die meiste Zeit nur noch mit Grinden, da alle Gegner ohne große Vorwarnung plötzlich deutlich stärker sind als ihr. Ab diesem Punkt sinkt der Spielspaß so schnell wie die Titanic. Sehr schade, denn schlecht ist das JRPG nicht. Leider wirkt das Grindfest eher als ein Mittel um euch künstlich länger im Spiel zu halten, ohne eigentlichen Inhalt anbieten zu müssen. Die Tatsache, dass die zusätzlichen Storyinhalte nicht überzeugen können und in weiten Teilen nicht einmal neu wirken hilft da auch nicht.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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