F1 2016 – Test zum diesjährigen Formel 1 Spiel

Die letzten Formel 1 Spiele der vergangenen Jahre konnten bei Fans des Sports nicht immer überzeugen. F1 2015 konnte beispielsweise mit seinem Fahrgefühl punkten, bestach aber in der Karriere mit fehlender Atmosphäre und mit wenigen Modi. In diesem Jahr soll nun alles besser werden. Ob es Entwickler Codemaster gelungen ist aus den Fehlern der letzten Jahre zu lernen, erfahrt ihr in unserem Test zu F1 2016.

 

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Kernpunkt des Spiels ist zweifelsohne der Karrieremodus. Neben diesem gibt es noch weitere Modi, wie den Multiplayermodus, Schnelles Rennen oder Zeitfahren. Die meiste Zeit verbringt man allerdings in der Karriere. Zu Beginn erstellt man hierbei einen eigenen Fahrer. Dabei bestimmt man die Herkunft, den Namen und das Aussehen des Fahrers. Aus zahlreichen vorgefertigten Gesichtern lässt sich hierbei das passende Gesicht auswählen. Noch bevor es mit der Karriere losgeht, kann man noch zahlreiche Indikatoren anpassen. So kann man bestimmen, wie lange die Rennen gehen oder wie viel Zeit man im Training oder in der Qualifikation verbringt. Egal welchen Anspruch man hat, alles lässt sich auf einen zuschneiden. Will man lieber schnelle Rennen und die Karriere möglichst schnell beenden, dann absolviert man ein kurzes Rennwochenende und fährt beispielsweise ein Rennen nur in fünf Runden. Wer ein möglichst authentisches Renngefühl haben möchte, der stellt die Indikatoren so auf, wie sie in der Formel 1 auch sind. Damit dauert so ein Rennwochenende aber auch mal um die vier bis fünf Stunden. Hat man sich seinen Fahrer erstellt, kommt die erste schwierige Entscheidung. Für welches Team soll man fahren? Denn die Türen von allen Teams stehen einem offen. Die Auswahl der Teams ist in drei unterschiedliche Kategorien unterteilt. Manor Racing ist zum Beispiel in der untersten, Haas, Sauber und Mclaren in der mittleren und Mercedes, Ferrari und Red Bull in der obersten. Je nachdem für welches Team man sich entscheidet, verfolgt man andere Vorgaben und unterschiedliche Ziele. Als Fahrer im Team von Mercedes steht der Erfolg an allererster Stelle. Dort erhält man das beste Auto und sollte am besten jedes Rennen auf das Podium fahren. Bei Renault ist das Ziel in die Punkte zu fahren. Unterschreibt man bei Manor, ist es das Ziel das Auto weiterzuentwickeln, um irgendwann das Team konkurrenzfähig zu machen. Denn mit jedem erfolgreich absolvierten Training, Qualifikation und Rennen erhält man R&D Punkte. Die meisten Punkte lassen sich dabei im Freien Training sammeln. Im Training gibt es drei verschiedene Trainingsprogramme und ein paar zufällige Vorgaben vom Team, die es zu bewältigen gilt. Je nachdem wie viele Vorgaben man dabei erfüllt, desto mehr Punkte erhält man, die in die Forschung und Verbesserung des Fahrzeuges investiert werden können. Nach einem gelungenen Intro findet sich der Spieler in Melbourne, Australien wieder. Dort findet seit je her das erste Formel 1 Rennen der Saison statt. Nach einem kurzen Gespräch mit unserer Agentin findet man sich sofort im ersten Training wieder. Unser Fahrer sitzt im Auto, während die Boxen-Crew auf Anweisungen wartet. In der Box lässt sich das Auto dann speziell auf die Gegebenheiten der Strecke speziell anpassen. Aufhängen, Sturzwinkel, oder Gewichtsverteilung und viele weitere Teile lassen sich anpassen. Auch mit welchen Reifen man fährt, lässt sich bestimmen. Auch dies hat für die Qualifikation und ganz speziell für das Rennen weitreichende Folgen. Wenn alles passt, dann kann es auf die Strecken gehen.

https://www.youtube.com/watch?v=NJzpbBTqgpM

 

Sebastian Vettel, Kimi Raikönen

Bereits beim Herausfahren wird auf jede Kleinigkeit geachtet. Denn man kann entweder normal aus der Box heraus fahren und dann eine Aufwärmrunde fahren oder direkt eine fliegende Runde starten. Im Trainingsmodus hat man drei verschiedene Modi zur Auswahl um sich an die Strecke zu gewöhnen. In Streckenaklimatisierung muss man insgesamt drei Runden fahren und dabei die Brems- und Beschleunigungspunkte der Strecke finden. Bei Qualifying Pace muss man schnellstmöglich eine perfekte Runde hinlegen und so das perfekte Setup für das Qualifying finden. Beim Reifenmanagment muss man mehrere Runden auf der Strecke hinlegen und darauf achten, dass sich die Reifen nicht abfahren. Somit erhält man im Training für jede Strecke passenden Infos und kann diese so mit in das Rennen nehmen. Diese Übungen kann man drei Mal pro Rennwochenende machen. Hat man im Training genug R&D Punkte gesammelt, kann man mit dem Mann, der für die Weiterentwicklung des Autos verantwortlich ist, sprechen. Dieser überlässt es uns, da wir das beste Gefühl für das Auto haben, welches Gebiet ein Upgrade spendiert bekommen soll. Insgesamt stehen fünf Aspekte für Forschung parat. Allerdings können die Upgrades nicht sofort an das Auto angebracht werden, sondern erst ein oder zwei Wochen später. Die Qualifikation ist in drei Sektoren unterteilt. Dabei werden in jedem Sektor die langsamsten Fahrer eliminiert. So werden nach und nach die Startpositionen für das Rennen ermittelt. Vor dem Rennen erhält man von seiner Agentin Besuch, die einem von der Rivalität etwas erzählt. Jedes Team besteht aus zwei Fahrern, die untereinander eine Rivalität besitzen. Als Neuling in der Formel 1 ist man natürlich im Fahrerranking unter den etablierten Fahrer angesiedelt. Um das zu ändern, sollte man möglichst bessere Rennergebnisse erzielen als der Teamkollege. Mit schnelleren Rundenzeiten, besseren Startplätzen, besseren Rennen schlägt man den Rivalen und gewinnt nach und nach den Platz des ersten Fahrers. Am letzten Tag eines Rennwochenendes ist das finale Rennen. Während man in der Startaufstellung ist, kann man die finalen Vorbereitungen treffen. Die wichtigste Frage ist die Reifenstrategie. Denn im Laufe des Rennens muss man mind. zwei verschiedene Arten von Reifen fahren. Dabei unterscheiden sich die Reifen in Abnutzung und Abtrieb. Die Supersoft Mischung hat beispielsweise einen hohen Abtrieb, wodurch man die schnellsten Rundenzeiten hinlegen kann, jedoch schneller abbauen und wodurch man nach wenigen Runden an die Box fahren und die Reifen wechseln muss. Mediums sind dabei das komplette Gegenteil. Sie haben einen geringen Abtrieb und dafür einen geringen Reifenverschleiß. So muss man vor dem Rennen genau überlegen welche Reifen man, wann einsetzt. Denn jeder Stopp kostet wertvolle Zeit. Auch das Wetter spielt bei der Wahl eine wichtige Rolle und kann die Strategie über den Haufen werfen. Neu an den Rennen ist in F1 2016 die Einführungsrunde. In dieser Runde muss man die Reifen auf eine optimale Temperatur bringen, da dies für den Start nötig ist, damit man am Start eine bessere Haftung besitzt und man so schnell vom Fleck wegkommt. Sind die Reifen da zu kalt, drehen diese durch und man verliert wichtige Plätze. Beim Start kommt ein kleines Minispiel zum Tragen. Bei diesem muss man die Kupplung gedrückt halten und den Motor mit dem Gaspedal im richtigen Drehzahlbereich halten. Ist der Start vollführt, muss man die vorgegebene Runde so schnell wie möglich absolvieren. Während des Rennens kann es möglich sein, dass es zu einem schweren Unfall kommt und das Safety Car herausfahren muss. Dieses neue Feature war von den Fans sehnlichst gewünscht. In einer Safety Car Phase fahren dann alle Fahrer hinter dem Safety Car hinter her, während die Unfallstelle gesäubert wird. So eine Safetycarphase kann dabei den gesamten Rennverlauf auf den Kopf stellen, da so jeder herausgefahrene Vorsprung und die Boxenstrategie neu überdacht werden muss und so neue Möglichkeiten ermöglicht werden.

Beim Regen die Kontrolle über sein Fahrzeug zu behalten ist enorm wichtig.

Beim Regen die Kontrolle über sein Fahrzeug zu behalten ist enorm wichtig.

 

Daniel Ricardo, Max Verstappen

Beim Spielen von F1 2016 merkt man sofort, dass die Rennspielexperten von Codemasters am Werke sind. Denn in Sachen Fahrverhalten und -gefühl ist es ein gelungener Mix aus Arcade und Simulation. Ist man eher ein Neuling, dann schaltet man die zahlreichen Fahrhilfen wie ABS, Brems- und Lenkassistenten an. Diese lassen sich teilweise in mehreren Stufen einstellen. Experten schalten alle Hilfen aus und fahren wie die echten F1 Profis. Auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich perfekt einstellen. Denn im Spiel gibt es insgesamt sieben verschiedene Schwierigkeitsgrade, wodurch jeder Spieler einen passenden findet. Die KI Kollegen fahren außerordentlich authentisch und machen ab und an auch mal kleinere Fahrfehler. Verpatzt man während eines Rennens mal einen Bremspunkt und landet dadurch im Kies oder baut einen Unfall, dann kann man Gebrauch von der praktischen Rückspielfunktion machen. Mit dieser lässt sich die Zeit zurückspulen und kann dadurch den Fahrfehler ausbessern. Besonders gut ist das Verhalten der Reifen. Bei Kurvenausgängen muss man darauf achten, dass das Auto nicht hinten ausschlägt und somit ins schleudern gerät. Während der Rennen macht sich die Abnutzung der Reifen deutlich bemerkbar. Fährt man mit frischen Reifen kann man perfekte Runden hinlegen. Im Laufe der Rennen merkt man allerdings wie diese weiter abbauen und sich immer seifiger steuern lassen. So muss man früher bremsen und gerät bei Kurvenausfahrten immer weiter nach außen. Ganz wie im echten Leben. Besonders authentisch ist die Beziehung, die man während der Rennen mit der Box führt. Denn im Rennen geben einem diese Auskunft über das Wetter oder die Positionen der Gegner. Will man selber etwas über spezielle Dinge erfahren kann man das mit wenigen Knopfdrücken ebenfalls erfahren. Denn in der rechten Seite des unteren Bildschirms kann man etliche Fragen auswählen, die man der Box stellen kann, die diese dann beantworten. Ebenfalls lässt sich an dem Bildschirm auch der Status des Fahrzeugs, der Zustand der Reifen oder die Temperatur ablesen. Allerdings muss man aufpassen, da während man im Menü den Zustand abliest oder die Fragen an die Box auswählt, das Rennen weiter läuft. Hierbei empfiehlt es sich, ein Headset zu verwenden und die Fragen per Sprachbefehl durchzugeben. Denn dies ist nicht nur nützlich, sondern steigert auch die Atmosphäre.

Beim Überholen muss man darauf achten keine Kollision mit dem Konkurrenten zu machen.

Beim Überholen muss man darauf achten keine Kollision mit dem Konkurrenten zu machen.

 

Jenson Button, Fernando Alonso

Generell ist die Atmosphäre überaus gelungen, denn man fühlt sich wahrlich wie ein echter Formel 1 Fahrer. Auch die Präsentation ist gelungen. Denn die TV-Einblendungen, welche die Boxengasse oder die Siegerehrungen mit den echten Fahrern zeigen, fühlen sich wie eine reale TV Übertragung an. Die Kommentatoren bei den Zwischensequenzen sind Heiko Wasser und Stefan Römer. Allerdings wiederholen sich einige ihre Sätze zu oft, geben allerdings auch einige interessante Anekdoten über das Geschehen. Beim Umfang lässt sich F1 2016 auch nicht lumpen, denn im Spiel sind alle Fahrer, Teams und Strecken der aktuellen Saison beinhaltet. Schade ist allerdings das es keine Classic-Inhalte oder einen Szenarien Modus gibt. Die Strecken sind den realen Vorbildern hervorragend nachgebildet. So lassen sich jede Kleinigkeit wie zum Beispiel der goldene Stier in Spielberg oder die zahlreichen Jachten an der Küste von Monte Carlo entdecken.

Monaco ist einer der gefährlichsten Strecken.

Monaco ist einer der gefährlichsten Strecken.

 

Fazit:

Als Formel 1 Fan der regelmäßig die Rennen im TV verfolgt bin ich von F1 2016 beeindruckt. Denn man hat das Gefühl, dass man in die Haut eines waschechten Formel 1 Profis schlüpft. So erstelle ich meinen eigenen Profi und messe mich mit Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel. Dabei gibt mir das Spiel zahlreiche Möglichkeiten das Spiel so zu spielen, wie ich es möchte. Egal ob ich ein schnelles Rennen mit allen Hilfen an oder möglichst authentisch fahren möchte, alles ist möglich. Auch generell hab ich während des Rennens stets das Gefühl ein Fahrer zu sein. Das liegt auch an den kleinen aber feinen Neuerungen wie das Safetycar oder die Einführungsrunde. Beide Neuerungen tragen immens zur Atmosphäre eines jeden Fans bei. Mit viel Liebe zum Detail versteht es Codemasters ein nahezu perfektes F1 zu präsentieren. Lediglich das Schadensmodell hätte etwas detaillierter sein können oder Kleinigkeiten wie TV Interviews würden dem Spiel ebenfalls gut stehen. Nichtsdestotrotz kann ich das Spiel jedem empfehlen, der nur im Anhauch etwas für Formel 1 empfindet. Denn F1 2016 ist das beste Formel 1 Spiel seit Jahren.

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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