Etrian Mystery Dungeon – Review zum RPG-Mix

Die Etrian Odyssee-Reihe ist eine Serie von Oldschool-RPG-Spielen für den DS, deren besonderer Aspekt es ist, dass man sich seine Karte selbst zeichnen muss. Die Mystery Dungeon-Reihe hingegen zeichnet sich durch cleveres Dungeoncrawling aus und ist hierzulande besonders durch die Crossovers mit Pokemon bekannt. Nun wurde Etrian und Mystery Dungeon zusammen in einen Mixer gepackt und wir verraten euch, ob das Resultat den RPG-Fan zufriedenstellt.

 

Ein Dungeon nach dem Anderen

Ihr besucht die bilderbuchschöne Stadt Aslarga und schließt euch einer Erkundungsgilde an. Dies ist die komplette Story von Etrian Mystery Dungeon, das Hauptaugenmerk liegt ganz eindeutig nicht auf einer epischen Story, sonder auf dem Erkunden von verschiedenen Dungeons, welche übrigens alle zufällig generiert sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Höhlensysteme keinen Charakter vorweisen können, jeder Dungeon ist einzigartig, mit unterschiedlichen Optiken, Monstern und Layouts. Wenn ihr nicht gerade durch solch einen Level kriecht, erkundet ihr die unterschiedlichen Orte der Stadt. Ihr könnt euch mit den Bewohnern unterhalten, ein wenig mehr über die Stadt und das Land erfahren und, was natürlich am allerwichtigsten ist, Missionen erhalten, die euch erneut in einen Dungeon schicken. Hier lauft ihr nicht, wie in RPGs gewohnt, manuell durch die Stadt, bei der Erkundungstour muss man sich mit einem Menü, durch welches man sich durchklickt, begnügen. Erst in einem Dungeon geht die Action erst so richtig los.

Der Landsknecht ist DER Nahkämpfer schlechthin

Der Landsknecht ist DER Nahkämpfer schlechthin

 

Bis zur letzten Ebene

Wenn ihr einen Dungeon betretet, übernehmt ihr die Kontrolle über eines der vier Partymitglieder. Dieser Anführer ist auch die einzige Figur, die ihr direkt steuert, eure drei Kumpanen agieren von alleine. Wenn ihr ein anderes Partymitglied steuern wollt, könnt ihr jederzeit den Anführer der Truppe durchwechseln. Und das ist auch je nach Situation notwendig, denn jeder Charakter hat unterschiedliche Fähigkeiten. So ist der Landsknecht der beste Nahkämpfer, während der Runenmeister den Feinden mit Zaubern zu Leibe rückt. Und Klassen wie der Scharfschütze und die Heilerin erklären sich von selbst. So sollte jeder für sich die beste Besatzung herausfinden, um einen Dungeon zu meistern. Wobei meistern hier ein recht weiter Begriff ist, denn Etrian Mystery Dungeon ist zu Teilen bockschwer. Stirbt ein Charakter aus der Party, ist zwar noch nicht alles verloren, ihr könnt auch mit dem Rest der Party den Dungeon fertig erkunden, doch das macht die Sache nicht gerade leichter. Stirbt die gesamte Party, so findet ihr euch in Aslarga wieder, habt jedoch euer gesamtes Inventar verloren, ausgenommen von ausgerüsteten Gegenständen. Das ist sehr frustrierend, besonders wenn man jede Truhe und jedes Item im Dungeon gefunden hatte. Permadeath gibt es übrigens nicht, gestorbene Charaktere können mit Items und Skills wiederbelebt werden, oder sind nach Rückkehr in die Stadt automatisch wieder am Leben. Dass ein Charakter aus eurer Party stirbt, ist gar nicht so abwegig, denn die Monster verlangen so einiges von euch ab. Hier kommt eine Mischung aus Live Action- und rundenbasiertem RPG ins Spiel. Die Räume sind in Felder unterteilt, ein Schritt pro Feld. Tätigt ihr einen Schritt, benutzt ein Item oder greift an, so verwendet das einen Zug. Hat jedes Partymitglied eine Aktion getätigt, tun die Monster es euch gleich, bis einer zu Boden geht. Diese Gameplaymischung funktioniert sehr gut und erlaubt viele taktische Entscheidungen. Besonders knüppelhart sind die Bosse, denen ihr auf der letzten Ebene eines Dungeons begegnet. Wenn ihr bereits mit normalen Monstern Probleme hattet, dann solltet ihr euch überlegen, ins Dorf zurückzukehren und euch neu auszustatten, sonst hauen euch die Endgegner gnadenlos in den Boden.

Ja, diese Frau führt einen Shop IN einem Dungeon

Ja, diese Frau führt einen Shop IN einem Dungeon

 

Und sonst so?

Was gibt es denn sonst noch so in Etrian Mystery Dungeon zu erledigen? Innerhalb der Dungeons bis auf das eben erwähnte Töten von Monstern und Sammeln von Loot nicht viel. Ab und an trefft ihr auf Abenteurer, die sich eurer Gilde anschließen wollen, seltsamen Frauen, die Shops in Dungeons eröffnen oder vermisste Personen, die ihr retten müsst. Ansonsten sind Forts ein großer Bestandteil des Spiels. So könnt ihr in einem bereits erkundeten Dungeon ein Fort aufbauen. Habt ihr das getan, so lockt ihr das Layout des Dungeons, so dass es nicht immer beim erneuten Betreten zufällig generiert wird, sondern stattdessen immer den gleichen Dungeon lädt, den ihr erkundet habt. Nun könnt ihr euer Fort mit nicht aktiven Mitgliedern aus eurer Gilde besetzen, so leveln sie schneller mit und bleiben eher auf dem Niveau eurer aktuellen Party. Außerdem wehren sie Monster ab, die in die Stadt vordringen wollen. Also rüstet das Fort-Team besser gut aus, denn schafft es ein Monster in die Stadt, dann dürft ihr dafür geradestehen. Außerhalb der Dungeons gibt es nicht wirklich viel zu tun, hatte ich nicht bereits erwähnt, dass ebenjene Dungeons das Hauptaugenmerk des Spiels sind. Ihr könnt in der Stadt das Übliche erledigen, was man aus RPGs so kennt. Items, Waffen und Ausrüstungen kaufen, in der Gilde eure Party verwalten oder in einem Restaurant mit unterschiedlichen Menüs eure Werte für das nächste Abenteuer verbessern. Apropos verbessern, ihr könnt die Einrichtungen in der Stadt gegen ein wenig Entgelt aufwerten, sodass sie bessere Features bieten und eure Vorbereitung für die nächste Expedition erleichtern.

Ih, eine Spinne! Mach sie tot!!!

Ih, eine Spinne! Mach sie tot!!!

 

Bunter Dungeoncrawler

Die Verpackung macht es bereits deutlich, noch bevor man Etrian Mystery Dungeon in den 3DS eingelegt hat: Es ist ein buntes Spiel. Grafisch ist es zwar nicht wirklich etwas Besonderes, die richtige Atmosphäre wird aber dennoch erzeugt. Die Dungeons sind schön unterschiedlich, auch von der Akustik her. Erst bei den Bosskämpfen wird die Musik dann richtig actionreich. In Aslarga ist die Grafik dann etwas anders, hier werden die Charaktere als Animefiguren dargestellt. Hier wäre mir jedoch lieber gewesen, dass man sich auch frei durch die Stadt bewegen kann, genau wie in den Dungeons, anstatt sich durch Menüs klicken zu müssen. Nichtsdestotrotz sehen die Animefiguren nett aus und zeigen auch, welche Charakterzüge die Figuren haben.

Die Bosse sehen nicht nur fies aus, sie sind auch fies!

Die Bosse sehen nicht nur fies aus, sie sind auch fies!

 

Fazit:

Etrian Mystery Dungeon fesselt einen mit seinen Dungeons, was natürlich beim Titel des Spiels offensichtlich sein sollte. Man will es einfach schaffen, die letzte Ebene zu erreichen. Auch wenn es sehr frustrierend ist, alles zu verlieren, wenn man stirbt, so probiert man es dennoch. Vielleicht wären eine bessere übergreifende Story und eine bessere Bewegung durch die Stadt von Vorteil gewesen, doch das Kernstück des Spiels, die Dungeons und deren monsterhaften Bewohner, ziehen einen in seinen Bann. Ein Manko wäre noch, dass das Spiel ausschließlich auf Englisch ist. Ich würde trotzdem sagen, dass Fans von RPGs auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem Mix aus rundenbasiertem und actionreichem Rollenspiel sein werden.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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