Emergency 5 – Review zum Katastrophen-Manager

Die Freude war groß, als im Sommer letzten Jahres das Spiel Emergency 5 mit extrem schicken Screenshots endlich angekündigt wurde. Nach ein paar Verschiebungen wurde es dann am 28. November 2014 in die Läden gestellt und fand natürlich wieder einige Käufer. Auch wir haben das Spiel bereits seit Release bei uns in der Redaktion liegen. Warum also erst jetzt der Test? Ganz einfach: Das Spiel war am Release unspielbar. Ruckler trübten den Spielspaß so sehr, dass wir auf den ersten Patch gewartet hatten. Dieser erschien wenig später auch, erfolglos. Auch der zweite Patch half nicht aus der Patsche. Nun, eine Winterpause und ein Jahreswechsel später, gab es also keinen Grund mehr zu hoffen. Das recht schicke Spiel bleibt weiterhin nur ein Einzelbilder-Erlebnis, was ihr euch nun in unserem Test durchlesen dürft.

 

Auf auf zum Oktoberfest!

Die Kampagne beginnt in München und zeigt uns einige aufregende Orte, die wir mit unseren Fahrzeugen und Einsatzleitern erreichen und bearbeiten müssen. Doch bereits hier beginnt der Spaß. Ein Rendervideo, welches nach knapp fünf Minuten Ladezeit endlich erscheint, ruckelt ununterbrochen über den Bildschirm. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und somit sind zumindest wenige Momente in dem Video doch noch ruckelfrei. Schon sehen wir das schöne München von seiner schicksten Seite. Besonders das Oktoberfest und die Biergärten versprechen einige aufregende Momente mit dem Spiel. Hier kommen wir schon zur ersten großen Neuerung, die Stadt ist dieses Mal zusammenhängend. Bedeutet, dass man nach den Einsätzen nun nicht mehr in einen anderen Bereich wechseln muss, sondern neue Aufträge in der Welt freigeschaltet bekommt. Wir können uns frei auf der Karte bewegen und so zu den verschiedensten Orten fahren. Wenn das Spiel nicht ruckeln würde. Die Bildrate fällt enorm unter die 30 FPS und die Standbilder werden immer mehr. Zudem stürzt das Spiel bereits in den ersten Aufgaben mehrmals ab. Neustart, noch ein Versuch. Die nervigen Ruckler machen das Spiel auch noch knapp zwei Monate nach dem Release nicht spielbar. Egal welche Grafikeinstellung wir vornehmen, verändert wird kaum etwas. Außerdem ist es ziemlich blöde, dass wir keine individuellen Grafikeinstellungen aktivieren können. Lediglich die Voreinstellungen von niedrig bis ultra können ausgewählt werden. Die Bildrateneinbrüche sind trotzdem vorhanden. Das nervt!! Das Spiel sieht im Allgemeinen sogar sehr hübsch aus. Es gibt viele Details zu entdecken und besonders die Licht- und Schatteneffekte sehen wirklich schick aus. Dennoch bleibt das Spiel extrem hardwarehunrig. Umso erstaunlicher ist es, dass man die Performance noch immer nicht in den Griff bekommen hat. Doch nicht nur die Performance stimmt hinten und vorne nicht, sondern auch die Wegfindung. So klicken wir auf einen bestimmten Punkt zu dem unser Feuerwehrwagen fahren soll. Dies wird auch so gut es geht ausgeführt, ans Ziel kommt er dennoch nicht oder nur mit großen Umwegen. So etwas darf in einer Simulation natürlich nicht sein. Es kann sogar so weit führen, dass der Wagen ins Wasser fährt, anstatt an die angeklickte Stelle. Auch die Einsatzleiter spielen ihre eigenen Spielchen. Oftmals steckten die Autos einfach in einem anderen Fahrzeug fest oder haben sich während der Fahrt an einem Haus festgefahren. Nur ein Neustart der Mission kann helfen. Nervig! Auch nervig ist die Hintergrundmusik. Die läuft wenigstens ruckelfrei, wiederholt sich dafür aber stetig. Rockfans wird es freuen, alle anderen nicht.

Dies ist fast Standard: Ein Feuerwehrauto geht baden.

Dies ist fast Standard: Ein Feuerwehrauto geht baden.

 

Wenns denn klappt…

Auch wenn wir das Spiel nur im Standbildmodus gesehen haben, das was wir dort sahen, war gar nicht mal schlecht! Die neuen Karten bringen frischen Wind in die Emergency-Reihe und machen fast einem GTA 2 Konkurrenz. Wie bereits erwähnt, startet das Spiel in München. Wenig später kann man auch noch einen Ausflug nach Hamburg und Berlin machen. Unsere Emergency-Basis ist der Kern der Stadt. Von dort aus schicken wir unsere Einsatzkräfte los. Dort zuhause sind die Feuerwehr, die Sanitäter, die Polizei und dessen Techniker. Für jede Situation ist also gesorgt. Hauptmissionen werden immer wieder durch kleine Szenen gestartet. Insgesamt gibt es zehn Großeinsätze, die dann ausgelöst werden, wenn wir genügend Fahrzeuge zusammenhaben.Ob ein Lawinenunglück in den Bergen oder ein Großbrand in einem Bürogebäude. Für jedermann ist etwas vorhanden. Auch Nebenmissionen warten auf uns. Über Einblendungen werden wir auf der Karte informiert und können so eine Nebenaufgabe erledigen. Diese sind wichtig, da wir darüber einiges an Geld bekommen und zusätzlich neue Fahrzeuge und die Hauptmissionen freischalten. Letzteres musste nicht unbedingt in das Spiel eingebaut werden, da das Spiel dadurch nur künstlich in die Länge gezogen wird. Hauptaufgabe ist es immer, die richtigen Einheiten an den Unfallort zu schicken und die jeweilige Situation unter Kontrolle zu bringen. Auch hier hilft uns eine Anzeige am Bildschirmrand, um den Überblick zu behalten. Besonders bei den Großeinsätzen wird wirklich alles abgefragt. Jedes Fahrzeug hat eine Funktion und muss immer in Bewegung sein. Dynamische Aufträge, wie schon in Red Dead Redemption, sind zwar ebenfalls recht fordernd, so viele zufallsgenerierte Missionen scheinen allerdings wohl nicht mit an Bord zu sein. Viele wiederholen sich zu schnell, was den Spielspaß hier etwas mindert. Der Schwierigkeitsgrad hingegen wurde sehr gut ausbalanciert. Am Anfang hatten wir ein Tutorial, das uns ganz schön geholfen hat, da man während des Großeinsatzes schon mal das Gehirn mit einschalten muss. So wird der Schwierigkeitsgrad nach und nach gesteigert. Wie in der Realität müssen die Ärzte die Menschen im ersten Kontakt in den Rettungswagen oder Hubschrauber transportieren und so erste Hilfe leisten. Die Polizei gehen mit ihren Hunden Mörder und Gangster suchen und stellen diese mit unserem SEK-Trupp. Die Feuerwehr kommt mit ihrem Leiterwagen und rettet die Menschen aus einem Hochhaus.

Wenn es mal läuft, läuft es auch gut.

Wenn es mal läuft, läuft es auch gut.

 

Vor dem Spiel, ist nach dem Spiel

Nachdem die Kampagne erfolgreich abgeschlossen wurde, gibt es noch das freie Spiel und einen Multiplayer. Im freien Spiel besuchen wir die Orte erneut und können uns den dynamischen Einsätzen stellen. Hierbei kann man sogar noch zwischen dem Endlos- und dem Herausforderungsmodus auswählen. Beim Endlosmodus werden die Nebenaufträge nach und nach absolviert, beim Herausforderungsmodus kommen wesentlich mehr Aufträge auf einen zu. Nichts für schwache Nerven. Koordination spielt hier eine wichtige Rolle. Unsere Einheiten sind alle verfügbar und wir spielen um den Highscore. Der Multiplayer bietet dasselbe, nur halt für zwei Personen. So spielt jeder um seine eigenen Punkte, die am Ende einer Partie verglichen werden. Einmal und nie wieder, so heißt wohl das Motto dieses Modi.

Schöne Lichteffekte gibt es besonders in der Nacht zu sehen.

Schöne Lichteffekte gibt es besonders in der Nacht zu sehen.

 

Fazit:

Ach wie schön hätte das Spiel doch werden können. Es ist ja auch schön, es bietet gute und unterhaltsame Inhalte, doch nur die Performance ist schuld. Schuld dafür, dass man all diese Dinge nicht richtig erleben kann. Auch nach mehr als sechs Wochen konnten wir das Spiel nicht ordentlich spielen und haben uns für den Test durchgequält. Ob es jemals richtig laufen wird… wenn ja, dann kann man sich auf ein tolles Simulationsspiel freuen, das bereits mit den Vorgängern eine Menge Spaß gemacht hat.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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