Dynasty Warriors 8: Empires – Test zum Dynasty Ableger

Zum ersten Mal hat TecmoKoei ein Empires Spin-off der Dynasty Warriors Reihe nach Europa gebracht. Die Empires Teile unterscheiden sich dabei doch recht stark von den Hauptteilen der Reihe. Nicht so sehr in Sachen Gameplay, dafür aber in allem was rund um das Gameplay existiert. Ihr seid hier nicht mehr so stark an die Realität gebunden. Und genau diese Freiheit bietet enorme Möglichkeiten. Inwiefern sich die Titel nun unterscheiden und ob diese Unterschiede es wert sind sich Empires genauer anzuschauen, verraten wir euch in der Review.

 

Chinas Geschichte, zumindest so ähnlich

Im Mittelpunkt der Dynasty Warriors Reihe stand schon immer das Nachspielen wichtiger Geschehnisse innerhalb der chinesischen Historie. Auch Empires 8 gibt euch diese Möglichkeit. Der Twist in diesem Ableger ist allerdings, dass ihr auch vollständig eigene Wege gehen könnt und es so möglich ist, die Geschichte nach euren Wünschen neu zuschreiben. Die Freiheit von Empires ermöglicht es euch im Grunde alles zu sein, was ihr wollt. Ihr könnt als ein Anführer einer Armee starten oder ihr beginnt als freischaffender Schnetzler und erarbeitet euch eine entsprechende Reputation. Im Verlauf der Zeit erobert ihr eine Provinz nach der anderen und das mit allen Mitteln, die euch zur Verfügung stehen. Am Ende ist es schließlich eure Geschichte und Geschichte wird eben von den Siegern geschrieben.

Ihr könnt aus mehreren Szenarios wählen.

Ihr könnt aus mehreren Szenarios wählen.

 

Sei, wer du sein willst

Die Dynasty Warriors Reihe ist normalerweise sehr linear, was die Charaktere angeht. In den meisten Fällen seid ihr in der Haut einer bekannten Figur der chinesischen Geschichte gefangen und spielt die historischen Ereignisse nach. Jeder, der zwar das Setting mochte, aber mehr Freiheit wollte, ist hier genau an der richtigen Adresse. Wie schon erwähnt, stehen euch hier unzählige Wege offen einen eigenen Charakter zu entwickeln. Das Spiel bietet euch eine Übersichtskarte mit den einzelnen Provinzen. Diese gilt es im Verlauf der Zeit zu erobern. Wie ihr das macht, ist eure Sache, um historische Korrektheit geht es hier also nicht. Schlachten, der Bau von Anlagen etc. alles verbraucht einen Monat vom Kalender. Diese Struktur macht es einfach kurz in das Spiel einzusteigen, um kurz ein paar Sachen zu erledigen. Ihr sucht euch also erstmal aus, wie ihr beginnen wollt. Ihr könnt als General einer Armee einsteigen, aber auch als einfacher, umherstreifender Schläger. Startet ihr klein und unbedeutend, müsst ihr euch durch Erfolge in Schlachten erstmal einen Namen machen. Dann kann es passieren, dass ihr angeworben werdet und so die Möglichkeit erhaltet, in den Rängen auszusteigen. Was die eigentlichen Schlachten angeht, braucht man wohl kaum ein Wort zu verlieren, hier hat sich nichts getan. Das Gameplay folgt hier klar der Devise “business as usual”. Viel interessanter ist da, was ihr außerhalb der Kämpfe machen könnt. Stellt euch zum Beispiel dem lokalen Warlord vor, um vielleicht in seiner Armee aufgenommen zu werden, oder bildet eine Allianz mit anderen Generälen. Ist euch im Moment nicht nach Diplomatie, könnt ihr euch aber ebenso darauf konzentrieren, erstmal eure eigenen Reihen zu verstärken und neue Soldaten zu rekrutieren oder Anlagen zu verbessern. Ach ja, und bevor ich es vergesse, ihr könnt euch auch auf die dunkle Seite begeben. Das heißt, ihr könnt zum Beispiel Allianzen schließen und eure Verbündeten sofort, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben selbst überfallen. Doch aufgepasst, je mehr ihr euch in diese Richtung begebt, umso mehr zieht ihr auch derartige Charaktere an. So sollte es euch dann nicht überraschen, wenn ihr selbst mal in die Schusslinie geratet. Eure eigene Story, wie sie auch verläuft, wird dann sogar in passenden Videosequenzen erzählt, in denen euer Charakter mit den legendären Kriegern aus Chinas Geschichte interagiert.

Die Menüs sind sehr umfangreich und man braucht einige Zeit um sich zurecht zu finden.

Die Menüs sind sehr umfangreich. Man braucht einige Zeit um sich zurecht zu finden.

 

Gut erklärt aber extrem komplex

Zuerst einmal Empires macht einen guten Job euch über die Mechaniken zu informieren. Immer wieder werden euch Tutorials oder kleinen Tooltips angeboten, die euch die gerade anstehenden Aufgaben oder Möglichkeiten erklären. Dennoch war es wirklich überwältigend, was mir gleich zu Beginn an Möglichkeiten entgegengeworfen wurde. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich ansatzweise einen Überblick über alle Funktionen hatte. Mein Rat ist daher: durchhalten, denn es lohnt sich. Diese Komplexität zieht sich dabei durch alle Aspekte des Spiels. Dies gilt auch für die Entwicklung eurer eigenen Geschichte. Jede eurer Aktionen ob nun in Bezug auf einen Freund oder einen Feind beeinflusst eure Beziehung untereinander. Wie ihr zueinandersteht, zeigt euch ein recht simples Ranking System. Beschützt ihr zum Beispiel ein Offizier in einer Schlacht und seid ihr zu diesem Zeitpunkt noch keine Alliierte kann es sein, dass dieser euch die Zusammenarbeit vorschlägt. Nicht minder komplex sind auch die RPG Elemente. Je nachdem wie viel von Chinas Landkarte unter eurer Kontrolle ist, erhaltet ihr die Möglichkeit zum Beispiel Waffenschmieden oder Shops bauen. Je mehr ihr davon habt, umso bessere Sachen könnt ihr produzieren und diese geben euch häufig starke passive Fähigkeiten, die euch in den Kämpfen helfen. Sollte euch übrigens der Sinn danach stehen, könnt ihr auch wieder zum Beispiel mit einem Tiger als Haustier in die Schlacht ziehen.

Gefangene könnt ihr zum Beispiel selbst rekrutieren.

Gefangene könnt ihr zum Beispiel selbst rekrutieren.

 

Grafisch abgerüstet

Im Vergleich zur PS4 Fassung musste die Vita Version die Grafikschraube etwas zurückdrehen. Dadurch sieht der Titel vor allem auf dem Schlachtfeld dann nicht mehr ganz so spektakulär aus und auch gelegentliche Pop-Ins sind sichtbar. Dennoch sollte ich erwähnen, dass die Sichtweite recht gut ist und Gegner meist schon frühzeitig geladen werden, sodass nicht plötzlich ein ganzes Heer vor eurer Nase aufpoppt. Darüber hinaus läuft die Action auf dem Schlachtfeld aufgrund des grafischen Downgrades fast immer flüssig. Selbst wenn die Framerate mal kurz runtergeht, bleibt sie stets in einem spielbaren Bereich. Die musikalische Untermalung passt sich dabei immer gut ins aktuelle Geschehen ein und unterstützt die Stimmung. Treibend und episch in Schlachten, ruhiger und unterschwelliger in den Zwischensequenzen. Die chinesischen Stimmen verleihen der Atmosphäre noch mehr Dichte und Glaubwürdigkeit.

Grafisch nicht spektakulär aber dafür flüssig.

Grafisch nicht spektakulär aber dafür flüssig.

 

Fazit:

Dynasty Warriors 8 Empires ist meiner Meinung nach dem Hauptspiel in vielen Aspekten voraus. Das liegt vor allem an den zahllosen Möglichkeiten euren eigenen Charakter zu entwickeln und dadurch eine völlig eigenständige Geschichte zu erleben. Massig Rollenspielelemente, strategisches Gameplay und das altbewährte Hack and Slash Gameplay ergeben einen guten Mix. Die Tatsache, dass alle Mechaniken des Spieles in kleinen Häppchen gespielt werden können, macht es passend für kurze Sessions unterwegs. Auffällig war das grafische Downgrade gegenüber der PS4 Fassung. Natürlich kann die Vita nicht so viele Gegner bei einer stabilen Framerate darstellen. Mit dieser Schwäche kann ich also leben. Problematischer ist da schon eher, wie überwältigend komplex die Mechaniken teilweise sind. Das Spiel serviert euch zwar immer Tipps und Tutorials an aber zu Beginn werdet ihr einige Zeit investieren müssen, um alles zu verstehen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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