DriveClub – Review zum verspäteten Clubracer

Zum Launch der Playstation 3 stampften Evolution Studios mit Motorstorm eine komplett neue Marke aus dem Boden. Motorstorm konnte anno 2006 mit dem dreckigen Offroad Setting, sowohl bei Fans als auch bei Kritikern überzeugen. Ähnlich will man es auf der Playstation 4 mit Driveclub versuchen. Bereits zum Launch sollte der Onlineracer für Sonys Next-Gen Konsole erscheinen. Doch durch zahlreiche Probleme bei der Entwicklung des Spiels konnte der Termin nicht eingehalten werden. Nun rund ein Jahr nach Launch der Playstation 4 ist Driveclub nun im Handel erschienen. Ob das Spiel im Jahr der Arcaderacer neben Forza Horizon 2 (zur Review) und The Crew (Angespielt: The Crew) überzeugen kann, verraten wir euch in unserer Review.

Was für ein Feuerwerk.

Was für ein Feuerwerk.

 

Konkurenz belebt das Geschäft

Im Herbst 2014 ist für Rennspielfreunde eine glückliche Zeit. Denn mit ‘Forza Horizon 2’ erschien für die Xbox One der Nachfolger des wohl besten Open-World Racers der Last-Gen und auch der Nachfolger setzt ganz auf die Stärken des Vorgängers und bringt diese in die nächste Generation. Auch Ubisoft schickt noch in diesem Jahr mit ‘The Crew’ einen Vertreter des Genres in das Rennen. Jedoch setzt dieser Titel auf einen starken MMORPG-Aspekt und auf eine riesige, frei befahrbare Welt, denn dort kann man die gesamten USA befahren. Doch wie kann Driveclub, welches dieselbe Zielgruppe wie die oben genannten Spiele hat, hervorstechen? Zum Einen setzt Driveclub, im Gegensatz zu den anderen Titeln, nicht auf eine offene, frei befahrbare Welt. Im Gegensatz gibt es zahlreiche Strecken, welche euch durch fünf verschiedene Länder (Norwegen, Chile, Indien, Schottland, Kanada) führen. In denen fahrt ihr durch die schneebedeckten Bergauffahrten in Norwegen, durch die staubtrockenen Wüstenlandschaften Chiles oder durch kurvenreiche Straßen des indischen Regenwalds. Jede Strecke winkt mit zahlreichen Details und bietet optisch eine hervorragende Abwechslung. Zusätzlich könnt ihr jede Strecke, sowohl am Tag, als auch bei Nacht befahren, auch während des Rennes vergeht die Zeit. Dabei kann es mal vorkommen, dass ihr tagsüber das Rennen startet und die Zieleinfahrt bei Nacht erreicht. Zudem soll per kostenlosem Update in den nächsten Wochen ein Wettersystem nachgereicht werden. Dadurch kann man die Strecken dann im Regen oder bei Schneefall befahren. Weitere Features wie der Foto-Modus oder die Rennwiederholung wollen die Entwickler ebenfalls zeitnah nachreichen.

Zahlreiche Events warten auf euch bewältigt zu werden.

Zahlreiche Events warten auf euch bewältigt zu werden.

 

Stets der Ideallinie folgen

In Driveclub absolviert ihr zahlreiche, verschiedene Events, in denen man bis zu drei Rennen absolviert. In einem kachelartigen Menü sucht ihr euch die passende Veranstaltung aus. Dabei könnt ihr aussuchen, ob ihr packende Rennen mit bis zu 12 anderen Fahrern, Driftrennen oder Zeitrennen absolvieren wollt. Bei jedem Rennen muss man verschiedene Ziele erreichen, um die Veranstaltung, abzuschließen. Pro Rennen lassen sich bis zu drei Goldmedaillen gewinnen, welche ihr benötigt, um die nächsten Herausforderungen freizuschalten. Im Rennen müsst ihr beispielsweise unter die besten drei Fahrer kommen, in Driftrennen eine bestimmte Punktzahl erreichen und im Zeitrennen das Ende der Strecke in einer bestimmten Zeit erreichen. Während der Rennen erhaltet ihr zusätzlich weitere Herausforderungen, die mit weiteren Punkten belohnt werden. In denen muss man zum Beispiel in einem Streckenabschnitt eine gewisse Durschnittsgeschwindigkeit einhalten, die Ideallinie möglichst schnell nachfahren, oder mit driften eine gewisse Punktzahl erreichen. Die kleinen Herausforderungen lockern die Rennen stets auf und geben einen weiteren Ansporn im Rennen schneller und besser zu fahren. Punkte erhaltet ihr auch für gute Fahrmanöver, für das Überholen eines Konkurrenten, fahren im Windschatten des vorher fahrenden Autos oder das Einhalten der Ideallinie. Im Laufe des Rennes bekommt ihr dauerhaft Punkte gutgeschrieben. Damit euer Punktekonto aber nicht in ungeahnte Höhe steigt, erhaltet ihr für schlechte Manöver oder Fahrfehler einen Punktabzug. Wenn man zum Beispiel mit einem anderen Auto kollidiert oder die Strecke verlässt, werden euch Punkte abgezogen. Beim Verlassen der Strecke erscheint ein Dreisekundencountdown, der dafür sorgen soll, dass man vor Ablauf die Strecke erreicht, sonst wird man wieder respawnt, was nur wertvolle Zeit kostet. Zudem gibt es eine weitere Bestrafungsart, undzwar, wenn man Kurven abkürzt oder schwere Unfälle baut, wird einem für wenige Sekunden die Leistung gedrosselt und man kann nur langsam beschleunigen. Durch diese zahlreichen Strafen wollen die Entwickler euch ermutigen, der Ideallinie zu folgen. Die Strafen sind jedoch für ein Rennspiel mit leichtem Arcade-Einschlag zu hart gewählt. Zumal diese Strafen auch nicht 100% funktionieren, da man auch einen Punktabzug dafür bekommt, wenn der hinter liegende in einen reinfährt. Zudem tritt während der Rennen ein starker Gummibandeffekt auf, wodurch man nie einen großen Abstand zu dem dahinter Liegenden herausfahren kann.

Wo sind die Oldtimer, Muscle-Cars oder die Japanischen Autos?

Wo sind die Oldtimer, Muscle-Cars oder die Japanischen Autos?

 

Teamarbeit ist gefragt

Zu Beginn nimmt man an Kompaktrennen teil, in denen man lediglich mit einem Mini oder VW Käfer über die Strecken heizt. Die in Rennen, oder für absolvierte Herausforderungen erhaltenen Punkte, erhöhen eure Stufe. Mit jeder höheren Stufe werden neue, schnellere Autos und Designs für euren Club und euer Auto freigeschaltet. Insgesamt gibt es im Spiel rund 50 verschiedene Wagen, dabei sind zahlreiche Karossen nobler Automarken wie Ferrari, Maserati, BMW, Audi oder Mercedes vertreten. Enttäuschend bei der Wagenauswahl ist jedoch, dass nur Sportwagen und Kompaktwagen zur Auswahl stehen. Exotische Autos, Muscle Cars oder japanische Autos hätten dem Spiel nicht geschadet. Es ist stark anzunehmen, dass zusätzliche Wagen als Downloadinhalt nachgereicht werden. Großen Wert legt Driveclub auf die Einbindung der Clubfunktion. In diesem könnt ihr euch mit fünf weiteren Freunden zusammentun und an neuen, zeitlich begrenzten Herausforderungen und Rennen teilnehmen. Zusammen sammelt ihr dann Punkte, wodurch ihr weitere Autos freischaltet. Des Weiteren lassen sich eigene Veranstaltungen erstellen, in denen anderen Spielern eure Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden und diese dann von diesen Spielern überboten werden müssen. Generell punktet Driveclub beim Online spielen, so kann man Rennen mit bis zu 12 weiteren menschlichen Spielern absolvieren, oder sich am Unterbieten von Herausforderungen, die von einem Freund gestellt wurden, versuchen. Das Hauptmanko an dem Onlinemodus ist, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt die Server recht instabil funktionieren.

Die Cockpit Ansicht wurde sehr detailreich gestaltet

Die Cockpit Ansicht wurde sehr detailreich gestaltet

 

Auf die PS Zahl kommt es an

Jedoch kann Driveclub auf technischer Seite überzeugen, denn bisher gibt es kein Rennspiel, das so gut aussieht. Egal ob bei Sonnenaufgang, wo feine Sonnenstrahlen sich an der Strecke spiegeln, oder das Fahren bei Nacht mit dem Aufleuchten der Rücklichter. Die Beleuchtung ist fabelhaft gelungen und sieht hübscher aus als bei jedem anderen Rennspiel der Konkurrenz. Zudem wirbeln bei Rennen zahlreiche, kleine Partikel physikalisch korrekt durch den Wind und wissen, zu begeistern. Auch die Bildrate läuft mit 30 Bildern pro Sekunde zu jeden Zeitpunkt stabil. Kollisionen haben nur visuelle Auswirkungen, die sich in Kratzern und Verformungen an der Karosserie oder Windschutzscheibe bemerkbar machen. Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben diese nicht. Das Fahrverhalten kann ebenso überzeugen, bei den Fahrzeugen merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass man ein Auto mit Gewicht steuert. Stets muss man darauf Achten, den richtigen Bremspunkt zu treffen, um die Kurve richtig zu nehmen. So sehr Driveclub aus optischer Sicht punktet, umso mehr enttäuscht das Spiel aus akustischer Sicht. Während des Rennens sind die Motorengeräusche etwas zu stumpf und während der Kurven nervt das penetrante, künstlich klingende Reifengequietsche. Auch die Musik, die man während des Rennens einschalten kann, tut dem Rennflair nicht gut. Wünschenswert wäre es hier gewesen, wenn man, wie in anderen vergleichbaren Spielen Musik von realen Künstlern verwendet hätte.

 

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Driveclub bietet detaillierte Fahrzeugmodelle.

 

 

 

Fazit:

Driveclub ist eines der besten Rennspiele, die es derzeit auf der Playstation 4 gibt. Dies ist aber nicht der Qualität des Spiels geschuldet, sondern eher der geringen Auswahl an Rennspielen auf der Konsole. Insgesamt ist Driveclub ein recht solides Rennspiel, welches sich zwischen Simulations- und Arcaderacer einpendelt. Zudem bietet es durch die gelungene Fahrphysik, Grafik und Clubeinbindung einen Grundstein, welchen man mit weiteren Nachfolgern weiter ausbauen kann. Denn es gibt einige Verbesserungsmöglichkeiten oder Zusatzfeatures, die man einbauen könnte. Zum Beispiel einen Splitscreen-Modus, verschiedene Schwierigkeitsgrade innerhalb der Karriere, verschiedene Fahrhilfen (Einblendung der Ideallinie), umfangreichere Fahrzeugauswahl etc…

78

 

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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