Dragonball Xenoverse – Wir spielen Gokus Helferlein in unserem Test

Die Dragonball Reihe hat weltweit eine gigantische Fangemeinde. Ob Serie, Film oder Videogames alles wird von den Fans mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Auf die, von Fans geliebten, Budokai Games folgt nun Xenoverse. Ob der neue Teil auf Augenhöhe mit seinen Vorgängern steht oder ob ihr das Spiel besser sofort weg teleportiert, erfahrt ihr in dieser Review.

 

Einmal Geschichte bitte … geschüttelt und gerührt

Endlose Male musste sich unser aller Liebling Son-Goku den unterschiedlichsten Feinden stellen. Auch wenn es immer wieder Rückschläge gab, Goku und seine Freunde waren letzten Endes doch immer siegreich. Freezer, Cell oder Boo alle haben sich am Ende seiner Kraft geschlagen gegeben müssen. Doch etwas rührt sich in der Vergangenheit. Einige Ereignisse sind plötzlich nicht mehr, wie sie waren. Radditz kann sich aus Gokus Griff befreien und so stirbt Goku allein durch Piccolos Teufelsspirale, der dann selbst Opfer von Radditz wird. Son-Gohan und Krilin sterben ebenfalls im Kampf gegen Radditz und Nappa. Was ist nur los? Zeit einzugreifen. Und das ist es was Trunks, der Sohn von Vegeta und Bulma vor hat. Mit Hilfe der sieben Dragon Balls beschwört Trunks Shenlong, den Drachen, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Shenlong soll ihm einen mächtigen Krieger bringen, der ihm helfen kann den Schaden in der Zeitlinie wieder zu reparieren. Nachdem ihr die ersten Fehler in der Zeitlinie repariert habt, fällt euch auf, dass eure Gegner eine lila schimmernde Aura besitzen. Diese ist dabei nicht nur optisch auffällig, sondern macht eure Gegner auch wesentlich stärker. Wer steckt aber hinter diesen Anomalien. Diese Frage beantwortet sich allerdings schneller als euch lieb ist. Ursache der Veränderungen sind die Dämonen Towa und Mira. Das teuflische Pärchen plant die Energie der mächtigsten Krieger zu sammeln, um die Barriere zum Dämonenreich zu brechen. Dadurch verursachen sie die Veränderungen in der Geschichte. So liegt es nun an euch und Trunks Time Force die Vergangenheit wieder geradezubiegen und Towa und Mira zu stoppen.

Towa (links) und Mira planen Böses.

Towa (links) und Mira planen Böses.

 

Kame-Hame-Ha

Zu Beginn möchte ich eines gleich vorwegnehmen. Dragonball Xenoverse konnte während meiner gesamten Testzeit nicht ein einziges Mal Verbindung mit den Online Servern herstellen. Daher kann ich keinerlei Aussagen über sämtliche Online Komponenten machen. Diese Tatsache ist aus verschiedenen Gründen ärgerlich, aber dazu später mehr. Xenoverse funktioniert im Grunde nach der bereits bekannten Formel. In einem Story Modus werdet ihr in die Dragonball Geschichte geworfen und spielt entscheidende Schlachten der Storyline nach. Diesmal könnt ihr allerdings wieder einen eigenen Charakter erstellen. Nachdem Trunks seinen Wunsch geäußert hat, gelangt ihr in ein Menü, in dem ihr zuerst eine der fünf verfügbaren Rassen wählen müsst. Dabei könnt ihr zwischen Menschen, Saiyajins, Namekianern, Majins oder Freezers Rasse wählen. Bis auf die Namekianer und Freezers Rasse bieten euch alle Rassen dann noch die Möglichkeit, ein Geschlecht zu wählen. Die Rassen unterscheiden sich dabei in ihren Stärken und Schwächen. Hier zählt also euer persönlichen Geschmack. Danach passt ihr die Optik und die Stimme eures Charakters an. Ist der Prozess abgeschlossen, startet ihr in das Spiel.

Wieder nehmt ihr es mit allerhand bekannten Gegnern auf.

Wieder nehmt ihr es mit allerhand bekannten Gegnern auf.

 

Home Sweet Home

Ihr findet euch in Toki Toki City wieder. Hier ist die Basis von Trunks und der Time Force. Toki Toki dient dabei als der Social Hub des Games. Hier könnt ihr mit den anderen Angehörigen der Time Force reden und in Shops eure Zennies für Klamotten und Items ausgeben. Auch findet ihr hier den Zugang zu diversen anderen Modi. Neben den Story Missionen könnt ihr nämlich in den klassischen Arena Turnieren antreten oder euch in die Parallel Quests stürzen. Die Parallel Quests sind Nebenmissionen mit speziellen Aufgaben, die erfüllen müsst. Besteht ihr die Missionen, erhaltet ihr Erfahrungspunkte, Items und Zenny. Mit den Erfahrungspunkten könnt ihr eure einzelnen Attribute erweitern, wie es euch beliebt. Eigenschaften wie Angriff, Verteidigung oder die Fähigkeit Energieangriffe zu verwenden werden durch eure Charakterwahl vorbestimmt. Danach müsst ihr euch entscheiden, ob ihr mit euren erspielten Punkten eure Schwächen ausgleichen wollt oder ob ihr weiter in eure Stärken investiert. Zu Beginn hatte ich bereits erwähnt, dass ich die Onlinekomponente nicht testen konnte und dies kommt jetzt nochmals zur Sprache. Toki Toki sollte nämlich eigentlich von anderen Spielern bevölkert sein, welche ihr dann sogar herausfordern könnt. Ebenso sind die Parallel Quests, im Koop, mit anderen spielbar. Die Tatsache, dass Ich diese Möglichkeit nicht testen konnte offenbarte aber eine weitere Schwachstelle des Spiels.

Trunks holt euch nach Toki Toki City um der TIme Force zu helfen.

Trunks holt euch nach Toki Toki City, um der TIme Force zu helfen.

 

KI Note – mangelhaft

Ohne die Möglichkeit mit echten Menschen zu spielen, musste ich mich nur mit der Unterstützung der KI in die Missionen begeben. Was zu Beginn kaum ein Problem darstellt, wird schon nach kurzer Zeit recht frustrierend. Mit zunehmender Stärke der Gegner scheinen eure computergesteuerten Helfer nämlich immer unwilliger zu werden euch Hilfe zu leisten. Das führt dazu, dass ihr es entweder im Grunde allein mit der Gegnerhorde aufnehmen müsst oder ihr ganz schnell wirklich allein seid, weil alle anderen K.O. gegangen sind. Die Kamera macht es dabei auch nicht gerade einfacher es mit Gegnern aufzunehmen. Was bereits in offenen Regionen unübersichtlich ist, wird in engen Räumen, wie zum Beispiel in Freezers Schiff, zum echten Chaos. Ständig dreht sich die Kamera, wobei es vorkommen kann, dass diese sogar das Äußere des Raums anzeigt und nicht das Innere. Ohne zu sehen gegen wen man kämpft ist scheitern praktisch vorprogrammiert. Das bekannte Heilungsfeature bringt leider nicht sehr viel. Denn auch wenn ihr dieses an euren Mitstreitern ausführen könnt, machen diese keinerlei Anstrengung euch zu heilen. Sodass ihr euch im Ernstfall also selber heilen müsst. Die Kommunikationsfunktion während der Kämpfe macht im Offline Mode nicht wirklich Sinn. Ihr könnt aber zwischen einigen vorgefertigten Phrasen wählen.

Fünf Rassen stehen zur Auswahl, drei davon mit zwei Geschlechtern.

Fünf Rassen stehen zur Auswahl, drei davon mit zwei Geschlechtern.

 

Gameplay Downgrade

Wer die Budokai Games kennt, weiß, wie gut und schnell die Steuerung funktionierte. Hier aber findet man ein deutlich abgespecktes Kampfsystem wieder. In den Budokai Spielen war es ein Zeichen für echten Skill, wenn man die Spezialfähigkeiten der Charaktere abfeuern konnte. In Xenoverse sind diese über ein Menü verfügbar, welches über einen simplen Tastendruck erreichbar ist. Habt ihr zum Beispiel das Kame-Hame-Ha einer Aktionstaste zugewiesen, öffnet ihr einfach schnell das Menü und drückt die Aktionstaste für die gewünschte Spezialattacke, fertig. Die einzige Bedingung ist, dass genug Energie habt, was allerdings selten ein Problem sein wird. Spezialangriffe haben also sehr an Reiz verloren, auch wenn deren Animationen noch immer sehr gut aussehen. Insgesamt ist das Kampfsystem eher enttäuschend. Eine Stamina Anzeige soll dafür sorgen, dass ihr ausgewogen kämpft, leider funktioniert das überhaupt nicht, denn echte Kombos gibt es im Spiel nicht und habt ihr erst mal bemerkt welche Moves keine Stamina verbrauchen, verwendet ihr fast nur noch diese. Ihr könntet wahrscheinlich auch viele Missionen nur mit einfachem Button Mashing bestehen.

Die Spezialattacken sehen zwar noch immer super aus, sind aber eher stärkere Standardangriffe.

Die Spezialattacken sehen zwar noch immer super aus, sind aber eher stärkere Standardangriffe.

 

Effektgewitter

In Sachen Grafik kann man Xenoverse nicht viel vorwerfen. Die Sequenzen sind alle sehr gut animiert und besitzen den Charme der Serie. Wer die verschiedenen Serien und Filme in der Dragon Ball Reihe verfolgt hat weiß was ihn hier erwartet und das diesmal sogar in HD. Dennoch ist es seltsam was man bei Bandai Namco unter zerstörbarer Umgebung versteht. Denkt man an die Serie denkt man an Berge, die zu Staub zerfallen, wenn man einen Gegner in sie hinein schleudert oder einen tiefen Krater der von Son-Gokus Genkidama hinterlassen wird. Nichts davon existiert im Spiel. Lediglich einige Bäume brechen mal ab oder andere kleinere Objekte werden zerstört. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen. Vor allem, wenn man dem Original treu bleiben will. Wenigsten hat man sich der Originalmusik bedient und einige der Stimmen sind ebenfalls aus den Animes bekannt. Seltsam ist allerdings, dass euer Charakter nicht spricht, obwohl ihr zu Beginn eine Stimme wählen könnt. Die Sounds eurer Spezialattacken sind wuchtig und ebenfalls direkt aus den Serien übernommen.

Fazit:

Xenoverse ist leider nicht der erhoffte Sprung in die nächste Generation. Skill hat in den Kämpfen leider kaum noch Platz, da so ziemlich jeder die Spezialattacken dauerhaft anwenden kann. Zusätzlich mindern Kameraprobleme und die recht dumme KI den Spielspaß. Für Fans zwar einen Blick wert, für alle anderen gibt es bessere Alternativen im Bereich der Fighting Games.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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