Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs – Test zur Rettung des Königreiches

Nach unserem Test von Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit stand für uns fest, dass noch etwas Luft nach oben ist. Das Spielprinzip der für den Nintendo 3DS portierten Version wirkte ziemlich veraltet und die Portierung wurde dank fehlender Touchscreennutzung und vielen anderen Kleinigkeiten nicht optimal genutzt. Doch mit Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs soll sich einiges ändern. Das Spiel wurde ebenfalls erstmals für die PlayStation 2 entwickelt und erschien 2006 in Europa. Von neuer Fotofunktion bis hin zur Schneller-Funktion soll alles dabei sein, was das moderne Gamer-Herz begehrt. Ob uns die Neuerungen wirklich überzeugen und ob das Spiel ähnlich gut abschneidet wie die Vorgängerportierung, das erfahrt ihr in folgendem Test.

 

Ich glaub, mich tritt ein Pferd

An einem schicksalsträchtigen Tag passiert es: Das königliche Zepter wird gestohlen! Doch nicht nur das, die ganze Hofschaft wird verflucht und der Hofnarr Dhoulmagus, dem wir das Dilemma zu verdanken haben, macht sich aus dem Staub. Die ganze Hofschaft? Nein! Ihr findet euch als königliche Palastwache im Schloss wieder und nehmt den König und die Pferdeprinzessin mit auf die Reise, um Dhoulmagus das Handwerk zu legen. Dabei bereist ihr als Gruppe viele Städte und Dungeons, die euch stärker werden lassen. Die Charaktere kommen einem dabei besonders vertraut vor, denn sie sind vom Dragon Ball-Zeichner Akira Toriyama gestaltet. Während eurer Reise müsst ihr in alter Manier die Rätsel des Spiels selbstständig lösen. Dafür könnt ihr beispielsweise mit NPCs reden, um Hinweise zu eurer aktuellen Quest zu bekommen. Dabei ist es mit beispielsweise passiert, dass ich in der frei begehbaren Open World in einem Dorf gelandet bin, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel angepeilt werden sollte. Mir wurde nur gesagt, ich solle zu einer Stadt im Süden laufen. Wie weit diese im Süden liegen soll, wurde nie gesagt! Innerhalb der Welt erwarten euch eine Oberwelt und viele Städte mit einem dynamischen Tag- und Nachtmodus. Dabei fungiert der Touchscreen als Karte. Ihr seht eine Minikarte mit den wichtigsten Symbolen wie Städten, Geschäften und vielem mehr. Dabei wird auch euer aktueller Standpunk angezeigt. Die Zoomfunktion zeigt euch weiter entfernte Gebiete an. Die Karte ist wirklich hübsch gestaltet und kann mithilfe des Touchpens bewegt werden. Um die komplette Welt genießen zu können, könnt ihr euch mithilfe der Schultertasten oder dem Steuerkreuz umsehen. Das Steuerkreuz ist bei gleichzeitiger Bewegung allerdings schwer zu bedienen, da sich das Steuerkreuz und das Schiebepad untereinander befinden. Mit den New Nintendo 3DS wird das Umsehen angenehmer als mit dem älteren Modell des Nintendo 3DS.

Die Welt von Dragon Quest kann euch einiges bieten

 

Ich gegen den Schleim

Das Kampf- und Dungeonsystem bleibt der Serie treu. In rundenbasierten Kämpfen haut ihr Monstern mächtig auf die Mütze, indem ihr Aktionen eingebt. Dabei könnt ihr mit eurer Waffe angreifen, Zauber benutzen, starke Fähigkeiten einsetzen, ein Items aus dem Gepäck benutzen, den gegnerischen Angriff abwehren oder euch Konzentrieren, damit der nächste Treffer ein Volltreffer wird. Habt ihr keine Lust auf lange Kämpfe, könnt ihr sogar die Geschwindigkeit des Kampfes höher stellen! Falls ihr überhaupt keine Lust auf Kämpfe habt, könnt ihr natürlich auch den Versuch wagen zu fliehen oder die Monster zu verjagen. Nach dem Kampf gibt es Erfahrungspunkte und Geld für das gesamte Team. Steigt ihr im Kampf eine Stufe auf, warten auf euch Talentpunkte, die investiert werden wollen. Mit den Talentpunkten ist es euch möglich, bestimmte Waffenarten zu verstärken oder neue Zauber und Fähigkeiten zu erlenen. In jeden Zweig können 100 Talentpunkte investiert werden. Überlegt euch also gut, in welche Waffe ihr eure Talentpunkte investieren wollt. Doch achtet darauf, dass ihr im Kampf nicht sterbt, denn dann erwacht ihr wieder in der Kirche mit der Hälfte eures Vermögens. Die Dungeons fallen leider ähnlich linear wie der Vorgänger aus. Ihr habt zudem keine Möglichkeit, mitten im Dungeon zu speichern. Sterbt ihr als kurz vorm Boss, heißt es: Pech gehabt, noch mal neu angefangen! Das ist bei dem hohen Schwierigkeitsgrad kein Zuckerschlecken und man muss seelenlos grinden, um einen ausreichend hohes Level zu erreichen. In den Dungeons und auch in der Oberwelt begegnen euch dabei an Vielzahl an altbekannten und neuen Monstern, die wirklich abwechslungsreich und bunt gestaltet sind. Allerdings erwarten euch in der Oberwelt viel zu viele Monster, sodass ihr euch manchmal keine fünf Meter bewegen könnt, ohne direkt von einem Monster wie dem Paprikapeiniger attackiert zu werden.

Solch süße Wesen beheimatet das Königreich

 

Die Neuerungen des Spiels

Eine der größten Neuerungen in Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs ist der Fotomodus. Ab einem bestimmten Zeitpunkt steht euch die Foto-Safari zur Verfügung, in welcher ihr Fotos von diversen Charakteren und Ortschaften machen und dem Questgeber zeigen müsst. Dabei drückt ihr den Startknopf des Nintendo 3DS und drückt auf den Auslöser. So einfach geht’s! Beim Erreichen einer bestimmten Anzahl an Stempeln auf eurer Stempelkarte erhaltet ihr nützliche Items als Belohnung. Dabei könnt ihr auf eurer Reise sogar Selfies machen und Posen auswählen. Ihr könnt euren Charakter aber auch ausblenden, damit dieser die tolle Sicht auf ein Gebäude nicht bedeckt. Wie es sich für einen professionellen Fotografen gehört, könnt ihr zudem mit Filtern, Rahmen und Stickern eure Fotos verzieren. Bis zu 100 Fotos können auf eurer SD-Karte gespeichert werden. Die neue Foto-Funktion bringt noch mehr Anreiz ins Spiel, da man auf der Reise bedachter durch die Welt geht und nach Monstern und anderen Gegenständen Ausschau hält. Doch dabei bleibt es nicht: Ihr könnt zwei weitere Charaktere in eure Gruppe holen, die es im PS2-Spiel nur als NPC gab.

Traumhaft, nicht wahr?

 

Der Vergleich mit Dragon Quest VII

Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs bietet einen viel schnelleren Einstieg als noch der Vorgänger. Innerhalb der ersten halben Stunde habt ihr alle wichtigen Funktionen im Spiel gesehen. Ihr habt in den ersten fünf Minuten des Spiels euren ersten Kampf hinter euch und nach etwas weiterer verstrichener Zeit euren ersten Dungeon. Es gibt keinen Einstieg in der Geschichte von Dragon Quest VIII, die Story wird nach und nach mit der Zeit erzählt und lässt zu Beginn viele Fragezeichen in den Augen des Spielers. Allerdings hat der schnellere Einstieg auch positive Auswirkungen: Fans sparen sich so Zeit mit ätzenden Tutorials, denn das Kampfsystem lässt sich selbst als Neuling schnell erlernen. Des Weiteren erhaltet ihr im Spiel schneller den Zauber, mit dem ihr zwischen besuchten Orten hin- und herteleportieren könnt, sodass ihr euch lästige Reisewege spart. Allerdings hat Dragon Quest VIII viele Spielmechaniken aus dem Vorgänger übernommen. Das Spiel hat immer noch ein umständliches Inventarsystem. Wollt ihr Charaktere mit Gegenständen ausrüsten, müsst ihr viel umherklicken, damit das gute Stück im richtigen Inventar oder am Körper eures Charakters landet. Auch am sehr hohen Schwierigkeitsgrad, den schon der Vorgänger ausgezeichnet hat, beißen sich Neulinge der Dragon Quest-Reihe die Zähne aus. Doch es lohnt sich, am Ball zu bleiben! Zudem fällt auf, dass die Charaktere eine ausdrucksstärkere Mimik und Gestik als im Vorgänger haben, auch die Grafik wirkt etwas aufpoliert. Da kann es auch vorkommen, dass sich euer Gesprächspartner mit der Hygiene seiner Nase beschäftigt.

Positiv:

Foto-Modus bringt zusätzliche Spielstunden und macht Spaß
Schneller Einstieg ins Spiel ohne nervtötende Tutorials
Dynamischere Mimik und Gestik sowie englische Sprachausgabe der Charaktere
Gelungenes und kreatives Design der Monster
Eingebaute Touchscreenfunktion sinnvoll

Negativ:

Umständliches Inventarsystem
hoher Schwierigkeitsgrad zwingt einen oft in die Knie
Oberwelt viel zu vollgepackt mit Monstern
Linear gestaltete Dungeons, die nur ab und an mit Truhen aufwarten
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58908″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Jasmin Paskuda, Redakteurin”]

“Insgesamt fällt auf, dass Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs moderner ist als sein Vorgänger. Euch erwarten viele neue Funktionen, die den Spielspaß ungemein steigern. Trotz allem ist sich die Dragon Quest-Reihe mit Kampf- und Dungeonsystem treu geblieben. Allerdings müsst ihr viel Zeit und Kraft in das Spiel stecken, da es keineswegs „mal eben so“ zwischendurch gespielt werden kann. Ihr müsst häufig leveln, um diverse Bossgegner besiegen zu können. Doch investiert ihr genügend Zeit in das Spiel, erwarten euch spannende Rätsel, die eigenständig gelöst werden wollen und lustige Charaktere, die im Akira Toriyama-Stil nett anzusehen sind. Demnach kann ich Dragon Quest allen empfehlen, die klassische RPGs mögen und gefordert werden wollen. Alle Feierabenddaddler, die nur kurz eine Runde spielen wollen, sollten hiervon besser die Finger lassen.”

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Lohnt sich die Rettung des Königreiches?

Auf jeden Fall! Das Spiel ist für Jung und Alt geeignet und fordert besonders durch den hohen Schwierigkeitsgrad. Demnach ist das Spiel nicht für Zocker zu empfehlen, die nur auf Gelegenheitsspiele aus sind.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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