Divinity Original Sin: Enhanced Edition – Test zur Konsolenneuauflage

Nachdem Divinity: Original Sin im Juni 2014 erschien, wurden nun auch die Playstation 4 und Xbox One mit der Enhanced Edition ausgestattet. Bei dem Spiel handelt es sich um ein rundenbasiertes Rollenspiel, bei dem ihr alleine oder im Team die Welt Rivellon erkunden könnt. Ob die Konsolenfassung (in unserem Fall die PS4-Version) überzeugen kann, lest ihr im folgenden Test.

 

Die Reise eines Quellenjägers

Zu Beginn des Spiels habt ihr die Auswahl zwischen zwei Quellenjägern, die ihr entweder beide alleine oder jeweils mit einem Freund zu zweit spielen könnt. Diese könnt ihr ganz nach Belieben gestalten, vom Aussehen bis zum Geschlecht bleibt kaum ein Wunsch offen.  Bei den Klassen hat sich in der Enhanced Edition etwas getan: Statt der früheren 11 Klassen könnt ihr nun eine neue 12. Klasse auswählen, den Inquisitor! Als fernkampfaffiner Inquisitor namens Aratic und schleichende Schattenklinge mit dem Namen Kerona machen mein Mitstreiter und ich uns auf den Weg nach Cyseal. Hier erwartet uns ein Mordfall, den es zu lösen gilt. Dass sich dieser später als etwas viel Größeres entpuppt, mit dem der Spieler zu Beginn nicht gerechnet hat, verleiht dem Spiel einen spannenden Handlungsstrang. Neben jenen Quests zur Hauptstory bietet sich dem Spieler die Möglichkeit, unzählige Nebenquests zu erledigen, bei denen es euch freisteht, ob und wie ihr sie löst. Ihr könnt die Hauptstory komplett hinten anstellen und so zunächst die Spielwelt von Divinity entdecken. Eure Taten wirken sich auch auf das Spiel aus, denn ermordete Personen können uns später keinen Gefallen mehr leisten! Die große Welt in Divinity: Original Sin Enhanced Edition wird zudem durch die vielen NPCs belebt, die das Spiel realistischer wirken lassen und einem viele Interaktions- und Handelsmöglichkeiten bieten.

Ihr könnt entweder als Team agieren oder komplett eigenständig Quests erledigen

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Durch die Vorauswahl der Klasse eures Charakters verpasst ihr seiner Entwicklung lediglich einen Rahmen, in dem ihr euch frei entfalten könnt. So sind zum Beispiel bestimmte Fertigkeiten und Rüstungen vorgeschrieben, die Skillpunkte, die ihr im Laufe des Spiels erhaltet, könnt ihr allerdings frei verteilen. So könnte euer Charakter ganz individuell gestaltet und eurer Spielweise angepasst werden. Die Kämpfe in Divinity sind rundenbasiert. Für jede Runde stehen eurem jeweiligen Charakter Aktionspunkte zu, die sich nach Verbrauch in jeder Runde stückchenweise reaktivieren. Ihr müsst euch also gut überlegen, welche Aktion ihr ausführen wollt: Eine falsche Entscheidung und euer Mitstreiter könnte sterben. Dementsprechend solltet ihr euch zu Beginn des Spiels in die Startgebiete begeben, da ihr in stärkeren Gebieten kaum eine Chance gegen die Überzahl eurer Gegner haben werdet. Eine Option bietet euch die Flucht, bei der ihr bei einem der entdeckten Wegportale gelangen könnt. Vor der Erkundung Rivellons solltet ihr euch zunächst in der Hauptstadt Cyseal mit wichtigen Objekten und Ausrüstung ausstatten, um gegen stärkere Gegner zu bestehen. Allerdings müsst ihr bei Interaktionen mit anderen Personen auf Textberge gefasst sein, die sich vor euch auftun. Diese werden mit der Konsolenfassung allerdings erträglicher, da die Texte durch eine englische Sprachausgabe begleitet werden. Dadurch fällt einem das Mitlesen leichter und man verfolgt das Geschehen aufmerksamer. Auch die Dialoge eurer Mitstreiter werden vertont: Ihr könnt zwar komplett eigenständig durch die Welt reisen, müsst euch aber bei wichtigen Entscheidungen absprechen und demokratisch entscheiden. Die Streithähne unter euch müssen sich im Schere Stein Papier messen, um eine Entscheidung zu fällen. Ihr besitzt auch euer eigenes Inventar und Items lassen sich schnell hin- und herschieben. Statt einer Maus müsst ihr euren Charakter in der Konsolenversion natürlich mit dem Gamepad steuern, welches aber optimal genutzt wird. Durch L2 könnt ihr euren Charakter wechseln und Mitstreiter voneinander trennen und durch R2 öffnet ihr das Hauptmenü. Auch im Kampf werden alle Buttons gut belegt. Speichern könnt ihr über den Options Button, was nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Natürlich bietet sich wie in allen weiteren Spielen für die PS4 die Möglichkeit, über den Share Buttons Videos und Screenshots mit der Community zu teilen. Auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich schnell variieren, falls die Gegner mal zu schwer werden – trotzdem würde ich den Schwierigkeitsgrad des Spiels als hoch einstufen.

Die malerische Atmosphäre lässt einen komplett ins Spiel eintauchen

 

Wo ist nur meine Lupe?

Die Konsolenfassung von Divinity behält die tolle Grafik des Vorgängers bei. Mit ansprechender Farbgebung und schönen Texturen lässt sich die Spielwelt glatt doppelt so spaßig erkunden. Allerdings wurden auch die detailarmen Charaktere beibehalten. Die Animationen sind insgesamt flüssig und auch das Ausblenden von Objekten, hinter denen sich unser Charakter befindet, bleibt erhalten. Was allerdings direkt auffällt: Die Texte von Dialogen, Inventaren, Büchern usw. sind teilweise viel zu klein. Gerade, wenn ihr im Splitscreen-Modus spielt, wird euer Fenster unübersichtlich und unleserlich. Wenn ihr mehr als einen Meter vom Fernseher entfernt sitzen wollt, benötigt ihr einen Fernseher mit einer hohen Zoll-Zahl oder Adleraugen. Hier hätte eine Anpassung an die Konsolenversionen erfolgen sollen, da der Spieler nicht mehr direkt vorm Bildschirm sitzt, sondern teilweise einige Meter vom Fernsehgerät entfernt zockt. Die Texte hätten dementsprechend größer dargestellt werden müssen. Positiv fällt mir allerdings auf, dass das Interface grafisch neu gestaltet und angepasst wurde. Insgesamt merkt man dem Spiel allerdings an, dass es für den PC entwickelt wurde. Die Welt von Divinity wird wie in der originalen Version durch malerische Musik und tolle Soundeffekte unterstützt und lässt einen tiefer in die Spielewelt abtauchen. Auch Effekt-Geräusche bei Zaubern haben Wiedererkennungswert und sind sehr gut gelungen. Auch Gespräche, die man aufschnappt, während man durch die Straßen der Stadt läuft, tragen zu einer stimmungsvolleren Atmosphäre bei.

Was hier noch übersichtlich wirkt, erfordert im Splitscreen Adleraugen

 

Fazit:

Divinity Original Sin: Enhanced Edition für alle jene RPG-Fans, die ihrer Kreativität in der Charaktergestaltung freien Lauf lassen möchten. Das Spiel vereint klassische Spielelemente mit einer frei erkundbaren Welt und einem ironischen Humor, der sich in viele Spielerherzen schleicht. Es ist kein einsteigerfreundliches Spiel, bietet aber den geduldigen Spielern einen spaßigen Koop-Modus, freie Entscheidungsgewalt und zahlreiche Quests. Einer der größeren Unterschiede zur damaligen PC-Version bildet die neue Vertonung der Dialoge, die die Spielewelt viel interessanter gestaltet. Allerdings hätte die Textgröße an den TV-Bildschirm angepasst werden müssen, was dem Spiel allerdings keinen Abbruch tut.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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