Disgaea 5: Alliance of Vengeance – Test zum dämonischen Taktik-RPG

Vor 13 Jahren wurde der erste Teil in der Disgaea-Reihe veröffentlicht. Seitdem hat sich die Reihe zu einem der Aushängeschilder des Tactical-RPG Genres gemausert. Fans hat die Reihe vor allem unter Hardcore Rollenspielern, da sich Disgaea nie davor gescheut hat anspruchsvolle Mechaniken zu nutzen, anstatt auf leichten Zugang zu setzen. Das größte Markenzeichen der Spiele ist aber immer noch der großartige Humor und die sympathischen Charaktere. Da es im Moment noch nicht sehr viel Konkurrenz für Disgaea auf der PS4 gibt, haben wir uns mal angeschaut, ob auch hier wieder ein Hit auf euch wartet.

 

Das ist die Story, DOOD!

Die Welt von Disgaea 5 ist in viele Netherworlds unterteilt. Netherworlds sind eigenständige Welten, die jeweils unter der Kontrolle eines Herrschers stehen, dem Overlord. Der brutale Overlord Killidia herrscht über die Netherworld Cryo Blood. Killidia wird von allen respektiert, denn er gilt als einer der stärksten Overlords (Overlords verfügen zudem über besonders mächtige Fähigkeiten, die ebenfalls Overlord genannt werden). Eines Tage jedoch scheint er seinen Meister gefunden zu haben. Im Kampf gegen den Dämon Goldion unterliegt er dessen überlegener Kampftechnik. Anstatt Killidia aber zu vernichten, bietet Goldion an, ihn zu unterrichten. Killidia nimmt das Angebot natürlich an, jedoch mit dem Hintergedanken Goldion später damit zu besiegen. Doch alles kommt anders als geplant, als er Goldions Tochter Lieze kennenlernt und sich verliebt und von da an als Killia sanftere Töne anschlägt. Die Beziehung, die zwischen Killia, Lieze und Goldion entsteht, ist Liezes Zwillingsbruder jedoch ein Dorn im Auge. Void Dark ist eifersüchtig, denn er wollte eigentlich die Overlord seines Vaters erlernen. Goldion verweigerte ihm das jedoch, da er mit seiner Boshaftigkeit nicht imstande wäre die letzte Stufe dieser Fähigkeit zu meistern. Da aber auch Killia aufgrund seiner Vergangenheit nicht fähig ist die letzte Stufe zu erlernen, will er sich davon machen. Lieze besteht allerdings darauf mitzukommen, woraufhin es zur Konfrontation mit ihrem Bruder kommt. Zwischen den Fronten passiert, was passieren muss und Lieze wird getötet. Von nun an herrscht böses Blut und ihr müsst euch Void Dark und seiner Armee entgegenstellen. Ach ja und nicht vergessen das Curry zu retten.

Killia, Seraphina und Red Magnus sind nur drei der vielen Charaktere.

Killia, Seraphina und Red Magnus sind nur drei der vielen Charaktere.

 

Es gibt viel zu lernen, DOOD!

Disgaea war schon immer für seine umfangreichen Systeme und Mechaniken bekannt. Forderndes und motivierendes Strategie Gameplay mit jeder Menge Stat-Management erwartet euch hier. Wer auf der Suche nach einem einfachen Game ist, der sollte sich hier auf eine Herausforderung gefasst machen. Das soll nicht heißen, dass man euch den Einstieg schwer macht. Stück für Stück erklärt man euch die Bewegung auf dem Kampfgrid, wo und wie ihr euch am besten positioniert. Langsam führt man euch dann an Mechaniken wie heben und werfen heran oder auch an die Geo Panels auf dem Grid die spezielle Zustände bewirken, je nachdem wo ihr steht. Neben den bekannten Mechaniken erwarten euch aber auch neue, die das Gameplay während der Kämpfe durchaus bereichern und erweitern. Eines der neuen Systeme ist der “Revenge Mode”. Steckt einer eurer Charaktere Treffer ein, so steigt sowohl seine als auch die Revenge-Anzeige der Mitstreiter, die in seiner direkten Nähe stehen. Ist die Anzeige voll, erfährt der Charakter einen Statusboost und ihr teilt dann zu 100% kritische Treffer aus und verursacht damit mehr Schaden. Aber da ist dann noch nicht Schluss. In diesem Status habt ihr dann Zugriff auf eure Overlord-Fähigkeiten. Diese sind für die Charaktere unterschiedlich. Seraphina, die sich eurer Party anschließt, kann mit ihrer Overlord männliche Feinde in ihrer Nähe verwirren, sodass diese sich selbst oder ihre eigenen Leute angreifen. Red Magnus, ein weiterer Mitstreiter, wird durch seine Overlord zu einem megastarken Riesen. Mit diesen Fähigkeiten könnt ihr so manchen harten Kampf schnell hinter euch bringen. Doch solltet ihr auch etwas vorsichtig planen, denn auch eure Gegner verfügen über eine Revenge-Anzeige. Füllt ihr mit euren Attacken die Anzeige eines Bossgegners, kann dieser in letzter Minute noch zu einem alles vernichtenden Megamonster mutieren und euch in einem Schlag ausradieren. Aber auch abseits des Schlachtfelds gibt es Neuerungen. Ihr könnt Charaktere bestimmten Squads zuzuweisen. Zum Beispiel eine Squad, die sich um Heilung kümmert oder eine, die Gegner einfängt. Der Vorteil ist, dass diese Squads dann eigenständig ihre Aufgaben übernehmen. Mit den gefangenen Gegnern könnt ihr aber auch noch etwas anfangen. Diese könnt ihr nämlich verhören. Im Verhörzimmer könnt ihr mit verschiedenen Methoden und Mitteln die Gefangenen dazu bringen sich euch anzuschließen oder ihr wandelt sie zu Upgradematerial für andere Charaktere um. Nichts wird hier verschwendet.

Wer sich nicht durch Stats und Zahlen wühlen will, ist hier absolut falsch.

Wer sich nicht durch Stats und Zahlen wühlen will, ist hier absolut falsch.

 

Man ist das bunt, DOOD!

So wie üblich ist auch Disgaea 5 wieder ein knallbunter Anime Trip allererster Güte. Die Charaktere sind serientypisch irgendwo zwischen Chibi und normalen Charakteren angesiedelt. Die Figuren, sowie die gesamten Welten wirken extrem lebendig. Monster sind hier aufgrund ihres Designs echte Lieblinge geworden, was man durchaus auch dem knuddeligen Design zusprechen darf. Dennoch gibt es einige Kritikpunkte im Bereich Sound. Die Musik ist zu 99% sehr gut, umso mehr fällt aber leider der eine große Ausrutscher auf. Diesen bekommt ihr auf die Ohren, wenn ihr euch in eurem zentralen Hub befindet. Die Hintergrundmusik wäre sogar vollkommen in Ordnung, wenn nicht die schreckliche Sängerin ertragen müsste. Eine Darbietung wie diese, würde man sonst wohl nur in den Outtakes bei Deutschland sucht den Superstar zu hören bekommen. Wenn man nur sehr wenig Zeit im Hub verbringen würde, wäre das kein Problem, aber ihr verbringt leider einiges an Zeit dort, während die nervige Frau im Hintergrund auf Endlosschleife steht. Darüber hinaus ist die restliche Musikauswahl aber hervorragend und kann sich wirklich hören lassen.

Der Humor der Reihe ist natürlich wieder an Bord. Prinny's inklusive.

Der Humor der Reihe ist natürlich wieder an Bord. Prinny’s inklusive.

 

Fazit:

Disgaea 5 beweist, dass Substanz wichtiger ist als alles andere. Die Story selbst ist zwar im Vergleich zu seinen Vorgängern etwas schwach, der Humor und das komplexe, fesselnde Kampfsystem machen das aber wieder wett. Das Spiel nimmt sich vor allem selbst nicht so ernst und haut euch einen Curry Gag nach dem anderen um die Ohren. Die kultigen Prinny’s sorgen zudem immer wieder für ein breites Grinsen, DOOD. Auch wenn die Spielzeit für die Hauptstory etwas kurz scheint, warten danach noch unzählige Quests darauf von euch gespielt zu werden. Die neu hinzugefügten Systeme könnten zwar durchaus etwas Feintuning vertragen, sind aber kein ultimatives Hindernis. Fans von Tactical-RPG’s sollten auch hier wieder ohne Sorgen zugreifen, denn hier gibt es wieder einen echten Zeitfresser.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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