Disaster Report 4: Summer Memories – Test zur spielbaren Katastrophe

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Disaster Report 4: Summer Memories [Playstation 4]
  • Realistische Gefahren: Das Spiel und das darin vorkommende Szenario wurde in Zusammenarbeit mit dem Kobe City Fire Bureau entwickelt
  • Hindernisse an jeder Ecke: Einstürzende Gebäude und unkontrollierte Brände, an jeder Ecke warten Gefahren
  • Erst denken, dann handeln: Das Verhalten in jeder Situation muss genauestens durchdacht sein
  • VR-kompatibel
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Releasedatum: 7. April 2020

Genre: Survival Adventure

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: NIS America

Plattformen: Playstation 4, Nintendo Switch

Mit Disaster Report 4 Summer Memories kehrt die in Japan sehr beliebte Reihe nach Europa zurück. Erdbeben, einstürzende Häuser und Explosionen sind dabei nur einige der Gefahren, die euch erwarten. Wir haben uns den Titel angeschaut und liefern euch jetzt unseren Disaster Report ab.

 

Ein interaktives Testprogramm

Disaster Report 4 bietet keine klassische Story im eigentlichen Sinn, so viel schon mal gleich vorweg. Das Spiel startet mit einer Notfallnachricht auf dem Handy eures Charakters. Kurz danach folgt ein großes Erdbeben und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Von hier an ist es eure Aufgabe, von einem Bereich der Stadt zum nächsten zu kommen, ohne dabei Nachbeben, Explosionen, herabstürzenden Objekten oder ähnlichen Dingen zum Opfern zu fallen. Dabei müsst ihr immer wieder mit anderen NPCs interagieren, von denen manche euch dann kleinere Aufgaben liefern oder tiefere Einblicke in ihr Leben geben. Und hier spielt Disaster Report seine eigentliche Stärke aus, denn oft bekommt man hier zu hören, wie sich die Leute eher um ihre Firma, ihren Job oder um ihr durch den verlorenen Job gesunkenes Ansehen sorgen, sollten sie durch die Katastrophe all dies verlieren. Man findet jede Facette der gesellschaftlichen Probleme wieder, die es in Japan gibt. Und dieser Aspekt ist wirklich interessant. Wirklich langweilig ist leider die eigentliche Realisierung der Dialoge, denn diese erinnern an die vorgefertigten Antworten in einem Test. Oft gibt euch das Spiel bis zu einem Dutzend an Antworten, bei denen sich viele sehr ähnlich sind. Ihr sollt aus diesen die Antwort wählen, die eurer Reaktion in der Situation am nächsten kommen würde. Wirkliches Story Feeling gibt es hier nicht.

Disaster Report 4 Summer Memories

Die Stadt hat ganz schön gelitten und so wird es auch euren Augen ergehen.

 

Sehr wenig Spiel im Spiel

Auch wenn die Dialoge gut sind, trifft das leider nicht für das eigentliche Gameplay zu. Disaster Report bietet diverse Systeme, von denen aber keins wirklich genutzt wird oder Auswirkungen hat. Manche der Antworten, die ihr wählt, oder Hilfe, die ihr anderen zukommen lasst, geben euch Moralpunkte. Diese Punkte haben jedoch keinen weiteren Zweck, ihr bekommt rein gar nichts dafür, lediglich ein Maß dafür, wie oft ihr moralisch richtig gehandelt habt. Wie bei Survival Titeln üblich gibt es auch Hunger und Durst, die es zu stillen gibt, sowie das Bedürfnis sich zu erleichtern. Aber zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass dieses System ebenfalls keine Konsequenzen hat. Ihr verliert keine Stamina oder oder Ähnliches, auch wenn ihr Lebensmittel und Wasser aufsammelt, könnt ihr all das einfach ignorieren. Ich habe im gesamten Verlauf des Spiels jedenfalls kein einziges Mal einen Gedanken daran verschwendet. Ebenso langweilig ist die Struktur des Spiels, denn ihr findet euch meist an einer Kreuzung wieder und jede der vier Richtungen wird durch ein umstürzendes Haus oder beliebiges Hindernis versperrt, sobald ihr euch nähert. Nachdem ihr also eingesperrt seid, müsst ihr nun jeden NPC ansprechen, der in dem Areal umherläuft, um die zu finden, die den Verlauf der Handlung weiterbringen. Leider gibt euch das Spiel keine Marker, wer wichtig ist und wer nicht, oder was als Nächstes zu tun ist. So bleibt euch nur, in jedem neuen Bereich den gleichen Ablauf durchzugehen. Ich verrate hier nicht zu viel, wenn ich sage, dass ihr keine Abwechslung mehr nach dem vierten oder fünften Areal geboten bekommt. Der Ablauf ist immer alle Ausgänge checken, jeden NPC ansprechen, eine Aufgabe lösen und in den nächsten Bereich entkommen, wobei ihr versucht, die Nachbeben und ihre Konsequenzen zu überleben. Ach ja und der Kompass im Spiel, für den ihr massig Skins finden könnt, ist absolut wertlos, genauso wie die Karte.

 

Mindestens zwei Generationen zu spät

Ich hatte bereits die Demo für die Switch ausprobiert, als diese veröffentlicht wurde. Schon hier fiel mir auf, dass insbesondere bei Bewegung die Kanten von Objekten flimmernde Artefakte aufwiesen. In der fertigen Playstation 4 Version sind diese nun exakt so auch vorhanden. Insgesamt gibt es kaum einen visuellen Unterschied zwischen der Switch und PS4 Version, was hier aber kein gutes Zeichen ist. Vielmehr sieht der Titel wie ein Playstation 2 Spiel aus, das man für einen Re-Release auf der PS3 vorbereitet, aber erst jetzt auf der PS4 veröffentlicht hat. Animationen sind starr, Texturen sind ein Desaster für sich und die geskripteten Events sehen unfreiwillig lustig aus. Ich musste schon schmunzeln, als ein großes Gebäude plötzlich umknickte wie ein Streichholz, nur um mir den Weg zu versperren. Die technische Leistung ist unterdurchschnittlich in allen Bereichen.

Disaster Report 4: Summer Memories [Playstation 4]
  • Realistische Gefahren: Das Spiel und das darin vorkommende Szenario wurde in Zusammenarbeit mit dem Kobe City Fire Bureau entwickelt
  • Hindernisse an jeder Ecke: Einstürzende Gebäude und unkontrollierte Brände, an jeder Ecke warten Gefahren
  • Erst denken, dann handeln: Das Verhalten in jeder Situation muss genauestens durchdacht sein
  • VR-kompatibel
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Positiv:

Dialoge enthüllen gut die Eigenheiten der japanischen Gesellschaft

Negativ:

Das Spiel ignoriert seine eigenen Mechaniken wie Durst durchweg und beraubt sich dabei seines Gameplays
Die Struktur des Spiel zwingt euch immer in den gleichen Ablauf und bietet keine Abwechslung
Animationen und die technische Leistung insgesamt sind ein Desaster für sich
Wer nicht auf interaktive Persönlichkeitstests steht, wird hier nicht glücklich
  • Disaster Report 4: Summer Memories
    “Disaster Report 4 Summer Memories ist gleichzeitig ein interessanter Einblick in die japanische Gesellschaft, aber auch leider ein recht enttäuschendes Spiel. Die Dialoge, die ihr mit Charakteren im Verlauf der Handlung führt, geben oft tiefe Einblicke in die dortige Kultur und wirklich realitätsnah. Auf der anderen Seite sieht das Spiel wie ein PS2 Titel aus, der für PS3 optimiert und letztlich für Playstation 4 veröffentlicht wurde. Systeme im Spiel werden komplett ignoriert und häufig spult ihr den gleichen Ablauf durch, um in das nächste Areal zu kommen. Dabei ist das Ganze eher wie ein interaktiver Verhaltenstest und wirkt weniger wie ein echtes Spiel. Wer gerne mal erleben will, was die japanische Gesellschaft und deren Sorgen ausmacht, der sollte sich den Titel anschauen. Jeder, der primär ein gutes Survival Spiel sucht, sollte einen großen Bogen um Disaster Report 4 machen.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Als Spiel kaum zu gebrauchen und nur zu empfehlen, wenn man etwas mehr über die japanische Gesellschaft lernen will.

Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

1 Kommentar

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