Digimon Story: Cyber Sleuth – Test zum Digimon Detektiv RPG

Im März 2015 beglückte Bandai Namco die japanische Vita Fangemeinde mit einem vollwertigen Digimon JRPG. Der Vita exklusive Titel erregte sehr schnell weltweit die Aufmerksamkeit von Vita Gamern, wie mir selbst. So dauerte es auch nicht lange bis Kampagnen gestartet wurden, um Bandai Namco dazu zu bewegen Digimon Story: Cyber Sleuth auch außerhalb Japans zu veröffentlichen. Und mal wieder hat die Community etwas bewegt, denn Bandai lenkte ein und brachte hierzulande jetzt nicht nur die Vita-Version, sondern auch eine PS4-Version auf den Markt. Meine Erfahrungen mit dem Spiel könnt ihr jetzt nachlesen.

 

Virtuelle Welten

Bei einem Treffen im Online-Chat mit seinen Freunden, verabredet sich der junge Takumi mit zweien seiner Freunde. Sie wollen herausfinden was es mit einer mysteriösen Aufforderung eines Admins auf sich hat. Am nächsten Tag finden sich Takumi, das rothaarige Energiebündel Nokia und der stille Arata zusammen. Schon kurz darauf macht ihr Bekanntschaft mit einem seltsamen Jungen. Dieser stattet euch mit einem Digimon-Capture-Programm aus und ihr erhaltet auch euer erstes Digimon. Plötzlich macht ihr jedoch die Bekanntschaft mit einem Eater, einem Daten fressenden Wesen. Arata stellt sich als Hacker heraus und verhilft allen zur Flucht. Als Takumi sich jedoch ausloggen will, erwischt ihn der Eater und etwas läuft schief. Zurück in der realen Welt findet ihr euch als digitales Wesen wieder, eurer realen Form beraubt. Die Cyberdetektivin Kyoko Kuremi nimmt sich Takumi an und nicht nur das. Sie stellt euch als ihren Gehilfen ein und so werdet ihr zum waschechten Cyber Sleuth. Von nun an ermittelt ihr in den Fällen die eure Agentur hereinbekommt und sucht auch nach Hinweisen in eurer eignen Sache. So kommt ihr dem Phänomen Eden Syndrom auf die Spur. Menschen fallen nach dem Aufenthalt im Eden Netzwerk plötzlich ins Koma. Genau das ist es, was Takumi selbst passiert ist und während er Fälle löst, liegt sein realer Körper im Koma. Eine Heilung scheint nicht in Sicht. Doch das bleibt nicht die einzige Bedrohung, denn in ganz Tokio erscheinen immer wieder digitale Phänomene und es scheint, als würde die reale mit der digitalen Welt kollidieren. Es ist nun an euch eure Fähigkeiten als Schnüffler einzusetzen, um die Vorgänge im Hintergrund aufzudecken. Und natürlich auch alle 242 Digimon zu sammeln, aber das versteht sich ja von selbst. Das Spiel umfasst dabei 20 Kapitel, die zwar sehr unterhaltsam sind, aber in manchen Kapiteln nur sehr langsam vorankommt.

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In der digitalen Welt von Eden geht etwas vor sich.

 

Die Digimon Sammelaktion

In Digimon Story erwartet euch ein klassisches rundenbasiertes Kampfsystem. Ihr könnt eine Party von drei Digimon aktiv in den Kampf führen und einige als Reserve mitnehmen. Wie groß eure Reserve ausfällt, hängt von eurer Speicherkapazität ab. Je stärker das Digimon, umso mehr Speicher verbraucht es. Im Verlauf der Story erhaltet immer wieder Speicherupgrades, die es euch ermöglichen eure Truppe zu erweitern. Die Digimon teilen sich in drei generelle Datentypen ein: Virus, Vaccine und Data. Nach dem Stein, Schere, Papier Prinzip verschafft ihr euch Vorteile im Kampf. Virus ist gut gegen Data, Data gegen Vaccine und Vaccine ist Virus überlegen. Hinzu kommt aber noch die Elementzugehörigkeit. Diese können den Schaden noch mal um einiges steigern. Das Digitationssystem bietet dabei eine Vielzahl an Möglichkeiten, die einzelnen Digimon zu entwickeln, da euch bei jedem in jeder Entwicklungsstufe mehrere Optionen offen stehen. So wird es aber häufig auch etwas unübersichtlich, denn sofern ihr die Digimon noch nicht gesehen habt, werden diese auch nicht als mögliche neue Entwicklungsstufe angezeigt. Daher vor jeder Digitation besser kurz speichern und das Ergebnis abwarten.

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Die Digitationen sehen sehr cool aus.

 

Abseits der Story noch mehr Sammeln

Natürlich bietet Digimon Story als RPG noch mehr zu tun als bloß die Hauptstory. So könnt ihr zum Beispiel Digimon, die ihr nicht mitnehmen könnt, auf einer digitalen Farm absetzen, dort trainieren, Items herstellen oder nach neuen Nebenmissionen suchen lassen. Bis zu vier dieser Farmen könnt ihr im Verlauf herstellen und dann auch noch in mehreren Stufen erweitern. Digimon, die ihr nicht mehr benötigt, könnt ihr gegen XP in andere Digimon laden. Wollt ihr euch dann mal mit anderen Digi Tamern messen, könnt ihr euch in die Online Arena wagen, wo ihr gegen menschliche Gegner antreten könnt. Wem die menschliche Konkurrenz zu viel ist, der kann das ähnliche Erlebnis auch im Offline Colosseum haben, wo ihr euch durch Bronze, Silber, Gold und Platin Meisterschaften kämpft. Und wenn es euch noch nicht reicht Digimon zu sammeln oder euer Digimon Lexikon zu vervollständigen, gibt es noch mehr. Ein fanatischer Fan von Digimon Sammelmünzen beauftragt euch bei euren Abenteuern die Augen nach eben diesen offen zu halten. Ganze 500 Münzen gibt es zu sammeln und liefert ihr diese dann bei dem Fan ab, gibt es sogar noch Geld dafür.

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Auf der Farm können eure Digimon trainieren, Items herstellen oder neue Fälle für euch finden.

 

Die bunte Digiwelt

Die Welt von Digimon Story ist an sich wirklich toll gestaltet und nett anzuschauen, was nicht zuletzt auch für die Digimon selbst gilt. Jedoch muss man in der PS4-Version damit leben, dass es sich hier um einen Port der Vita-Version handelt. Die Grafik wirkt zwar farbenfroh, ist aber auch etwas steril. Wirklich störend ist dies allerdings nicht. Viele der Background Sounds sind abhängig von den Gebieten. Da ihr viele der Plätze immer wieder besucht, verkommen viele Sounds zu reinem Gedudel. Es erreicht dabei zwar nie einen Punkt an dem man genervt ist, aber etwas mehr Abwechslung hätte nicht geschadet. Die sehr lebhafte japanische Sprachausgabe ist allerdings sehr gut und passt einfach zum Gesamtbild. Die englischen Untertitel sind sehr gut übersetzt, sodass euch hier nichts entgeht.

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Die bunte Vielfalt von Akihabara ist recht gut getroffen.

 

Fazit:

Digimon Story: Cyber Sleuth ist kurz gefasst ein Must-Have für jeden der auch nur annähernd etwas für Monstersammel-Spiele und JRPGs übrig hat. Im Kern ist das Spiel ein absolut solides rundenbasiertes Rollenspiel mit einem Kampfsystem nach dem Schere, Stein, Papier Prinzip. Die Story wird in manchen Kapiteln durch einige Längen ausgebremst, dafür motiviert das Sammeln und Trainieren der Digimon umso mehr. Immer entdeckt man in den Zufallskämpfen ein Digimon, welches man noch nicht gesehen hat. Oder man bekommt plötzlich die Möglichkeit eine neue Digitation auszuprobieren. Aber auch abseits dieser Gameplayelemente gibt es einige Sachen zu tun. So seid ihr auch außerhalb der Hauptmissionen gut beschäftigt. Digimon Story hat zwar kleinere Schwächen, jedoch nichts was euch davon abhalten sollte euch auf das Spiel einzulassen. Mit diesem Titel erwartet euch ein spannender und unterhaltsamer Ausflug in die Welt der Digimon. Sehr zu empfehlen.85

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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