Devil May Cry V – Test zum Dämonenjäger-Trio

Devil May Cry V im Überblick

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Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Releasedatum: 08. März 2019

Genre: Action Adventure

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: Capcom

Plattformen: PS4, Xbox One, PC

Capcom hat gerade einen Lauf. Mit Spielen wie Resident Evil VII, Monster Hunter World oder zuletzt das Remake von Resident Evil 2 begeisterte der Publisher nicht nur Kritiker, sondern auch die Fans. Doch eine große Marke des Publishers wurde in dieser Konsolengeneration noch nicht veröffentlicht und zwar Devil May Cry. Der letzte Teil, das Reboot DMC, erschien vor über sechs Jahren und davor erschien Devil May Cry 4 im Jahre 2008.  Doch in den letzten Jahren sind immer mal wieder HD-Remakes für alle gängigen Plattformen erschienen. Mit diesen wollte der Publisher wohl testen, ob die Fans noch Lust auf die Reihe haben. Die Verkäufe waren wohl gut, denn nun hat Capcom den fünften Teil veröffentlicht. In unserem Test zu Devil May Cry V verraten wir euch, ob sich die lange Wartezeit ausgezahlt hat.

 

Drei Kämpfer sollt ihr sein

Während man im letzten Ableger der Reihe DMC noch in einem Reboot Dante spielte und das Spiel gerade bei Hardcore Fans eher nicht so gut ankam, ist der neue Teil nun wieder eine Fortsetzung des vierten Teils. Damit spielt man nicht nur wieder den klassischen Dante und Nero, ihr bekommt mit V auch einen neuen spielbaren Charakter hinzu. Dabei wechseln die drei Charaktere während des ersten Durchlaufs der Kampagne immer mal wieder durch, womit man jeden der drei Charaktere ein paar Mal spielen kann. Mit wem man spielt, ist in den meisten Missionen vorgegeben, nur in bestimmten kann man wählen, mit welchen der Protagonisten man spielt. Doch welchen Charakter man spielt, spielt eine große Rolle. Denn spielerisch unterscheiden sich die drei Protagonisten recht deutlich voneinander. Dante ist dabei der klassischste, wenn man die älteren Teile gespielt hat, dann wird man mit ihm keine Probleme haben. Mit seinen Kombos und seinen verschiedenen Stilen haut er ein Monster nach dem anderen um. Nero spielt sich ähnlich wie bereits im vierten Teil, lediglich hat er im Vergleich zum Vorgänger seinen rechten Arm verloren. Doch das behindert ihn nur leicht. Denn mit der Hilfe der technikaffinen Nico hat er einen Roboterarm erhalten, den sogenannten Devil Breaker. Dabei steht Nero nicht nur ein Arm, sondern gleich mehrere mit diversen Fähigkeiten parat. Die Fähigkeiten sind dabei recht kreativ, sei es ein Raketenwerfer, ein Arm mit dem man sich heilen kann oder andere mit weiteren kreativen Fähigkeiten. Jeder Arm hat seine Fähigkeit, die man im Kampf in seine Kombos einstreuen kann. Jedoch ist der Arm nach dem einmaligen Gebrauch kaputt, dafür hat man in seinem Inventar gleich mehrere davon und kann diese, auch während des Kampfes, on the fly wechseln. Neu im Bunde ist der mysteriöse V, dessen Gameplay ist im Vergleich zu Dante und Nero noch einmal komplett verschieden, denn V greift nicht direkt in den Kampf ein. Vielmehr beschwört er im Kampf verschiedene Mitstreiter in Form eines Raben, der im Fernkampf eingreift, einen Panther im Nahkampf und einen riesigen Golem, der den Rest niedermäht. Alle drei Mitstreiter steuert man unabhängig von V und gibt ihnen Kommandos. Im Kampf jedoch besiegen sie keine Gegner, den letzten Schlag muss immer V ausführen. Dass sich die drei Charaktere so unterschiedlich spielen, ist auf der einen Seite höchst motivierend, führt aber auch zu Problemen. Denn in der Geschichte wechseln sich die Protagonisten stets nach ein paar Missionen ab. Somit entsteht hier das Problem, dass wenn man sich an einen Charakter einigermaßen gewöhnt und sich mit diesem eingespielt hat, in der nächsten Mission einen anderen spielen muss, der sich wiederum anders spielt.

Dante ist einer eigenen Liga was Coolness angeht.

 

Nicht schon wieder eine Unterbrechung

Wenn man sich Devil May Cry V wegen der Story holen möchte, dann könnte man enttäuscht werden. Denn im Grunde ist diese nur da, um den Protagonisten irgendwie einen Grund und einen Gegner zum Kämpfen zu geben. Besonders in der ersten Hälfte, da man da einfach von Areal zu Areal geht und Dämonen bekämpft. In der zweiten Hälfte sieht es da schon etwas besser aus, da man auch hier die ein oder andere Storywendung zu sehen bekommt. Doch das Spiel erzählt seine überschaubare Story in imposant inszenierten Zwischensequenzen, die in einer Pracht dargestellt werden, dass einem des Öfteren mal die Kinnlade gen Boden gleitet. Und von diesen gibt es einige, die auch nie langweilig werden. Viele Zwischensequenzen springen auch in der Zeit hin und her. Das liegt vor allem daran, dass das Spiel nicht linear erzählt wird, sondern auch mal Szenen aus der Vergangenheit gezeigt werden. Allerdings stimmt das Pacing des Spiels nicht immer, woran auch die eigentlich hervorragenden Zwischensequenzen ihre Mitschuld haben. Denn das Spiel hat besonders im ersten Durchlauf zu viele kurze Unterbrechungen. Denn meistens sieht es so aus: man schaut sich eine kurze Zwischensequenz an, läuft in der Gegend rum und findet ein neues Item. Daraufhin kommt eine Textanzeige, welche das neue Item beschreibt. Dann läuft man weiter in ein Areal wo neue Gegner kommen. Ist da dann ein Gegner dabei, den man noch nicht begegnet ist, pausiert das Spiel kurz und der Gegner wird einem durch ein Bild vorgestellt. Dann kämpft man kurz gegen dieses und meistens kommt dann nochmal eine Zwischensequenz und dann wiederholt sich das Ganze. Im Laufe des Spiels wird dies zwar besser, aber besonders am Anfang vergehen keine 10 Minuten, ohne dass es eine Unterbrechung gibt. Ist dieses Problem noch in der ersten Hälfte recht ärgerlich, gibt es in der zweiten Hälfte ein anderes kleines Ärgernis. In der ersten Hälfte ist das Levelsystem noch recht abwechslungsreich, da man immer durch verschiedene Areale zieht, die auch optisch immer ein wenig anders aussehen. Doch in der zweiten Hälfte gelangt man immer wieder durch dieselben grau, braunen, lilanen Fleischgänge, bei dem ein Areal so aussieht wie das andere. Ein weiterer Punkt  ist, dass es in den Missionen recht wenig Abwechslung gibt. Bis auf Kämpfe gibt es in den Arealen recht wenig zu tun und zu entdecken. Zwar gibt es hier und da die ein oder andere Geheimmission zu entdecken, aber ansonsten zieht man eigentlich nur von Kampf zu Kampf.

Mit V ist auch ein neuer Charakter spielbar.

 

SSS wie Super Sexy Saucool

Doch die oben genannten Probleme lassen sich leicht verschmerzen, denn das, was Devil May Cry auszeichnet, ist das überaus gelungene Kampfsystem. Und auch hier kann der neue Teil wieder ordentlich punkten. Wer bereits einen anderen Ableger der Reihe gespielt hat, der wird auch hier wieder sofort zurechtkommen. Da die meisten Kombos, vor allem bei Dante oder Nero meistens die gleichen Eingaben erfordern, wie in vergangenen Teilen. Neueinsteiger dürften sich allerdings anfangs etwas überfordert fühlen, da das Spiel recht viele Möglichkeiten besitzt. Zwar gibt es nur einen Nah- bzw. einen Fernkampfangriff sowie einen fürs Springen etc., doch es gibt mit den Fähigkeiten der Charaktere zahllose Kombinationsmöglichkeiten. Zudem ist das Spiel recht fordernd, da man bereits auch auf den mittleren Schwierigkeitsgrad recht wenig aushält. Das führt auch dazu, dass reines Buttosmashing zu keinem Erfolg führt. Denn nur wer gut und vor allem stylish kämpft, kommt in Devil May Cry weit. In jedem Kampf sammelt man Punkte, die in einer Skala von D bis SSS klassifiziert werden. Umso kreativer und abwechslungsreicher man kämpft, umso höher ist die Bewertung und die Belohnung, die man nach dem Kampf erhält. Wenn man eingespielt ist, macht man eine stylische Kombo nach der anderen und bekommt so eine unermessliche Anzahl an Punkten. Das Spielt untermauert dieses Gefühl dann auch damit, dass der gelungene Soundtrack ordentlich anzieht und man so noch mehr in den Flow gerät. Doch aufgepasst, wird man während einer Kombo getroffen, fällt der Kombozähler wieder auf null und man diese wieder von vorn aufbauen. Eben diese Gradwanderung zeichnet das Spiel aus, jeden Kampf will man möglichst gut bewertet haben und damit auch jede Mission in einem Möglichst hohen Rating abschließen. Denn das Spiel versteht es auch die Kämpfe gut darzustellen. Das liegt vor allem auch an der hervorragenden Technik. Denn Devil May Cry sieht einfach unverschämt gut aus und ist ständig over the top inszeniert. Wer einmal eine Zwischensequenz mit Dante gesehen hat, der wird wissen was gemeint ist.

 

Positiv:

Mit Dante, Nero und V drei Charaktere, die nicht nur optisch sondern auch spielerisch unterschiedlich sind
Optisch, musikalisch sowie inszenatorisch over the Top
Anspruchsvolles und forderndes Kampfsystem
Viele Schwierigkeitsgrade zum Frei- und Bespielen
Motivierende und hervorragend inszenierte Kämpfe gegen kreative Gegner

Negativ:

Erster Kampagendurchlauf geplagt von Pacingproblemen
Etwas langweile Story mit monotonem Leveldesign
Neueinsteiger könnten anhand des komplexen Kampfsystems etwas überfordert sein
  • Devil May Cry 5
    “Wo Devil May Cry drauf steht ist auch Devil May Cry drin. Seit dem letzten Teil sind es über sechs Jahre her, daher war die Vorfreude auf einen neuen Teil recht hoch. Und die Wartezeit hat sich gelohnt, denn der neue Ableger setzt die Erfolgsformel der Reihe weiter um und dürfte damit jedem Fan gefallen. Zwar gibt es hier und da Schwächen wie die Story oder das etwas monotone Leveldesign, aber die sind in Anbetracht der Stärken des Spiels zu vernachlässigen. Denn die Stärke des Spiels sind die Inszenierung und vor allem das Kampfsystem. Zwar braucht das Spiel gerade als Neuling einiges an Einarbeitungszeit, aber hat man dieses erstmals verstanden und sich in die drei Charaktere eingearbeitet, haut man eine stylische Kombo nach der anderen raus. Zwar hat man die Kampagne nach knapp 12 Stunden beendet, doch danach fängt das wahre Spiel erst für die meisten an. Allerdings ist der erste Durchlauf der vielleicht zäheste. Denn hier fallen einem das monotone Leveldesign und die Pacingprobleme noch am meisten auf. Nach dem ersten Durchlauf sind allerdings auch diese Probleme vorbei, da man dann alles getrost wegklicken kann und sich nur noch dem Gameplay und dem eigentlichem Spiel widmen kann. Denn nach dem ersten durchspielen kommen neue Schwierigkeitsgrade, bei denen die Herausforderung noch höher wird, hinzu. Zudem kann man die restlichen Fertigkeiten kaufen und somit noch weitere abgefahrenere Kombos erzielen. Und darüber hinaus will man in jeder Mission das S-Ranking erzielen. Bis man da alles gesehen und erzielt hat, können weitere zig Stunden vergehen. Zudem läuft das Spiel technisch einwandfrei und sowohl musikalisch als auch optisch gibt es nur wenig Spiele, die derzeit besser sind. Wer auf Hack’n’Slay Spiele steht und ein Spiel sucht, welches ein Kampfsystem besitzt, bei dem man sich reinfuchsen kann und sich immer weiter verbessern kann, der sollte das Spiel auf jeden Fall ausprobieren. Wer jedoch großen Wert auf eine gelungene Geschichte legt oder bisher wenig Berührungspunkte mit der Reihe hatte, der sollte sich den Kauf überlegen. Vor allem das der Fokus auf die Geschichte nicht allzu groß ist und es für Neulinge schwerer sein könnte, in das Gameplay und das Kampfsystem hinein zu kommen. “
    Kevin Kreisel, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wer ein imposantes und geil inszeniertes Actionspiel sucht, welches ein großen Wert auf das Kampfsystem und weniger auf die Story legt, ist hier genau richtig.

Kevin Kreisel
Geschrieben von
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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