Devil May Cry HD Collection – Test zur HD-Version der originalen Dämonenschlitzertrilogie

Vor sage und schreibe 17 Jahren legte Devil May Cry den Grundstein für heutige Action-Beat’em’Up-Titel mit coolen Sprüchen, actionreichen Combos und abgefahrenen Dämonenschnetzeleien. Jetzt gibt es die ersten drei Teile als HD-Collection in einem Paket, erstmals auch für Xbox-Besitzer und so können sowohl Veteranen als auch Neulinge die Abenteuer des Dämonensohns Dante erneut erleben. Wir haben für euch getestet, ob er auch in HD noch nichts verlernt hat.

 

Von belanglos bis extrem übertrieben

Wer bisher noch nichts von Devil May Cry gehört hat, der hat sich nicht wirklich mit der Geschichte von Videospielen beschäftigt. Aber das ist ja kein Problem, das Wissen frischen wir doch glatt mal ein wenig auf. In der Serie spielt ihr als Dante, Sohn des berüchtigten Dämons Sparda, der als Dämonenjäger arbeitet und sich somit nicht zu schade ist, seine Artgenossen zu jagen. Und so schnetzelt ihr euch im Verlauf der drei Teile durch Horden von Monstern, um fiese Dämonen wie Mundus oder Dantes Zwillingsbruder Vergil von ihren Plänen abzuhalten. Wie bei vielen Actiontiteln setzt auch bei Devil May Cry die Regel ein, dass bei Actionschnetzlern die Story eher in den Hintergrund rückt. Lediglich der dritte Teil erzählt eine etwas detailreichere Story, die dafür auch noch extrem abgefahrenen daherkommt. Zwar sind die Stilmittel in allen drei Spielen etwas überspitzt, aber der dritte Teil hebt das Ganze noch einmal auf ein neues Level. Allein die Anfangssequenz in Dantes Büro, in welcher er sich mit Leichtigkeit einiger lästiger Dämonen entledigt, setzt die Messleiste für den Rest des Spiels sehr hoch. Alles in allem geht es aber in allen drei Spielen nicht um eine fesselnde Geschichte, sondern um das Niedermetzeln von fiesen Monstern.

Niemand schnetzelt Dämonen so stilvoll wie Dante.

 

Die Kamera aus der Hölle

Die drei Devil May Cry-Spiele haben vor allem eines gemeinsam: Ihr schlachtet Dämonen ab, eine ganze Masse von ihnen. Dazu stehen euch zu Beginn eines jeden Spiels ein Schwert und zwei Knarren zur Verfügung, mit der Zeit kommen immer neue Waffen dazu. Diese kombiniert ihr mit einfachen Knopfdrücken zu beeindruckenden Choreografien der Kampfkunst zusammen. Ihr schleudert eure Gegner in die Luft, malträtiert sie mit einer Shotgun und schleudert ihnen in Dämonenform Blitze entgegen. Auch nach all den Jahren ist das Kampfsystem extrem befriedigend und lässig. Dabei stört jedoch eine Altlast, die allen drei Teilen vielleicht damals nicht so geschadet hat, wie sie es heute tut: Die Kamera. An ihr merkt man am meisten, wie sehr die Spiele doch gealtert sind. Zwar könnt ihr im dritten Teil ein wenig nachhelfen, doch das ist auch nur ein schwacher Trost. Besonders der erste Devil May Cry hat mit stetig wechselnden Perspektiven und nicht zu erkennenden Wegen zu kämpfen. Der zweite und gleichzeitig schwächste Teil hingegen stört mit viel zu offenen Gebieten, die größtenteils leer sind. Dafür bietet er zwei Kampagnen, die sich aber nicht allzu sehr unterscheiden. In der zweiten Kampagne könnt ihr als Lucia spielen, die ab und zu andere Pfade als Dante einschlägt. Hier können wir zum nächsten Punkt überleiten, der ein wenig stört: Die Menüführung der Collection. Denn wenn ihr euch für eines der drei Spiele entschieden habt (wobei ihr bei Teil 2 auch noch die Wahl zwischen den zwei Kampagnen im Menü treffen müsst), seid ihr in diesem Spiel gefangen und kommt so leicht nicht mehr ins Auswahlmenü zurück. Dazu müsst ihr das Spiel komplett beenden, eine etwas plumpe Lösung für eine Collection. Dabei ist sie eigentlich mit viel Inhalt gefüllt, immerhin bekommt ihr drei Spiele zu einem guten Preis. Zusätzlich habt ihr im Menü Zugriff auf eine Galerie, in der ihr euch Artworks und Soundtracks zu allen drei Spielen anschauen bzw. anhören könnt.

Cutscenes werden von dicken, schwarzen Balken begleitet.

 

HD, aber nur manchmal

Bereits, wenn man die Intros und die Menüs in den Spielen sieht, könnte man infrage stellen, ob man hier wirklich HD-Versionen besitzt. Denn alle Zwischensequenzen und Videosequenzen in allen drei Spielen kommen im 4:3-Format daher, doch die Spiele selbst unterstützen den Widescreen. Generell kann man sagen, dass die HD-Collection nur zu Teilen in HD existiert. Die Modelle der Charaktere sehen super aus, doch in vielen Hintergründen und Texturen ist zu erkennen, wie hochskaliert sie wurden und wie pixelig sie aussehen. Generell versucht die Collection nicht, das Alter der Spiele zu verstecken und dass die Videosequenzen in ihrer alten Form behalten wurden, liegt schlicht einfach daran, dass sie neu gerendert hätten werden müssen. Hier wird nicht versucht, euch die Spiele als neu zu verkaufen, sondern es wird auf den Nostalgiefaktor oder die Neuentdeckung eines Retrotitels gesetzt. Das Wichtigste an einem Actionspiel wie diesen ist, dass sie flüssig laufen, sodass das Kampfgeschehen nachvollziehbar bleibt. Dies ist bei allen drei Spielen der Fall, auch wenn wie bereits erwähnt die Kamera sehr oft nicht mitspielt.

 

Positiv:

Auch heute immer noch Klassiker des Action Beat'em Ups
Charaktermodelle gut in HD überarbeitet
Galerie mit allerlei Artwork und Soundtracks
Perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ:

Schlecht gealterte Kamera
Texturen und Hintergründe teilweise pixelig und schwammig
Menüführung der Collection nicht optimal
  • Devil May Cry HD Collection – Test zur HD-Version der originalen Dämonenschlitzertrilogie
    “Es wird einem hier eine allgemein recht ordentliche HD-Collection vor die Nase gesetzt. Vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis ist optimal. Für knapp 30€ gibt es eigentlich wenig zu meckern. Drei vollwertige Spiele, eines sogar mit zwei Kampagnen und der dritte Teil in der Special Edition, was will man mehr. Ja, die Kamera ist schlecht gealtert und nicht alles ist in versprochener HD-Optik, das sollte Interessenten jedoch nicht abschrecken. Hier kann man sich die Ursprünge des modernen Actiontitels mal etwas genauer anschauen.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Retrosammlung?

Wer Devil May Cry endlich mal nachholen oder erneut spielen möchte, für den gibt es zu diesem Preis keine bessere Alternative. Wer auch nur das geringste Interesse an diesen Spielen hat, macht hier einen Spitzendeal.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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