Destiny 2 – Test zu Bungies MMO-Shooter Sequel

Drei Jahre lang haben Guardians die Feinde des Reisenden in Schach gehalten. Dabei haben wir unzählige Strikes bewältigt, Raids abgeschlossen und uns gegenseitig im Crucible gemessen. Nachdem vor allem die König der Besessenen Erweiterung viel im ersten Destiny zum Besseren wendete, hat man Luke Smith an die Spitze des Nachfolgers gestellt. Nun ist Destiny 2 da und Jasmin und ich haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, in das neue Sci-Fi MMO abzutauchen. Dabei geben wir euch unsere Eindrücke aus der Perspektive eines erfahrenen Destiny Spielers und eines Neueinsteigers. Unsere Erfahrungen mit dem Spiel findet ihr jetzt in unserer Review.

 

Das Imperium schlägt zurück 

Am Ende der König der Besessenen Kampagne erregte ein seltsames Signal die Aufmerksamkeit der Dead Orbit Fraktion. Um diesem Signal auf den Grund zu gehen wurden wir losgeschickt, um herauszufinden, was dahintersteckt. Am Ende finden wir heraus, dass die Cabal eine Nachricht an den Dominus, den Herren der Cabal, geschickt haben. Und jetzt ist der Tag gekommen und Dominus Ghaul greift mit seiner Armada der Roten Legion die letzte Bastion der Menschheit und den Reisenden selbst an. Ghaul kommt dabei bestens vorbereitet und schafft es tatsächlich uns von der Quelle unserer Macht und Unsterblichkeit abzuschneiden. Unseres Lichts beraubt und halbtot schleppen wir uns aus den Ruinen der letzten Zuflucht der Menschen und unseres Heims. Mit unserer Sterblichkeit konfrontiert schlagen wir uns durch die Wildnis und wehren Patrouillen ab. Fast am Ende machen wir dann die Bekanntschaft von Suraya Hawthorne, die mit einigen anderen Menschen Jahre lang außerhalb der schützenden Mauern der Stadt überlebt hat. Sie und andere Überlebende schließen sich zusammen, um auf der Farm Kräfte zu sammeln. Nach unseren anfängliche Bestrebungen ihr zu helfen und zumindest einen Teil unserer Macht zurück zu erlangen, erfahren wir, dass Commander Zavala einen Widerstand auf dem Titan organisiert. Nachdem wir Zavalas Ruf gefolgt sind betraut er uns, nachdem wir das Licht zurück in unserem Besitz haben, nach seinem Fireteam zu suchen, Cayde-6 und Ikora. Von hier an arbeitet ihr daran, das alte Team wieder zusammen zu bringen und euch für den finalen Sturm auf die Stadt vorzubereiten. Inzwischen arbeitet Ghaul daran, das Licht und den Reisenden für sich zu gewinnen, um unsere Macht zu erlangen. Die nötigen Informationen verspricht er sich dabei vom Sprecher, den Ghaul während des ersten Angriffs gefangen genommen hat. Als der Sturm auf die Stadt dann beginnt, erwartet uns eine unschöne Überraschung. Destiny musste sich oft vorwerfen lassen, keine Story zu haben und teilweise stimmte das auch. Wer sich jedoch wie ich selbst in die Grimoire Karten vertieft hatte, wusste, dass hier eine epische Science Fiction Story dahintersteckte. Ich hatte mir sehr gewünscht, dass Bungie die Story diesmal mehr in das Spielgeschehen einbaut. Enttäuscht haben die Entwickler dabei absolut nicht, denn die epischen Zwischensequenzen und Dialoge mit den NPCs lassen die Story viel leichter von der Hand gehen als noch im Vorgänger zuvor. Von Anfang bis Ende, von kleinen scanbaren Objekten oder versteckten Hinweisen bis hin zu Items, die euch die Story vermitteln, protzt man diesmal mit der Geschichte. Die Charaktere zeigen diesmal auch viel mehr Persönlichkeit und Facetten.

Destiny 2

Die neuen Welten sind ausgesprochen detailreich geworden.

 

Neues von der Loot-Fraktion

Doch neben der Story ist der Loot so ziemlich das motivierendste und beste, was euch im Spiel passieren kann. Das Erreichen des Höchstlevels ist dabei quasi nur der Einstieg in das Spiel, um euch an die unterschiedlichen Mechaniken im Spiel zu gewöhnen. Danach beginnt die eigentliche Jagd nach immer besserem Equipment, das ihr für spätere Raids, Strikes etc. benötigt. Dabei lässt sich das Equipment in unterschiedliche Kategorien einteilen, die sich in ihren Werten unterscheiden. Je nachdem, wie euer aktueller Power-Level aussieht, schwanken die Werte des neu gewonnen Equipments um euer momentanes Set. Somit erreicht ihr irgendwann einen Punkt, an dem es viel schwerer wird, sich in seinem Power-Level zu verbessern. Doch genau das ist die Motivation, die Destiny 2 mit sich bringt und den Spieler auf Dauer in das Universums des MMO-Shooters bringt. Ausrüstung und Waffen teilen sich wieder in die üblichen Kategorien auf. Ihr startet mit grünen Gegenständen, geht dann über blaue, hin zu legendären Gegenständen und zwischendurch bekommt ihr dann auch wieder exotische Gegenstände. Per Infusion könnt ihr lieb gewonnene Waffen und Rüstungsteils natürlich aufwerten. Anstatt der klassischen Aufteilung in Primär, Sekundär und Heavy Waffen, gibt es jetzt ein neues System. Primär ist jetzt der Kinetic Slot, Sekundär der Energy Slot und an Stelle von Heavy ist es jetzt Power. Dabei ist es jetzt möglich zum Beispiel mit zwei Scout Rifles unterwegs zu sein, da es diese in Kinetic und Energy Varianten gibt. Im Power Slot landen dann Waffen wie Raketenwerfer, Shotguns, Schwerter oder Fusion Rifles. Wie Ausrüstung verfügen jetzt zudem auch Waffen, Schiffe und Sparrows über Mod Slots für Shader und dergleichen. In das Loot System spielen auch Xur und das neue Clan System mit hinein. Xur kommt wie zuvor jeden Freitag bis Samstag vorbei und bietet Exotics gegen Legendäre Bruchstücke an. Diese Bruchstücke erhaltet ihr, wenn ihr lila Waffen und Ausrüstung auseinander nehmt. Zudem haben in Destiny 2 Clans eine prominente Rolle erhalten. Seid ihr Mitglied in einem Clan, erhaltet ihr Belohnungen für das Erreichen bestimmter Meilensteine. Eure eigenen Leistungen tragen dazu bei, den Clan weiter aufzuleveln und Perks für den gesamten Clan freizuschalten. Bewältigen Mitglieder zum Beispiel den Raid oder Trials of the Nine, erhalten auch alle anderen Mitglieder entsprechende Drops, allerdings auf Power Level 10, sodass diese erst durch Infusion verstärkt werden müssen. Das Gefühl dabei konstant etwas zum Clan beizutragen und dafür belohnt zu werden ist extrem motivierend. Im Verlauf sollen Clans zudem Spielern ohne Clan den Zugang zu Raids, Nightfalls oder Trials ermöglichen. Guided Games bieten solchen Spielern die Möglichkeit sich einen Clan auszusuchen und dann temporär mit diesem Clan diese Aktivitäten zu spielen. Stimmt die Chemie, kann man im besten Fall dann sogar dem jeweiligen Clan beitreten.

Destiny 2

Die Jagd nach besserem Loot treibt euch konstant voran.

 

Eine lebendige Welt mit sehr vielen Möglichkeiten

Es ist eine echte Überraschung, wie wenig wir im Vorgänger zur Verfügung hatten und was uns Bungie jetzt alles bietet. Mit der einen oder anderen Ablenkung zwischendurch war ich etwa acht Stunden mit den Story Missionen beschäftigt. Danach bieten euch die einzelnen Gebiete aber noch viel mehr als je zuvor. Verlorene Sektoren, die sich mit einem Symbol in der Wildnis erkenntlich machen, versprechen schnellen Loot. Abenteuer sind Nebenquests, die euch viel mehr von den Storydetails vermitteln. Dazu komme Öffentliche Events, die ihr spontan mit anderen Spielern in eurem Gebiet angehen könnt. Diese bieten diesmal sogar eine Heroische Variante, die ihr durch bestimmte Aktionen während des Events aktivieren könnt. Die schwerere Version verspricht dann natürlich besseren Loot. Patrouillen und versteckte Kisten sind natürlich auch wieder dabei. Bei all den Aktivitäten in einem Gebiet sammelt ihr Tokens, die ihr dann bei den jeweiligen Quest NPCs in dem Gebiet einlösen könnt, um Engramme zu erhalten. Strikes sind ebenso zurück und setzen diesmal viel mehr auf Mechaniken und wirken daher oft noch mehr wie Tutorials für Raidpassagen. Ähnlich sieht es beim Nightfall-Strike aus, der diesmal sogar noch den Zeitfaktor mit ins Spiel bringt. Durch all diese Aktivitäten erhaltet ihr natürlich XP, um euren Charakter zu stärken. Dabei habt ihr wie in Destiny die Wahl zwischen Titan, Warlock oder Hunter. Diese bringen einige andere Fähigkeiten im Gegensatz zu Destiny mit sich, lassen sich aber vom Spielgefühl her ähnlich steuern. Ab Level 20 steigert ihr dann nur noch den Lichtlevel eurer Ausrüstung, indem ihr Gegenstände auf höheren Level erspielt. Was mir dabei aber nicht gefiel war, wie man euch Zugang zu euren zwei weiteren Subklassen verschafft. Diese droppen jetzt nämlich zufällig als Loot und müssen dann von euch mit einer zugegebenermaßen tollen Mission reaktiviert werden. Aufleveln müsst ihr diese dann aber nicht mehr so mühselig wie im ersten Teil. Schon wenige Upgradepunkte reichen, um alle Subklassen vollkommen freizuschalten. Das Ziel ist es natürlich, sich für den Raid bereit zu machen. Ohne zu viel zu verraten, der Raid ist wieder einmal spektakulär in Szene gesetzt und bietet einiges an neuen interessanten Mechaniken und versteckten Geheimnissen.

Destiny 2

Die neuen Gebiete bieten euch allerhand Aktivitäten, sodass ihr selten ohne Beschäftigung bleibt.

 

Neues im Multiplayer

Crucible hat einige extreme Veränderungen durchgemacht, manche davon positiv, andere wiederum sind Geschmacksache. Alle Modes sind jetzt 4v4, egal was passiert, das gilt ebenso für Trials of the Nine. Persönlich finde ich den Wechsel zu 4v4 recht gut, da man insbesondere jetzt die meiste Zeit seine Waffen benutzt und nicht Abilities spammt. Was mir nicht gefällt ist allerdings die Mode Aufteilung. Ihr habt zwei Listen zur Auswahl: Quick Play und Competitive, die dann jeweils zwei unterschiedliche Spielmodi bieten. Als Modi erwarten euch Control, Countdown, Clash, Supremacy und Survival. Dabei habt ihr aber keinerlei Möglichkeit eine spezielle Variante auszuwählen. Habt ihr eine Liste gewählt, wird der Mode jetzt zufällig gewählt. Wer also wie ich zum Bespiel kein Fan von Supremacy ist, muss diesen Modus trotzdem hin und wieder spielen. Insgesamt ist der Multiplayer eine fokussiertere Variante des ursprünglichen Modes. Die Tatsache, dass auch nur zwei Spieler maximal Power Munition bekommen können pro Refresh, sorgt für eine überraschend gute Dynamik.

 

Fantastische Welten

Bereits Destiny konnte vor drei Jahren mit toll designten Welten und Gegnern begeistern. Insbesondere die Skyboxen wurden zum echten Markenzeichen. Mit den nachfolgenden Expansions fügte Bungie viele aufregende Schauplätze hinzu. Trotzdem stellt Destiny 2 seinen Vorgänger mit den neuen Planeten und Setpieces deutlich in den Schatten. Während die EDZ durch ihren vertrauten Look unserer aktuellen Zeit beeindruckt, überraschen Io und Nessus durch ihre individuellen Settings. Seien es die außerirdische Vegetation oder die Vexstrukturen, Bungie hat einen ausgezeichneten Job gemacht, glaubhafte neue Welten zu erschaffen. Allerdings ist die Erkundung der Welten nicht immer ganz einfach, denn die Sprungmechanik in Destiny 2 ist echt fordernd. Vor allem, wenn ihr höhere gelegene Orte erreichen wollt, merkt man, dass die Welt doch an vielen Stellen mit unsichtbaren Mauern gespickt ist, die ein komplett freies Begehen der Welt verhindern. Doch dafür habt ihr während der Kampagne genügend Zeit, euch an die heiklen Sprungpassagen zu gewöhnen, was vor allem für die späteren Raids sehr wichtig ist. Wenn man dann zum ersten Mal den Raid betritt, verschlägt es einem glatt den Atem. Auf dem gleichen Niveau bewegt sich die Musik. Episch, emotional und mit viel Bombast begleitet euch der Orchestersoundtrack durch das Spiel. Ein bestimmtes Musikstück an einem gewissen Zeitpunkt im Spiel (den ich nicht spoilern werde), traf selbst mich dabei emotional. Ein großes Lob muss aber auch an die englischen Synchronsprecher gehen, die aus ihren Charakteren echte Persönlichkeiten gemacht haben. Auch die Mimik und Gestik der Charaktere wirkt dabei real, ohne sonderlich zu übertreiben. Vor allem Cayde-6 trifft mit seinem überspitzten Humor den Nerv der Zeit.

 

Positiv:

Die Story ist wie zuvor erstklassig diesmal aber eben wirklich im Spiel
Charaktere sind jetzt echte Persönlichkeiten
Es gibt jede Menge unterschiedliche Aktivitäten für Singleplayer aber auch für Teamspieler
Das Clan System ist überaus motivierend und ermöglicht auch Einzelspielern Zugang zum Endgame
Änderungen im Multiplayer sorgen für mehr Feuergefechte anstatt Ability Spam
Weltdesign, Soundtrack und Vertonung sind absolute Spitzenklasse

Negativ:

Welt nicht komplett frei begehbar durch Invisible Walls
Für Anfänger sehr gewöhnungsbedürftige und fordernde Sprungmechanik
Match Modi im Crucible sind nicht mehr frei wählbar
  • Destiny 2
    “Destiny 2 ist eine mehr als würdige Fortsetzung geworden. Die Story bekommt man jetzt an allen Ecken präsentiert und Charaktere zeigen echte Persönlichkeit. Dabei schafft es Destiny 2 sich zu jederzeit lohnend anzufühlen. Ihr wollt immer noch einen Level weiter aufsteigen, die nächstbessere Waffe finden oder noch die nächste Mission spielen. Man lässt euch nie ohne etwas in der Spielwelt zurück, das spielenswert wäre. Die überarbeiteten Subklassen funktionieren nun besser zusammen und ergänzen sich viel besser. Viele kleine Verbesserungen, wie das man jetzt direkt zu anderen Orten springen kann, polieren das Spielgefühl sehr stark auf. Die Story selbst war mein persönliches Highlight und hat auch gleich viele neue spannende Dinge für die Zukunft angedeutet. Destiny 2 könnte für mich mein Spiel des Jahres werden. So viel wurde verbessert, soviel hinzugefügt, dass ich hier mit Sicherheit noch viel mehr Spaß haben werde als mit dem Vorgänger, den ich bis heute immer noch großartig finde. Wer Destiny vorher klasse fand, wird Destiny 2 als absoluten Fortschritt sehen und wer von euch den ersten Teil hinter sich gelassen hatte, sollte vielleicht trotzdem schauen, wie ihm das Sequel gefällt.”
    Marco Schmandt, Redakteur
  • Destiny 2
    “Auch für Spieler, die sich nicht so intensiv mit dem ersten Teil des MMO-Shooters beschäftigt haben, bietet Destiny 2 einen wunderbaren Einstieg in sein Universum. Die Story ist dabei ebenfalls einsteigerfreundlicher als zuvor und die Mechaniken werden über eine stundenlange Kampagne dem Spieler häppchenweise näher gebracht. Durch die ewige Jagd nach besserem Loot und dem stetig folgendem Content motiviert das Spiel auch lange noch über das Höchstlevel hinaus, sich mit Destiny 2 zu beschäftigen. Somit könnt ihr euch beruhigt in die Schlacht stürzen, auch ohne den Vorgänger gespielt zu haben. Besonders die unterschiedlichen Umgebungen der Planeten haben mich regelrecht aus den Socken gehauen, hier spürt man besonders die Liebe zum Detail der Entwickler. Kommt dann noch die epische Musik dazu, die sich der Situation wie die Faust aufs Auge anpasst, dann steht einem spaßigen Abend mit Destiny 2 nichts mehr im Wege.”
    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Destiny 2 erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Destiny 2 ist ein Muss für alle Veteranen des ersten Teils aber auch Neuling und mögliche Rückkehrer sollten einen Blick riskieren.

Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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