Depth: Sharks vs. Men – Review zum Duell zwischen Taucher und Hai

Seit dem 03. November 2014 kann man bereits bei Steam das Spiel Depth: Sharks vs. Men online erwerben. Ravens Court hat nun eine Retail-Version in den Handel gebracht und sechs kleine Erweiterungen zu Depth gleich mit dazugelegt. Schon damals haben wir einen großen Blick auf das Spiel geworfen, allerdings ohne ausführlich darüber zu berichten. Nun ist ein gutes Dreivierteljahr vergangen und wir nehmen uns die neue Version einmal genauer unter die Lupe. Das Duell zwischen Taucher und Hai beginnt erneut und wir sagen euch, ob sich der Kauf im Laden lohnt oder nicht.

 

Wie hohl muss man eigentlich als Mensch sein?

Diese Frage stellen wir uns doch alle irgendwann mal. Digital Confectioners haben sich diese Frage wohl auch gestellt und einen Multiplayer-Shooter entwickelt, der insgesamt sechs Spieler auf den Meeresgrund bewegt. Denn in einem Match von Depth spielen zwei Haie gegen vier Taucher, die versuchen Schätze aus alten Wracks zu bergen. Die Haie wollen, warum auch immer, genau dies verhindern und die Menschen fressen. Schließlich sind wir ja aus Fleisch und denkt man an Findet Nemo, braucht es nur einen kleinen Blutstropfen und die Haie sind sofort zur Stelle. Also ist Aufpassen angesagt, denn am Besten spielt sich Depth im Team. Schließlich müssen die vier Taucher auf sich aufpassen. Sauerstoffanzeigen gibt es, Gott sei dank nicht, denn als Hai müssten wir dann ja eine Hungeranzeige bekommen. Eine richtige Story fehlt leider auch. Hier hätte man doch so viel draus machen können. Ein Typ namens Dathan Nrake entdeckt geheimnisvolle unentdeckte Punkte im Meer, die er erkunden möchte, um die angeblichen Schätze zu entern. Auf dem Weg zum Schatz tauchen dann die Haie auf und er muss versuchen sich und seine Crew zu beschützen … Spaß beiseite, Depth kommt ohne Geschichte daher, was einfach unerklärlich ist. Ein Ziel gibt es zwar, dies ist aber total eintönig und immer wieder das selbe. Immerhin versucht man dieses Ziel mit der Hilfe vom Schiffskapitän etwas, auszubreiten. Dieser gibt uns am linken Bildschirmrand immer wieder Hinweise und Tipps für die Bergung. Schlussendlich werden diese Hinweise aber extrem langweilig dargestellt und bieten kaum Wiedererkennungswert. Da bietet selbst Payday 2 mit Bankräubern mehr Ideen – Schade!

Die Taucher trauen sich langsam in die Tiefen des alten Wracks.

Die Taucher trauen sich langsam in die Tiefen des alten Wracks.

 

Das simple Spielprinzip

Das Spielprinzip ist ebenfalls recht einfach. Am Anfang jedes Matches kann man wählen, ob man als Hai oder Taucher starten möchte. Als Taucher hat man die tolle Aufgabe mithilfe von S.T.E.V.E., einem Roboter, der dafür zuständig ist den Schatz zu bergen, möglichst viel Gold vom Meeresboden zu stehlen. Dieses Gold benötigt man dann später, um sich zu verbessern und stärkere Waffen im Shop zu kaufen. Man startet immer in einem Käfig vom Boot aus und muss sich dann in die dunkle Tiefe begeben. Bereits hier kommt eine mulmige und erdrückende Stimmung auf. In den ersten Spielrunden wird das Gamerherz stark unter Druck gesetzt. Aber genau das macht Depth zu spannend und packend. In der Dunkelheit ist man auf seine Kollegen angewiesen, um den Haien nicht direkt in die Arme… äh, Flossen zu schwimmen. Denn das endet meist tödlich. Sobald die Haie in Reichweite sind, kommt nicht nur eine dunkle Hintergrundmusik zum Vorschein, sondern auch das Herzklopfen der Taucher. Dies ist wirklich extrem und man fühlt sich vor dem Bildschirm unsicher und bedroht. Perfekt inszeniert! Spielt man einen Hai, darf man im sich im Wasser frei bewegen und hat nur eine ehrenvollen Aufgabe, nämlich die Menschen daran zu hindern das Gold zu stehlen und sie zu fressen. Hat eines der beiden Teams alle Respawn-Tickets verbraucht oder haben die Taucher bis zum Schluss überlebt, ist die Runde zu Ende. Mittlerweile gibt es sogar eine sehr gute Auswahl an verschiedenen Arten von Haien. Ravens Court bietet dem Käufer direkt sechs sonst nur auf Steam erhältlichen DLCs kostenfrei mit in der Retail-Fassung an. Dies ist wirklich eine nette Beigabe, denn hochgerechnet kann man für die DLCs das Spiel bald zwei Mal kaufen. Darunter sind drei neue Waffen und drei neue Haiarten, die zum Teil auch echt gruselig aussehen.

Schon tauchen die ersten Haie auf und wollen die Menschen fressen.

Schon tauchen die ersten Haie auf und wollen die Menschen fressen.

 

Die Taucherausrüstung ist lebenswichtig

Neben dem normalen Matchmaking-Modus (also Online-Multiplayer) gibt es auch noch einen Offline-Trainingsmodus gegen KI-Bots. Diesen würden wir euch fürs erste Mal auch gut empfehlen, schließlich muss man sich erst mal in der Unterwasserwelt zurechtfinden. Die KI ist sogar ganz in Ordnung, mit echten Spielern macht das Ganze natürlich mehr Spaß. Wie schon bereits erwähnt, können wir unser geborgenes Gold im Store für neue Ausrüstung ausgeben. Verschiedenste Waffen stehen uns zur Verfügung. Sei es eine Harpune, ein Messer oder ein Akimbo-Revolver. Die Zweitausrüstung ist aber noch ein Tick wichtiger.Denn mit Leuchtstoffröhren kann man die dunklen Wracks etwas erhellen, Minen können die Haie stark verletzten und Sonobojen geben Signale ab, wenn sich die Haie ihnen nähern. Ein Spieler kann nur drei Gegenstände tragen, weshalb es im Teamplay wichtig ist, sich vor einem Match abzusprechen. Natürlich dürfen Erfahrungspunkte nicht fehlen. Diese gibt es bei fast jeder Aktion. Da fängt es mit Gegner töten an und hört mit Erste Hilfe auf. Dank dieser Erfahrungspunkte kann man dann neue Waffen freischalten, die man später dann mit Gold kaufen kann. Verschiedene Klassen gibt es leider nicht, dafür aber unterschiedliche Charaktere, die man vom Aussehen her leicht verändern kann.

Ohne gute Ausrüstung wird man nichts gegen die Tiere.

Ohne gute Ausrüstung wird man nichts gegen die Tiere.

 

Die Haie sind vollkommen anders

Bei den Haien verläuft dies alles etwas anders. Der größte Unterschied ist, dass man nicht aus der Egoperspektive steuert, sondern aus der Third-Person-Ansicht. Das ist auch ganz gut, da man sonst die Übersicht in den Leveln schnell verliert. Als Erstes müssen die Taucher beobachtet werden. Dies können die Haie mit ihren Sinnen auch durch Wände hindurch. Einige von ihnen sind sogar zerstörbar, zu erkennen an den zerbrechlichen Umrissen. Nachdem man sich einen Taucher vorgenommen hat, muss man versuchen sich langsam heranzuschleichen. Doch Vorsicht: wie bereits erwähnt erhalten die Gegner durch Hintergrundmusik und Herzklopfen ein Signal, dass ein Hai in der Nähe ist. Also schnell sein und das menschliche Wesen verschlingen. Nach dem erfolgreichen Angriff schnell weg vom Tatort, um von vorne zu beginnen. Nach jedem Kill gibt es einen Evolutionspunkt. Denn die Unterwassertiere können Fähigkeiten erlernen. Neue Skills machen die Haie stärker, lassen die Gesundheit schneller regenerieren oder bekommen eine größere Schwanzflosse. Einiger Nachteil: besonders bei der Schwanzflosse hätten wir uns gewünscht, dass man diese Fähigkeit auch an dem Hai optisch erkennt. Dies ist leider nicht der Fall.

Die Haie werden aus der Third-Person-Sicht gespielt.

Die Haie werden aus der Third-Person-Sicht gespielt.

 

Hässliche Menüs, ordentliche Optik

Da man durch die Dunkelheit nicht sonderlich viele Texturen zu Gesicht bekommt, können wir trotzdem sagen, dass die Optik wirklich hübsch aussieht. Besonders die helleren Maps zeigen, was die Unreal Engine 3 noch so auf dem Kasten hat. Klar, Weltwunder darf man nicht erwarten, denn die Texturen sehen aus der Nähe nicht wirklich schön gestaltet aus. Ein wenig positiv ist dies aber auch, denn alte Wracks sind halt auch schon etwas verrottet. Die Menüs sind aber der Höhepunkt. So was schrecklich hässliches haben wir lange nicht gesehen. Sowohl von der Optik, als auch vom Design passen diese gar nicht zum Spiel. Was mehr zum Spiel passt, sind die unterschiedlichen Haiarten und Taucher. Beide Gruppen sind wirklich hübsch gestaltet und zeigen sogar einige Details. Der Umfang wurde von vielen anfangs kritisiert. Dies gehört in der Retailfassung aber größtenteils der Vergangenheit an. Denn dank diverser Updates seitens der Entwickler, als auch der sechs DLC´s, kann man einen netten Umfang für seine knapp 30€ erwarten. Mit einem Call of Duty oder Battlefield kann es zwar nicht mithalten, dennoch ist es für einen Shooter-Freund einen Blick wert.

An diesem Bild kann man die matschigen Texturen an dem Hai sehr gut erkennen.

An diesem Bild kann man die matschigen Texturen an dem Hai sehr gut erkennen.

 

Fazit:

Dieses Spiel habe ich schon seit Langem im Visier. Nun endlich gibt es eine Retailversion, weshalb ich nun endlich gesagt habe: zocken! Und ich muss echt sagen, das Warten hat sich gelohnt. Denn alle anfänglichen Probleme habe ich nicht mehr gespürt, die Inhalte sind nun auch mehr geworden und das Waffenarsenal wurde auch stark erweitert. Genauso soll ein Multiplayer-Shooter doch aussehen. Klar, nicht alles läuft immer ganz rund und so fragt man sich letztendlich, warum keine Story mit an Bord ist. Dies würde für viele Spieler schon einen großen Pluspunkt in Sachen Abwechslung bringen. Die sucht man nach ein paar Stunden Spielzeit nämlich vergeblich. Wer etwas bis zum nächsten großen Shooter sucht, der kann hier gerne zugreifen. Alle Tierfreunde und Tierschützer sollten lieber die Finger von lassen.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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