Deponia – Test des preisgekrönten Adventures nun endlich auch auf der Nintendo Switch

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Deponia (Switch Deutsch)
  • Komplett überarbeitete Steuerung mit optimalen Einsatz der Funktionen des Switch-Controllers
  • Einzigartige Spielwelt in der Tradition von Douglas Adams, Terry Pratchett und Matt Groening
  • Detaillierte handgezeichnete Grafik im HD-Pracht und Zeichentrick-Animationen im Comic
  • Erstklassige Sprachausgabe mit bekannten Synchronsprechern wie Monty Arnold aus "Upps! Die Pannenshow!", "Werner - Das muss Kesseln" und "Das kleine Arschloch"

Releasedatum: 24. April 2019

Genre: Adventure

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Daedalic Entertainment

Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, Mobile

Originaltext von der PlayStation 4-Review

Gleich vorab: Ich bin ein riesiger Fan von alten LucasArts Adventures. Schon als Kind hatte ich extremen Spaß an den Indiana Jones Adventures, an Monkey Island und den anderen Klassikern. Auch wenn man ohne die Hilfe des heute allgegenwärtigen Internets nicht jedes Rätsel sofort lösen konnte, konnte man doch durch jede Menge Rumprobieren doch die Lösung finden. Das Adventure-Genre war schon mehrmals totgeweiht, aber wie uns ein bekanntes Sprichwort lehrt, leben Totgesagte oftmals länger. Das beweist die Spieleschmiede Daedalic, die Adventures, mit dem Humor und von der Aufarbeitung sehr in Richtung der alten LucasArts Klassiker gehen. Auf fast allen Konsolen sind die Spiele von Daedalic bereits veröffentlicht worden, nun kommt einer der besten Daedalic-Titel auch für die Nintendo Switch. Doch Adventures auf Konsole sorgen bei Adventurefans oftmals für schlechte Meinungen. Kann Deponia auf der Nintendo-Konsole überzeugen? Auf dem PC war Deponia meiner Meinung nach eins der besten Adventures überhaupt. Packt die Konsolenfassung sowohl Adventure-Fans als auch Neulinge in diesem Genre?

 

Der Müllplanet Deponia und wie man ihn verlässt

Deponia erzählt die Geschichte von Rufus, einem der Bewohner des Müllplaneten Deponia. Der Planet Deponia besteht komplett aus Müll, die Bewohner leben und arbeiten mitten auf einer gigantischen Müllkippe und versuchen, aus dem Schrott etwas Brauchbares herauszufischen und den Müll in etwas Nützliches oder Sinnvolles zu verwandeln. Rufus, der Hauptcharakter des Spiels ist einer der Bewohner von Deponia, der aber, wie könnte man es ihm verübeln, unbedingt von diesem Müllhaufen weg möchte. Er denkt, er verdiene es in Elysium, einer gehobenen Gesellschaft, die wie Götter über den Geschehnissen des Mülls von Deponia leben, zu leben. Rufus plant also, sich an Bord eines Zuges Richtung Elysium zu schießen und wie ihr es euch denken könnt, geht der Plan natürlich vollkommen in die Hose. Hier beginnt die Story von Deponia auch erst richtig. Die Story von Deponia enthält ein gewisses Maß an Gesellschaftskritik, wie ihr unschwer erkennen könnt. Die Zweiklassen-Gesellschaft, in der das Spiel stattfindet, die Reichen auf der einen Seite, die Armen, die in Deponia sogar im Müll hausen, auf der anderen Seite und der Versuch einer Person, von der einen in die andere „Klasse“ zu wechseln. Besonders weit geht Daedalic allerdings bei dieser Kritik nicht, eine wirklich realistische Thematisierung bleibt aus. Das ist allerdings auch nicht der Anspruch an dieser Stelle. Deponia ist dank der Aufarbeitung zwar auch für Kinder interessant, richtet sich wegen des Humors, der Rätsel und der Story eher an älteres Publikum. Nach dem missglückten Start lernt ihr übrigens Goal kennen, eine Bewohnerin von Elysium. Bei eurer „Bilderbuchlandung“ auf dem Zug reißt ihr sie ausversehen mit nach Deponia. Natürlich baut der Rest der Story darauf auf, dass ihr Goal helft, zurück nach Elysium zu gelangen und natürlich hofft auch Rufus darauf, seinen Platz dort einnehmen zu können.

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…, denn er wünscht sich nichts sehnlicher als in der Utopie Elysium zu leben.

 

Daedalic macht vor, wie es geht

Die Story rein für sich betrachtet ist kein grandioses Meisterwerk. Was aus Deponia eines der besten Adventures macht, das ich je gespielt habe, ist das Storytelling an sich. Die Dialoge, der Humor und auch das Charakterdesign stehen meinen Adventure-Lieblingen aus der Kindheit in nichts nach. Die verschiedenen Charaktere, die Rufus auf seiner Reise trifft, sind alle authentisch und bringen euch meistens durch schrilles Design und irre Dialoge zum Lachen. Daedalic hat ja schon mit Edna bricht aus bewiesen, dass sie irre Charaktere richtig gut umsetzen können. Nach rund sechs bis sieben Stunden ist die Story vorbei, wobei das Ende einige Fragen offenlässt. Auf dem PC gibt es ja mittlerweile mit Chaos auf Deponia, Goodbye Deponia und Deponia Doomsday drei weitere Fortsetzungen, die die Geschichte von Rufus und dem Müllplaneten Deponia weitererzählen, ob es auch wirklich alle drei Titel auch auf die Switch schaffen, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Daedalic Entertainment, der Entwickler der Reihe, hat bisher nicht offiziell bekannt gegeben, dass auch die Fortsetzungen für die Nintendo-Konsole erscheinen sollen, hat dies aber auch noch nicht dementiert. Damit aber auch reine Konsolenzocker die Story von Deponia durchspielen können, was im Zuge des relativ offenen Endes des ersten Deponias wünschenswert wäre, wäre eine komplette Umsetzung der Reihe durchaus wünschenswert.

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Begleitet wird er auf seiner Reise von der hier schlafenden Goal.

 

Abgedrehter Humor und jede Menge tolle Dialoge

Und so rätselt und klickt ihr euch durch die mit abgedrehten Humor und witzigen Anspielungen vollgestopften Welt von Deponia. Die Charaktere, auf die Rufus trifft, haben allesamt ihre ganz eigene Stimmung und ihre eigene Meinung. Schade, dass Rufus‘ Aussagen keine Konsequenz innerhalb der Story haben. Selbst wenn ihr einem wichtigen Charakter in einem Dialog vor den Kopf stoßt, wird die Story ganz normal und ohne Änderungen fortgesetzt. Eine leichte Änderung im Verlauf der Story, wenn auch nur eine Anspielung im späteren Storyverlauf, hätten, hier schon einiges an Atmosphäre bewirkt. Leider bleibt Derartiges über das gesamte Spiel aus. Die Vertonung der einzelnen Charaktere ist dafür echt grandios. Die Charaktere haben immer eine der grafischen Umsetzung entsprechende und passende Vertonung erhalten, die perfekt in das Gesamtbild passt. Durch eine teilweise überzogene Vertonung der Charaktere wird der Eindruck der grandiosen Story und der witzigen Dialoge noch einmal deutlich besser. Auch grafisch setzt Deponia einen nicht zu verachtenden Meilenstein. Denn alles in Deponia ist handgezeichnet, von den hochauflösenden und detailverliebten Hintergründen, über die Charaktere bis hin zu den Animationen. Diese sind zwar nicht immer perfekt flüssig, fügen sich aber super in die Atmosphäre ein. Außerdem sind sie ebenfalls von enormer Detailverliebtheit gezeichnet und passen somit immer perfekt zu der jeweiligen Situation. Auch die Zwischensequenzen, die immer mal wieder über die Story verteilt sind, sind handgezeichnet und sehen echt toll aus.

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Auf seiner Reise trifft Rufus allerhand verrückte Charaktere, die allesamt grandios vertont sind.

 

Die Nintendo Switch Version im Test

Zu Beginn habe ich Deponia mit den Lucas Arts Adventures verglichen. Diese nutzten zur Steuerung die sogenannte ScummBar. Die Bar, in der sich die Piraten im ersten Monkey Island aufhalten, trägt übrigens denselben Namen. Dieses Steuerungselement kombinierte zum einen euer Inventar, als auch die Tätigkeiten, die euer Charakter ausführen konnte. Durch einen Klick auf die Tätigkeit und einen weiteren auf einen Gegenstand wurde die entsprechende Aktion ausgeführt. „Öffne Tür“ wäre ein Beispiel dafür. Diese Steuerung hatte sich auf dem PC etabliert, allerdings ist sie auf der Konsole schwer umzusetzen, da ihr ja bei jeder Bewegung den Cursor wieder auf die Leiste am unteren Rand des Bildschirms schieben müsst. Deponia wählt hier genau den richtigen Weg. Ihr benutzt zwar den Cursor, um Rufus zu bewegen oder um die einzelnen Gegenstände auszuwählen, die ihr auf dem Bildschirm seht, allerdings habt ihr keine Leiste am unteren Bildschirmrand. Stattdessen könnt ihr die vier Buttons benutzen, um eine Aktion auszuwählen. Dabei seht ihr jeweils vor der Auswahl das entsprechende Symbol auf dem Bildschirm. Eine zwar sehr einfache und minimalistische Möglichkeit Deponia zu steuern, aber mit Sicherheit die beste Variante. Mithilfe der Schultertasten könnt ihr zudem zwischen den einzelnen Punkten hin- und herspringen, was ebenfalls zur Vereinfachung der Steuerung in der Konsolenfassung beiträgt. Einzig in den Minispielen kann es teilweise etwas wuselig werden. Insgesamt kommt das Spiel auch auf der Nintendo Switch ohne Ladezeiten aus und ist während unseres Tests nur wenige Male ins Stottern geraten. Automatisches Speichern wurde ebenfalls implementiert, um Akkusünden einen Strich durch die Rechnung zu machen. Leider wurde auf die Unterstützung des Touchscreens komplett verzichtet. Warum sich die Entwickler dagegen entschieden haben, ist uns nicht ganz einleuchtend. Schließlich ist Deponia auch für mobile Geräte wie das iPad veröffentlicht worden. Ebenfalls ärgerlich ist das Preis. Mit 39,99 € OVP ist das Spiel für die Nintendo Switch eindeutig viel zu hoch. Für den selben oder günstigeren Kurs bekommt man alle vier Teile plus Extras für die PlayStation 4 oder den PC – Schade.

Deponia (Switch Deutsch)
  • Komplett überarbeitete Steuerung mit optimalen Einsatz der Funktionen des Switch-Controllers
  • Einzigartige Spielwelt in der Tradition von Douglas Adams, Terry Pratchett und Matt Groening
  • Detaillierte handgezeichnete Grafik im HD-Pracht und Zeichentrick-Animationen im Comic
  • Erstklassige Sprachausgabe mit bekannten Synchronsprechern wie Monty Arnold aus "Upps! Die Pannenshow!", "Werner - Das muss Kesseln" und "Das kleine Arschloch"

 

Positiv:

Grandiose Adventure-Umsetzung für Konsole
Tolle handgemalte Hintergründe und Charaktere
Tolle Vertonung der Charaktere
Rätsel sind gut fordernd
Auto-Save-Funktion ist vorhanden

Negativ:

Entscheidungen in Dialogen haben keine Konsequenz
Ende sehr offen und auf Nachfolger ausgelegt
Keine Touchscreen-Unterstützung
  • Deponia
    “Deponia hat seinerzeit schon großartig vorgemacht, wie man ein gutes Adventure macht. Generell hat die Spieleschmiede Daedalic Entertainment ein enorm gutes Händchen für stimmige Adventures. Das zeigen die beliebten Vorgängerwerke wie Harveys neue Augen und Edna bricht aus. Deponia setzt aber, was Story, Vertonung und Charakterdesign angeht, noch einmal eine ganze Schüppe drauf. Auch die Umsetzung für die Nintendo Switch ist grandios und zeigt: Adventures können durchaus auch auf den Konsolen beheimatet sein, selbst wenn sie keine filmreife Umsetzung wie beispielsweise Beyond: Two Souls von Quantic Dream haben. Auch eine seichte Story kann auch der Nintendo Switch grandios funktionieren. Deponia zeigt das und bringt zudem eine enorm witzige und coole Story mit. Bedenkt man, dass Deponia bereits 2012 zum ersten Mal erschienen ist, habt ihr immer noch ein super Point-and-Click-Adventure. Unverständlich ist deshalb, warum die Switch-Version einen so hohen Verkaufspreis erhalten hat. Auf den bisherigen Plattformen erhält man für den selben Kurs noch alle Nachfolger plus Extras und zahlt teilweise weniger. Wer noch keine Version gespielt hat, sollte die Möglichkeit nutzen und dem Spiel eine Chance geben, selbst wenn er primär nicht Fan von derartigen Spielen ist.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Ab in die Sammlung?

Deponia ist dank der guten Umsetzung für die Konsole und dem abgedrehten Humor auch etwas für Adventure-Neulinge – allerdings nicht für 39,99 € auf der Nintendo Switch.

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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