Decay The Mare – Review zum Horror-Klicker

Das Spiel mit der Angst gefällt uns Menschen. Manchen mehr und manchen weniger. Aber die Unterhaltungsindustrie hat das Potenzial längst erkannt und überflutet uns mit unseren Urängsten. Einsamkeit, Dunkelheit und Sonstigem. Neben vielen Filmen gibt es auch unzählige Horrorspiele und nun gibt es einen neuen Teil zu Decay. Nachdem das Entwickler-Problem gelöst wurde, gibt es jetzt Decay The Mare von Shining Gate und es soll der Konkurrenz Angst machen. Ob es uns zum Gruseln gebracht hat oder ob uns der Weihnachtsmann mehr erschrecken kann, lest ihr in unserem Test.

 

Lieber ein Ende mit schrecken…

Decay The Mare beginnt direkt damit, dass wir in einer Art Anstalt sind. Zumindest haben wir ein kleines Zimmer, mit einem Bett, einem Tisch und einem Schrank. Auf dem Tisch finden wir einen Teller, in dem einige Tabletten liegen. Es wurde uns nahegelegt, diese vor dem zu Bett gehen einzunehmen. Wir spielen den ehemaligen Junkie Sam, der nun einen Entzug machen möchte. Nach der Einnahme der Tablette legen wir uns ins Bett, um mit verstörenden Szenen wieder “aufzuwachen”. Also stehen wir wieder auf. Verlassen wir unser Zimmer stehen wir in einem Vorkäfig. Dieser sperrt unseres und ein paar andere Zimmer von einem Aufenthaltsraum ab. Durch das Gitter kommen wir nicht, also gehen wir in den “Maintanance-Room”, hier haben wir zwar keinen Zutritt, aber das stört in der Nacht wirklich niemanden. Das könnte auch daran liegen, dass es sich um einen Traum handelt und wir uns deswegen so frei bewegen können. Außerdem passieren im Verlauf einige surreale Dinge, die man sonst nicht erklären könnte. Unterteilt ist, dass Ganze in 3 Episoden wovon bislang nur die Erste verfügbar ist. Diese schließen wir ab, wenn wir alle Münzen eingesammelt haben. Hierfür lösen wir einige leichte Rätsel.

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“Eine Blume…” die Info des Jahres!

 

… als ein Schrecken ohne Ende

Decay The Mare steuert sich widererwarten sehr einfach, geradezu minimalistisch. Eigentlich nur mit der Maus. Es ist kein 3D Spiel, hier meine ich nicht, dass es nicht aus dem Bildschirm herauskommt, sondern dass man sich nicht in alle Richtungen frei bewegen kann. Man kann sich gar nicht wirklich bewegen und schon gar nicht frei. Das Spiel besteht aus einer Reihe Bildern, die durch einen Klick auf einen Pfeil oder bestimmten Bereich, nacheinander abgespult werden. Es erinnert an die Steuerung von Streetview. Allerdings wird es einem hier deutlich schwerer gemacht. Geht man von einem Raum in den Nächsten, ist noch alles gut und man sieht, was vor einem liegt, entweder ein weiterer Flur oder der Raum selbst. Dreht man sich nun um, durch den Klick auf den Pfeil am unteren Bildrand und verlässt das Zimmer, steht man eben wieder im Flur. Aber nicht mit dem Rücken zur Tür, durch die wir gerade eben geschritten sind, nein wir stehen wieder vor der Tür, durch die wir gekommen sind, als wir diesen Flur das erste Mal betreten haben. Das muss man auch erst einmal verstehen. Bis dahin kann einige Zeit vergehen. Im Spielverlauf müssen wir Gegenstände finden und kleinere Rätsel lösen. Es erinnert stark an ein Point and Click Adventure, nur eben aus der Ego-Perspektive.Einmal müssen wir eine verschlossene Tür öffnen und dafür den Schlüssel finden. Als Hinweis bekommen wir einen Text eingeblendet: “Die Tür ist verschlossen, es sind mehrere Hunde-Aufkleber auf der Tür”. Dass diese Aussage tatsächlich etwas mit der Lösung des Rätsels zu tun hat, kommt uns erst in den Sinn, als wir es lösen. Generell muss man sagen, dass die Rätsel nicht besonders schwierig sind. Eine Kombination erraten wir direkt auf den ersten Versuch, nachdem wir den Hinweis, durch das Untersuchen des “Schalters”, bekommen haben. Da haben wir schon kompliziertere Aufgaben gelöst, immerhin haben wir uns ja am selben Tag auch die Hose angezogen. Als wenig schreckhafter Mensch muss ich sagen, dass die Gruseleinlagen nicht sehr erschreckend waren. Leute, die sich schnell in die besagte Hose machen, werden manchmal schon etwas erschreckt. Teilweise hatte ich aber das Gefühl, dass die Entwickler mehr Wert auf ein generelles Unwohlsein gelegt haben, als auf Angst. So stehen wir in einem Raum voller Bilder von einer Frau, die uns die ganze Zeit anstarren. Dazu flackert das Licht. So erwartet man einen Jumpscare. Aber die Vermutung, dass bald etwas passiert in der Kombination mit den starrenden Augen erzeugte ein Gefühl, das viel schlimmer ist als ein kurzes Erschrecken. Das finden wir mal gut. Teilweise (genau genommen einmal) dürfen wir sogar einen Dialog führen, dieser ist allerdings rein in Textform. Dafür allerdings mit einer Auswahl von Antwort-Möglichkeiten. Was auch ganz in Ordnung ist, dass die Hilfe-Funktion nur ein Mausklick entfernt ist, genau gesagt in der unteren rechten Bildschirmecke. Für alle, die es möchten, fragt uns das Spiel zu Beginn noch, ob wir eine Einführung benötigen. Männer brauchen so was aber nicht, ist genauso überflüssig wie Bedienungsanleitungen.

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Was zur?!

 

2D Horror

Dem Genre entsprechend verhält sich die Grafik. Sie ist der Horror! Zugegeben, wir haben schon schlechtere, hässlichere Spiele gesehen.
Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass die Grafiken und “Texturen”, wenn man davon sprechen kann, uns einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Selten so was Lustloses gesehen. Die Entwickler haben ihren Fokus darauf gesetzt eine halbwegs brauchbare Geschichte zu erzählen und dadurch, dass grafische Grundgerüst vernachlässigt. Manchmal sind diese Bilder bewegt, aber hier auch nur minimal. Artikel, die man findet, werden freundlicherweise vorgelesen bzw. erzählt dies geschieht aber in einer solchen Geschwindigkeit, dass eine Schnecke mit einer Shopping-Tour eher fertig wäre. Dies ist nervig und fördert das Angst-Gefühl keineswegs. Entweder liest man hier selbst oder überspringt das Ganze. Zumal die Sprecher auch nicht ansatzweise Stimmung erzeugen konnten. Ansonsten gibt es nicht sehr viele Töne in dem Spiel, eine leichte akustische Untermalung gibt es, die aber eher an eine Art “brummen” erinnert. Beim Öffnen von Türen hören wir ein entsprechendes Geräusch, das war es dann aber wirklich. Vielleicht auch besser so.

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Hübsches Zimmerchen.

 

 

Fazit:

Decay the Mare ist kein Spiel für Kleinkinder oder Personen mit schwachen Nerven. So viel steht schon mal fest. Doch für die richtigen Grusel-Liebhaber ist es auch nichts. Da gibt es weit bessere Titel, um einem das Blut gefrieren zu lassen. Ein kurzer, halbwegs akzeptabler Zeitvertreib ist Decay the Mare, mehr aber auch nicht. Dazu fehlt einfach an vielen Ecken und Enden der nötige Feinschliff und eventuell auch Erfahrung. Vielleicht beim nächsten Mal.

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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