Deadpool – Review zum verrückten Marvel-Helden

Die wichtigste Frage beim Videospielshoppen lautet: “Kann ich ohne Bedenken dieses Spiel mitnehmen und Spaß haben?”. Besonders bei sogenannten “Lizenz-Titeln” ist dies oftmals nicht der Fall. Wer kennt denn auch schon bitte das neue Spiel “Deadpool”??!! Sollte man ihn deshalb also einfach im Regal stehen lassen oder könnt ihr beruhigt zu einer Wundertüte greifen?

 

Kennen wir ihn eigentlich?

Fangen wir mal an zu erzählen oder besser gesagt, fangen wir mal an zu lachen. Denn kein Spiel auf dem ganzen Planeten nimmt so viel Humor mit, als dieses. Vorallem die ganzen Witze und Momente, die man in “Deadpool” erlebt, sind so lustig gestaltet, dass man am liebsten das Spiel nicht mehr aus der Konsole nehmen möchte. Doch fangen wir mal ganz von vorne an. “Deadpool” möchte sein eigenes Videospiel haben, wo er mitspielt. Mit bürgerlichem Namen heißt er “Wade Winston” und normal ist er sicherlich nicht. Er kann teleportieren, kann die Spieler vor dem Fernseher direkt ansprechen, geht auf die Controller-Funktionen ein und ist zusätzlich auch noch unsterblich. Nun möchte er der Hauptdarsteller in seinem eigenen Spiel sein, welches er mit den “High Noon Studios” entwickelt. Direkt am Anfang wird ihm das Drehbuch an die Tür geliefert und wie “Deadpool” nun mal so ist, ist er mit vielen Dingen einfach nicht einverstanden und ändert es kurzfristig um. Und ganz ehrlich Leute, es ist “Deadpool” und er darf sowas einfach.

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Der typische Deadpool Humor darf natürlich nicht fehlen.

 

Prügel, Witz, Witz, Prügel

Die “Story” ist in mehrere Parts aufgeteilt, die sich allerdings am Stück durchspielen lassen. So entstehen auch kaum Ladezeiten und die Rendervideos und Gameplayszenen verschmelzen gut miteinander. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei nicht unbedingt auf der aktuellen Technik, sondern bei dem Humor, der einfach klasse in Szene gesetzt wird. In jeder Situation hat “Deadpool” einen coolen und lockeren Spruch auf Lager und bringt diesen dem Zuschauer näher. Auch die verschiedenen Level sind schon von Grund auf lustig gestaltet. Mal stehen wir vor einem Raum, der von Innen aussieht wie ein 8 Bit Videospiel aus den frühen Jahren. Das nächste Mal träumt “Deadpool” davon, dass in dem nächsten Raum eine Party mit leicht bekleideten jungen Damen steckt. Dieser Humor ist dreckig und lustig zugleich. Aber nicht nur diese unerwarteten Momente sind so gestaltet, sondern auch die Gespräche zwischen den Charakteren. An vielen Stellen im Spiel will man gar nicht wieder dieses “ernste Kämpfen”, sondern diesen verrückten “Deadpool” sehen. Doch da wären wir auch schon bei dem ersten Kritikpunkt, der Abwechslung. Viele Level sehen nicht nur gleich aus, sie spielen sich auch so. Es kommen immer erst Gegnerhorden, dann muss man etwas öffnen, einsammeln oder finden. Das wiederholt sich im Spielverlauf jedes Mal. Die Level ähneln sich oftmals wie eine Arena, wo ein Kampf stattfindet. Auch die Details innerhalb der Level lassen zu wünschen übrig. So sehen Texturen an manchen Stellen schlimmer aus, als bei “Duke Nukem: Forever”.

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Deadpool ist ein Meister mit allem was Löcher macht.

 

Aufbesserungen sind hilfreich

Rollenspiele mag jeder auf seine eigene Art gerne. Doch auch “Deadpool” bietet einige Funktionen, seine Waffen und seinen Spieler besser zu machen. Überall im Spiel liegen “Deadcoints” herum, die man einsammeln und dann im Shop gegen Verbesserungen und/oder Upgrades einsetzten kann. Viele dieser Waffen-Upgrades werden aber auch erst nach dem Einsetzen der jeweiligen Waffe freigeschaltet. Wer sich jetzt fragt, ob diese Upgrades etwas bringen, den können wir versichern: Es bringt einiges! Viele Spiele verschenken genau hier ihr Potenzial, doch ohne diese Verbesserungen, würde man schnell an seine Grenzen stoßen. Zusätzlich sind im ganzen Spiel Munitionskisten zu allen Waffenarten versteckt. Läuft man über solch ein Munitions-Zeichen, sammelt man diese direkt auf. Ein Levelsystem hätte dem ganzen Spiel vielleicht noch die Spitze gegeben. Denn man hat direkt am Anfang des Spieles die Möglichkeit alle Waffen zu kaufen. Ein Levelsystem hätte das etwas anders lösen können.

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Oft müsst ihr es mit mehreren Gegnern auf einmal aufnehmen.

 

Die Kamera wurde entfernt

Technisch ist “Deadpool” keine Meisterleistung. Die Kämpfe lassen sich zwar von Grund auf gut und vor allem einfach steuern, doch die Kamera fehlt komplett. Normalerweise sollte die Kamera bei Beat’em’Up-Spielen automatisch mitgehen. Leider gibt es diese Funktion hier nicht. Doch dies findet “Deadpool” wohl auch nicht so lustig und bringt auch dazu Sprüche. Fragt man sich hier nur, warum fehlt diese Funktion, besonders wenn man während des Spielens noch darauf eingeht? Die Kämpfe sind dadurch dann doch völlig unübersichtlich und schwer zu spielen. Die bereits genannten Leveldesign-Schwächen, die zu kurze Story und die fehlende Kamera lassen das Spiel technisch nicht so aussehen, wie man es vielleicht erwartet hatte.

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Heute auf der Karte: Gulasch

 

Fazit:

Es ist toll zu sehen, dass nach Jahren endlich mal wieder ein Marvel-Held ein klasse Spiel bekommt. Auch wenn “Deadpool” etwas verrückt und das Ganze im Spiel auch zu sehen ist, kann er nicht ganz überzeugen. Die schwächelnde Technik, das ungenutzte Levelsystem und die immer wiederkehrenden Spielabläufe, machen das Spiel leider etwas träge. Dazu kommt, dass die Spielzeit mit knapp 5 Spielstunden etwas mehr als mangelhaft ist. Storymäßig kann man sich eigentlich nicht beklagen, obwohl sie nur von “Deadpools” Charme lebt. Alle weiteren Spielinhalte sind ebenfalls lustig in Szene gesetzt. Somit ist das Sommerloch in diesem Jahr zumindest kurzzeitig geschlossen.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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