Deadlight: Director’s Cut – Test zum Zombie-Survival-Game in 2D

Im neuen Werk von Deep Silver und Tequila Works, einem Side-Scroller Survival-Horror-Spiel, das bereits 2012 das Licht der Welt erblickte, dreht sich alles – wie in den letzten Jahren zuhauf – um Zombies. Denn viele Spiele, die momentan den Markt erobern wollen, springen auf den The Walking Dead Zug auf und versuchen, durch den vorherrschenden Zombie-Hype Geld in die eigenen Kassen zu spülen. Bei Deadlight Director’s Cut kommt zudem die Besonderheit hinzu, dass ihr in einer flachen Welt so schnell wie möglich von A nach B kommen müsst. Ob dabei die Hintergrundgeschichte zu kurz kommt, total flach ist oder ob wir es hier mit einem Meisterwerk ohnegleichen zu tun haben, erfahrt ihr in folgendem Test.

 

Schon wieder ein Virus!

Die Welt von Deadlight spielt nach einem Virus, der sich über die ganze Welt verbreitet hat und Menschen in sogenannte Schatten verwandelt hat, welche wir aus anderen Spielen und Filmen als Zombies kennen. Das Spiel besteht aus insgesamt drei Szenen, welche ihr nach und nach durchspielen könnt. Ihr startet nach den Tagebucheinträgen vom Protagonisten Randall, von denen ich euch später noch erzählen werde. Unser Gruppenmitglied Karla musste erschossen werden, nachdem wir feststellten, dass diese infiziert wurde. Natürlich verhalten sich die Schatten wie alle anderen Zombies auch: Sie werden von lauten Geräuschen angelockt. Dementsprechend beginnen ab hier unsere Flucht vor den Schattenhorden und die Suche nach unserer vermissten Familie und der Gruppe, der wir uns angeschlossen haben. Ihr bewegt euch aber nur nach links und rechts in einer flachen Welt, die äußerst dunkel und düster gestaltet wurde. Ja wirklich, so dunkel, dass ich den Helligkeitsregler auf volle Pulle stellen musste, da mir ansonsten einige Orte und nützliche Gegenstände verborgen blieben. Ich weiß, das schadet der gruseligen Atmosphäre – aber immerhin möchte ich auch sehen, wo ich langlaufe! Immerhin bietet das Spiel eine detaillierte Umgebung, in der man die Schatten auch mal im Vordergrund vorbeiflitzen sehen kann.

Die Umgebung macht einen großen Pluspunkt des Spiels aus

 

Schnell und einfach erklärt

Das Spiel besteht darin, durch Klettern, Rennen und weiteren Elementen aus dem Parcoursbereich Wege durch die verlassenen Städte zu schlagen. Hierbei müsst ihr kleine Mini-Rätsel lösen wie dem Verschieben von Blöcken, um höhere Kanten zu erreichen. Bei eurem Weg durch die grausame Welt entdeckt ihr allerlei Geheimnisse wie Tagebuchseiten oder Objekten von verstorbenen Personen, die aufgesammelt und später betrachtet werden können. Natürlich kann unser Protagonist Randall auch Sturzschaden erleiden und sterben – tritt dieser Fall ein, startet ihr vom letzten Kontrollpunkt. Generell sind die Kontrollpunkte im Spiel gut verteilt. Vor jedem Rätsel bzw. Hindernis gibt es einen Kontrollpunkt, wo automatisch gespeichert wird und bei Versagen erneut gestartet werden kann. Um Rätsel zu lösen, müsst ihr verschiedene Befehle erlernen – ihr könnt euch ducken, Zombies durch Verspotten anlocken oder findet im Verlaufe des Spiels Waffen, mit denen ihr euch verteidigen könnt. Das Benutzen der Waffen kostet euch Ausdauer bzw. Munition und natürlich können die Schatten nur durch Schüsse in den Kopf getötet werden.

Nicht jedem bekommt die Zombie-Apokalypse gut…

 

Die Tiefe des 2D Spiels

Die Geschichte ist ebenfalls wie aus vielen Zombieklassikern: Wir haben unsere Frau und unsere Tochter verloren und begeben uns mit einer kleinen Gruppe auf die Suche nach ihnen. Über comichafte Zwischensequenzen erleben wir die Geschichte und auch durch knappe Kommentare des Protagonisten im Spielgeschehen versucht man, die Spannung aufrechtzuerhalten. Einige Zwischensequenzen sind super gelungen, da sie beispielsweise plötzlich in der Vergangenheit spielen und uns zeigen, wie man denn mit einer Pistole umzugehen hat. Andererseits bietet die Story keinerlei Neuerungen im Gegensatz zu herkömmlichen Spielen aus der Zombie-Survival-Welt. Neben dem eigentlichen Spiel wird uns die Möglichkeit gegeben, in Randalls Tagebuch zu stöbern und die Geschehnisse vor dem Ausbruch des Virus zu erleben. Fotos und Skizzen unterstützen das Ganze. So erfahren wir, dass Randall ein Ranger in den Bergen ist, Shannon ist seine Frau und Lydia seine Tochter. Eine weitere Option neben dem Durchstöbern des Tagebuches bietet der Überlebensmodus, in welchem ihr euch plötzlich in einem Krankenhaus wiederfindet und solange wie möglich versuchen müsst, zu überleben. Um sich mit anderen vergleichen zu können, haben die Entwickler eine Bestenliste eingearbeitet, anhand dessen ihr euch mit euren Freunden und Spielern auf der ganzen Welt messen könnt.

Die Zwischensequenzen erklären einige Funktionen des Spiels

 

Kaum Widerspielwert

Nun ja, das war‘s auch schon mit den Inhalten zu Deadlight. Die drei Sequenzen sind innerhalb von wenigen Stunden abgearbeitet. Natürlich gibt es auch hier eine Bestenliste, um zu sehen, wie man im Vergleich zum Rest der Spieler steht. Allerdings führt die Oberflächlichkeit der Story nicht dazu, dass man das Spiel unendlich oft wiederholen möchte. Außerdem hat das Spiel mit einigen Bugs zu kämpfen, die seit dem Release im Jahre 2012 nicht behoben worden zu sein scheinen. Ihr habt immense Probleme beim Hängen an Kanten: Ohne Sequenzen befindet ihr euch auf einmal auf der anderen Seite eines Maschendrahtzaunes, auch das Laufen nach Besteigen einer Kante gestaltet sich durch die krüppelige Steuerung oft als schwer. Besonders, wenn nach der nächsten Kante eine Horde Schatten auf euch wartet. Neben der toll gestalteten Umgebung erwartet euch allerdings eine karge Musikauswahl, die nur temporär vom Sprecher unterbrochen wird. Ob man damit das Gefühl der Einsamkeit aufbauen wollte? Leider funktioniert dies nicht. Die dumme KI der Schatten (manchmal bleiben Schatten stehen und verschwinden einfach so – MAGIE!) trägt ihr Übriges dazu bei.

Einer der wenigen Momente, in denen die Schatten gewollt dumm sind

 

Fazit:

Deadlight Director’s Cut ist zum Glück kein Vollpreisspiel. Denn für euer Geld bekommt ihr ein Spiel geboten, welches man nebenbei daddeln kann, aber nach einmal durchspielen in der Ecke stauben lässt. Das Spiel hat zudem einige Mängel wie der flachen Story und einigen Bugs, die auch nach vier Jahren nicht behoben worden sind. Dennoch sollte man sich ein Herz fassen und dem Spiel eine Chance geben, denn gute Ansätze sind in Deadlight allemal zu finden. Es sind nicht gerade Fans des Horror-Genres, die an dem Spiel Gefallen finden könnten, vielmehr sind es Fans von Jump-’n’-Run-Spielen, die mit dem Spiel einige Stunden Spaß verbringen können.

 

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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