Culdcept Revolt – Test zum Mix aus Kartensammeln und Monopoly

In diesem Jahr feiert die Culdcept-Reihe ihr 20-jähriges Jubiläum, allerdings wurde in dieser Zeit nicht ein Ableger der Reihe in Europa veröffentlicht. Diese Tradition wurde mit dem neuen Culdcept Revolt gebrochen und so kommen auch wir Europäer in den Genuss der Mischung aus Sammelkarten- und Brettspiel. Was uns Europäern bisher verborgen blieb und ob es sich gelohnt hat, das Spiel zum Jubiläum auch in Europa zu veröffentlichen, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Sammel Karten, beschwöre Monster

Das Prinzip von Culdcept Revolt wirkt auf den ersten Blick sehr kompliziert, doch durch das großartige Tutorial im Battle Space am Anfang des Spieles, in dem man Schritt für Schritt die wichtigsten Regeln und Kniffe des Spieles lernt, erfahrt ihr eine angenehme Lernkurve. Die Spielbretter sind aneinandergereihte Felder, die in Form einer Acht, eines Kreises oder anderen Formen vorkommen können. Dabei hat jede Mission das Ziel, eine bestimmte Anzahl an Total Magic Power zu erlangen. Das Spielbrett an sich ist in mehrere verschiedene Felder unterteilt, die alle eine unterschiedliche Farbe und Funktion haben. Pro Runde zieht ihr zunächst eine Karte aus eurem Deck. Daraufhin würfelt ihr, um die entsprechende Anzahl an Feldern weiterzuziehen. Ist das Feld, auf welchem ihr landet, frei, so könnt ihr an dieser Stelle ein Monster beschwören. Landet im weiteren Spielverlauf ein Gegner auf diesem Feld, so muss er an euch eine gewisse Gebühr an Magic Power abtreten. Zusätzlich sammelt ihr pro Umrundung und pro Tor, dass ihr passiert, Magic Power, um euer Ziel zu erreichen und als Sieger hervorzugehen. Doch es kann auch passieren, dass die Gebühr des Gegners euer momentanes Budget überschreitet, sodass ihr gezwungen seid, Felder mit Monstern wieder zu verkaufen, um wieder im Plus zu landen. Das Spielprinzip hat mich stark an Monopoly erinnert, denn auch bei diesem Spiel kommt es meistens nur auf Glück an. Ihr seid also völlig abhängig von eurem Würfelglück, denn der Schwierigkeitsgrad ist in Culdcept Revolt nicht frei wählbar. Lediglich die Wahl eurer Karten kann ein wenig den Spielausgang entscheiden, doch mir ist es trotzdem oft passiert, dass ich das ganze Spiel über geführt habe und kurz vor Ende auf einem gegnerischen Feld gelandet bin, was mich im Endeffekt den Sieg gekostet hat. Es hat somit auch ein wenig mit dem Haushalten eurer Magic Power zu tun, ob der Sieg euer ist. So hat mich die Spielrunde gut und gerne eine halbe Stunde gekostet, denn die Matches sind nichts für zwischendurch. Ihr verbringt gut und gerne auch mal eine Stunde damit, euch mit euren Gegnern rumzuschlagen.

Von diesen verfluchten Würfeln hängt der Ausgang des Spiels ab.

 

Das Herz der Karten

Um auf die stundenlangen Matches gut vorbereitet zu sein, müsst ihr euer Deck optimal gestalten. Zu Beginn könnt ihr ein Buch auswählen, was verschiedene Karten zweier Elemente beinhaltet. Feuer und Erde sind eher offensive und defensive Karten, während Luft und Wasser mehr auf verschiedene Fähigkeiten setzen. Die Monster auf den Karten haben die passenden Elemente, doch es ist egal, welches Buch ihr zu Beginn des Spieles wählt. Denn auch im späteren Spielverlauf ist es euch möglich, euer Deck umzugestalten und so die Elemente mitzunehmen, die ihr haben wollt. Im Spiel gibt es über 400 verschiedene Karten, was die Qual der Wahl schwierig macht. Je nachdem, welches Element ihr mit ins Spiel nehmt, könnt ihr die unterschiedlichen Felder nutzen, denn auf Feldern derselben Farbe (Feuer = rot, Wasser = blau usw.) erhalten eure beschworenen Monster zusätzliche Boni. Jedes Monster hat einen Stärkewert und eine bestimmte Menge an HP, die ihr durch zusätzliche Ausrüstungskarten wie einem Schwert oder einem Helm verstärken könnt. Diese halten aber nur für eine Runde, denn eure Monster können auch angegriffen und so von ihrem Feld vertrieben werden. Die „Kämpfe“ zwischen den Monstern sind ziemlich billig gemacht, aber auf das Wesentliche reduziert. Mit Hinzunahme der Ausrüstungskarten werden die Monster gegenübergestellt und sinkt einer der beiden Parteien auf unter 0 HP, war es das mit dem Monster und entweder wird die Gebühr fällig oder der Gegner erobert euer Feld.  Mit zusätzlichen Spell Karten könnt ihr euer Deck ebenfalls verstärken, denn diese bringen euch während eines Zuges zusätzliche Vorteile wie einem dreifachen Würfelwurf oder einer Werterhöhung für eure Monster. Ihr seht, in Culdcept Revolt habt ihr eine große Menge an Möglichkeiten, euer Deck zu gestalten. Mit Booster Packs aus dem Laden könnt ihr dann neue Karten erhalten und müsst so jedes Mal aufs Neue euer Deck managen. Dieses System macht wirklich Spaß und motiviert auch noch auf lange Zeit hin, in Matches mit eurem Deck anzutreten.

Platziert viele Monster auf den Feldern, damit eure Gegner hohe Gebühren zahlen müssen.

 

Die Free Bats

Natürlich darf eine Story bei so einem Spiel nicht fehlen. Als Cepter Allen könnt ihr die Cards of Culdcept kontrollieren, was nicht jedem vergönnt ist. In der Stadt Celphas, die von Count Kraniss regiert wird, ist nämlich der Besitz dieser Karten verboten. Und so bildete sich die Rebellengruppe Free Bats, deren Anführerin Alicia euch herzlich aufnimmt, da ihr das Gedächtnis verloren zu haben scheint. Zwischendurch erwarten euch längere Gespräche in starren Abbildungen, bei denen nur die Gesichter der Figuren eingeblendet werden. Die Figuren an sich laufen mit einer Grafik, die aus Game Boy Advance Zeiten stammen könnte, durch die Welt. Doch wen die Dialoge nicht interessieren, der hat Glück gehabt, denn mit einem Knopfdruck lassen sich diese überspringen. Manches Mal ergeben sich aus der Story auch sinnlose Kämpfe, denn plötzlich fand ich mich in Dreierkämpfen wieder, bei denen ein Mitglied der Free Bats gegen den Feind, aber auch gegen mich kämpfte. Manches Mal hat die Situation überhaupt nicht gepasst, doch hey, irgendwie muss ja gekämpft werden. Es erwartet euch zudem keine Action, ihr habt den immer gleichen Ablauf während des gesamten Spiels.

 

Positiv:

Viele sammelbare Karten durch Boosterpacks
Stundenlange mit Taktik gefüllte Matches
Ausgefallene Spielbretter und Karten, die nach Elementen eingeteilt sind
Dialoge sind überspringbar und Turbo-Einstellung im Spiel sorgt für schnelleren Ablauf

Negativ:

Weder die Hintergrundgeschichte noch die Entwicklung der Charaktere überzeugen
Sehr veraltete Grafik, vor allem in Monsterkämpfen
Ausgang der Matches oft vom Würfelglück abhängig
Gegnerische Züge sind bei den sowieso schon langen Matches nicht überspringbar
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58908″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Jasmin Paskuda, Redakteurin”]

“Culdcept Revolt feiert ein gelungenes Debüt in Europa. Die Mischung aus dem Sammeln von Karten und dem Spielen eines Brettspiels ist wirklich gelungen und macht auch noch nach Stunden Spaß, allerdings sind die Kämpfe nicht für zwischendurch gedacht und es ist ärgerlich, dass der Ausgang eines Matches zum Großteil vom Würfelglück abhängt. Doch das Erstellen des Decks hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gerne eine Mission öfters probiert habe. Doch die Story sollte keinen Rollenspielfan vom Hocker hauen, erwartet dahin gehend also nicht zu viel. Auch die Charakterentwicklung ist eher mäßig, doch alles in allem ist Culdcept Revolt ein Titel für jeden, der in der Jugend schon gerne Karten gesammelt hat. Für Langzeitspielspaß ist zudem durch die kommenden Add Ons gesorgt, die man sich ähnlich wie in Fire Emblem im internen Shop kaufen kann.”

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Lohnt sich das Anlegen der Kartensammlung?

Wer schon in seiner Jugend ein Fan vom Sammeln von Karten war und nicht bei jeder Runde Monopoly wütend das Spielbrett seiner Familie entgegen geschmissen hat, der wird mit Culdcept Revolt seine Freude haben.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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