Carmageddon: Max Damage – Test zum sinnvoll…losen Crashrennen

Als 2014 Carmageddon erstmals wieder aus den hintersten Erinnerungen der letzten 90er Jahre hervorgekrochen kam, war die Freude bei vielen Fans der Reihe groß. Was als Early-Access-Spiel auf dem PC funktionierte, muss natürlich auch für die Spieler der Konsolen gut sein. Deshalb nahm Entwickler Stainless Games einfach die PC-Version, nannte diese in Max Damage um, fügte ein paar neue Inhalte hinzu und portierte eine solide Konsolenfassung in den Store. Warum der neuste Ableger der Reihe ganz ordentlich geworden ist, lest ihr jetzt in unserem Test zur PS4-Version.

 

Warum erscheint das Spiel in Deutschland nicht auf der Xbox One?: Die USK hat Carmageddon: Max Damage eine Altersfreigabe auf Grund von starker Gewaltdarstellung verweigert. Während Sony Spiele ohne Altersbeschränkung im Store zulässt, schiebt Microsoft einen Riegel davor. Noch kam es nicht zu einer Indizierung, weshalb das Spiel im deutschen PS-Store noch zu finden ist. Eine Retailfassung, wie es beispielsweise in Österreich der Fall ist, gibt es in Deutschland ebenfalls nicht.

 

Mad Max!

In Carmageddon: Max Damage spielen wir entweder den gleichnamigen Hauptcharakter oder Anna. Eine Geschichte rund um das virtuelle Chaos gibt es aber nicht. Stattdessen müssen wir immer wieder versuchen, verschiedene Ziele als Erster zu erreichen. Die einfachste Möglichkeit wäre da der klassische Rundkurs: einen Checkpoint nach dem anderen abfahren und als Erster ins Ziel rauschen. Aber das wäre natürlich etwas langweilig, also fügten die Entwickler zerstörbare Mitfahrer, herumlaufende Zivilisten und jede Menge Items ein, um so mehr Abwechslung in das Rennen zu bringen. Im klassischen Carmageddon-Modus kann man auf einer gewählten Karte frei herumfahren und muss dabei versuchen, die eigenen Ziele einzufahren. Das wären zum einen die bereits erwähnten Checkpoints, die Zerstörung der anderen Fahrer oder sämtliche Passanten zu töten, indem man diese überfährt, sprengt oder mit verschiedenen politisch völlig unkorrekten Möglichkeiten hinzurichten. Letzteres sorgte übrigens auch für die nicht erteilte USK-Freigabe. Alternativ gibt es auch die festgelegten Missionen, in denen das Ziel klar definiert ist. Während eines Rennens nimmt die eigene Karre natürlich ebenfalls Kratzer entgegen und muss mit den verdienten Coins repariert werden. Diese Reparationen schlagen gehörig aufs Konto, weshalb man des Öfteren auch taktisch vorgehen sollte.

Ein Crash im Carmageddon-Style.

Ein Crash im Carmageddon-Style.

 

Items, wie bei Mario Kart…

Die Anzahl der Hilfsmittel wurde im Gegensatz zur PC-Fassung ordentlich erweitert. Einfaches Durchfahren über die auf der ganzen Karte verteilten Objekte aktiviert die Spezialfähigkeiten für eine kurze Zeit. Als Beispiel rennen die Passanten dann direkt auf uns zu, um Selbstmord zu begehen oder aber tanzen auf der Stelle zur eingespielten Musik. Mit diesen Upgrades können sich aber auch das Fahrverhalten und unsere Verteidigung aufgebessert oder sogar verschlechtert werden. Es ist also auch etwas Glück mit im Spiel. Neu bei Max Damage sind nun auch die Rad- und Rollstuhlfahrer. Diese sind entweder schneller oder langsamer unterwegs als der Rest. Rammen wir einen Kontrahenten stark, nickt dieser kurzzeitig ein, was mit Sternen um sein Fahrzeug angezeigt wird. In dieser Zeit fährt dieser nicht weiter, dafür können wir erneut ausholen und ihn zu Brei fahren. Die Steuerung ist generell etwas schwammig, besonders bei schnelleren Karren muss man sich stark eingewöhnen. Neue Karossen schalten wir immer dann frei, wenn ein bestimmter Fahrer, der vorher im Ladebildschirm angezeigt wird, durch uns zerstört ist. Im Hauptmenü kann man dann das Fahrzeug für den nächsten Wettkampf einsetzen. Im Prinzip klappert man auch nur Wettkampf für Wettkampf in einer eigens ausgewählten Reihenfolge ab. Abwechslung kommt durch die eingangs erwähnten klassischen Carmageddon-Runden inklusive Runden mit festgelegten Zielen. Alternativ zum Singleplayer gibt es auch noch Onlinewettkämpfe mit bis zu sechs Spieler. Hier können die Ziele des jeweiligen Matches individuell angepasst werden.

 

Leere Karten

Die verschiedenen Gebiete reichen vom Stadtzentrum über Strände bis zu Industrieanlagen. Auch wenn die Areale weitläufig sind, bieten sie quasi wenige Inhalte oder Hotspots. Faktisch laufen nur die Passanten über die Straßen, mehr gibt es nicht zu bestaunen. Hier hätten weitere Verkehrsteilnehmer sicher einiges ausgemacht, sowohl vom Gameplay als auch von der Atmosphäre. Richtig Spaß die Bereiche zu “erkunden” macht es dadurch leider eher weniger. Dafür ist die technische Umsetzung auf der PS4 wirklich gelungen. Keine Framedrops oder große Bugs sind uns während des Tests aufgefallen. Leider musste aber die grafische Umsetzung darunter leiden. Immer wieder kommt es zu stärkerem Kantenflimmern, dazu gibt es unscharfe Texturen und die Items sind im Cel Shading-Look in die sonst normal aussehende Welt eingefügt. Auch die Ladezeiten sind ziemlich lang. Nach jedem Match, was aber durchaus auch mal eine halbe Stunde gehen kann, muss das Spiel fast eine Minute laden, um wieder ins Hauptmenü zu kommen. Die Hintergrundmusik ist rockig, was in voller Linie zum Spiel passt.

Tiere könnten auch mal über den "Weg" laufen.

Tiere könnten auch mal über den “Weg” laufen.

 

Fazit:

Carmageddon wäre für Leute, die Freude an Gewalt haben, wahrscheinlich die richtige Alternative um es virtuell austragen zu können. Man mag aus diesem Grund sicherlich über das Spiel denken, was man möchte, es macht dennoch in vielerlei Hinsicht Spaß und unterhält. Nicht zuletzt wegen der individuellen Entscheidungen, wie man seine Ziele einfährt oder die lustigen Onlinematches, welche man mit seinen Freunden abhalten kann. Eine Runde für zwischendurch ist doch immer mal ganz amüsant. In der heutigen Zeit solch ein Spiel in Deutschland allerdings nicht freizugeben, ist in meinen Augen etwas lächerlich. Jeder Spieler weiß, dass es sich hierbei um, wenn auch eher schwarzen, Sarkasmus handelt. Stainless hat hier gute Arbeit geleistet, um aus einem PC-Early-Access-Titel eine gute Konsolenversion zu zaubern.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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