BlazBlue: Chronophantasma Extend – Test zum Anime-Arcade-Kampfspiel

Kampfspiele und Anime. Diese beiden Sachen gehen meist sehr gut Hand in Hand, in den meisten Animeserien wird ohnehin gekämpft bis zum Abwinken, zumindest im sehr beliebten Shonen-Genre. Und kaum eine Kampfspielserie verkörpert ebendieses Genre besser als BlazBlue. Skurrile Charaktere, abgefahrene Action und eine Story um Zeitreisen, Magie und Mystik. Ob die etwas verbesserte Version des aktuellen Teils Chronophantasma, wie bei der Serie gern gemach mit einem „Extend“ versehen, auch begeistern kann, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Hi, ich bin neu hier…warte, worum geht’s?

Zugegeben, die Geschichte von BlazBlue ist wirklich interessant und, insofern man alles versteht, auch großartig. Eine schwarze Bestie, die vor Hunderten Jahren für Chaos gesorgt hat und nur durch sechs Helden gestoppt werden konnte? Eine Zeitschleife, die gebrochen wurde und nun neue Ereignisse hervorruft? Eine tyrannische Organisation, die das höchste Kopfgeld aller Zeiten auf den Hauptcharakter ausgesetzt hat? Alles Check, alles gut, bitte her damit. Doch so toll und ausgefallen die Geschichte auch ist, ebenso verwirrend kann sie sein. Neulinge werden schier überladen mit Namen und Begriffen, mit denen sie schlicht nichts anfangen können. Na gut, das Spiel bietet einige Möglichkeiten, sein Wissen über die Story aufzufrischen. Es gibt eine kleine Gag-Serie, in der Charaktere in Chibiform ein bisschen über die Welt diskutieren. Wenn allerdings ein nerviger Katzencharakter die ganze Zeit nur Stuss von sich gibt, weil sie einfach nichts begreift, dann möchte man sein Hintergrundwissen lieber nicht auf diese Art und Weise auffrischen. Auch die Story der letzten beiden Spiele kann man sich in einer Extrastory noch ein wenig erklären lassen. Des Weiteren gibt es eine Bibliothek mit allerlei Einträgen zu jeglichen Personen, Orten und vielen weiteren Begriffen. Wenn man also wirklich in die Welt von BlazBlue eintauchen möchte, dann kann man viel Zeit damit verbringen, sich einzulesen. Oder man schaut ein Let’s Play und liest fehlende Infos bei Wikipedia nach. Hat man sich genug Hintergrundwissen angeeignet, kann man sich in den Storymodus wagen. Dieser startet jedoch sehr langsam, was das Kämpfen angeht. Nur mal als Beispiel: Den ersten richtigen Kampf in der Hauptstory bestreitet ihr in Episode 5. Bis dahin klickt ihr euch durch Dialoge durch, und werdet mit mehr Infos zugeschüttet, als euch lieb ist. Mindestens 1 Kampf pro Episode sollte man von einem Spiel, deren Gameplay nur aus Kämpfen besteht, schon erwarten können.

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Ein Cyborg-Teufel und eine Katzen-Wissenschaftlerin…ihr wisst, worauf ihr euch einlasst, nicht wahr?

 

Arcadige Klopperei

Abseits der Story kann man sich in vielen diversen Modi die Birne weichprügeln. Da BlazBlue zunächst einmal immer eine Arcade-Version erhält, bevor es auf die Konsole kommt, gibt es auch, wie sollte es anders sein, einen Arcade-Modus. Hier wählt man einen Charakter und kämpft gegen neun Gegner hintereinander, um dann am Ende einen kleinen Film des jeweiligen Charakters zu erhalten. Auch während der Kämpfe, beziehungsweise vor ihnen, kann man ein wenig erfahren. Wenn ein Charakter auf einen Gegner trifft, mit dem er storytechnisch verbunden ist, dann gibt es einen kleinen Dialog, bevor es mit der Prügelei losgeht. Der Arcade-Modus ist das Herzstück des Spiels, abseits davon gibt es noch den Versus-Modus, wo ihr einfach so gegen die KI oder einen menschlichen Gegner ein schnelles Kämpfchen absolvieren könnt, den Abyss-Modus, in dem ihr in verschiedenen Stages gegen mehrere Gegner hintereinander antretet, ohne dass eure KP zurückgesetzt werden. Dafür könnt ihr dann ihn Shops Items kaufen, die euch einen Vorteil verschaffen, sodass ihr es auf immer tiefere Ebenen schafft. Die Score Attack- und Unlimited Mars-Modi sind im Grunde identisch, ihr wählt aus drei vorgegebenen Reihen von Kämpfern eine aus, gegen die ihr antretet, um einen möglichst hohen Score zu ergattern, jedoch ist der Unlimited Mars-Modus nur für wahre Experten, die KI ist hier auf dem höchsten Niveau. Natürlich könnt ihr auch Online spielen, hier solltet ihr aber auch ein wenig eingeübt sein, was Kampfspiele angeht, denn sonst kriegt ihr nur auf’s Maul. Was das Üben angeht, so hat BlazBlue Chronophantasma Extend einen der besten Tutorialmodes, die ich je gesehen habe. Sicher, auf den Advanced-Stufen werden auch die Anweisungen recht kompliziert, doch im Grunde werden alle Features ausreichend erklärt. Zudem hat jeder Charakter ein eigenes Tutorial, in denen ihr deren Spezialattacken separat erlernen könnt. Da könnten sich andere Kampfspiele mal eine Scheibe von abschneiden.

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Auch ein schöner Rücken kann entzücken

 

The Wheel of Fate is turning

Mit dieser Überschrift beginnt jeder Kampf in der BlazBlue-Reihe, das ist auch in Chronophantasma nicht anders. Ach ja, wir haben ja noch gar nicht über die Kämpfe selbst gesprochen, und wir reviewen hier immerhin ein Kampfspiel, also sollten wir schleunigst mal zur Sache kommen. BlazBlue Chronophantasma Extend gehört zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Die Kombos gehen flüssig von der Hand, mit genügend Training kriegt man auch Spezialattacken, hier Drives genannt, ohne Probleme hin. Problematisch ist hier, dass immer von A, B, C und D-Moves die Rede ist, und nicht von den Tasten des Controllers, also muss man auch das in seinen Schädel bekommen. Hat man den Dreh aber erst einmal raus, dann fliegen nur so die Fäuste und Waffen. Neu bei Chronophantasma ist der Overdrive, der, sobald er aktiviert wurde, die Standardangriffe sowie einige Spezialattacken verstärkt. Hier ist das Timing gefragt, denn lange kann man den Modus nicht halten. Dies ist von den KP abhängig, je weniger ihr besitzt, desto länger hält der Overdrivemodus an. Noch mehr Variation bringt die diverse Riege von Kämpfern, die alle einen unterschiedlichen Kampfstil verfolgen. Unser Hauptcharakter Ragna the Bloodedge haut hauptsächlich mit seinem fetten Schwert drauf, Carl lässt seine „Schwester“ in Form einer Roboterpuppe für sich kämpfen, und Noel hat zwei Revolver zur Hand, mit denen sie den Gegner mit Patronen durchlöchert. Dann wären da noch das Insekten schleudernde Monster Arakune, die ihren magischen Stab durch die Gegend schwingende Litchi und Jin, der seine Gegner mit seinen Eisattacken einfriert. Dies war nur eine kleine Auswahl der insgesamt 28 Kämpfer, aus denen man wählen kann. Hier sollte für jeden was dabei sein.

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Für jeden ist ein passender Charakter dabei, auch Furrys kommen auf ihre Kosten

 

Anime-Action für die Augen

BlazBlue Chronophantasma Extend sieht auf der PS4 einfach nur umwerfend aus. Nicht nur die Charaktere sind super designed, auch die Stages sehen super aus, im Hintergrund ist immer etwas los. Ebenfalls gut aussehen tun die Animesequenzen, die ab und zu im Story- und Arcade-Modus abgespielt werden. Der größte Augenschmaus jedoch sind die Astral-Finishes, die ihr immer dann aktivieren könnt, wenn euer Gegner in der letzten Runde wenig KP übrig habt und eure Spezialleiste voll ist. Diese Attacken sind ein sicherer Kill, und deswegen sind sie auch sehr pompös in Szene gesetzt. Der Storymodus bietet hingegen zum Großteil nur Standbilder der Charaktere, die nur einzelne Gesichtspartien bewegen, wenn sie reden. Es gibt definitiv interessantere Wege, eine Geschichte zu erzählen. Apropos erzählen, die Stimmen sind auch alle nett anzuhören, bis auf einige Ausnahmen ( Ihr erinnert euch? Das blöde Katzenvieh, welches ich zuvor erwähnte? Ja, Taos Stimme nervt). Auswählen könnt ihr übrigens nur japanische und englische Sprach- und Textausgabe, ihr solltet also mindestens eine dieser beiden Sprachen beherrschen, wenn ihr Chronophantasma in vollem Umfang spielen wollt. Musikalisch weiß das Spiel übrigens vollstens zu überzeugen. Von meist rockiger Musik bis hin zu manchmal fast nach Trance klingenden Tracks ist der Soundtrack sehr vielfältig gestaltet und fügt sich in das insgesamt tolle Gesamtbild von BlazBlue ein.

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Spezialattacken wissen auch optisch zu überzeugen

 

Fazit:

Sowohl für Anime- als auch für Kampfspielfans ist BlazBlue Chronophantasma Extend eine tolle Sache. Die Kämpfe machen sehr viel Spaß, besonders durch die Vielfalt der Charaktere und das super designte Kampfsystem. Anfänger werden es vielleicht etwas schwer haben, sowohl alle Kampffeatures als auch die komplette Story zu lernen. Apropos Storymodus, dieser hätte etwas besser ausfallen können. Er wird zu sehr in die Länge gezogen, und das Dialog-Kampf-Verhältnis ist nicht optimal. Ebenfalls wäre auch eine deutsche Vertonung oder zumindest deutsche Bildschirmtexte von Vorteil gewesen. Wer auf das Shonen-Genre und auf Kampfspiele steht und sich nicht zu fein dafür ist, eine Menge an Informationen aufzusaugen, dem kann ich BlazBlue Chronophantasma Extend wärmstens empfehlen. Fans der Serie sollten und werden auch auf jeden Fall zuschlagen.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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