Bernd das Brot und die Unmöglichen – Review zum “miesen” Brot Adventure

“Mist.” Dieses Wort kann nur von einem kommen, genau dem Bernd. Denn Bernd das Brot ist mittlerweile das Aushängeschild für den Kinder Kanal. Früher noch mit einer eigenen TV-Show, füllt er nun von 21 Uhr bis 6 Uhr früh den Bildschirm mit Sarkasmus und jeder Menge Gags. Doch reicht das beides für eine gelungene Spiel-Portierung? Man nehme noch seine beiden Freunde Chili und Briegel und ein wenig Point-and-Click Adventure mit ins Spiel und schon sollte es doch schon Spaß machen … naja Bernd ist da anderer Meinung und rät uns nicht nur alle Updates vor dem Spielbeginn zu installieren, sondern erzählt davon, dass das Spiel doch Mist sei. Na bitte, so muss ein Spiel doch beginnen. 

 

Nerviges Weißbrot mit zwei noch nervigeren Freunden

Auch wenn das Wort “Mist” bereits nach einigen Minuten etwas auf die Nerven geht, eine kleine Story hinter Bernd das Brot und die Unmöglichen gibt es trotzdem. Ganz zu Anfang finden wir uns in einem weißen Raum wieder, genauso wie nachts im Fernsehen. Doch was machen wir eigentlich in diesem Raum? Bernd kann sich daran erinnern, dass er mit seinen beiden Freunden ein Superhelden-Trio wurde und die Drei aufregende Abenteuer bestreiten. Chili gibt sich dabei als Stuntschaf aus und Briegel ist der Erfinderbusch. Bernd spielt in einem engen Kostüm, gegen seinen Willen,die Rolle des kantigen Kolosses und steht somit im Mittelpunkt unserer Reise durch die Welt. Erst mal geht es allerdings nur um die Suche nach der gestohlenen Statue des “Erkälteten und Skat spielenden Yakks”. Denn diese wurde aus dem Stadtpark entnommen und muss nun wiedergefunden werden. Sollte es dem Trio nämlich nicht gelingen die Statue zu finden, wird es großen Ärger mit dem Heimatland Langolien geben, die die Statue als Geschenk der Stadt gegeben haben. Doch wäre das nicht schon schlimm genug, wollen die Vertreter aus dem Land die Statue noch am selben Tag einmal ansehen. Mist. Doch das Gehirn der Gruppe, Bernd, begibt sich bereits auf Spurensuche und hat dabei ziemlich wenig Lust. Noch weniger Lust hat er darauf, von uns als Spieler gesteuert zu werden. Doch was tut man nicht alles für die Stadt. Mithilfe eines von Briegel reparierten Mofas müssen die Drei eine Zeitreise antreten und durch mehrere Länder und Orte reisen. Auch auf einem Schrottplatz wird nach Hinweisen gesucht. Viele Schauplätze gibt es in diesem Adventure zwar nicht, dennoch gibt es an jeder Ecke viele kleine Details, die eine gute Mischung aus 3D und 2D bereithalten. Immer wieder treffen sie zudem auf ein paar seltsame Mitbürger und lassen dabei den ein oder anderen humorvollen Spruch los. Aus diesem Grund sollte man auch beim Spielen genauer zuhören, was alles so von sich gegeben wird. Denn Bernd findet das komplette Spiel und das Geschehen Mist, was er uns als Spieler auch nicht vorenthält.

Wie im TV fangen wir vor der weißen Wand an.

Wie im TV fangen wir vor der weißen Wand an.

 

TV-Folge als Spiel?

Wie in einem Adventure üblich, steuern wir die drei verschiedenen Charaktere durch die einzelnen Level. Dies passiert ausschließlich mit einem Klick durch die Maus. Es gibt viele Dinge zu erledigen und zum Anschauen. Jeder Ort kann beliebig gewechselt werden und das passiert innerhalb von wenigen Sekunden und ohne lange Wartezeiten. Auf der Suche nach der Statur begegnen wir dabei verschiedenen Figuren, wie einem Delorean, Lamas und Pantomimen. Typische Aufgaben dürfen dabei natürlich nicht fehlen. So müssen verschiedene Gegenstände gefunden und kombiniert werden, um weiterzukommen. Auch Multiple-Choice-Gespräche müssen geführt werden. Hier kommen insbesondere die Originalsprecher zum Vorschein, die einem allesamt das Gefühl vermitteln, eine normale TV-Folge zu sehen. Auch die Animationen sind wirklich liebevoll erstellt worden. Die Charaktere sehen wirklich genial aus. Aber das ist in einem Spiel ja leider nicht alles. Denn auch wenn die Level ziemlich gut aussehen, die Rätsel sind stellenweise zu einfach. Viele Aufgaben sind selbst für Anfänger zu offensichtlich, sodass diese schnell gelöst werden können. Neben den leichten Rätseln hilft die Hotspot-Anzeige per Leertaste, um zu sehen, was alles an dem Ort zu begutachten ist. Das hilft wiederum auch, die besonders schweren Rätsel zu lösen. Denn neben den Einfachen gibt es auch die schweren Aufgaben, welche nicht mal eben erledigt werden können. Eine richtige Mischung gibt es also nicht, was ziemlich enttäuschend ist. Viele Objekte müssen für die Lösung einer Aufgabe kombiniert werden. Doch solche Aktionen gehen leider weder aus dem Spielverlauf heraus, noch klingen diese Kombinationen logisch und verständlich. Doch immerhin gibt es neben einer schicken Brotbox, auch noch eine Komplettlösung mit auf der Disc. Auch wir mussten leider das eine oder andere Mal hineinschauen. Ein Hilfesystem innerhalb des Spieles gibt es nämlich leider nicht. Weiterkommen kann man also nur, wenn man nachschaut oder wenn man die Gegenstände immer wieder versucht, richtig zu kombinieren.

Einen dummen Spruch gibt es von Bernd immer.

Einen dummen Spruch gibt es von Bernd immer.

 

Nicht ganz perfekt

Verschiedene Orte, viele Personen und Interaktionen, sowie eine gute Geschichte machen ein gelungenes Adventure aus. Leider ist bei Bernd nicht alles vorhanden. Besonders die lineare Story gibt zu viele Aktionen und Lösungen vor und ist somit nicht herausfordernd. Wenn man dann doch mal nicht weiterkommt, gibt es keine Hilfen. Viele Objekte kann man auch erst dann aktivieren, einsammeln oder öffnen, bis diese in der Geschichte erwähnt wurden. Dadurch geht besonders das Erkunden und Ausprobieren leider schnell verloren. Wer zudem viel Umfang erwartet wird eventuell auch enttäuscht. Neben den Hauptcharakteren gibt es leider nur wenige Nebencharaktere, die Spielzeit beträgt nur knapp fünf bis sechs Stunden und die Gags wiederholen sich am Ende einfach zu oft. Auch die Orte sehen gerne ziemlich gleich aus. Wer Bernd schon im TV nicht wirklich mag, der sollte sich das Spiel ebenfalls nicht anschauen. Wer ein ganz nettes Adventure für zwischendurch sucht, kann hier aber auch ohne Bernd-Fan beruhigt zugreifen.

Schöne Ortschaften sind leider nicht alles.

Schöne Ortschaften sind leider nicht alles.

 

Fazit:

Was habe ich mich auf Bernd das Brot und die Unmöglichen gefreut. Am Ende war die Freude größer, als der Spaß, den das Spiel mir bereitet hat. Immerhin konnte ich mich knapp fünf Stunden unterhalten lassen. Wäre ich nun ein richtiger Adventure-Fan, würde ich mich wahrscheinlich mehr ärgern. Dennoch: Für Fans vom Brot ist es ein Must-Have. Für zwischendurch reicht das Spiel ebenfalls. Richtige Hardcore-Adventure-Spieler ist dies allerdings eher nichts. Entscheidet selbst!

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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