Before Your Eyes – Test zum emotionalen Blinzelabenteuer

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Steam Link by Valve
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Releasedatum: 08. April 2021

Genre: Adventure, Indie

USK: keine Freigabe

Publisher: Skybound Games

Plattformen: PC

Die Magie des Augenblicks beschäftigt seit jeher viele Menschen. GoodBye World Games hat sich dieses Thema mit Before Your Eyes auf die Fahne geschrieben und behandelt auf künstlerische Art und Weise die Flüchtigkeit des Lebens und die Bedeutung eines Augenblicks – im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Indie-Projekt kommt mit einer innovativen Mechanik daher. Aber wir wollen nicht zu viel verraten. Warum das Spiel definitiv etwas besonderes ist, erfahrt ihr hier bei uns im Test.

 

Die Flüchtigkeit des Lebens

Stellt euch vor, ihr wacht auf und stellt fest: Ihr seid tot. Doch damit nicht genug, befindet ihr euch auf einem Boot in höchst seltsamer Gesellschaft. Der Bootsführer stellt sich euch als “der Fährmann” vor und bittet euch, ihm eure Lebensgeschichte zu erzählen, damit er die Torwächterin überzeugen kann, euch in ihre Stadt zu lassen. Damit würdet ihr quasi im Paradies landen. Also legt ihr los und erzählt euer Leben von Anfang bis Ende.

Ihr steckt in der Haut von Benjamin Brynn, einem jungen Kerl, der es in seinem Leben nicht ganz leicht hat. Auf eurem Weg durch sein Leben, werdet ihr vor verschiedene kleine Entscheidungen gestellt, die den Verlauf der Geschichte jedoch eher gering beeinflussen. Trotzdem bringt diese Möglichkeit euch dem Erlebten dadurch ein bisschen näher. Die Geschichte ist eine emotionale Achterbahn voller Höhen und Tiefen – jedoch gleichzeitig auch nicht das, was sie zunächst zu sein scheint.

An dieser Stelle ist es wirklich schwierig, das Geschehen zu erfassen und zu erklären, ohne zu viel vorwegzunehmen. Die Handlung von Before You Eyes ist mit knapp zwei Stunden Spielzeit sehr kurz. Warum das aber zum Teil auch in Ordnung ist, dazu kommen wir später.

Before Your Eyes

Der Fährmann führt euch in die Geschichte ein.

 

Ein Augenblick und der Moment ist vorbei

Der Fährmann führt euch jedoch nicht nur in eure Geschichte ein, sondern erklärt euch zugleich auch die wichtigste Mechanik des Spiels: Das Blinzeln. In Before Your Eyes steuert ihr euer Sichtfeld mit der Bewegung eurer Maus, doch die Maustasten werdet ihr nicht brauchen. Was in anderen Spielen ein Klick übernimmt, wird hier mit euren Augen per Webcam umgesetzt. Dafür müsst ihr ganz zu Beginn diese einmal kalibrieren, was erstaunlich schnell und präzise funktioniert. Im Spiel selbst seht ihr euch zu keiner Zeit, sodass die Webcam auch nicht ablenkt.

Es gibt verschiedene Situationen, in denen euer Blinzeln unterschiedliche Mechaniken bedient und auslöst. So könnt ihr beispielsweise Erinnerungsnebel lichten, um euch an mehr Details zu erinnern, gesehene Dinge zu Papier bringen oder mit etwas oder jemandem interagieren. Die wichtigste Mechanik ist jedoch das Metronom – taucht es auf und ihr blinzelt, springt ihr in der Zeit voran und der Moment ist beendet. Das Gegenteil dazu ist die Sanduhr, bei welcher ihr die Augen offen halten müsst, bis der Sand durchgelaufen ist, sonst könnt ihr euch nicht erinnern.

Das Ganze klappt das gesamte Spiel hindurch sehr akkurat. Manchmal sind die Zeiten der Sanduhr etwas lang oder die Momente bis zum nächsten Metronom sehr kurz, was die Mechanik teilweise etwas anstrengend macht. Künstlerisch gesehen macht das natürlich Sinn, da es einem die Flüchtigkeit der Momente näherbringen soll und dass Erinnerungen oft vielleicht nicht das sind, was sie zunächst zu sein scheinen. Gameplaytechnisch ist es jedoch zum Teil etwas ermüdend und strengt die Augen sehr an, wodurch diese zwei Stunden pro Spieldurchlauf auch sehr lang wirken können.

Before Your Eyes

Wie hast du die Geschichte wahrgenommen? Es liegt in deiner Hand.


 

Die Kunst des Lebens

Generell ist das Spiel mit seiner offensichtlichen Bedeutung ja schon sehr philosophisch und künstlerisch. Denkt man jedoch nach einem Spieldurchgang noch einmal über vieles nach, fällt auf, wie durchdacht das Ganze eigentlich ist. Hinter Before Your Eyes steckt so viel Symbolik und hohe Kunst mit vielen kleinen Verweisen und Details, die mir persönlich als Medienwissenschaftsstudent wirklich viel Spaß gemacht haben. Das gibt dem Spiel zwar den leichten Flair eines Abschlussprojektes, entpuppt sich aber als wirklich künstlerische Perle. Lustigerweise war Before Your Eyes tatsächlich zunächst ein Abschlussprojekt einer Gruppe Game Gesign-Studenten aus Los Angeles.

Unter diesem Gesichtspunkt kann man nur sagen: Hut ab. Das was es sein soll, ist es mit Bravour geworden. Das rechtfertigt auch die kurze Spielzeit und das teilweise spartanische Gameplay. Gibt man dem Spiel eine Chance und lässt sich darauf ein, braucht es aber auch nicht mehr, denn das Ganze ist dafür quasi bugfrei und schafft es auch mit wenig Mitteln, einen für zwei Stunden oder länger zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen. Zwar gibt es einen geringen Wiederspielwert durch die verschiedenen kleinen Entscheidungsmöglichkeiten, jedoch sind die erstens schnell ausgereizt und haben zweitens kaum Auswirkungen auf die Geschichte. Das alles kann man aber verschmerzen, wenn man sich vor Augen führt, was Before Your Eyes eigentlich ist: Ein Abschlussprojekt mit Herz, Leidenschaft und einer Message.

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Positiv:

Gute, emotionale und authentische Synchronisation (leider nur englisch)
Sympathische, comichafte Optik
Innovative und höchst künstlerische Blinzelmechanik
Sehr akkurate Steuerung und ziemlich bugfrei
Philosophische Geschichte mit Tiefgang und Symbolik

Negativ:

Spielzeit fällt sehr kurz aus und Wiederspielwert hält sich in Grenzen
Blinzelmechanik manchmal etwas anstrengend für die Augen
Fährmann manchmal etwas zu extrem und reißt deshalb aus der generellen Atmosphäre raus
[testimonial_slider arrows=”false”][testimonial image_url=”123432″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Alexander Schürlein, Redakteur”]
“Before Your Eyes ist definitiv ein Spiel, das etwas mit einem macht und etwas hinterlässt. Es regt zum Nachdenken an und erinnert an die Flüchtigkeit, die das Leben oft mit sich bringt. In jedem Winkel stecken Details, die einem oft nur zufällig auffallen und manche Situationen werden einem erst klar, wenn man sie Revue passieren lässt – wie im wahren Leben. Die Blinzelmechanik ist mal etwas anderes und macht das Gameplay intuitiver. Einziger Wehrmutstropfen ist hier leider die sehr kurze Spielzeit. Trotzdem ist es ein Projekt, dass sich Indie-Fans auf jeden Fall einmal ansehen sollten. Von der Geschichte war ich oft überrascht und habe im Nachhinein viele kleine Hinweise erkannt, die mich zwar auf einen solchen Verlauf hätten aufmerksam machen können, es aber aufgrund der Geschwindigkeit der Situationen nicht haben. Künstlerisch ist das Ganze auf einem wirklich hohen Niveau und gibt viel Interpretationsspielraum für Spielende, die dafür empfänglich sind und gern philosophieren.”
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Ab in die Sammlung?

Für Indie-Fans und Menschen, die gerne mal etwas anderes ausprobieren, definitiv einen Blick wert. Allen Studierenden in Richtung Medien oder speziell Games lege ich dieses Spiel besonders ans Herz!

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Geschrieben von Alexander Schürlein
kämpft als Krieger des Lichts für Eorzea.

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