Battlecrew: Space Pirates – Test zum Weltraum-Online-Early-Access-Shooter

Blizzard hat mit Overwatch ein Phänomen geschaffen. Solch eine Leistung ist jedoch nicht ohne Inspiration fertigzustellen. Team Fortress 2 hat dabei für Overwatch eine wichtige Rolle gespielt, so wie Overwatch nun viele weitere Titel inspiriert. LawBreakers, Battleborn, Paladins, sie alle schlagen in dieselbe Schiene wie Blizzards Megahit. Und auch Battlecrew: Space Pirates hat sich seine Ideen deutlich von Tracer & Co. abgeschaut. Jedoch gibt es hier einen kleinen Twist, es handelt sich nicht um einen Ego-Shooter. Ob die Overwatch-Formel auch in 2D funktioniert, das verraten wir euch in unserem Test zur Early Access Version.

 

Noch nicht viel Inhalt

Bei einem Early-Access Online Shooter für 10€ muss man wissen, worauf man sich einlässt. Demnach bietet Battlecrew noch nicht so viel Inhalt, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll. Die vier wählbaren Charaktere wurden bereits auf der gamescom gezeigt, des Weiteren gibt es nur vier Maps und einen spielbaren Modus. Es steht außer Frage, dass Battlecrew mehr Inhalt braucht, um sich auf lange Sicht halten zu können. Dies zeigen auch die Matchups, die man bei einer Suche nach Onlinespielen bekommt. Meistens wird der Raum nicht gänzlich voll, sodass die restlichen freien Plätze mit KI-Gegnern gefüllt werden. Ein volles Match 4 gegen 4 wird selten gefunden.

Janger will mit dem Gold entkommen, doch John ist ihm schon auf den Fersen

 

Möge der Goldrausch beginnen

Es ist schade, dass es derzeit noch nicht so viel zu tun gibt, denn im Kern ist Battlecrew: Space Pirates ein sehr spaßiger 2D-Shooter. Im einzig spielbaren Modus Gold Rush müssen zwei Teams a vier Spieler gegeneinander antreten. Ziel ist es, sich aus allgemeinen Truhen oder den Kisten der Gegner Gold zu schnappen und es zurück zur eigenen Basis zu bringen. Kills werden in diesem Modus nicht wirklich gewertet, es ist natürlich dennoch von Vorteil, sich seiner Gegner zu entledigen. Jeder der vier Helden hat zwei normale und eine ultimative Fähigkeit, so wie man es auch von Overwatch kennt. John Trigger hat beispielsweise Gravitationsfähigkeiten. Er kann sich an Wänden auf- und abwärts bewegen, sowie Raketen abfeuern. Mit seiner ultimativen Fähigkeit zieht er seine Gegner an und verlangsamt sie. Janger hingegen setzt auf den Nahkampf. Er kann einen kleinen Dash hinlegen und sich selbst in eine Barriere hüllen. Wenn er im Berserkermodus ist, kommt ihm besser keiner in die Quere. Tiburon und Comet sind die beiden anderen spielbaren Helden und werden als Goldspezialisten bezeichnet. Sie können mehr Gold tragen als John und Janger und hindern ihre Kontrahenten an einer Verfolgung. So setzt Tiburon gerne Barrieren und schmeißt mit Granaten um sich, während Comet schnell zu Fuß unterwegs ist, Minen hinter sich ablegt und sich mit einer Impulsbombe ein wenig Raum verschafft. All diese Skills sorgen für ein actionreiches Gameplay, welches bereits sehr viel Spaß macht und mit mehreren neuen Charakteren sicher noch actionreicher werden könnte. Was den Spaß ein klein wenig mindert, sind minimale Mängel in der Steuerung. Vor allem das Zielen ist nicht so präzise, wie man es sich von einem Shooter, egal ob 2D oder 3D, erhofft. Spielt man mit einem Controller, ist es zwar ein wenig erträglicher, doch auch nicht wirklich 100% ausgereift. Mit Maus und Tastatur zu spielen ist jedoch eine volle Katastrophe, da man hier keinen Cursor beim Zielen hat. So sieht man also nicht, ob man gerade nach links oder nach rechts schießt.

Die Laserbarrieren werden nur durch die Knöpfe deaktiviert

 

Hilfst du mir, helf ich dir

So unterschiedlich sich die Helden spielen, so verschieden sind auch die bisherigen Maps. Auf einer Karte kann man zum Beispiel nur dann zur eigenen Base zurückkehren, wenn ein Teammitglied auf einem Schalter stehen bleibt. Hier ist also ein wenig Teamkoordination gefragt. Eine andere Map lässt euch stattdessen kreuz und quer durch den Raum teleportieren. Auch hier muss mehr an der Quantität gearbeitet werden, hier müssen jedoch die Spieler mithelfen. Neuer Content soll nämlich nur kommen, wenn alle Spieler von Battlecrew ein bestimmtes Kopfgeld erzielen. Also heißt es Unmengen an Gold sammeln, um für die Gemeinschaft neuen Content freizuschalten. Eine recht interessante Herangehensweise, die man sich bei einem Preis von 10€ ruhig mal erlauben darf. Optisch kann das Spiel schon überzeugen, wenn man denn aufgrund des schnellen Gameplays Zeit hat, diese zu bewundern. Neue Skins für die Helden sind freischaltbar, bestehen bislang jedoch nur aus einer Änderung der Farbpalette. Auch hier gilt schon wie sonst auch, wenn es um den Inhalt geht: Es besteht Ausbaubedarf.

Der Kampf um das Gold artet schnell aus

 

Positiv:

Schnelles, actionreiches Gameplay
Interessante Helden mit interessanten Skills
Gold Rush ist mal was Anderes
Bunter, futuristischer Stil

Negativ:

Viel zu wenig Inhalt, selbst für Early Access
Zielpräzision ist nicht ausgereift
Ein volles Spiel zu finden ist nahezu unmöglich
Freischaltbare Skins lediglich Farbänderungen
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58910″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Maarten Cherek, Redakteur”]

“Es gibt Indiespiele, die kosten 10€ und sind komplett fertig. Battlecrew: Space Pirates ist keines von ihnen. Es macht kurzweilig Spaß, doch man möchte nicht immer nur den gleichen Modus mit vier Charakteren auf vier Karten spielen. Vielleicht hat sich deshalb noch nicht eine große Community gebildet, sodass man volle Onlinematches findet. Vielleicht hätte Dontnod Eleven noch ein wenig mit dem Release der Early Access Version warten sollen, denn selbst für Early Access ist Battlecrew recht leer. Wenn man sich rein auf das Gameplay beschränkt, ist es aber ein solider 2D-Action-Shooter, der viel Potenzial verspricht und sich seine Community nach einer Ausbauphase auch verdient haben wird.”

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Verfrüht in den Weltraum?

Ich würde bei Interesse vom Kauf der Early Access-Version abraten. Es ist wirklich nicht genug Inhalt verfügbar, um langfristig zu unterhalten. Wenn euch Battlecrew vom Konzept her zusagt, dann wartet auf den Release neuer Helden, Maps und Modi, bevor ihr zuschlagt.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!