Attack on Titan: Wings of Freedom – Test zum Titanenschnetzeln aus der Luft

Bereits zu Animehits wie Naruto oder One Piece gab es wirklich super umgesetzte Spiele. Allerdings bietet die Animefraktion auch viele Negativbeispiele, die absolut nichts mehr mit der Serie zu tun haben. Mit Attack on Titan Wings of Freedom bleibt Entwickler Omga Force allerdings bei den populäreren Animes und hangelt sich anhand der spannenden Story entlang. Von Titanen überrannt, kämpft die Menschheit gegen ihr eigenes Ende und versucht, überhand über die ausweglose Situation zu erlangen. Haben wir es hier mit einer dieser schlechten Spielumsetzungen zu tun? Oder gilt die Formel toller Anime – tolles Spiel? Findet es in diesem Test heraus!

 

Maria, Rose und Sina

Starten wir in A.O.T. den Angriffsmodus, so spielen wir die Story der Animeserie nach, die in verschiedene Kapitel und Missionen unterteilt ist. Nachdem Eren Jäger, Protagonist in A.O.T., seine Mutter bereits in früher Kindheit verloren hat, strebt er nach nichts anderem mehr, als die Menschheit von den riesigen Titanen zu befreien. Die Titanen sind überdimensional große, menschenähnliche Wesen, deren Leibspeise eben genau Menschen sind. Sie sind nackt, besitzen aber keinerlei Geschlechtsmerkmale. Umso mysteriöser ist es, woher diese Bedrohung kommt. Um sich vor den Titanen zu schützen, verbarrikadiert sich die übrig gebliebene Menschheit hinter drei ineinander gebauten Mauern. Die drei Mauern sind nach Göttinnen benannt und je tiefer man sich in das Gebiet der Menschen bewegt, desto adeliger sind die Bewohner. Im innersten Kern der Mauer befinden sich nur Familie und Verwandte des Königs. Doch im Jahr 845 fällt die äußerste Mauer Maria, wobei die Menschheit um ein Fünftel reduziert wird. Zwei abnormale Titanen haben dabei die Mauer zerstört, doch so plötzlich, wie diese auftauchten, so abrupt verschwanden sie. Um gegen diese Bedrohung zu bestehen, beginnen wir zu Beginn des Spiels unsere Ausbildung, die als Tutorial fungiert. Unsere erste Mission besteht darin, uns an Trainingspuppen mit der 3D-Manöver-Ausrüstung vertraut zu machen. Durch diese können wir durch die Luft fliegen, indem wir mit Ankern unsere Haltepunkte setzen und Gas als Treibstoff verwenden. Die Steuerung ist ohne Controller UNMÖGLICH. Bei der Tastenbelegung war es mir nicht möglich, die Maus mit in meiner Steuerung mit einzubeziehen. So musste ich mich mit 4 Tasten bewegen, während ich mich mit 4 anderen Tasten umsehen musste, dabei sind Angriff, Boost und weitere Funktionen noch nicht mit einbegriffen. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als einen Controller anzuschließen und erneut loszulegen. Einmal den Dreh raus, ist die Steuerung in der Luft kinderleicht und es macht Spaß, sich von Titan zu Titan fortzubewegen.

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In der Ferne lassen sich die gefährlichen Biester erblicken

 

Sie sind das Essen und wir sind die Jäger!

Nach erfolgreich erledigten Missionen erhalten wir je nach erreichtem Rang Materialien und Erfahrungspunkte, mit denen wir im Level steigen und neue Fertigkeiten freischalten können. Wir landen in einer Art Lager, in der wir mit anderen Jägern reden und in der Ausrüstungsversorgungsstation neue Ausrüstung erwerben können. Nicht gebrauchte Materialien können wir natürlich auch kaufen, zudem können wir unsere Ausrüstung verstärken und neue entwickeln lassen. Zum Kauf stehen uns neue Klingen, Scheiden und Behälter für verbleibendes Gas und die 3D-Manöverausrüstung. Die einzelnen Ausrüstungsgegenstände sind in einzelne Kategorien eingeteilt, die Klingen sind beispielsweise nach Schärfe, Länge und Haltbarkeit bewertet. Die zusätzliche DLC-Ausrüstung, die einem zu Beginn des Spiels zur Verfügung steht, ist viel stärker und günstiger als die Ausrüstung, die man in der Station erwerben kann. Neben den verstärkten Attributen haben sie zudem witzige Designs, die nach Feiertagen nachempfunden sind. Ebenso witzig sind die Kostüme, mit denen ich meinen spielbaren Charakter ausstatten kann. Die Kostüme sind zudem in Zwischensequenzen zu sehen, allerdings behält der Charakter das Kostüm nur so lange an, wie ich diesen spiele. Wechsel ich zwischendurch den Charakter, spiele ich wieder einen normal gekleideten Jäger.

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Auf in den Kampf!

 

Die Flügel der Freiheit

Haben wir die Ausbildung abgeschlossen, dürften wir uns theoretisch einem Ausgabenbereich anschließen. Zur Militärpolizei gelangen nur die besten 10 Absolventen eines Jahrgangs, sie sorgen für Recht und Ordnung innerhalb der Mauern. Die Mauergarnison sorgt dafür, dass die Mauern intakt bleiben, und schützt somit die Bewohner vor den Titanen. Der Aufklärungstrupp, dem sich Eren voller Begeisterung anschließt und den wir innerhalb des Spieles kennenlernen, wagt sich in das Gebiet der Titanen vor und erkundet die Welt außerhalb der Mauern. Während wir uns von Mission zu Mission hangeln, erleben wir unterschiedliche Missionsarten, wobei es aber in allen geht, so viele Titanen wie möglich zu töten. Dabei variiert das Ziel der Mission von Eskortiere diese und jene Person zu beschütze diese und jene Person. Allerdings müssen wir nebenbei kleine Nebenmissionen erledigen, in denen Leute aus unserem Trupp Hilfe brauchen beim Kampf gegen mehrere Titanen. Durch ein grünes Rauchsignal wird der Ort auf unserer Karte markiert und wir können durch die 3D-Manöver-Ausrüstung schnell von einem Ziel zum nächsten gelangen, wobei wir allerdings das Hauptziel der Mission nicht außer Acht lassen sollten. Doch je mehr Nebenmissionen wir erledigen, desto höher fällt unser Rang am Ende aus. Zudem gewinnen wir Teammitglieder beim Erledigen von Nebenmissionen, die wir taktisch dirigieren können und uns beim Kampf unterstützen. Es ist also oft schwer, Herr der Lage zu bleiben und die Situation in der Schlacht zu behalten, aber genau das ist das Fordernde bei A.O.T. Wings of Freedom. Die Missionen bieten zudem wirklich viel Abwechslung, sodass es einem auch nach mehreren Stunden Spielzeit nicht langweilig wird. Ihr dürft zwischendurch einen Titan spielen, Titanen mit Kanonen abschießen, müsst Pferde reiten, um Gas zu sparen und vieles mehr. Dabei wechselt ihr die Hauptcharaktere der Animeserie in einem ordentlichen Abstand, damit es nicht allzu monoton wird. Mikasa hat als Jahrgangsbeste beispielsweise andere Fähigkeiten und Kostüme zu Beginn, als es Eren hat.

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Falls ihr die Reduzierung des Blutes NICHT auswählt, erwartet euch ein Massaker

 

Ein harter Schlag

Im Kampf gegen die Titanen könnt ihr euch aussuchen, auf welchen Körperteil ihr euch fokussiert. Titanen ist es möglich, Extremitäten innerhalb von zwei Minuten zu regenerieren. Schlagt ihr ihnen die Beine nach, um ihre Mobilität zu verringern oder Materialien zu erhalten, wachsen diese nach. Trefft ihr allerdings den Nacken eines Titanen, habt ihr diesen getötet und er löst sich in heißen Dampf auf. Erwischt euch ein Titan mitten im Flug, könnt ihr euch durch Knopfdrücken aus seinem Griff befreien. Allerdings fehlt mit im Spiel ein bisschen die Lebensanzeige: Ihr habt lediglich eine Anzeige für das verbleibende Gas und die Schärfe eurer Klingen, verliert ihr Lebensenergie, erhaltet ihr irgendwann bloß einen rot pulsierenden Bildschirmrand und ihr könnt weder springen noch sprinten. Die Blutdarstellung im Kampf fällt dafür mehr als krass aus: Ihr werdet regelrecht im Blut gebadet, wenn ihr einen Titanen besiegt. Dies könnt ihr, wenn ihr wollt, in den Optionen ausstellen, allerdings macht dies den Charme der Kämpfe aus. Man fühlt sich einfach überlegener, wenn das Blut der bezwungenen Titanen an einem klebt. Zudem werden wirklich brutale Szenen, wie sie im Anime vorkamen, nicht oder nur teilweise dargestellt. Als Erens Mutter in seiner Kindheit gefressen wurde, schwenkt die Kamera zu Eren über und wir sehen nur sein verzweifeltes Gesicht. Es wird des Weiteren nur sporadisch gezeigt, wenn einer unserer Kameraden gefressen wird, kein umherspritzendes Blut oder abgetrennte Körperteile. Doch die oftmals dramatischen Szenen werden von Grafikfehlern überschattet. Die teils bombastisch animierten Zwischensequenzen werden von Kantenflimmern und Tearing gestört, zudem kennen Hände oder Haare von uns und unseren Teammitgliedern keine physikalischen Gesetze und gehen manchmal durch die Ausrüstung und Kleidung. Um den Test mit etwas Positivem abzuschließen, erwähne ich zuletzt den Online-Modus. In Erkundungsmissionen könnt ihr online oder offline mit Freunden auf Titanenjagd gehen, dabei gibt es zum Glück keinen nervigen Chat, indem ihr beleidigt werden könnt, falls es mal doch nicht so läuft, wie euer Partner es sich vorstellt. Es bedarf zudem lediglich an Kommunikation, wenn ihr im Sterben liegt und euer Partner euch wiederbeleben soll, aber fitte Geister kommen da auch von alleine drauf. Der Online-Modus lief bei mir zudem einwandfrei und ohne irgendwelche Ruckler.

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Den Nacken frontal anzugreifen ist keine gute Idee….

 

Fazit:

Um es vorwegzunehmen: Attack on Titan zählt zu den guten Anime-Umsetzungen. Wählt ihr einen Controller als Steuerungsutensil, fällt euch das Gleiten durch die Lüfte leicht. Innerhalb der Missionen und der Story ist für viel Abwechslung gesorgt, sodass der Langzeitspaß vorhanden ist. Ihr verbessert euren Charakter stetig und erlebt viele Erfolgsmomente im Spiel. Auch der einwandfreie Online-Modus sorgt für lang anhaltenden Spielspaß. Lediglich die grafischen Schwierigkeiten sorgen für Minuspunkte bei der Bewertung. Ansonsten ist A.O.T. Wings of Freedom nicht nur für Fans der Serie was, denn für alle Neueinsteiger wird die Geschichte erneut erzählt. Somit bekommt jeder einen Zugang zum Titanenuniversum.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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