Ary and the Secret of Seasons – Test zum Action-Adventure mit Jahreszeitenmanipulation

Ary and the Secret of Seasons im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 1. September 2020

Genre: Action-Adventure

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Modus Games

Plattformen: Playstation 4, Xbox One, Switch, PC

Wir haben Ary and the Secret of Seasons bereits vor kurzer Zeit für euch angespielt, nun konnten wir uns den kompletten Titel mal anschauen. Das sehr von der Zelda-Reihe inspirierte Action-Adventure mit Jahreszeitenmanipulation hatte bereits einen guten Ersteindruck geliefert, wie ist also das Gesamtprodukt geworden? Wir haben es für euch getestet.

 

Sommer im Winter

Wenn hier in Deutschland im Dezember die Sonne bei angenehmen 20 °C scheint, haben wir das mittlerweile als Normalität akzeptiert. Der deutsche Winter kommt aufgrund des Klimawandels halt heutzutage auch ohne Schnee aus. Das sehen die Bewohner von Yule, dem Heitmatdorf unserer Protagonistin Ary, etwas anders. Hier herrscht eigentlich ewiger Winter, denn die Jahreszeiten im Land Valdi sind unter den Regionen verteilt, seit ein bestimmtes Ereignis stattgefunden hat. Doch nun wird diese Gewohnheit erneut durchbrochen, denn mit dem Einschlagen eines roten Meteoriten ändern sich die Jahreszeiten wieder drastisch und in Yule schmilzt das Eis. Der Rat der Jahreszeiten lädt daher zu einer Besprechung ein, bei der auch Arys Vater teilnehmen soll. Dieser ist allerdings immer noch in tiefer Trauer nach dem Verlust von Arys Bruder und so macht sich Ary an seiner statt auf den Weg, um ihn bei der Besprechung zu vertreten. Auch sucht sie nach ihrem Bruder, denn sie hat Grund zur Annahme, dass dieser noch lebt. So beginnt für Ary ein Abenteuer, das mit der Zeit immer größere Ausmaße annimmt, als es einem bösen Zauberer aus alten Legenden gelingt, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Die Geschichte von Ary and the Secret of Seasons kann wirklich nicht als Inbegriff einer innovativen Story bezeichnet werden, wird aber sympathisch genug erzählt, um den Spieler bei der Stange zu halten. Manche Dialoge lassen einen schmunzeln, bei anderen wünscht man sich, das Gespräch mit dem NPC endet schnell. Mit Ary haben wir immerhin eine sympathische Protagonistin, die zwar etwas naiv und gutgläubig ist, aber gleichzeitig auch den Kampfwillen hat, um allen zu zeigen, dass sie als Mädchen trotzdem eine stolze Kriegerin werden kann.

Ary and the Secret of Seasons

Ary schwingt die Keule eines Minotauren bereits wie eine Große.

 

Rette die Welt und sammel nebenbei noch verloren gegangene Teeservices

Ary and the Secret of Seasons ist ein typisches Action-Adventure, gemixt mit ein paar Jump’n’Run-Passagen. Der Fokus liegt aber wirklich mehr auf den Action-Adventure-Elementen des Spiels, denn die Hüpfpassagen sind etwas ungenau. Manchmal hält sich Ary auch nicht an den Kanten fest, an denen sie sich sonst hochzieht. Wie gesagt, die anderen Abschnitte im Spiel funktionieren besser. Wir erkunden die Gegend, geben Monstern mit unserem Schwert oder anderen Waffen, die wir später finden, auf die Rübe, und erkunden antike Tempel auf der Suche nach mysteriösen Artefakten. Wir finden eine Menge versteckte Schatztruhen, die bis auf wenige Ausnahmen jedoch alle nur Goldmünzen enthalten. Aber die sind ohnehin gern gesehen, denn wir können uns mit ihnen neue Items oder Upgrades wie eine erhöhte Angriffsstärke oder verbesserte Konter für den Kampf leisten. Neben der Hauptgeschichte ist das Spiel vollgestopft mit Nebenaufgaben und Sammelquests. Seien es verloren gegangene Seiten einer Archäologin, die eine ganz eigene Geschichte der Welt erzählt, antike Teekannen für einen Sammler aufspüren oder gigantische Storchentürme, die es zu erklimmen gilt, in der Welt von Valdi gibt es einiges zu tun. Aber Quantität bedeutet leider nicht immer Qualität. Viele Nebenquests verfallen zu einem simplen „Geh mal bitte dorthin und hol dieses oder jenes Item ab und bringe es mir dann“ ohne viel Abwechslung. Wer das Spiel also komplettieren möchte, braucht einen langen Geduldsfaden. Das gilt übrigens teilweise auch für das Spiel an sich, denn es ist im aktuellem Stadium noch verseucht von Bugs und Fehlern. Ary bleibt manchmal in kleinen Lücken hängen, Charaktere spulen ihre Dialoge nicht ab oder sprechen plötzlich in einer anderen Sprache, das Spiel bleibt im Speichermenü hängen oder die Hintergrundmusik stoppt urplötzlich. Es läuft also nicht alles so rund, aber das sind alles nur kurzzeitige Ärgernisse, die mit einmal neu laden wieder behoben werden können.

The Legend of Ary: Oracle of Seasons

Es gibt viele Sammelobjekte, aber nicht alle sind so mysteriös wie dieser Schlüssel.

 

The Legend of Ary: Oracle of Seasons

Das Schlüsselfeature von Ary and the Secret of Seasons ist natürlich die Manipulation der Jahreszeiten. Bis ihr alle vier Jahreszeiten kontrollieren könnt, vergeht einige Zeit im Spiel. Habt ihr aber euer komplettes Jahreszeitenmedallion freigeschaltet, geht die Post ab. Mit dem Winter ruft ihr versteckte Eisplattformen zum Draufspringen herbei, der Frühling lässt Ranken in die Höhe wachsen und im Herbst treibt der Regen Wasserräder an. Diese Fähigkeiten bieten natürlich Raum für allerlei interessante Rätsel und das Spiel nutzt sie ausgezeichnet aus. Besonders die vier Haupttempel, die ihr im Spiel besucht, sind ein Highlight. Vor allem wenn die unterschiedlichen Aspekte der Jahreszeiten clever genutzt werden, geht einem als Fan solcher Spiele das Herz auf. Neben den Fähigkeiten der Jahreszeiten gibt es auch noch andere hilfreiche Fähigkeiten, die ihr im Laufe des Spiels erhaltet. Mit einem Armband könnt ihr goldene Objekte bewegen, mit einem Amulett könnt ihr unbegrenzt tauchen und spezielle Stiefel erlauben euch einen Doppelsprung. So kommt beizeiten richtiges Zelda-Feeling auf, nicht zuletzt auch bei den epischen Bosskämpfen, die ihr im Laufe des Spiels bestreiten müsst. Die normalen Kämpfe hingegen können zuweilen etwas ermüdend wirken, da hier wirklich nur pures Buttonmashing betrieben werden muss. Da die Monster, die in der Oberwelt herumlaufen, euch auch keine Belohnungen bieten, wie z. B. Monster in Zelda, die Rubine für euch fallen lassen, lohnen sich die Kämpfe auch nicht. Also läuft man lieber allen Viechern davon.

The Legend of Ary: Oracle of Seasons

Clevere Rätsel mit den Jahreszeiten gibt es zuhauf. Hier zum Beispiel stehen wir dank einer Frühlingskuppel unter dem Wasser.

 

Dich hab ich doch schon mal gesehen?

Grafisch präsentiert sich Ary and the Secret of Seasons recht ordentlich. Es verfolgt einen 3D-Comiclook, der ein wenig an die animierten Kinderserien erinnert, die man heute so im TV sehen kann. Manche Landschaften und Objekte sollte man nicht aus der Nähe betrachten, aber insgesamt wirkt alles zufriedenstellend. Besonders wenn man aus der Ferne über ein weitreichendes Areal blickt, kann man schon die Aussicht genießen. Nicht geknausert wurde beim Soundtrack, denn obwohl dieser manchmal hängen bleibt (siehe Abschnitt Bugs) kann er sich durchaus hören lassen. Die Atmosphäre jedes Areals und Tempels wird mit der Musik super wiedergegeben. Nehmen wir als Beispiel den Wüstentempel, dem eine orientalisch angehauchte Musik unterlegt ist, die etwas an Prince of Persia erinnert. Da die Rätsel im Tempel aber zum großen Teil mit Wasser zu tun haben, erinnert die Musik auch an diverse Wassertempel aus bestimmten Zelda-Spielen. Nicht oft gelingt es einem Spiel, seine Umgebung so gut mit seiner Musik zu beschreiben. Wenn wir über die technischen Aspekte wie Grafik und Soundtrack sprechen, muss ich ein kleines Mankerl anmerken: Das Charakterdesign der NPCs. Es gibt zwar ein paar wenige eigenständige Charaktere neben Ary wie den schnöseligen Prinzen oder die Mitglieder des Jahreszeitenrats, alle anderen NPCs, die ihr in den Dörfern und Städten antrefft, sind allerdings so dermaßen charakterlos, dass ihr ihre Fratze immer wieder an anderen Orten findet. Auch sind viele Ortschaften unnötig riesig und mit Gebäuden gefüllt, die ihr gar nicht betreten könnt. Vieles wirkt also eher wie eine Kulisse und nicht wie eine lebhafte Welt mit eigenständigen Einwohnern.

 

Positiv:

Weitläufige (vielleicht etwas ZU weitläufige) Spielwelt mit Vielem zu entdecken
Clever umgesetzte Jahreszeitenmechanik
Viele interessante Rätsel- und Hüpfeinlagen
Imposante Bosskämpfe
Ein Soundtrack, der immer perfekt zur Umgebung passt
Ein Fest für Jäger und Sammler mit vielen Sammelobjekten und versteckten Schatztruhen

Negativ:

Story und Dialoge reißen nicht immer mit
Viele kleinere Bugs und Fehlerchen
Manche Ecken der Spielwelt und viele NPCs etwas lieblos gestaltet
Viele Nebenquests leider uninteressant
  • Ary and the Secret of Seasons
    “Ary and the Secret of Seasons erfüllt das Action-Adventure-Fanherz mit Freude. Trotz einiger Fehlerchen und einer nicht 100 % mitreißenden Story wird einem hier alles geboten, was man als Freund des Genres erwartet. Inwieweit man die Welt erkundet und alles einsammelt, bleibt einem selbst überlassen, aber die Rätsel und die Mechanik der Jahreszeitenmanipulation lädt zu einem spaßigen Abenteuer ein. Ja, es fehlt an einigen Stellen an etwas Herzblut, aber man möchte hier dem belgischen Indie-Entwicklerstudio eXiin nicht vorwerfen, dass sie hier nicht mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ein zauberhaftes Spielchen geschaffen haben.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Generell ist Ary and the Secret of Seasons definitiv ein Spiel für jeden, der mit Zelda und ähnlichen Action-Adventures etwas anfangen kann. Vor allem jüngere Spieler dürften ihre helle Freude haben.

Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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