Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star – Review zum J-PopRPG

Bei “Ar nosurge: Ode to an Unborn Star” handelt es sich um die Fortsetzung, des nur in Japan veröffentlichten “Ciel nosurge”. Ebenfalls zählt es als Prequel, zu der auf Sony’s PlayStation 2 und 3 erschienenen “Ar Tonelico” – Reihe. Ar nosurge ist der neueste Titel des japanischen Studios Gust und der aktuellste Titel der Ar-Reihe. Die Genreeinteilung der Ar-Reihe bewegt sich irgendwo zwischen JRPG, VisualNovel und Melodiespiel. Kenntnisse zu den anderen Spielen der Reihe sind zwar nicht nötig, helfen aber beim Verständnis einiger Gameplay und Story Elemente. Mehr dazu lest ihr in unserem Test.

Von Köchen und Fanatikern

In der Welt von Ar wurde die Erde von bösartigen Aliens, den Sharl, angegriffen und die überlebenden Menschen haben eine Stadt namens Felion errichtet. Felion ist von einer unzerstörbaren magischen Barriere umgeben, welche die Einwohner vor den Sharl schützt. Es spaltete sich aber eine religiöse Fraktion namens “The Genomirai Church” ab, die den Sharl bei dem Kampf gegen ungeschützte Zivilisten zur Seite steht. Hier kommen dann wir ins Spiel. Wir spielen zwei Gruppen von Helden oder sozusagen zwei verschiedene Geschichten im selben Universum. Zum einen Cas und Delta und zum anderen Ion und Earthes. Delta ist ein ehemaliger Söldner, der wegen eines Vorfalls in der Vergangenheit sein Gedächtnis verloren hat und jetzt als Koch und Lokalbesitzer über die Runden kommen muss. Cas ist seine gute Freundin und ehemalige Partnerin, die ihm in ihrer Freizeit in seinem Lokal aushilft. Beide geraten relativ schnell in die Hände und Quere der Genomirai Kirche und dann in ein großes Abenteuer rund um Sharl, Felion, Divas, Liebe und Lied Magie. Ion und Earthes sind Charaktere aus Ciel Nosurge. Ion flieht mit der Hilfe von Earthes aus ihrem Gefängnis und versucht dann parallel zu der anderen Gruppe die eigentliche Wahrheit über die Welt von Ar nosurge herauszufinden.

nat_games_ar_nosurge_4

Japanischer Heavy Metal im Einsatz

 

Japanischer Wahnsinn

Das Spiel teilt sich in verschiedene Genres. Zum Ersten haben wir das klassische JRPG. Wir laufen durch die Dungeons oder nutzen eine Karte, um Bezirke und Stadtteile oder eben auch nur einen Händler besuchen. Wir Lesen und hören Dialoge zwischen den Charakteren. Während man durch die Gegend läuft, kann man zum Beispiel auch ähnlich wie bei der “Tales of…” Reihe Skits freischalten. Dialoge zwischen Teammitgliedern sozusagen. Diese haben auch viel zu erzählen. Manchmal sogar zu viel. Für Kämpfe bekommt man Erfahrungspunkte und mit diesen steigt man dann im Level. Alles nichts Neues, bis jetzt. Die Kämpfe sind aber schon einmal der erste Unterschied zu anderen Spielen gleichen Genres. Eines der Teammitglieder ist eine Sängerin. Sie gibt im Kampf den Ton an. Wortwörtlich. Durch die Songmagie wird zum Beispiel die Angriffskraft oder Verteidigung erhöht oder gesenkt. Der zweite Charakter ist für das Aufmischen der Gegner und den Schutz der Sängerin zuständig. Hierbei muss man in Angriffs- und Verteidigungsphasen im Beat der Musik angreifen. Sozusagen den Gesang unterstreichen. Die Kämpfe finden in Wellen statt und je länger wir kämpfen desto stärker wird der Song, und wenn man die maximale Stufe erreicht hat, kann man durch Aktivierung des Songs die Gegner, in einer schönen Sequenz, dem Erdboden gleichmachen lassen. Musik ist eine mächtige Sache. Noch mächtiger sogar, wenn man das Verhältnis zu seinen Freunden und der Heldin aufbaut. Hiermit schaltet man dann Freund-Angriffe und den HarmoBurst frei. Freund-Angriffe sind eine Art Beschwörung, in der man einmalig pro Kampf einen befreundeten NPC in den Kampf rufen und zuschlagen lassen kann. HarmoBurst setzt etwas mehr voraus, aber eine genauere Erklärung würde Spoiler enthalten. Mit aktivierten HarmoBurst darf euer Held solange Angreifen, bis die gefüllte Harmo Leiste leer gelaufen ist und danach wird eine mächtigere Variante des vorher erwähnten Songs gestartet. Der zweite Gameplay Aspekt ist das Tauchen in die Psyche der weiblichen Begleiter. Dieser Teil ist mit der beste des Spieles. Wie in einer Visual Novel haben wir viele Text basierte Entscheidungen, mit denen wir den Charakter und das Verständnis der Charaktere beeinflussen können. Dafür benötigt man aber auch ein gewisses Maß an Feingefühl und ergrindete Drive Points. Drive Points erhält man wie EXP und Geld nach Kämpfen. In den Köpfen der Charaktere haben wir viele Entscheidungen zu treffen. Einige kosten euch nichts, verbannen euch aber für dieses mal aus der Gedankenwelt, andere hingegen kosten auch gerne einmal 1000 DivePoints. Dabei ändern sie aber gleich einmal die Grundeinstellung der Charaktere und das miteinander. Hierbei kann man sehr viel experimentieren. Das Tauchen spielt viel mit den Gefühlen des Spielers und Archetypen im JRPG Bereich. Manga und Anime Fans werden auch viele Anspielungen erkennen und darüber schmunzeln. Das dritte System ist ein sehr tiefes Crafting. Von Waffen, über Essen, bis zu Alchemie ist alles möglich und wird von japanischem Wahnsinn begleitet. Außerdem kann man in den Gedanken freigeschaltete Kristalle im Ritual der Reinigung als Statusverbesserungen der Charaktere nutzen. Das Ritual der Reinigung findet zwischen den beiden Partnern in einem Pool statt. Hierbei tragen beide nur Bikini oder Badehose. Mit Dialogen untereinander erhöht man weiterhin das Vertrauen der beiden und darf dann in der Genomatrix erlangte Kristalle in Kopf, Arm, Brust, Bauch und Bein einführen. Dies funktioniert bei allen Spielercharakteren und sorgt für einiges an diversen Charakterentwicklungen. Man passt sich das Team so an seine Spielweisen an.

Ar-Nosurge-gameplay-screenshot-2

Hier wird es gleich laut.

 

Es könnte kaum schöner sein.

Technisch gesehen ist Ar Nosurge ein zweischneidiges Schwert. Die Hauptcharaktere und Umgebungen sehen wundervoll gezeichnet aus. Vor allem das leichte Cel-Shading und die ausgefallenen, sexy Outfits sind mitunter eine richtige Augenweide. Das Monster Design ist auch angenehm genug. Sehr störend ist aber das enorme Recycling der eher wenigen NPC Charaktere, mitunter hat man auf demselben Bild 4 oder 5-mal denselben NPC. Das zieht dann doch schon sehr an der Atmosphäre. Die Synchronisation ist im Englischen sehr angenehm, nur leider sind die Skits nicht vertont. Die japanischen Stimmen sind exzellent, aber dafür fehlen stellenweise die englischen Untertitel und im Kampf kann Cas einen dann doch um den Verstand bringen, da sie einfach nicht die Klappe hält. Dafür sind dann aber die Skits voll vertont. Untertitel leiden an häufigen Tipp und Übersetzungsfehlern, was mir persönlich aber weniger negativ auffällt, aber doch schon störend ist. Die Spielmusik ist von Daisuke Achiwa und Kazuki Yanagawa und ehthällt ausserdem einige Stücke aus Ar tonelico: Melody of Elemia welche von Ken Nakagawa stammen. Im Spiel entalten sind fünfzehn verschiedene Lieder, die von Akiko Shikata, Haruka Shimotsuki, Noriko Mitose, Origa and Yoshino Nanjo gesungen werden. Einige davon nutzen sogar eine extra für die Ar Tonelico Reihe entwickelte Sprache.

nat_games_ar_nosurge_2

Es wird viel geredet

Fazit:

Ar nosurge ist ein großes Spiel, welches durch die vielen verschiedenen Aspekte, das Gedankentauchen und das Crafting ungefähr 60 Stunden eurer Zeit in Anspruch nehmen wird. Dabei wird es aber nie langweilig, da die Geschichte und Charaktere doch sehr gut geschrieben sind. 60 Stunden Spielspaß, Echii Elemente, sympathische Charaktere, gute Musik / Vertonung und eine sehr gute Geschichte machen  “Ar Nosurge: Ode to an Unborn Star” zu einem sehr guten Vertreter der japanischen Rollenspiele.

 

83

 

 

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.