Animal Crossing: Happy Home Designer – Review zum Spielspaß für ambitionierte Architekten

Wer von euch hat sich nicht auch schon gewünscht, die Häuser eurer Lieblingscharaktere aus Animal Crossing: New Leaf neu zu gestalten? Denn wenn wir mal ehrlich sind: Der Geschmack der Einrichtung mancher Bewohner ließ ziemlich zu wünschen übrig. Dies ändert sich mit Animal Crossing: Happy Home Designer. Hier könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen und das komplette Haus vom Garten bis zum Mobiliar selbst gestalten. Dabei bleibt es nicht, später könnt ihr sogar eure eigene Stadt aufbauen, die zu Beginn des Spiels recht karg erscheint, da sich als einziges Gebäude das ImmoNook Architektenbüro sehen lassen kann. Doch wie lange dauert dieser Spielspaß an? Wir haben es für euch getestet!

 

Ein aufstrebender Stern am Architektenhimmel

Zu Beginn des Spiels sieht man eine Szene aus unserem zukünftigen Arbeitsplatz, dem ImmoNook Büro. Tom Nook, Inhaber des Büros, hat leider unseren Lebenslauf verbummelt und kann sich nicht an die Details zu unserer Person erinnern. Hierbei kommen wir ins Spiel: Wir können Namen, Geschlecht und unser Aussehen bestimmen. Im Gegensatz zu Animal Crossing: New Leaf bestimmen wir hier nicht durch Fragen unser Aussehen, sondern können direkt Augenform, Augenfarbe und die Haarfarbe wählen. Eine tolle Neuerung ist hierbei, dass wir sogar die Hautfarbe wählen können, falls uns der sonst so blasse Teint der Spielefigur nicht gefällt! Einmal das Aussehen bestimmt, lässt sich dieses erst im späteren Spieleverlauf wieder ändern. Wir bestreiten nun unser erstes Team-Meeting mit den Mitarbeitern des ImmoNooks, die wir schon aus Animal Crossing: New Leaf kennen. Fred ist ein blauer Otter, der auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirkt und nur in abgehackten Sätzen spricht. Moritz, der Zwillingsbruder von Melinda (bekannt aus Animal Crossing: New Leaf, wo sie als Bürgermeisterhelferin mit Rat und Tat zur Seite stand), wirkt dagegen schon viel freundlicher und enthusiastischer. Bei ihm können wir später öffentliche Gebäude erneut umgestalten. Als letztes Mitglied stellt sich uns Karlotta, Freds Nichte, vor und wird das gesamte Spiel lang unser Mentor bleiben. Nach diesem anstrengenden ersten Tag legen wir uns schlafen und erwarten am nächsten Tag unseren ersten Auftrag.

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Euch erwartet ein herzlicher Empfang im ImmoNook Büro

 

Romantisch? Oder doch eher Wilder Westen?

Vor dem ersten richtigen Tag als Architekt könnt ihr noch entscheiden, ob ihr eure Spielinformationen mit Nintendo teilen wollt. Tut ihr dies, erhaltet ihr als Bonusgegenstand einen Kleinwagen. Als wir das Büro von ImmoNook betreten, stellt uns Karlotta schon den ersten Übungsauftrag vor: Der Kunde wünscht sich ein romantisches Zimmer! Auf geht es in die Behausung des Bewohners, in welchem uns Umzugskartons erwarten. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Kartons unbedingt mit in die Raumgestaltung einfließen müssen. Darin besteht auch ein großes Manko des Spieles: Man kann den Raum so gestalten, wie es einem beliebt, auch wenn es absolut nicht zum Thema passt, solange man die Gegenstände aus den Kartons integriert. Heißt: Der Kunde wünscht sich ein romantisches Zimmer? Gut, dann packe ich den Herzchenschrank aus, tapeziere aber alles im Wilder Westen Stil und lege Bambusholz als Boden aus. Wie ihr seht, ist das nicht wirklich romantisch – dem Spiel ist es allerdings egal, der Kunde freut sich trotzdem über sein neues Zimmer. Wirklich gelungen ist bei der Raumgestaltung der Umgang mit dem Stylus Stift. Durch Tippen ändern wir die Raumrichtung der Möbel, während wir durch Ziehen die Möbel verschieben können. Auf dem unteren Screen sehen wir eine Karte, des gesamten Raumes, in welcher alle schon vorhandenen Möbel angezeigt werden. Darüber befinden sich Reiter mit der Tapete, dem Boden, den Möbeln sowie Teppichen, bei denen wir sogar die Größe auswählen können. Bei den Möbeln finden sich viele altbekannte Serien wie der „Azur-Serie“ aus Animal Crossing: New Leaf wieder. Nachdem man das Zimmer fertig gestaltet hat, spricht man den Kunden an und sieht eine Show des Zimmers, bei der man noch mal die Möglichkeit hat, Fotos zu machen und im Miiverse mit Freunden zu teilen. Auch während der Gestaltung ist es möglich, Fotos aus verschiedenen Winkeln des Zimmers zu schießen. Hierbei fällt mir allerdings auf, dass eine gut funktionierende Zoom-Funktion fehlt, denn jedes Mal, wenn ich aus dem Zimmer rauszoome, ändert sich die Blickrichtung der Kamera und ich kann nur Fotos vom Boden schießen. Ärgerlich, wenn man Fotos vom gesamten Zimmer schießen will. Im weiteren Verlauf des Spieles ist es sogar möglich, eure gestalteten Zimmer im „Netzwerk der schönen Häuser“ hochzuladen, damit sich andere Animal Crossing: Happy Home Designer ein Bild von euren Inneneinrichtungskünsten machen können. Nach jeder fertigen Zimmergestaltung ist es auch uns möglich, unsere Lieblingsbewohner erneut zu besuchen! Zudem erlernen wir nach jedem erfüllten Auftrag eine Emotion und erhalten neue Möbel für spätere Aufträge. Wieder endet ein anstrengender Tag. Wir speichern, indem wir einen Tagesbericht anfertigen und freuen uns erneut auf den folgenden Tag. Im späteren Verlauf der Geschichte können wir sogar täglich die Spielmünzen ausgeben, die man erhält, wenn man eine bestimmte Anzahl an Schritten mit dem 3DS in der Tasche gelaufen ist. So erhalten diese endlich einen Sinn und wir können neue Fähigkeiten erlernen, die uns beim Wohnungsbau unterstützen.

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Mein erster Auftrag war ein voller Erfolg

 

Von der Geisterstadt zur Weltmetropole

Im Laufe des Spiels besucht Melinda unser Architektenbüro mit dem Auftrag, die Stadt neu zu gestalten. Sie gibt uns verschiedene Gebäude vor, die wir mit bestimmten Möbeln ausstatten müssen: Von der Schule bis zum Krankenhaus ist vieles an öffentlichen Gebäuden dabei, die eine Stadt braucht. Wie ihr diese gestaltet, bleibt euch natürlich weiterhin frei. So kann aus dem Restaurant von nebenan ein schickes Café oder ein japanischer Sushi-Imbiss werden. Dieser Teil des Spiels hat mir am meisten Spaß gemacht, da die Auswahl an Möbeln gigantisch ist und viele Dekoartikel hinzukommen, die es so in Animal Crossing: New Leaf nicht gab. Ihr könnt so zum Beispiel die Tische mit Suppen oder Kaffee ausstatten, um die öffentlichen Gebäude belebter und authentischer aussehen zu lassen. Ein neues Feature von Animal Crossing: Happy Home Designer ist zudem, dass ihr mit amiibo-Karten eurer Lieblingsbewohner bestimmen könnt, wer welche Position in öffentlichen Gebäuden annimmt. So kann das quirlige Eichhörnchen Felix zum Lehrer der Schule werden oder die süße Anne an der Rezeption eures Hotels die Koffer entgegen nehmen. Wie ihr an eure Lieblingsbewohner kommt? Im Laufe des Spiels erhaltet ihr das amiibo-Fon, mit welchem ihr die Bewohner ins Spiel holen könnt, die ihr durch Kaufen von Karten erworben habt. Und hier liegt ein weiterer schwerwiegender Punkt. Ihr könnt die Karten nur in Form von Kartenpacks erwerben, wo beim Kauf nicht feststeht, welche Bewohner sich in diesem Päckchen bereithalten. Bei bisher 100 veröffentlichten Karten (400 sollen es werden) ist es somit schwer, genau euren Lieblingscharakter zu erwischen. Hierbei schaffen sich Fans der Reihe etwas Abhilfe, indem sie Tauschbörsen in Foren oder sozialen Plattformen errichten. Trotzdem ist der Preis je Pack happig: Für drei Karten müsst ihr im Schnitt 5€ – 7,50 € investieren, worunter eine Karte eine Spezialkarte ist. Die Charaktere der Spezialkarten könnt ihr im Spiel so nicht einrichten, Charaktere der Standardkarten können durch Zufall im Spiel auftauchen. Somit verfällt der Nutzen der amiibo-Karte zum Teil, es bleibt lediglich der Sammelwert. Zum Preis der Karten kommt noch das NFC Lese-/Schreibgerät hinzu, welches ihr euch anschaffen müsst, wenn ihr keinen New 3DS besitzt, sondern lediglich den normalen. Dieser kostet zusätzliche 20€. Ein ganz schön teurer Spaß, wenn man alle Bewohner besitzen möchte!

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Ob das NAT-Games Büro wohl so ähnlich aussieht?

 

Fazit:

Nachdem der Epilog schon nach weniger als 10 Stunden Spielspaß erschien, war ich ein wenig erschrocken. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben bei meinen Einrichtungen und hatte nicht das Gefühl, mir zu wenig Zeit gelassen zu haben. Die Story ist ein wenig eintönig (aufstrebendes Architektentalent) und nach einiger Zeit kehrt eine gewisse Monotonie ins Spielprinzip ein. Allerdings erscheinen viele Facetten von Animal Crossing: Happy Home Designer in einem tollen Licht. Die stimmige Musik, die Knuddeloptik und die Gespräche mit euren Lieblingsbewohnern machen das Spiel zu einem Muss für jeden Fan der Animal Crossing Reihe. Ihr habt zudem ein großes Kontingent an Häusern, die ihr frei gestalten könnt. Falls ihr aber keinen Spaß am immer gleichen Raumdesignen habt, lasst besser die Finger von dem Spiel, da ihr schon nach wenigen Stunden alle Neuerungen des Spiels gesehen habt und die Langzeitmotivation somit fehlt. Ebenso haben die Karten ihr Für und Wider: Einerseits sind diese recht teuer und bringen nur einen mittelmäßigen Nutzen fürs Spiel, allerdings haben sie ein großes Sammelpotenzial und lassen sich in Mappen ordnen, betrachten und mit Freunden tauschen.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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