Ancestors Legacy – Test zum Strategiegemetzel auf Konsole

Ancestors Legacy im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ancestors Legacy
  • Wild River
  • Computerspiel
  • Deutsch

Releasedatum: 22. Mai 2018 (PC), 13. August 2019 (PS4, Xbox One)

Genre: Strategie 

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: 1C Publishing 

Plattformen: Playstation 4, Xbox One, PC

Entwickler Destructive Games hatte in der Vergangenheit mehrfach für Skandale gesorgt. Mit Spielen wie Hatred oder IS Defend ist der Entwickler eher negativ als positiv aufgefallen. Doch im letztem Jahr erschien für den PC Ancestors Legacy. In diesem Jahr erschien nun das Mittelalterstrategiespiel für die Konsole. Wir haben uns den Konsolenport genauer angeschaut und verraten euch, ob die Portierung was taugt.

 

Ab in die Schlacht

Auf den Konsolen sind beinahe alle Genre vertreten, doch das Echtzeitstrategiegenre ist recht spärlich ausgestattet. Nicht viele Spiele erscheinen auf den Konsolen. Der Grund dafür ist recht schnell gefunden. Der Knackpunkt dabei ist die Steuerung, während man auf dem PC mit Maus und Tastatur schnelle und präzise Eingaben machen kann, ist man auf der Konsole auf den Controller angewiesen. Das ist in Ancestors Legacy auch so, doch das Spiel hat einige Kniffe, welche es auch auf der Konsole spielbar machen lassen. Denn während man in den meisten anderen vergleichbaren Spielen eine riesige Armee mit unzähligen Soldaten kommandieren muss und zeitgleich sich in seiner Basis kleinteilig um seine Ressourcen kümmern und Gebäude aufbauen muss, konzentriert sich Ancestors Legacy nur auf das Nötigste. Eine schier unzählige Armee, in Ancestors Legacy Fehlanzeige. Hier kontrolliert man höchstens zehn Truppen mit je zehn Mann. Kleinteiliges Micromanagment und Basenbau ist in Ancestors Legacy auch nicht dabei. Im Spiel muss man zahlreiche kleine Dörfer einnehmen, um die Ressourcen Holz, Eisen und Nahrung zu gewinnen. Um ein feindliches Dorf einzunehmen, muss man erst einmal das feindliche Hauptgebäude auf die Grundfeste niederbrennen. Doch wie man annehmen kann, sind die Bürger des jeweiligen Dorfes mit dieser Aktion nicht einverstanden, so muss man erst einmal die rebellierenden Bürger nieder metzeln und dann mittels Fackeln das Hauptgebäude niederbrennen. Danach kann man ein neues Hauptgebäude auf dem Platz errichten, wodurch signalisiert wird, dieses Dorf ist nun unseres. Nun bekommen wir alle Ressourcen des Dorfes auf unserem Konto geschrieben. In den meisten anderen Spielen könnten wir nun das Dorf nach unserem Belieben erweitern. Hier ist es allerdings so, dass man bestimmte Bauten nur an bestimmten vorgefertigten Plätzen bauen kann. Das Bauen und Kommandieren gehen schnell und geht quasi im Vorbeigehen. Denn der Fokus des Spiels ist ganz klar auf den Kämpfen und deren Inszenierung gelegt.

Wenn man nah ranzoomt, kommt die Brutalität und Gewalt zum Vorschein.

 

Mittelalterschlachten wie im Film

Wie bereits im Text erwähnt legt das Spiel keinen Wert auf die riesigen Schlachten, bei denen man ganze Armeen übernimmt. Vielmehr übernimmt man die Kontrolle über eine überschaubare Anzahl von bis zu 10 Truppen, die jeweils aus 10 Mann besteht. Jede Truppe kann man dabei befehlen. Im Spiel gibt es verschiedene Einheiten, die jeweils unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Dabei greift im Kampf das bekannte Schere-Stein-Papier-Prinzip. So besitzt jede Einheit einen Gegenpart, gegen den er stark beziehungsweise schlecht ist. So sind Nahkämpfer zum Beispiel effektiv gegen Fernkämpfer, aber schwach gegen berittene Einheiten. Berittene Einheiten sind stark gegen Nahkämpfer, aber schwach gegen Lanzenträger etc.. So muss man immer schauen, welche Einheit wo gegen wen kämpft und notfalls neu positionieren. Apropos Positionieren, dies ist besonders wichtig. Geht man blindlings in jedes Gefecht, wird man nicht in die Geschichte eingehen, sondern gnadenlos abgemetzelt. So kann man seine Umgebung zu seinem Vorteil nutzen, die Gegner ausspähen und am besten flankieren. Denn Aktionen wie flankieren haben nicht nur den taktischen Vorteil, sondern senken gleichzeitig auch die Moral der Gegner. Flankiert der Gegner einen selbst, dann wird auch unsere Moral gesenkt. Auch die Positionierung unserer Bogenschützen ist wichtig, denn anders als in anderen Spielen fügen die Bogenschützen auch unseren Soldaten Schaden zu. Damit kann man, wenn eine Schlacht ausgebrochen ist, nicht einfach in die Menge mit unserem Schützen angreifen. Ebenfalls wichtig sind die verschiedenen Formationen, die man während der Kämpfe einnehmen kann. Greift der Gegner einen an und stürmt mit mehreren Soldaten auf einen zu, ist es sinnvoll, dass sich unsere Truppen zusammen stellen und mit den Schilden einen Wall bauen. Denn stehen sie einfach wahllos auf dem Feld rum, kann es in diesem Fall schnell vorbei sein. Denn auf seine Soldaten sollte man aufpassen, da mit den Kämpfen die Truppen Erfahrungspunkte erhalten, mit denen sie dann im Rang aufsteigen. Dabei erhalten sie mit jedem Aufstieg einen höheren Wert, wahlweise bei Nahkämpfern Durchschlagskraft, Offensive oder Defensive und bei Fernkämpfern Schnelligkeit, Präzision oder Feuerrate. Zudem kann man auch mit dem nötigen Eisen neue und verbesserte Waffen und Rüstungen herstellen und seine Truppen damit ausrüsten. Sterben die aufgestiegenen Truppen, dann sind sie für immer verloren und man muss auf andere zurückgreifen. So steht Klasse statt Masse im Vordergrund von Ancestors Legacy. Und die Kämpfe werden im Spiel auch brachial in Szene gesetzt. Stürmen wir mit einem Trupp in die feindlichen Linien herein, dann fühlt sich das erstaunlich wuchtig an. Zudem stehen sie dann nicht einfach rum und hauen sich solange mit stumpfen Schlägen tot. Sondern sie liefern sich einen Kampf auf Leben und Tod. Dabei kann man auch schön nah ran zoomen und die brachialen Kämpfe beobachten. Dies sieht auch schön herrlich aus, da die Kämpfer schön animiert sind und dabei eine packende Atmosphäre entsteht. Die Atmosphäre ist einer der Punkte, die das Spiel hervorragend erzeugt. Es herrscht Krieg und alles im Spiel lässt einen davon wissen. Wenn wir ein feindliches Dorf einnehmen, dann herrscht überall Kriegsgeschrei, die Bewohner versuchen zu fliehen und betteln um ihr Leben. Zudem gibt es verschiedene Tageszeiten und verschiedenes Wetter, was ebenfalls für Abwechslung sorgt.

Nur mit dem geschulten Auge ist es möglich, Überblick über das Getümmel zu behalten.

 

Das Mittelalter aus verschiedenen Sichten

Im Spiel gibt es einen Multiplayer-Modus, bei dem man sich mit Spielern aus der ganzen Welt messen kann. Doch der interessanteste Modus ist die Kampagne. Diese ist in unterschiedliche Völkern geteilt, die man alle spielen kann. Die spielbaren Völker sind Wikinger, Angelsachsen, Deutschritter und Slawen. Jedes Volk hat dabei eine eigene Geschichte, deren Missionen an reale Schlachten und Ereignisse angelehnt ist. Der Umfang der Kampagne, bei denen jedes Volk fünf spielbare Missionen besitzt, umfasst dabei einen Zeitrahmen vom Frühmittelalter bis ins Jahr 1250. Die Missionen sind beim Spielen allerdings recht gescriptet, sodass man in den meisten Gelegenheiten der Weg durch die Missionen stark vorgegeben ist. Auffallend ist, dass sich die Missionstypen ab und an wiederholen. So muss man Dörfer infiltrieren, mit diesen dann Ressourcen sammeln und dann eine letzte Schlacht um eine größere Stellung abhalten. Währenddessen kommen immer mal wieder Gegnerwellen des Feindes auf einen zu, die man abwehren muss. Die Unterschiede bei den verschiedenen Völkern, die man spielen kann, sind allerdings recht überschaubar. Ob man nun mit den Wikinger oder mit den Angelsachsen spielt, ist bis auf die Äußerlichkeiten und das jeweilige Setting recht gleich.

Ancestors Legacy
  • Wild River
  • Computerspiel
  • Deutsch

 

Positiv:

Packende und gut inszenierte Schlachten
Packende und atmosphärische Kampagne
Überschaubare Anzahl von Einheiten zum Kommandieren
Gelungene Konsolensteuerung

Negativ:

Höchstens 10 Truppen zum Kommandieren
Wenig Abwechslung bei den Missionstypen in der Kampagne
Die verschiedenen Völker unterscheiden sich größtenteils nur optisch
  • Ancestors Legacy
    “Normal sind Strategiespiele nichts für mich. Doch Ancestors Legacy macht es einen dahingehend recht einfach. Zumal man eine überschaubare Anzahl an Truppen kommandiert. So kann man sich nur auf diese konzentrieren. Zudem sind die Aufbaumöglichkeiten und das Ressourcenmanagement recht rudimentär, wodurch man diese leicht nebenher machen kann. Hier stehen ganz klar die Kämpfe im Vordergrund und die haben es in sich. Selten waren Mittelalterkämpfe besser in Szene gesetzt als hier. Hardcorestrategiefans, die alles bis ins kleinste Detail kontrollieren, könnte der Fokus auf die Kämpfe zu wenig sein. “
    Kevin Kreisel, Freier Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wer ein packendes Strategiespiel sucht und nicht die riesigen Armeen zum Kommandieren braucht, der sollte einen Blick wagen. Wer lieber kleinteilig alles selber aufbauen möchte, wird hier nicht glücklich.

Kevin Kreisel
Geschrieben von
Freier Redakteur von NAT-Games.de

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Markierte Felder müssen ausgefüllt sein *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Passwort vergessen

Bitte gebe deinen Benutzernamen ein, damit wir dir eine E-Mail inklusive Link zum zurücksetzen schicken können.