AereA – Test zum musikalischen RPG

Bei AereA handelt es sich um ein Action RPG, das sich voll und ganz dem Thema Musik widmet. Ihr schlüpft in die Rolle von einer der vier spielbaren Klassen und erkundet die Welt von Aezir. Auf eurer Reise müsst ihr neun Ur-Instrumente sammeln, um die Balance in der Welt wiederherzustellen. Und das Beste: Ihr könnt als Vierergruppe losziehen und euch mit euren instrumentenähnlichen Waffen den Rücken freihalten. Hört sich alles ein wenig abgedreht an? Dann erfahrt in diesem Test, ob ihr mit dem Spiel glücklich werden könnt!

 

Hier spielt die Musik

Ihr startet euer Spiel in einem Musikklassenzimmer und erhaltet dort direkt eure erste Quest von einer sprechenden grünen Eule, die zudem auch noch eine Brille trägt. Die meisten weiteren Charaktere, denen ihr im Verlauf des Spieles begegnen werdet, sind aber ansonsten eher unauffällig gestaltet. Vor allem die unscheinbaren Charaktere, die nur mal eben durch den Raum laufen und euch eine Nebenquest anbieten, sind eher unscheinbar. Generell ist die Gestaltung des Questlogs aber durch die wenigen Aufträge sehr übersichtlich und kann nach einzelnen Kategorien gefiltert werden. Der Hauptstrang wird durch euren Großmaestro Guido betreut, der euch in allerlei Gebiete in Aezir schickt. Gelangt ihr in die verschiedenen Gebiete, so ist es manchmal ein Zufall, von wo aus ihr im Gebiet startet. Nachdem ich mein Spiel einmal neu starten musste, befand ich mich nach Teleportation an einer anderen Stelle wieder als noch Minuten zuvor im alten Spielstand. So müsst ihr manches Mal einen längeren Weg zum Ziel hinlegen, allerdings gibt es an jeder Ecke genügend Schnellreisepunkte zurück zu eurem Schiff. Des Weiteren sind in den kurzen Levelabschnitten kaum Schnellreisepunkte nötig. Das erneute Starten von einem anderen Punkt aus hat zudem einen Sinn: Denn falls euch der Tod ereilen sollte, müsst ihr das Level vom Luftschiff aus neu starten. Was aber bestehen bleibt, ist der Fortschritt eurer Quest! Es wäre natürlich schwachsinnig, immer am gleichen Punkt des Levels zu starten, wenn ihr nur ein bestimmtes Objekt braucht, dass sich immer an der gleichen Stelle am Anfang des Levels befindet. Statt das Level bis zum Ende durchzugehen, könntet ihr so ja einfach immer sterben, um so direkt zur gleichen Stelle zu gelangen und die Quest einfach fortsetzen könnt. Aber wer will schon für einen schnelleren Questerfolg oft sterben?

Seht ihr den kleinen weißen Punkt zwischen den Pfeilern? Gebt Acht!

 

Ich zieh mit meinem Kontrabass in die Schlacht

In AereA können bis zu vier Spieler im lokalen Modus gleichzeitig am Spielgeschehen teilnehmen. Dabei schwingt die Kämpferriege mit je einem anderen Musikinstrument in den Kampf, das zusätzlich zum Charakter gelevelt werden kann. Dabei stehen leider nur vier Klassen zur Auswahl, von denen drei auch noch Fernkämpfer sind. Da hätten wir zum einen Wolff, den Bogenschützen, Jules, den Magier und Claude, den Akrobaten. Alle Fernkämpfer haben die gleiche Animation für ihre Nah- und Fernkampfattacke. Bei der Nahkampfattacke versprühen sie einen Bogen Noten um sich herum, während beim Fernangriff eine leuchtende Kugel bzw. ein Pfeil verschossen wird. Dabei ist es vor allem gerade bei den Fernangriffen sehr schwer, auf Gegner in der Entfernung zu zielen, da das Umschauen nicht so präzise gelingt, wie es der Radius des Angriffes verlangt. Einzig und alleine der Tank bietet ein wenig Abwechslung mit seiner Schildabwehr und dem Schwerthieb. Problematisch ist außerdem der fehlende Splitscreen. Alle vier Spieler müssen sich im gleichen Gebiet befinden, das auf dem Bildschirm angezeigt wird. Wollen Spieler sich weiter fortbewegen, so rennen sie gegen eine unsichtbare Wand. Generell können wir im momentanen Zustand nur davon abraten, mit mehr als einem Spieler das Abenteuer zu starten. Selbst bei zwei Spielern gab es Standbilder und Lags ohne Ende. Wir sind zudem durch den Boden gebuggt und durften so das Level von vorne beginnen. Manches Mal war sogar der Soundeffekt von Waffen oder zerbrechenden Vasen weg. Der Knaller war allerdings mein verrückt spielender Charakter. Dieser dachte sich „Wow, meine Standardattacke ist so toll, die setze ich einfach mal die ganze Zeit ein!“, und so bin ich als langsam hinterher trottendes dauerschießendes Etwas hinter meiner Gruppe hergetrottet. Naja, im zweiten Durchlauf konnte ich dafür als Ausgleich gar keine Attacke einsetzen! Was im nächsten Durchlauf passiert wäre, das wollten wir uns lieber ersparen, denn auf dem aktuellen Stand ist der Koop-Modus leider unspielbar.

Huch…

 

Großmaestro Guido hat das Sagen

Wenn man bei AereA von einem musikalischen Spiel redet, dann meint man das auch so! Überall im Spiel seht ihr Noten: Egal ob als Ladebalken, als Effekte eurer Attacken, bei den Schnellreisepunkten, überall entdeckt ihr Elemente aus der Musik. Und ebenso Wert wurde auf den Sound des Spieles gelegt. Ein Chor im Hintergrund sorgt für eine eingängige orchestrale Musik, der man stundenlang zuhören könnte. Auch die Soundeffekte eurer Attacken und eurer Umgebung sind das ganze Spiel über durchweg gelungen. Im Spiel ist die Konzerthalle euer zentraler Rückzugsort, denn hier habt ihr euren Laden und könnt mit dem Luftschiff in andere Gebiete in ganz Aezir reisen. Auch die einzelnen Gebiete, die ihr besuchen könnt, sind abwechslungsreich und detailliert gestaltet. Mal geht es in die Kanalisation, mal ihn einen dicht bewachsenen Wald. Und selbst in den Gebieten befinden sich Anspielungen auf die Musik, so sind beispielsweise Schalter zum Öffnen von Türen Metronomhebel, die sich im Takt bewegen. Allerdings ist das Durchlaufen eines Gebietes eher langweilig, da ihr neben dem Besiegen von Gegnern nur einfache Rätsel auf einer simpel aufgebauten Gebietskarte lösen müsst. So müsst ihr Kisten von A nach B bewegen oder Gegner in einem „Raum“ besiegen, damit sich die nächste Tür öffnet. Rätselfüchse kommen hier leider nicht auf ihre Kosten. Doch die Monster machen euch eher weniger Probleme vom Schaden her, viel brutaler sind die im Gebiet verstreuten Bomben, die ihr oft einfach überseht und die euch mehr als die Hälfte eures Lebens abziehen. Die Monster sind im Vergleich dazu eher harmlos, was vom Balancing her nicht ganz stimmig ist. Ebenfalls nervig ist es, dass die Teleporter nicht anzeigen, wohin sie führen. Auch nach Teleportation seid ihr erst einmal orientierungslos. Und selbst die Items, die ihr im Gebiet einsammeln könnt, sind komplett unbeschriftet und verraten euch nicht ihren Effekt.

 

Positiv:

Zauberhafte Musik und einzigartige Soundeffekte
Niedliche und liebevolle Gestaltung der Umgebung
Musikalisches Thema konsequent umgesetzt

Negativ:

Gebiete sind oft sehr kurz und zu leicht zu durchlaufen
Monster sind keine Herausforderung
Nur vier Klassen, von denen drei die gleichen Angriffe besitzen
Koop-Modus voller technischer Fehler, die diesen unspielbar machen
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58908″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Jasmin Paskuda, Redakteurin”]

“AereA hat eine wirklich wunderbare Präsentation des Spieles. Die überall aufpoppenden Musiknoten machen das Spiel zu einem magischen Erlebnis, auch der Detailgrad der Umgebung lässt sich trotz durchschnittlicher Grafik sehen. Allerdings gibt es bei vier Klassen ganze drei Fernkämpfer, die sich auch noch gleich spielen. Problematisch wird vor allem der Koop-Modus, da dieser voller Bugs und Lags steckt, sodass der Modus für uns unspielbar war. Falls ihr also auf der Suche nach einem Solo-Spiel seid, dass zwar RPG-Elemente und eine tolle Optik besitzt, allerdings von den Leveln her eher simpel gestrickt und einfach ist, dann solltet ihr mit AereA ein Spiel für entspannende Nachmittage gefunden haben. Gerade die Musik des Spieles lädt zum Träumen ein und lässt einen über den einen oder anderen technischen Makel hinwegsehen.”

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Auf nach Aezir?

Einzelabenteurer werden ihren Gefallen an dem Spiel finden, wenn sie auf eine nette Optik und einen bombastischen Sound stehen. Doch Finger weg vom Koop-Modus, da dieser momentan noch unspielbar ist.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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