Aegis of Earth: Protonovus Assault – Test zum Tower Defense Spiel mit dem gewissen Dreh

Tower Defense Spiele machen wahrscheinlich einen Großteil der angebotenen Spiele in den App Stores aus. Und auch andere Plattformen bieten reichlich Auswahl an Spielen in diesem Genre. Ein Paar Geschütze oder Pflanzen aufgestellt und schon geht es Aliens, Zombies oder Sonstigem an den Kragen. Aegis of Earth: Protonovus Assault von Entwickler Acquire versucht sich nun auch in diesem Genre allerdings mit einem Dreh. Wie sich der Mix aus Anime und Tower Defense schlägt, erfahrt ihr hier im Test.

 

Alien Invasion

Die Welt von Aegis of Earth: Protonovus Assault ist schwer getroffen von der “stillen Apokalypse”. Bei diesem Ereignis wurde fast die gesamte Welt bei einem zeitgleichen Angriff von gigantischen Monstern zerstört. Technik, Zivilisation und Kultur am Rand der vollständigen Vernichtung ziehen sich die Überlebenden in die wenigen Städte zurück, die noch übrig sind, um dort Schutz zu finden. Als neuer Commander in der Stadt Kimberley sollt ihr die Leitung über die Verteidigung der Stadt übernehmen. Neben der Aufgabe euer Team zusammenzuhalten und mit ihren Problemen und dummen Scherzen klarzukommen, ist der Schutz der Bevölkerung aber die Priorität. Denn die Monster sind immer noch eine große Bedrohung und so ist es in eurer Verantwortung eine waffenstarrende Festung zu verwandeln, damit eure Bürger friedlich leben können.

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Die Wechselanimation von Schlachtfeld zu Missionszentrale ist wirklich sehr cool.

 

Alles dreht sich um die Stadt

Wir alle sind ja reichlich vertraut mit Tower Defense Spielen. Überall findet man verschieden Varianten dieser Gameplaymechanik, sodass es gerade hier schwer ist, wirklich etwas Neues zu machen. Für mich persönlich ist dieses Genre ein rotes Tuch, da hier fast immer nach dem gleichen Schema vorgegangen wird. Umso interessanter war es zu sehen das Aegis hier einen etwas anderen Weg geht. Anstatt Geschütze entlang eines Weges aufzustellen, platziert ihr diese auf einem von vier Ringen um eure Stadt herum. Dabei ist der äußerste Ring jedoch exklusiv für temporäre Verteidigungsbauten reserviert. Dabei müsst ihr eine Balance zwischen Long Range und Short Range Geschützen finden und gleichzeitig auch noch Platz für Behausungen und Unterhaltungsgelegenheiten freihalten. In eurem Arsenal findet bekanntes Material wie zum Beispiel Raketen, Gatling Guns und Laser. Neue Waffen erhaltet ihr durch eure Forschungsabteilung, die in regelmäßigen Abständen kleine Aufgaben für euch hat und im Anschluss neue Baupläne zur Produktion freigibt. Das Spiel besteht im Grunde aus zwei Phasen. In Phase eins baut ihr neue Waffen und Gebäude, führt Upgrades aus, sammelt eure Steuern ein und achtet auf die Zufriedenheit eurer Bewohner. Natürlich müsst ihr auch eure Energie im Auge behalten je mehr ihr eure Stadt ausbaut. Hier könnt ihr einfach das Kraftwerk aufrüsten und so die Versorgung sichern.

 

Die Monster greifen an

Habt ihr die Vorbereitungen abgeschlossen, könnt ihr in eurer Missionszentrale eine der verfügbaren Missionen wählen. Neben den normalen Missionen gibt es auch noch spezielle Aufträge, die ihr annehmen könnt, um zusätzliche Belohnungen erhalten zu können. Leider unterscheiden sich die Missionen in keiner Weise voneinander. Nachdem ihr eine Mission gestartet habt, transformiert sich eure Stadt in den Kampfmodus. Ziel ist es die anrückenden Monster abzuwehren, die euch aus allen Richtungen angreifen. Ihr schaltet jetzt durch die Ringe der Stadt, um die Geschütze in Richtung der Feinde auszurichten. Diese Mechanik ist wirklich spaßig, allerdings bleibt das nicht lange so. Sehr schnell ist eure Stadt mit genug Geschützen versehen, sodass es kaum mehr nötig ist, die Ringe während des Kampfes neu auszurichten. Ihr deckt einfach die fast 360 Grad um euch ab und könnt den Controller dann meist aus der Hand legen. Das Spiel ist verloren sollten die Monster eure Basis im Herzen der Stadt zu zerstören. Bei der geringen Angriffslust der Feinde scheint das aber kaum möglich zu sein. Alle Monster bewegen sich relativ langsam, fast wie Zombies auf eure Stadt zu und lassen sich bereitwillig abschießen. Sind die Monster dann beseitigt, sammelt ihr die Überreste auf, denn diese sind nötig um die Bauten aufzuwerten. Je nachdem wie erfolgreich ihr gewesen seid, melden sich neue Menschen, die in eure Stadt einziehen wollen und damit auch in Zukunft für mehr Einnahmen sorgen.

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Sobald eure Geschütze fast alle Richtungen abdecken, könnt ihr den Controller in den Kämpfen eigentlich weglegen.

 

Netter Anime Stil

Die Sequenzen, in denen ihr euer Team in Gesprächen erlebt, werden mit nett gestalteten Charakteranimationen präsentiert. Etwas schade ist jedoch, dass es nur relativ wenige unterschiedliche Charakterdarstellungen für deren Reaktionen gibt. So passiert es recht schnell das ihr bereits Gesehene plötzlich wieder seht. Die 3D-Passagen sehen zwar in der PS4 Version annehmbar aus etwas mehr Detail hätte man schon bieten können. Die Umgebung der Stadt ist sehr trist und langweilig. Natürlich ist die Welt um die Städte vernichtet und öde aber andere Spiele mit derartigen Szenarien haben solche Settings auch besser rübergebracht. Nach einer Weile ist das viele gelbbraune Umland einfach langweilig. Die Sprecher sind dafür wenigstens sehr ansprechend und machen ihren Job sehr gut. Leider gibt es abgesehen von den Dialogen nur wenige Sprachschnipsel, die während der Kampfphasen wiedergegeben werden. Es gibt jedoch keine deutsche Übersetzung weder für die Stimmen noch Bildschirmtexte. Musikalisch bleibt hier allerdings nichts wirklich hängen. Die Musik ist bei bestem Willen nicht schlecht, aber nichts hebt diesen Soundtrack über das Mittelmaß hinaus.

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Die RPG Elemente sind sehr klein gehalten. Euer Team aufzuwerten ist aber dennoch wichtig.

 

Fazit:

Tower Defense Spiele stehen auf meiner persönlichen schwarzen Liste. Noch nie hatte ich mit einem Titel dieses Genres echten Spaß. Die Art wie Aegis of Earth: Protonovus Assault diese Mechanik allerdings präsentiert, hatte ich zu meiner Überraschung sehr viel Spaß. Die Tatsache, dass ihr die Waffenausrichtung selbst managen müsst, gemixt mit den leichten RPG Anleihen beim Aufleveln eures Teams ist eine kleine Abwechslung für dieses Genre. Viele kleine und große Upgrades machen es sehr interessant eine geeignete und schlagkräftige Verteidigung aufzubauen. Am Grundkonzept ändert zwar all das nicht, im Kern steckt immer noch Tower Defense. Aber allein die Abkehr von fertigen Gräben die links und rechts mit Geschützen bebaut werden müssen um dann anrückende Feinde niederzustrecken ist eine willkommene Abwechslung. Aegis of Earth: Protonovus Assault definiert das Genre nicht neu und ist auch keine riesige Innovation aber für alle, die ein Tower Defense Spiel suchen, das die konventionellen Wege etwas verlässt, sollte hier mal reinschauen. Und selbst wer nichts mit dieser Art von Spielen anfangen kann, darf hier mal einen Blick riskieren.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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