Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche – Test zum abgedrehten Point and Click Abenteuer

Adventure Time ist abgedreht und bekloppt, Fans der Serie wissen das schon lange. Die Abenteuer von Finn, dem Menschen und Jake, dem magischen Hund, sind immer wieder abgefahrene Trips, auf die man sich einfach einlassen muss. Jetzt kann man in „Finn und Jake auf Spurensuche“ diese Abgedrehtheit am eigenen Leib erfahren. Ob sich die Reise in das bunte Ooo lohnt, oder man lieber in der grauen Realität bleibt, das erfahrt ihr in unserem Test.

 

Adventure Time, mit Unsinn im Sinn…

…zieht’s uns zu fremden Ländern hin. So schallt es sowohl in der Serie als auch im Spiel. Die Geschichte lässt sich hier beim besten Willen nicht zusammenfassen, und auch „Finn und Jake auf Spurensuche“ versucht das zu keiner Zeit. Es wird einfach vorausgesetzt, dass man die Serie kennt und weiß, was sich im postapokalyptischen Land Ooo abspielt. Von daher werden Neulinge hier keinen Zugang finden, „Finn und Jake auf Spurensuche“ ist ausschließlich für Fans der Serie gedacht. Die Story des Spiels selbst wird von Cuber erzählt, der mal wieder fünf seiner Graybles auspackt. Ihr wisst nicht, was Graybles sind? Dann seid ihr keine von den eben erwähnten Adventure Time Fans und solltet euch wirklich zunächst die Serie anschauen, bevor ihr diese Review weiterlest und erwägt, euch das Spiel zu holen. Also, zurück zu den Graybles: Diese erzählen fünf Geschichten, in denen Finn und Jake auf Spurensuche gehen, um mysteriöse Fälle im Königreich Ooo zu lösen. Die Bewohner des Süßigkeitenkönigreichs wurden entführt? Ein haariges Monster wurde im Wald gesichtet? Eine merkwürdige Melodie lässt Bewohner des Königreichs unkontrolliert tanzen? Alles kein Problem für das Entwicklerduo. All diese Fälle startet man aus Finn und Jakes Baumhaus, indem man eine alte, aus dem Besitz ihrer Eltern stammende, Gerätschaft bedient.

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What Time is it? Adventure Time!!!

 

Ja, das macht natürlich Sinn

Hauptsächlich handelt es sich bei „Finn und Jake auf Spurensuche“ um ein Point and Click Adventure, da ist der Name Adventure Time natürlich passend. Ihr lauft also, wie von einem Point and Click gewohnt, durch die Gegend, sammelt Gegenstände auf, kombiniert sie und benutzt sie an den richtigen Orten, um Rätsel zu lösen. Diese sind dabei nicht sonderlich schwer, aber auch hier wird wieder zutage gefördert, dass Wissen über das Adventure Time Universum vorhanden sein muss. Sonst kann es einem sehr skurril vorkommen, einem lebendigen Windbeutel die Rotze aus der Nase zu kitzeln, um diese als Glasur für einen Kuchen zu verwenden. Ja, das müsst ihr wirklich tun, und es zeigt, dass der absurde Humor, den man von der Serie gewohnt ist, auch im Spiel Verwendung findet. Beim Lösen der Rätsel helfen die lustigen Dialoge, in denen sich Finn und Jake manchmal gegenseitig Hinweise geben. Apropos Jake, dieser ist auch ein eigenes Item, dank seiner Streckfähigkeit vielseitig einsetzbar, um an höher gelegene Orte zu gelangen oder weit entfernte Gegenstände zu erreichen. Zudem könnt ihr ihn auch mit Gegenständen kombinieren, um deren Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Neben den typischen Point and Click Rätseln und lustigen Dialogen gibt es auch noch ab und an kleinere Hack and Slash Einlagen. Man könnte also sagen, „Finn und Jake auf Spurensuche“ ist ein Point and Click and Hack and Slash. Ja, das klingt nach einem guten Genre, ist ja auch besonders leicht auszusprechen. Naja, diese Kampfeinlagen sind zwar ein wenig Abwechslung, jedoch nur für kurze Zeit. Angriffe lassen sich durch das bloße Drücken auf einen einzigen Knopf ausführen, Jake hat vier, und zwar ausschließlich vier Spezialattacken, und Finn kann im Laufe des Spiels aus fünf Schwertern mit jeweils eigenen Spezialattacken wählen. Nach ein paar Kämpfen hat man alles, was dieses Feature zu bieten hat, gesehen, und wünscht sich, man könnt die Kämpfe umgehen oder überspringen. Apropos Überspringen, solltet ihr einen Dialog aus Versehen erneut starten, so könnt ihr diesen nicht überspringen. Ebenfalls fällt negativ auf, dass Finn sich nicht immer optimal positioniert. Will man jemanden ansprechen oder ein Item aufheben, so müsst ihr ihn des Öfteren noch mal in eine bessere Position bringen. In einem Spiel, in dem man andauernd etwas aufheben oder mit Leuten sprechen muss, ist das schon Voraussetzung, dass alles richtig funktioniert.

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Das hinterlässt bestimmt Schwangerschaftsstreifen

 

Knetfiguren?

Wo wir schon mal dabei sind, negative Aspekte anzusprechen: Die Optik. Leider wurde hier nicht auf die fantastische 2D-Optik aus der Serie zurückgegriffen, sondern ein seltsamer 3D-Look gewählt, der alles aussehen lässt, als wäre es aus Knetgummi. Sicher, alle Charaktere und Locations sind klar zu erkennen, doch irgendwie dauert es ein wenig, bis man sich an diese Grafik gewöhnt hat. Und dann schaut man wieder eine Folge der Serie, und wünscht sich, dass das Spiel so aussehen würde. Was einem nach dem Anschauen der Serie dann aber positiv auffallen sollte, ist, dass der Soundtrack und vor allem die englischen Sprecher alle vom Original stammen. Sie sorgen vor allem dafür, dass der grandios skurrile Humor von Adventure Time erhalten bleibt. Ihr trefft auf nahezu jeden Charakter und jedes Gebiet aus Adventure Time, und das ist wohlmöglich der größte Pluspunkt für „Finn und Jake auf Spurensuche“.

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Ihr rennt weg? UNVERZEILIIIIIIIIIICH!

 

Fazit:

Ich hatte mit „Finn und Jake auf Spurensuche“ einen großen Spaß. Ich bin aber auch ein Fan der Serie. Leuten, die keine Ahnung von Adventure Time haben, möchte ich von diesem Spiel abraten. Ich kann euch die Serie empfehlen, und wenn ihr zum Fan mutiert seid, dann könnt ihr euch das Spiel holen. Auch die gewöhnungsbedürftige Grafik und manchmal technische Imperfektionen können das Spielerlebnis und den Spaß für Fans nicht lindern.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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