A Rose in the Twilight – Test zum blutigen Puzzle Game

Spiele wie htoL#NiQ: The Firefly Diary oder Yomawari haben mit ihrer speziellen Optik und dem Mix aus süß und schaurig fast ein eigenes Genre geschaffen. NIS America und Nippon Ichi stecken uns diesmal in A Rose in the Twilight in ein mysteriöses Schloss, wieder mal in der Rolle eines kleinen Mädchens. Wie uns das Puzzle Abenteuer um die kleine Rose gefallen hat, erfahrt ihr jetzt in unserer Review.

 

Alles im Dunkeln

A Rose in the Twilight gibt euch von Beginn an kaum Story an die Hand. Textrollen und die im Blut der Toten gespeicherten Erinnerungen geben euch Hinweise. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Gemäuer trifft die kleine Rose einen Steingolem, der fortan als zweiter Charakter und Helfer bereitsteht. Gemeinsam müssen die beiden nach einem Ausweg suchen, dabei bringen beide ihre besonderen Fähigkeiten ein. Dabei zeigt sich die Umgebung des Schlosses als recht unwirtlicher Ort, in dem zahlreiche Fallen darauf warten, auch euch das Licht auszupusten.

A Rose in the Twilight

Die kleine Rose erfährt aus dem Blut der Toten, was diesen widerfahren ist.

 

Interessante Mechanik mit schlechter Steuerung

Viel gibt es nicht zu wissen über das Gameplay und seine Mechaniken. Rose kann aus roten Gegenständen Blut ziehen und farblose Objekte mit dem Blut wieder aktivieren. Wichtig ist dabei allein, dass nur mit Blut aktivierte Objekte Interaktion ermöglichen. Saugt ihr aus herabfallenden Steinen im Fall das Blut ab, bleiben diese in der Luft stehen und bilden so eine Brücke über tiefe Abgründe. Aber nur die kleine Rose kann auf diese besondere Fähigkeit zurückgreifen. Dafür ist Rose aber weder in der Lage schwere Objekte zu heben, noch kann sie Passagen durchqueren, die von Dornenranken zugewachsen sind. In diesen Fällen kommt euer Freund der Golem ins Spiel. Er kann ohne Probleme Dornen passieren, schwere Dinge tragen und Rose sowie Objekte auf eine gewisse Distanz werfen. Später erhält Rose zum Beispiel noch die Fähigkeit Dinge wachsen zu lassen, indem sie diese mit Wasser gießt. Diese wenigen Aktionsmöglichkeiten müsst ihr kombinieren, um entweder einen Schlüssel oder sonstigen Mechanismus zu finden, um ein neues Areal zu öffnen.

A Rose in the Twilight

Euer Golem ist ein wichtiger Verbündeter.

 

Blutige Erinnerungen

Der Zugang zum nächsten Gebiet wird dann jeweils von einer besonders schaurigen Apparatur versperrt. Das gesamte Spiel dreht sich um Blood Memories. Personen, die im Schloss ums Leben gekommen sind, haben einen netten Blutfleck hinterlassen. Ihr müsst die Toten und deren Blut finden und dürft euch dann in einer Art Theater anschauen, wie die jeweilige Person den Tod gefunden hat. Zurück an den schaurigen Sperren müsst ihr dann eine bestimmte Anzahl dieser Erinnerungen als Opfer darbieten, um den Weg freizumachen. Die Sperren sind dabei zum Beispiel ein Strang, eine Guillotine oder eine Eiserne Jungfrau. Die kleine Rose muss sich also selbst erhängen, enthaupten oder aufspießen lassen, um das Blutopfer zu leisten. Keine Sorge, sie wird danach wiederbelebt. Das eigentlich frustrierende an der ganzen Sache ist, dass euch das Spiel selbst im Weg ist. Die Steuerung ist sehr oft viel zu ungenau und das häufige und auch notwendige Wechseln zwischen den beiden Charakteren ist sehr umständlich. Ein Bildschirmtod ist zwar kein Problem, da ihr an Checkpoints wiederbelebt werdet, allerdings verursacht die mangelnde Kontrolle viele unnötige Tode. Hält man sich vor Augen, dass das Spiel Speedrun Trophäen enthält, muss ich mich ehrlich fragen, wie das möglich sein soll. Die extrem simplen Rätsel sind schnell durchschaut, einzig bei der Ausführung steht euch das Spiel im Weg. Oft habe die Entwickler sogar umständlicher gemacht, indem sie unnötige Extraschritte eingefügt haben, um ein Rätsel zu strecken. Insgesamt ist das Kernelement, die Rätsel, überhaupt nicht befriedigend. Ein Kampf mit meinem Gehirnschmalz wäre mir lieber gewesen als ein Kampf mit der verkorksten Steuerung und langweiligen Rätseln.

A Rose in the Twilight

Rose muss viel erleiden, um dem Schloss zu entkommen.

 

Vertrauter Anblick

A Rose in the Twilight bedient sich wieder dem bekannten Mix aus süßer Optik mit schaurigen Inhalten. Rose hat zum Beispiel eine sehr mitleiderregende Animation, wenn sie fällt. Die Kleine landet immer der Länge direkt auf dem Gesicht und braucht dann erst eine Weile, bevor sie wieder auf die Beine kommt. Die insgesamt sehr reduzierte Grayscale Optik passt sehr gut. Die Musik hält sich diesmal extrem im Hintergrund, für meinen Geschmack vielleicht sogar schon etwas zu sehr. Die leichte Melodie im Hintergrund sorgt zwar für eine passende Atmosphäre, ein paar echte Musikstücke mit Persönlichkeit wären aber dennoch sehr willkommen gewesen.

 

Positiv:

Stimmungsvolle und hübsche Optik der Vorgänger weiß zu überzeugen
Blutmechanik ist interessant gemacht, vor allem zu Beginn
Düstere Thematik mit vielen schaurigen Animationen

Negativ:

Rätsel bieten kaum Abwechslung und sind schnell durchschaut
Steuerung ist viel zu ungenau und verursacht viele unnötige Tode
Spiellänge wirkt durch viele Tode künstlich gestreckt
Musik ist kaum präsent und bietet keine eigenständigen Höhepunkte
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58912″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Marco Schmandt, Redakteur”]

“A Rose in the Twilight ist wie Yomawari und htoL#NiQ: The Firefly Diary, optisch wieder extrem hübsch. Nicht unbedingt, weil es grafisch beeindruckend ist, sondern vielmehr aufgrund des verwendeten Artstyles. Die Kombination aus der süßen Optik des ungleichen Paares mit den vielen teils grausigen Toden die Rose erleiden muss, funktioniert sehr gut. Was dem Ganzen leider im Weg steht, ein wirklich richtig gutes Spiel zu sein, sind die Rätsel selbst. Die Blutmechanik an sich ist nicht schlecht, das eigentliche Problem ist die mangelnde Abwechslung. Hinzu kommt die extrem ungenaue Steuerung, die euch zwingt, das eigentlich kurze und recht simple Spiel immer wieder zu spielen. Spätestens, wenn ihr zum zehnten Mal die gleiche Stelle erleben müsst, nur weil ein Sprung um einen halben Millimeter daneben ging, vergeht einem der Spaß. Die Tatsache, dass das Spiel insgesamt sehr kurz ist, macht die Sache auch nicht besser. Wer insbesondere htoL#NiQ: The Firefly Diary mochte, sollte hier trotzdem auf jeden Fall einen Blick riskieren, denn die Geschichte von Rose schlägt in eine ähnliche Kerbe. Wer gut spielbare Puzzlespiele sucht, findet aktuell besseren Ersatz.”

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Ab in die Sammlung?

Wer die geistigen Vorbilder htoL#NiQ: The Firefly Diary und Yomawari gespielt hat und Spaß dabei hatte, sollte auch hier wieder reinschauen. Wer allerdings auf der Suche nach einem ausgereiften Puzzle Game ist, findet bessere Alternativen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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