Valley – Test zum Exo Suit Adventure auf der Switch

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Releasedatum: 7. März 2019

Genre: Adventure

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Blue Isle Studios

Plattform: PlayStation 4, Xbox One, PC, Nintendo Switch, Mac OS, Linux

Die Blue Isle Studios sind den meisten wohl durch Slender: The Arrival im Gedächtnis. Viele Spieler mochten das Spiel um den dürren Anzugträger. Ich persönlich mochte es aber nicht. Nun haben Blue Isle Valley auch auf der Switch herausgebracht (unseren Test zur PS4 Version findet ihr hier). Es gibt zwar wieder viel zu erkunden, diesmal aber bei Tag und ohne Ungeheuer im Nacken. Wie es in dem mysteriösen Tal war, verrate ich euch jetzt.

 

Die Macht der Natur

Valley spielt während des Zweiten Weltkriegs in einer alternativen Realität. Zu Beginn könnt ihr wählen, ob ihr als Mann oder Frau spielen wollt. Leider hat eure Entscheidung keine weiteren Auswirkungen im Spiel. Danach findet ihr euch auch schon im namensgebenden Tal wieder, nachdem ihr mit eurem Kanu gekentert seid. Nach ein paar Schritten eröffnet sich euch dann der weite Blick über das Tal (zumindest einen Teil davon). Kleine Waldgeister wuseln um euch herum und plötzlich findet ihr eine Kiste. Darin befindet sich der L.E.A.F. Suit, der im Grunde das hauptsächliche Gameplayelement in Valley ist. Von diesem Punkt an öffnet sich nicht nur diese geheime Welt für euch, sondern auch die Hintergrundgeschichte. Kurz gefasst folgt ihr den Schritten einer Anthropologin, die mit anderen amerikanischen Forschern nach dem Lifeseed suchen sollte. Der Lifeseed soll enorme Macht bergen und man möchte diese Kraft nutzen, um eine Waffe zu entwickeln, die den Krieg endlich beenden kann. Als jedoch klar wird, dass die Nutzung des Lifeseed die Lebenskraft des Tals abzieht und alles im Tal stirbt, entschließt die Anthropologin sich, sich gegen ihre Kollegen zu stellen. Was von diesem Punkt an passiert ist, findet ihr während der etwa fünf Stunden heraus. Die Story wird euch dabei sehr ähnlich wie in Bioshock erzählt. Ihr findet hier und da Tonaufnahmen und massenhaft Notizen. Als sehr kraftvoll für die Stimmung erwies sich zudem, dass ihr nie auf andere Menschen trefft.

Valley

Im Vergleich zu den anderen Versionen ist die Switch Version recht verwaschen.

 

Unsterblichkeit hat seinen Preis

Es ist immer wieder sehr erstaunlich und erfrischend mit wie wenigen Gameplaymechaniken man ein wirklich gutes Spiel machen kann. Außer dem L.E.A.F. Suit gibt es eigentlich kein Gameplay. Alles dreht sich um die Möglichkeiten, die euch der Anzug bietet. Der Exo Suit gibt euch die Fähigkeit schneller zu rennen und weiter und höher zu springen. Im Verlauf erhaltet ihr einen Doppelsprung, einen Enterhaken sowie Magnetstiefel. Diese drei Fähigkeiten benötigen jedoch Amrita Energie, um verwendet werden zu können. Und diese Energie kommt leider nicht aus dem Blauen. Vielmehr ist Amrita die Energie, die jedem Organismus im Tal innewohnt. Habt ihr keine Energie mehr, könnt ihr mit eurem Anzug Bäumen und Tieren deren Energie entziehen, wodurch diese aber sterben. Ihr könnt jedoch auch eure Energie nutzen, um tote Tiere und verdorrte Bäume wieder zu beleben. Das ist auch wichtig für eine andere Mechanik. Bei all dem Rumgehüpfe und Rennen mit Höchstgeschwindigkeit bleibt es natürlich nicht aus, dass ihr auch einmal sterbt. Im Tal hat der L.E.A.F. Suit allerdings die Fähigkeit, euch sofort von den Toten zurückzuholen. Das geht jedoch auf Kosten der Flora und Fauna um euch herum. Eine kleine Anzeige in Blätterform zeigt euch dabei die verbleibende Lebenskraft des gesamten Tals an. Stirbt das Tal, ist das Spiel für euch vorbei. Ihr solltet immer darauf achten, die Natur um euch herum nach einem Bildschirmtod wieder mit Leben zu füllen, bevor ihr weitergeht. Feinde gibt es im gesamten Spiel nicht so wirklich. Zu Beginn trefft ihr Bienenschwarm ähnliche Amritawolken. Nach ein paar Treffern mit eurer eigenen Energie beruhigen diese sich aber und lassen euch passieren. Später erwartet euch noch eine etwas agilere Version davon und noch etwas später eine Variante, die wie eine fliegende Person aussieht. Wirklich gefährlich sind diese aber auch nicht. Wer von euch eine Herausforderung im Kampf sucht, wird die hier nicht finden. Am meisten seid ihr mit Erkunden und Sammeln beschäftigt. Neben Upgrades für euren Suit gibt es hauptsächlich zwei Sammelgegenstände im Spiel. Eicheln und Relikte werden benötigt, um bestimmte Türen zu öffnen. Bäume, die ihr belebt, lassen manchmal Eicheln fallen und ihr erhaltet sie auch manchmal aus Kisten. Gleiches gilt für die Relikte. Da es sich hier um ein Spiel von Big Isle handelt, solltet ihr auch Ausschau nach der einen oder anderen Notiz halten.

Valley

Die Schrift ist oft unscharf und besonders kleinere Schrift wird schwer lesbar.

 

Tolle Atmosphäre, aber mangelhafte Portierung

In der damals getesteten PS4 Version kam das Design von Valley noch deutlich besser rüber als auf der Switch. Die Atmosphäre ist an sich noch immer sehr gut, aber spätestens wenn man einen der vielen Texte findet, fällt die Qualität des Ports negativ auf. Texte und Optik generell wirkt extrem verwaschen und Ruckler sind auch im Angebot. Insbesondere wenn ihr mit dem Suit durch die Gegend rennt und springt, hat das Spiel immer wieder mal Probleme rechtzeitig nachzuladen. Was mir persönlich aber am meisten gestört hat, war der Sound. Auf PS4 war ich von der Musik, den Geräuschen der Natur und den Sprechern positiv überrascht. Der gesamte Soundanteil im Switch Port wurde allerdings sehr stark komprimiert und ist oft blechern und flach. Die Musik als ständiger und fast einziger Begleiter leidet darunter am meisten.

 

Positiv:

Ruhiges aber spannendes Adventure mit guter Story
Exo Suit bietet interessante Gameplaymechaniken
Belebungsfeature zwingt euch das Leben des Tals im Gleichgewicht zu halten
Tolle Atmosphäre vor allem weil ihr nie mit anderen Charakteren konfrontiert seid

Negativ:

Bei so viel Text wäre es toll gewesen wenn er besser lesbar wäre
Es gibt vor allem in schnellen Passagen immer wieder Performance Probleme
Der Sound ist stark komprimiert und wirkt blechern
  • Valley
    “Der Mix aus Exo Suit, Adventure, Mystery und Zweitem Weltkrieg funktioniert auch auf der Switch. Im Gegensatz zur PS4 Version fällt der Switch Port allerdings deutlich ab was Atmosphäre betrifft. Dank der starken Komprimierung leidet der Sound enorm und die verwaschenen Texte möchte man sich oft gar nicht anschauen. Dass der Titel bei so viel Komprimierung dann auch nicht mal ganz rund läuft, ist eine zusätzliche Enttäuschung. Valley ist noch immer ein toller kleiner Adventure Titel, für die beste Erfahrung sollte man aber nicht unbedingt zur Switch Version greifen, wenn man andere Optionen hat.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Das Spiel an sich sollten sich Adventure Fans nicht entgehen lassen. Aber besser nicht auf der Switch spielen.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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