Valentino Rossi: The Game – Test zur Motorradsimulation der Rennikone

Rennsimulationen scheinen es auf der aktuellen Konsolengeneration etwas schwer zu haben. Denn zum einen ist das Rennspielgenre recht rar gesät und zum anderen erscheinen kaum Rennspiele mit Simulationsansatz. Da haben es Motorradfans noch einmal schwerer, da dieser Aspekt noch seltener vertreten ist, als Rennspiele mit PS lastigen Autos. Valentino Rossi: The Game vom Entwickler Milestone versucht genau da seinen Platz zu suchen und will mit dem Spiel die Moto GP Flamme neu entfachen. Ob ihnen das gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

 

„The GOAT“ – The Gratest of all Time: Valentino Rossi

Valentino Rossi ist eine lebende Rennfahrerlegende und damit quasi der Michael Schumacher des Motorradrennsports. Die neun Weltmeistertitel in über 300 Rennen unterstreichen diese famose Karriere. Eben diese Karriere kann man in einem der zwei Karrieremodi nachspielen. So spielt man im neuen Spiel die großen Karrierehighlights von Valentino Rossi nach, der unter anderem auf den Spitznamen “The Doctor” hört. Im Karrieremodus erzählt die Rennikone von seiner Karriere und bringt dabei Genreneulingen die Mechaniken näher. Danach kann man die halsbrecherischen Rennen auf den nachgebildeten Strecken entlangbrettern und die großen Momente der Rennsportlegende hautnah miterleben. Der zweite Karrieremodus ist da etwas altbackener. In diesem erstellt man zu Beginn seinen eigenen Rennfahrer, den man dann auf die unterschiedlichsten Rennstrecken dieser Welt schickt, um sich mit anderen Fahrern zu messen. Mit jedem Sieg steigt dabei der Bekanntheitsgrad, wodurch nicht nur neue Sponsorenverträge winken, sondern man auch Zugang in höhere und schnellere Rennklassen erhält. Mit den verdienten Credits, die man durch erfolgreiche Rennen erhält, lässt sich der eigene Rennfahrer individuell einkleiden. Egal ob ein neuer Helm, neue Handschuhe, ein schicker Rennanzug oder ein neues Motorrad. Mit dem nötigen Kleingeld lässt sich alles erwerben. Im Grunde ist dieser Karrieremodus eher klassisch und man kennt diese Form bereits aus vielen anderen lizenzierten Rennspielen. Der andere Karrieremodus ist da schon eine andere Hausnummer, da die Karriere von “The Doctor” wahrlich beeindruckend ist und jeden Rennsportfan begeistert.

https://www.youtube.com/watch?v=Xfn44P60tcw

 

Fahren mit chirurgischer Präzision

Sobald man auf der Strecke Platz nimmt und die Startsignale ausgehen, spürt man sofort den Simulationsansatz des Spiels. Denn gerade als Neuling wird man mit der sensiblen Steuerung und den schwer zu kontrollierenden Maschinen seine Probleme haben. Denn das Spiel verzeiht keine Fehler. Lenkt man zu stark in die Kurve hinein, fällt der Fahrer zu Boden. Verpasst man in den Kurven den Bremspunkt, landet man im Kiesbett der Strecke. Somit ist es harte Arbeit, bis man den ersten Platz erreicht. Das liegt aber zum Teil an den KI Gegnern, da diese so gut wie nie Fehler machen oder mal bei einem Fehler oder einer Kollision vom Fahrzeug fallen. Ist man zu Beginn noch etwas überfordert, empfiehlt sich viel Training und Übung auf den Strecken dieser Welt. Alle Strecken, die in diesem Jahr befahren werden, haben es ins Spiel geschafft. Mit dabei sind bekannte Strecken wie Monza, Silverstone oder Spielberg. Gerade wenn man Valentino Rossi besiegen möchte, ist fehlerfreies Fahren von Nöten. Moto GP Fans werden dabei voll auf ihre Kosten kommen. Besonders hart geht es im Onlinemodus zugange. Denn egal wie gut man denkt zu sein, die anderen Onlinefahrer (bis zu 12 Fahrer online) bringen einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn wer hier gewinnen, möchte der muss die Steuerung und die Motorräder perfekt verinnerlicht haben. Besonders interessant sind sowohl für Neulinge als auch für Moto GP Veteranen die zahlreichen Infos und das Fachwissen, welches man mit der Zeit vermittelt bekommt. Egal ob Infos zu den Moto GP Rennen, allgemeine Infos zu anderen Fahrern, die Neigung in den Kurven. Nach und nach erhält man mehr Wissen zu dem Rennsport und geht nach dem Spielen mit einem erweiterten Horizont um den Rennsport heraus. In bestimmten Rallyerennen wechselt man das Motorrad mit einem Rallyeauto. Hierbei merkt man den Unterschied zwischen dem Handling eines leichten zweirädrigen Untersatz mit dem eines vierrädrigen aufgemotzten Rennboliden. Denn diese sind in der Kurve viel leichter zu kontrollieren, beschleunigen jedoch um ein Vielfaches weniger als ein Motorrad.

Beim Start lassen sich einige Plätze gut machen oder verlieren.

Beim Start lassen sich einige Plätze gut machen oder verlieren.

 

Nicht gerade hübsch

Seit je her sind Rennsimulationen stets das Genre gewesen, bei denen die Konsolen so richtig protzen konnten. Bei Valentino Rossi ist dies nicht gegeben. Da merkt man, dass es kein Triple A Titel, sondern ein Nischensport ist, denn die Optik ist eher ernüchternd. Kantige Umrisse, matschige Texturen oder detailarme Strecken. Die Grafik ist nicht gerade die Stärke des Spiels. Auch das Geschwindigkeitsgefühl könnte besser sein. Wenn man mit 250kmh um die Rennstrecken brettert, soll sich das schnell und Adrenalin geladen anfühlen. Allerdings fühlt sich das eher wie 120kmh auf der Autobahn an. Ebenfalls ernüchternd ist das Schadensmodell. Zwar zeigt eine Leiste unten rechts an, in welchem Zustand das eigene Motorrad ist, jedoch zeigt sich dieser Zustand optisch in keiner Weise. Auch nach einem Sturz oder einem Unfall sind keine Schäden festzustellen. Auch die Gegner sitzen fest in ihren Boliden und fallen nur selten von ihren Motorrädern. Soundtechnisch ist das Spiel ernüchternd. Wenn man an Motorräder denkt, dann denkt man auch an den grandiosen Motorensound wenn diese Gas geben. Von diesem Sound ist im Spiel nicht viel zu hören. Alle Motorengeräusche sind im Spiel recht monoton und Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen lassen sich nur schwer feststellen. Die deutsche Synchro ist im Grunde ganz passabel. Der technische Aspekt des Spiels fällt recht solide aus, lässt allerdings Luft nach oben.

In einigen Rennen ist man auch Offroad unterwegs.

In einigen Rennen ist man auch Offroad unterwegs.

 

Fazit:

Valentino Rossi: The Game ist für jeden Moto GP Fan, der die packenden Rennen selber nachspielen will, ein Muss. Denn es bietet mit zwei verschiedenen Modi eine Menge Umfang, bei denen man viel Hintergrund wissen erlangt. Für Neulinge ist die sensible Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig aber mit jeder Runde verinnerlicht man diese besser. Aus technischer Sicht muss man allerdings einige Abstriche machen, für ein Nischenspiel geht es aber vollkommen in Ordnung. Daher würde ich das Spiel jeden Moto GP Fan empfehlen, da Valentino Rossi der beste Vertreter des eher unterbesetzten Genres ist.
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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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