Uncharted: The Nathan Drake Collection – Test zu Sony’s erneuerter Blockbuster Trilogie

Naughty Dog haben sich seit ihren Anfängen zu wahrscheinlich einer der besten Entwicklerstudios entwickelt. Gerade die Uncharted-Reihe und The Last of Us haben den Ruf des Studios geprägt. Wer bereits in der PS3-Ära die Uncharted Spiele gespielt hat, kann sich jetzt auf ein Wiedersehen freuen. Und alle die erst mit der PS4 zur Playstation gefunden haben, bekommen so die Möglichkeit eine der besten Triple-A-Reihen im neuen Gewand zu erleben. BluePoint Games haben die drei Hauptteile in einer Remaster für die aktuelle Konsole zusammengefasst. Wir verraten euch in unserem Test, ob sich ein Ausflug in die Nathan Drake Collection lohnt und ob auch Serienkenner erneut zugreifen können.

 

Berühmter Vorfahre

Im ersten Titel der Reihe, Drake’s Fortune, macht ihr die Bekanntschaft mit dem jungen schlagfertigen Schatzjäger Nathan Drake. Nathan ist gerade unterwegs mit der jungen Reporterin Elena Fisher, um den Sarg seines Vorfahren Sir Francis Drake aus dem Ozean zu bergen. Beim Öffnen des Sarges befindet sich allerdings kein verschimmelter Familienangehöriger, sondern nur dessen Tagebuch. Was es mit dem Notizbuch auf sich hat, verbirgt Nathan allerdings vor Elena. Nach einem kurzen Intermezzo mit einigen Piraten, die nur zu gerne das Notizbuch in ihren Besitz bringen wollen, werden die beiden durch Drakes Mentor Sully gerettet. In Sicherheit beschließen Sully und Drake, Elena zurückzulassen und sich auf den Weg zu machen. Das Notizbuch soll nämlich den Weg nach El Dorado zeigen, der sagenumwobenen Stadt aus Gold. Drakes Spürnase führt das Abenteurerduo auch in einen geheimen Tempel. Doch leider sind sie offensichtlich ein paar Jahrhunderte zu spät. Hinter El Dorado verbirgt sich keine goldene Stadt, sondern eine große Statue aus Gold und die ist irgendwo, nur nicht hier. Und so machen sich die beiden auf die Suche nach der Goldikone, doch bleiben sie dabei nicht lange allein. Denn Gabriel Roman ist mit seinen Schergen ebenfalls hinter der Statue her. Es gilt also, vor ihm ans Ziel zu kommen.

Das Abenteuer startet schon recht spektakulär.

Das Abenteuer startet schon recht spektakulär.

 

Diebe unter sich

Manche Leute haben kein gutes Händchen, was Freunde angeht. Eine Lektion, die Nathan im zweiten Teil auch lernen muss. Harry Flynn und Chloe Frazer, zwei alte Freunde von Drake, bitten ihn um Hilfe. Er soll mit ihnen in ein türkisches Museum einbrechen, um ein altes Artefakt (Öllampe) zu stehlen. Marco Polo persönlich soll darin Informationen versteckt haben. Diese Informationen sollen verraten, was mit dessen Flotte geschehen ist, die auf offener See verschollen ist. Drake willigt ein und schon kurz darauf befindet sich die Öllampe in deren Besitz. Den Informationen nach war Marco Polo im Besitz des Cintamani-Steins, welcher enorme Macht besitzen soll. Und die Karte führt sie in das legendäre Shambala. Doch bevor es dazu kommt, wird Drake von Harry verraten und landet für mehrere Monate im Gefängnis. Sully und Chloe kaufen Drake aus dem Gefängnis frei, um Harry zu verfolgen. Sie spüren ihn in Borneo auf und entdecken, dass er für den Kriegsverbrecher Lazarevic arbeitet. Dieser ist besessen, den Stein in seine Hände zu bekommen und Shambala zu finden. Das Abenteuer führt letzten Endes nach Nepal, wo sich entscheidet, wer Shambala zuerst erreicht.

Die Action in der Uncharted Reihe ist besser als in so manchem Film.

Die Action in der Uncharted Reihe ist besser als in so manchem Film.

 

Verrat an allen Ecken

Im dritten Teil geht es bereits am Anfang heiß her. Es ist dunkel und Drake macht sich mit Sully im Schlepptau auf den Weg in einen schäbigen Pub. Die beiden wollen dort einen Handel abwickeln. Der zwielichtige Talbot möchte nämlich in den Besitz von Drakes Ring kommen, der angeblich mal Sir Francis Drake gehörte. Als Drake allerdings bei der Geldübergabe entdeckt, dass Talbot sie betrügen will, entbrennt eine wilde Schlägerei. Kaum der Bar entkommen, werden Drake und Sully allerdings direkt abgefangen. Katherine Marlowe, eine alte Bekannte von Sully, will den Ring haben, denn dieser passt in eine mysteriöse Scheibe. Diese Scheibe soll in Verbindung mit dem Ring den Weg nach Iram weisen. Um Spoilern vorzubeugen, verraten wir nur noch so viel: Im Verlaufe der nun folgenden Story gibt es ein Wiedersehen mit Chloe Frazer und Elena Fisher aus dem ersten Teil. Die Geschichte führt die Gruppe unter anderem nach Syrien, Frankreich, Sanaa und zum Schluss auch nach Iram. Ach ja und Halluzinationen gibt es noch gratis obendrauf.

Da hat man Drake doch glatt in die Wüste geschickt.

Da hat man Drake doch glatt in die Wüste geschickt.

 

Don’t fix it, if it ain’t broken

Wer jemals ein Uncharted gespielt hat, sei es auf PS3 oder der Playstation Vita, weiß, was ihn beim Gameplay erwartet. Bluepoint hat hier das einzig Richtige gemacht und die Kernmechaniken unangetastet in die Collection eingefügt. Die Steuerung funktioniert durch alle drei Teile hinweg weitestgehend gleich und ist zudem sehr flüssig. Springen, schießen, klettern und in Deckung gehen funktioniert wie gewohnt. Gestrichen wurde jedoch der Multiplayer Modus, da die Server ja bereits seit einiger Zeit nicht mehr aktiv sind. Die Nathan Drake Collection bietet aber doch ein paar Zusätze gegenüber den Vorgängern. Zum einen ist da der neue “Brutal” Schwierigkeitsmodus. Dieser wird freigeschaltet, sobald ihr ein Spiel auf “Crushing” durchgespielt habt. In diesem Modus vertragt ihr in den meisten Fällen nur einen Treffer, der zweite tötet euch sofort. Daneben gibt es noch den Speedrun-Modus in dem ihr, wie der Name schon verrät, das Spiel so schnell wie möglich absolvieren müsst. Besonders positiv ist uns aber aufgefallen, dass man die Bewegungssteuerung fast vollständig entfernt oder zumindest eine andere Option gegeben hat. Keine nervigen Balancespielchen auf einem Baumstamm mehr mit Drake. Granaten könnt ihr, sofern ihr wollt, immer noch auf altbekannte Weise werfen.

Die Steuerung funktioniert sehr gut und vor allem ohne Bewegungssteuerung.

Die Steuerung funktioniert sehr gut und vor allem ohne Bewegungssteuerung.

 

Der Maßstab für Remasters

Man kann über die ganze Remaster-Sache geteilter Meinung sein. Mir geht es da nicht anders. Wenn man aber ein Spiel erneut herausbringt, dann sollte man es auch richtig machen. Bluepoint hat sich das offensichtlich zu Herzen genommen. Es wird vor allem deutlich, wenn man sich anschaut, welchen Sprung gerade Teil 1 gemacht hat. Ich hatte mir zur Vorbereitung auf unsere Review alle Teile noch einmal auf der PS3 angeschaut. Im direkten Vergleich zur PS4-Version des ersten Teils und dem PS3 Original muss ich ehrlich sagen, dass es einen enormen Unterschied gibt. Das soll nun nicht bedeuten, dass das Spiel damals schlecht aussah, aber das Ergebnis von Bluepoints Arbeit ist wirklich spektakulär. Die Unterschiede fallen einem dabei weniger an den Charakteren auf, da diese immer die meisten Polygone abbekommen. Seid ihr dann aber zum ersten Mal im Dschungel unterwegs, werden die Unterschiede sehr schnell deutlich. Die Vegetation sieht extrem lebendig aus, während ihr euch durch diese hindurchbewegt. Licht durchflutet die Baumkronen, Wasser spritzt und plätschert realistisch und das hohe Gras biegt sich, wenn ihr hindurchstreift. Die deutlich höher aufgelöste Grafik in 1080p und 60Fps macht eine wirklich gute Figur. Und Bluepoint hat sogar sämtliches Screen-Tearing beseitigt, was besonders im ersten Teil auffiel. In Sachen Sound wurde nichts geändert. Explosionen sind wuchtig wie eh und je und die Sprecher aller drei Teile liefern eine tolle Leistung ab. Eigentlich braucht es, meiner Meinung nach, gar keinen Uncharted-Film, denn diese Spiele bieten schon mehr, als es ein Film könnte.

Gerade in Gebieten mit viel Vegetation wird deutlich, wie gut die Spiele aussehen.

Gerade in Gebieten mit viel Vegetation wird deutlich, wie gut die Spiele aussehen.

 

Fazit:

Bluepoint Games haben bereits in der Vergangenheit mit ihren Ports gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen. Mit der Nathan Drake Collection setzen sie aber erstmals eine Referenz für kommende Remasters. Vom ersten Moment, in dem man Drake’s Fortune startet, bis zum letzten Feuergefecht in Drake’s Deception wurde jedes noch so kleine Detail überarbeitet. Dieser Sprung in Sachen Technik wird vor allem im ersten Teil deutlich. Das gilt besonders für alle, die den Titel bereits auf der PS3 gespielt haben. Optisch kann man der gesamten Trilogie hier also nicht das Geringste vorwerfen. Die einzigen Schwachpunkte findet man in den Animationen der anderen Charaktere. Die zittern manchmal seltsam oder snappen an eine Position, als wären sie magnetisch. Hin und wieder leistet sich auch die KI einige kleine Aussetzer. Das Fehlen des Multiplayer Modes ist beim gebotenen Umfang absolut zu verschmerzen. Wer also gerne mal wieder Nathan’s loses Mundwerk erleben will oder wer noch nie das Vergnügen hatte, seine Abenteuer zu erleben, der sollte hier definitiv zuschlagen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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